Samstag, Januar 31, 2015

Küchenteufel füllt die Tasse mit Vangyachi Bhaji (Blogevent)

Yum
Es war eine sehr spontane Entscheidung, am Blogevent "Pour me up" von "Frau Bunt" teilzunehmen. Eine andere Bloggerin veröffentlichte bei Facebook einen Hinweis und ich war neugierig. Es ging darum, irgendein zu Weihnachten passendes Gericht zu veröffentlichen, serviert in einer hübschen Tasse und ich hatte direkt eine Idee, was ich hineinfüllen würde. Eine kurze Rückfrage ergab, dass auch spontane Teilnahmen sehr erwünscht waren und so harrte ich der Dinge, die da kommen würden. Es kam: Eine sehr hübsche Espressotasse von Villeroy & Boch, und eine Portion "BuntWild - Kokosknusperstreusel". Das passte super zu dem Gericht, dass ich eh eingeplant hatte, denn aktuell bereite ich mich auf den nächsten Indien-Familienurlaub vor und koche mich daher quer durch die indische Gewürzwelt. Ich sag´s mal ehrlich: Meine Fächer, die nur für Produkte aus Indien reserviert sind, platzen aus allen Nähten, und ich will im März doch neue Sachen anschleppen! Aber keine Sorge: Alle Produkte, die ich für mein kleines "Tassengericht" verwende, kann man sehr stressarm im gut sortierten Supermarkt und natürlich in Asialäden erwerben. Also an die Aubergine, fertig los, denn hier ist er, mein Beitrag zum "Pour me up"-Blogevent:

Vangyachi Bhaji (Auberginen in Kokosmilch)



Zutaten (für vier Personen)

800 g Auberginen
Kurkumapulver
Salz
Pflanzenöl

1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer, daumendick
2 rote Chilischoten

Butterschmalz (Ghee oder ersatzweise Butaris etc.) - für die vegane Küche einfach durch Öl ersetzen
Salz, Pfeffer, Asafoetida
500 ml Kokosmilch

Korianderblätter zur Garnierung

Zubereitung

Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Auberginen in ca. 0,5 - 1 cm dicke Scheiben schneiden. Auf Tellern ausbreiten und von beiden Seiten mit Salz und Kurkumapulver (am besten durch ein Teesieb) bestreuen. Während die Gewürze einwirken, die Zwiebel, die Chilischoten, den Knoblauch und den Ingwer fein hacken.

 Eine Pfanne mit neutralem Pflanzenöl erhitzen und die Auberginenscheiben darin anbraten, bis sie auf beiden Seiten hellbraun sind. Auf Küchenpapier das überschüssige Fett abtropfen lassen. Butterschmalz in die Pfanne geben und die Zwiebeln sowie Chili, Knoblauch und Ingwer darin leicht anbraten. Kokosmilch dazugeben und einmal aufkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Asafoetida (in Deutschland auch als "Asant" bekannt") abschmecken.

In einer Auflaufform den Boden mit Auberginenscheiben auslegen und die gewürzte Kokosmilch angießen. Danach abwechselnd mit den Auberginen schichten. Im Backofen ca. 10 - 15 Minuten eindicken lassen. Mit gehacktem Koriander bestreuen, mit Basmatireis oder indischem Brot servieren.

Abwandlung:
Für das Event von Frau Bunt habe ich die Auberginenscheiben nach ihrer Zeit im Backofen halbiert bzw. geviertelt und dann in die Tasse gegeben. Statt des Korianders gab es ein Topping mit den BuntWild-Kokosknusperstreuseln. Im Nachhinein hätte ich glatt etwas mehr davon dazugeben können, der "Crunch" im Essen hat mir sehr gut gefallen.

Wer sich anschauen möchte, welche tollen Gerichte ebenfalls "in der Tasse" serviert wurden, kann hier nachschauen und sich inspirieren lassen.

Dienstag, Januar 27, 2015

Kieler Küchenteufel noch leichter speichern - bei Pinterest und Yummly!

Yum
Ich lese gern Rezepte, auf anderen Blogs oder in Rezeptsammlungen. Die kann ich natürlich nicht alle sofort nachkochen oder backen und sehr oft geraten sie einfach wieder in Vergessenheit - spätestens, wenn der Firefox-Browser ob der viel zu vielen geöffneten Tabs einfach mal die Grätsche macht und sich abschaltet. Nooooiiin! :)

Es gibt natürlich zahlreiche Möglichkeiten, sich Rezepte zu speichern. Pinterest ist eine gute Gelegenheit, die ich mir gerade erst erarbeite ... ich muss gestehen, dass ich zu Beginn nicht so sicher war, wie es bei diesen Pinnwänden mit dem Urheberrecht bestellt ist. Ich weiß es auch immer noch nicht, aber der Lemming in mir sieht all diese Menschen, die fröhlich pinnen, und den Nutzen, den sie davon haben. Ich will auch! Und deswegen mache ich da jetzt fröhlich mit :)

Eine kurze Suche ergab, dass ganz ohne mein Zutun schon ein paar Leute sich Bilder von meinem Blog auf Pinterest gespeichert haben. Das ehrt mich natürlich sehr und ich würde mich freuen, wenn es mehr werden.

Um euch nun also die Bildersammelei zu erleichtern, habe ich mir nun einen Pinterest-Button eingebaut, der erscheint, wenn ihr mit dem Mauszeiger über das Bild streicht. Oben links erscheint das große Pinterest-P (vielleicht ändere ich das Aussehen nochmal) und ein Klick darauf läßt euch meine Rezeptbilder samt Link in einer eurer Sammlungen speichern. So einfach ist das!


Eine andere Möglichkeit, die ich schon seit einigen Monaten nutze, ist Yummly (der Link führt zu meinem Profil dort). Dort werden Rezepte diverser Blogs gesammelt und man kann fröhlich nach verwendeten Zutaten oder Kategorien suchen. Schöne Bilder tun ihr übriges dazu, dass ich viel Zeit dort verbringe und die Umrechnung von US-Maßen in das metrische System machen zahlreiche US-Blog-Rezepte noch schneller und einfacher nachkochbar. Wo ich also gerade so schön dabei war, habe ich mich entschieden, ebenfalls einen Yummly-Button in mein Blog zu integrieren. Wenn ihr also Lust habt, eure Rezeptsammlungen ebenso zu kategorisieren und meine kleinen, bescheidenen Rezepte dort dabei sein sollen, dann klickt einfach auf den orangefarbenen Yummly-Button (siehe Bild) und flugs ist mein Rezept in eurer Liste!

Ich wünsche euch viel Spaß beim nachkochen und nachbacken und natürlich beim fleißigen Rezepte sammeln.

Montag, Januar 26, 2015

Küchenteufel backt: Cookie-Dough-Cheesecake-Schnitten

Yum
Andere Länder, andere Sitten: Ich hab mir meinen Kerl ja aus Brüssel "mitgebracht" und auch wenn Belgien gar nicht soo weit weg ist - nach Brüssel kommt man von Kiel aus schneller als nach Passau oder München - gibt es doch einige kulturelle Unterschiede. Immer mal wieder sprechen wir im Freundeskreis von kulinarischen Kindheitserinnerungen ("Kennt ihr noch das Brizzlen auf der Zunge von den "Magic Gums"?" oder "Ich hab letztens das Kaugummi aus der Tube wieder gesehen!"), bei denen er ein wenig außen vor ist. "Gemeinsames kulturelles Wissen", quasi.

Dafür gibt es auch in Belgien reichlich Produkte, die dort ganz selbstverständlich zur kulinarischen Kultur dazu gehören, die mir bis vor zehn Jahren völlig fremd waren. Dazu gehört "Speculoos", von meinem deutschsprachig aufgewachsenen Brüsseler immer "Spekulatius" genannt, was mich doch verwunderte. Meine unbeholfene Erklärung, dass es Spekulatius hier eigentlich nur im Winter gäbe, als Gewürz- oder Butterversion, wurde weggelächelt und ich kam in Kontakt mit den besten Karamellkeksen ever. Diese wurden seitdem in den letzten 11 Jahren regelmäßig im Kofferraum über die Grenze gebracht, nicht nur als Kekse, sondern irgendwann auch als cremiger Brotaufstrich, den wir, weil selbst so überzeugt, auch noch für Freunde mitschleppen mussten.

Inzwischen sind die Kekse, ihr kennt sie sicher einzeln verpackt in rot-weißes Zellophan, auch ein ständiger Begleiter zum bestellten Kaffeeprodukt in deutschen Kaffees und Bars, und auch der Brotaufstrich von Lotus steht in zwei Sorten (cremig und mit Stückchen) in unseren Supermärkten. Wir können unseren Appetit nach den belgischen Karamellkeksen also auch hier befriedigen - und wir tun es reichlich. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als man auf mich zukam und fragte, ob ich nicht Lust hätte, mit diesen Keksen, resp. dem Brotaufstrich, etwas zu backen? Ich sagte sofort ja und bekam ein Paket mit Produkten zur freien Verwendung, sowie einige wirklich schmackhaft aussehende Rezepte zur Verfügung gestellt.

Ich beguckte zahlreiche Rezepte, die Lust auf mehr machten, fand jedoch nicht das eine Rezept, was ich euch gern vorstellen wollte. Da "Biscoff"-Kekse, wie sie im us-amerikanischen Bereich heißen, häufig in englischsprachigen Foodblogs vorkamen, schaute ich einfach mal in meine laaaaaange und leider komplett unsortierte Nachbackliste und fand ein Rezept von "My baking addiction", dass ich bereits 2011 dort "geparkt" hatte: Kuchenschnitten mit Keksboden, Cheesecake-Aufstrich und Krümeln von Chocolate-Chip-Cookies obenauf. Drei tolle Sachen in einem? Wie konnte ich dieses Rezept jemals in Vergessenheit geraten lassen? So waren die Lotus Biscoff Kekse die perfekte Gelegenheit, diese hübschen und sehr kreativen "Bars" zu backen. Ich habe die amerikanischen Einheiten umgewandelt und beim zweiten Backen hier und da ein wenig die Mengen verändert, wo es mir nicht gefiel (etwas weniger fettig, etwas weniger süß). Alle Testesser einer besuchten Geburtstagsfeier am Wochenende waren sehr angetan und ich wurde nach dem Rezept gefragt, was ich hiermit nachliefere.

Mit Sicherheit werde ich diesen Kuchen in der nächsten Zeit häufiger backen, und auch ohne weitere "Keksunterstützung" von außerhalb gibt es noch einige Rezepte, die ich nachbacken und euch vorstellen möchte. Besonders gut schmecken diese Kuchenschnitten zu einer Tasse Tee oder Kaffee am Nachmittag. Die Kekse passen schon pur gut dazu, als Kuchen ist das Geschmackserlebnis wirklich Bombe!

Cookie Dough Cheesecake Bars 

 



Zutaten

für den Boden

125g Lotos Biscoff Kekse
40 g geschmolzene Butter

für den Cheesecakebelag

300 g Frischkäse (zimmerwarm)
50 g Zucker
1 Ei (L, zimmerwarm)
1/2 TL Vanilleextrakt

für den Kekskrümelteig / Chocolate Chip Cookie Dough

50 g Butter (zimmerwarm)
75 g brauner Zucker (mit Melasse gefärbt, kein Rohrohrzucker)
3 EL weißer Zucker
1/4 TL Salz
1 TL Vanilleextrakt
100 g Mehl (Typ 405)
100 g Schokotropfen (alternativ: grob gehackte Kuvertüre - die Tropfen sehen aber besser aus)

Zubereitung


Den Backofen auf 160°C vorheizen und eine kleine quadratische Backform einfetten bzw. mit Backpapier auslegen. Da ich häufiger amerikanische Rezepte nachbacke, habe ich mir da mal eine Form geholt, die super für Brownies ist: Quadratische Backform mit losem Boden, 20 x 20 cm* Eine Auflaufform mit ca. 20 cm-Seitenlänge geht aber genauso gut.

Die Kekse möglichst stark zerkleinern. Ich benutze dafür den Häcksler meines Zauberstabs, es geht aber auch der alte Trick mit dem Gefrierbeutel und dem Steakklopfer oder dem Nudelholz. Die Butter schmelzen und leicht abkühlen lassen. Kekskrümel dazugeben und gründlich vermischen. Die Keks-Butter-Masse in die Form geben, gut verteilen und festdrücken. Im vorgeheizten Backofen ca. 6 Minuten backen. Herausnehmen, auskühlen lassen und den Backofen eingeschaltet lassen.

Während der Keksboden backt, bereitet ihr den Cheesecake-Belag zu (ich sage absichtlich nicht "Käsekuchen", weil er mit deutschem Käsekuchen nichts zu tun hat): Die Küchenmaschine mit dem Flachrührer bestücken (oder das Handgerät mit den Rührbesen) und Frischkäse und Zucker auf kleiner Stufe miteinander vermischen. Wenn der Zucker sich verflüssigt hat, das Ei und den Vanilleextrakt hinzufügen, auf kleiner Stufe alles vermischen und in eine kleine Schüssel füllen. Flachrührer und Schüssel kurz ausspülen und den Keksteig zubereiten.

Dafür die weiche Butter (nicht flüssig!), den braunen und weißen Zucker, Salz und Vanilleextrakt eine Minute lang in der Küchenmaschine gut vermischen. Die Geschwindigkeit auf kleinste Stufe stellen und das Mehl hinzufügen (sonst staubt es kräftig). Als letztes die Schokotropfen bzw. die gehackte Kuvertüre untermischen. Die Masse ist jetzt sehr krümelig, das gehört so.

Den abgekühlten Keksboden mit der Cheesecakemasse befüllen und gut verstreichen. Die Hände unter kaltem Wasser abkühlen, gut abtrocknen und dann beherzt den Chocolate-Chip-Keksteig mit einer Hand kneten, z.B. zu unregelmäßigen kleinen Bällchen oder Klumpen formen. Die Keksteigklumpen und die anderen Krümel großzügig auf der Masse verteilen. Es muss nicht regelmäßig aussehen.

Die Backform zurück in den noch auf 160°C heizenden Backofen stellen und ca. 30 Minuten backen. Die Kekskrümel sollten leicht Farbe bekommen haben und wenn man leicht an der Backform rüttelt, sollte der Kuchen nicht mehr stark "wabbeln". Aus dem Ofen nehmen, komplett auskühlen lassen.  Am besten schmecken diese Kuchenschnitten, wenn man sie über Nacht im Kühlschrank stehen läßt, wenn es schnell gehen soll, reichen 1-2 Stunden. In Quadrate schneiden und am Nachmittag einer Tasse Kaffee servieren.

Guten Appetit!

Mit einem Sternchen versehene Links sind Affilatelinks von Amazon. Die Kekse wurden mir von Lotus zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!

Freitag, Januar 16, 2015

Küchenteufel würzt japanisch: Selbstgemachtes Furikake

Yum
Ich bin ja in Düsseldorf in die Grundschule gegangen und da war es völlig normal, dass die Eltern der Kinder aus "aller Herren Länder" zusammenkamen. Das war vor allem für uns Kinder richtig toll, weil wir uns selbst gern gegenseitig nach der Schule zum Mittagessen einladen konnten und so regelmäßig auf kulinarische Weltreise gegangen sind. Während viele es toll fanden, dass unser indischer Reis leuchtend gelb und das Tandoori-Huhn grell rot war, konnte ich nicht genug vom japanischen Essen bekommen. Das gab es bei vielen Kindern, denn Düsseldorf besitzt bekanntermaßen die größte japanische Community Deutschlands.

Was ich besonders toll fand, war die Würzung. Die Mutter einer Freundin streute immer eine "geheime Zutat" auf den Reis, der ihn einfach noch viel "leckererer" machte. Ich durfte sogar mal ein Gläschen davon mit nach Hause nehmen und habe es damals gehütet wie einen Schatz. Leider passte es so gar nicht zu unserem indischen Kurkuma-Basmatireis :), war irgendwann hinüber und musste entsorgt werden.

Wie ich erst Jahrzehnte später erfuhr, heißt diese ach so "geheime Zutat" Furikake und ist gar nicht so geheim und auch nicht so einzigartig. Im Gegenteil gibt es Furikake in zahlreichen Ausprägungen und Varianten zu kaufen und natürlich auch selbst zu erstellen. Eigentlich basiert es auf Nori, Sesam und grobem Salz, das danach weiter verfeinert wird, so steht es in vielen japanischen Kochbüchern und auch in zahlreichen Foodblogs. Beim Aufräumen meines alten Kinderzimmers ist mir beim blättern in einem Buch ein alter Zettel entgegengefallen, den ich scheinbar so gut dort versteckt habe, dass ich ihn schlichtweg vergessen habe. Er enthält einen lieben Gruß und genau die vier simplen Zutaten, aus denen die Mutter meiner Freundin ihre persönliche Furikake-Mischung erstellt hat. Leider kann ich sie nicht mehr anrufen, um ihr davon zu erzählen, denn sie ist vor 5 Jahren verstorben. Doch mit einem großen Glas davon in meiner Küche werde ich immer an sie denken, wenn ich es benutze.

Homemade Furikake - Basisrezept

 


Zutaten

3 TL Sesamkörner, geschält
1 TL Chiliflocken
1 TL grobes Meersalz
4-5 geröstete Noriblätter
alternativ: 4 Noriblätter und 1 Packung gerösteter und gewürzter Seetang à 3,5g

Zubereitung

Eine weite Pfanne auf den Herd stellen und den Sesam darin unter ständigem Rühren rösten, bis er duftet und leicht Farbe angenommen hat. Achtung! Verbrennt sehr schnell! Danach eine Viertelstunde abkühlen lassen.

Derweil die Noriblätter - das sind die Blätter, mit denen man Sushi rollt - mit einer Schere in kleine Stücke schneiden, die ungefähr Briefmarkengröße haben. In einem sogenannten "food processor" so lange häckseln, bis es zu einem groben Pulver geworden ist. Ich benutze das Zubehör, dass bei meinem Zauberstab dabei war, ein Gefäß mit Klingen, dass vom Motor des Zauberstabs betrieben wird. Das grobe Nori-Pulver mit Chiliflocken und Salz vermengen und noch einmal kräftig häckseln. Dann mit dem abgekühlten Sesam mischen und in ein luftdichtes Gefäß geben. An einem lichtgeschützten Platz aufbewahren. Wenn es gut gelagert wird, hält es sich über Monate frisch.

Alternative: Kein Rezept, dass nicht eine persönliche Abwandlung erfährt ;) Ich habe ein Faible für diese kleinen Packungen mit fertig gerösteten und gewürzten Seetangblättern, die ich auch für die Onigiri verwende. Ich ersetze also ein großes Blatt durch eine kleine Packung und erhalte auf diese Weise noch eine andere Würzung, die mir sehr gut gefällt. Allerdings ist durch das enthaltene Öl die Lagerung und Haltbarkeit etwas eingeschränkt.

Und was macht man nun damit?

Wie gesagt: Ich kenne es als Möglichkeit, den manchmal etwas langweiligen Reis, der als side dish beim Essen gereicht wird, damit aufzupeppen. Es eigenet sich auch als Würzung im Sushireis oder in Onigiris. Vermischt mit hellem Sesamöl passt es auch prima zu Sobanudeln. Da ich noch einen "kulinarischen Weihnachtsgruß" für Freunde suchte, habe ich die doppelte Menge erstellt und in kleine Reagenzgläschen gefüllt. Ich bin sehr gespannt, wie diese ankommen werden, auch bei Nadine, meiner Tauschpartnerin von "Post aus meiner Küche".

Samstag, Dezember 27, 2014

Küchenteufels Küchenmumien-Challenge: Teriyaki Meatballs auf Soba-Nudeln

Yum
Willkommen bei einer neuen Ausgabe meiner "Küchenmumien-Challenge"! Wie immer muss ich einer Zutat, die sich in den Tiefen des Vorratsschranks angefunden hat, eine neue Verwendung geben, bevor das Haltbarkeitsdatum abläuft. 

Heute geht es um eine Portion TK-Fleischbällchen von IKEA, die sich schon einige Wochen in meinem Gefrierfach breit gemacht hat. Immer wieder überfällt uns ein Jieper nach Spaghetti mit Fleischbällchen in Tomatensauce. Die Tomatensauce koche ich 2 bis 3 mal im Jahr auf Vorrat ein, aber Hackbällchen sind so gar nicht meins und die von IKEA gar nicht so schlecht. Aber natürlich habe ich im Anschluss auch noch ein japanisch angehauchtes Rezept für selbstgemachte Fleischbällchen für euch :)

Aber es ist nun mal die "Küchenmumien-Challenge": Was tun mit den übriggebliebenen Fleischbällchen in der TK, wenn einfach kein Appetit auf Tomatensauce vorhanden ist? Eine kurze Suche in meiner Nachkochliste förderte ein tolles Rezept zu Tage: Teriyaki-Fleischbällchen! Das Rezept stammt von einem englischsprachigen Foodblog namens Damndelicious, die sich die Inspiration von Budgetbytes geholt hat. Ich habe mir beide Rezepte angeschaut und quasi ein "bestes aus beiden Welten" gemacht. Nur beim "packed brown sugar" bin ich komplett eigene Wege gegangen und auf meinen geliebten Demerara-Zucker ausgewichen (Rohrohrzucker aus großen Kristallen, bekomme ich als Fairtradeprodukt bei CITTI), und die Menge des Stärkemehls habe ich ebenfalls verändert.

Natürlich kann man auch gekaufte Teriyaki-Sauce benutzen. Aber mal ehrlich: Wer gern Speisen aus dem asiatischen Raum isst, hat Sojasauce im Haus und der Rest findet sich meistens ebenfalls schnell an. Wenn die Fleischbällchen schon gekauft sind .. *hüstel* Da ich finde, dass die Sauce ganz großartig von Nudeln aufgesaugt werden, habe ich dazu die japanischen "Soba"-Buchweizennudeln gereicht. Diese Nudeln werden aus dem Mehl der Körner des Buchweizens hergestellt und bieten im Gegensatz zu simpeln Eiernudeln viele Proteine (Eiweiß) und Vitamin B. Geht aber sicher auch prima mit Reis oder einem frischen Salat.

Teriyaki Meatballs auf Soba-Nudeln




Zutaten

2 EL Speisestärke
100 ml Wasser
60 ml Sojasauce
55 g brauner Zucker (Demerara oder anderer Rohrzucker)
1 TL Reisweinessig
1 TL Ingwer-Knoblauchpaste 
(alternativ: 1/2 TL fein gehackten Ingwer und 1/2 fein gehackte Knoblauchzehe) 
250 ml Wasser
2 EL Honig
1 Frühlingszwiebel
1 EL Sesam
2 EL Sesamöl, dunkel
1 Packung Soba-Nudeln (japanische Buchweizennudeln)


Zubereitung

In einer kleinen Schüssel Speisestärke und Wasser vermengen und zur Seite stellen. In einem kleinen Topf die Sojasauce, Zucker, Ingwer, Reisweinessig, Knoblauch, Wasser und Honig verrühren und zum Kochen bringen. Dabei fleißig rühren, damit der Zucker sich auflöst.

Zeitgleich in einer weiten Pfanne ein wenig dunkeles Sesamöl erhitzen und die TK-Fleischbällchen (oder die selbstgemachten, Rezept kommt gleich!) rundherum anbraten. Die Hitze herunterdrehen und garen lassen. Herdplatte Nr. drei wird derweil für die Nudeln gebraucht: In einem weiteren Topf Wasser für die Soba-Nudeln aufsetzen und nach Packungsanleitung kochen, ca. 5 Minuten.

Wenn die Flüssigkeit im kleinen Topf blubbert, esslöffelweise das Stärke-Wasser-Gemisch unterrühren und aufkochen lassen. wenn die Sauce etwas zäher vom Löffel reißt, ist sie soweit. Dann die Sauce zu den Fleischbällchen in die Pfanne geben und ein wenig den Geschmack annehmen lassen. Die Nudeln abgießen und in tiefe Teller oder Schüsseln geben, mit den Teriyaki-Hackbällchen anrichten.

Die guten Teile der Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden und gemeinsam mit dem Sesam über die Hackbällchen streuen.



Japanische Fleischbällchen


Zutaten

500 g Gehacktes, Halb & Halb
30 g Pankomehl (alternativ: Paniermehl)
1 Eigelb
1 Frühlingszwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehen, am besten die konfierten
1/2 EL Ingwer, fein gehackt
(alternativ 1 EL Ingwer-Knoblauch-Paste)
1 TL Sojasauce
Pfeffer zum abschmecken (ca. 1/4 TL)

Zubereitung

Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Alle Zutaten in einer großen Schüssel vermengen, zum Beispiel mit einem Holzlöffel. Das Pankomehl gibt es zum Beispiel im Asia-Laden, es sogrt für einen schöneren Crunch, deshalb kann ich es wirklich sehr empfehlen. Paniermehl funktioniert für die Bindung aber genauso gut.

Ein Backblech mit Papier oder einer Backmatte auslegen und die Hackmasse zu ca. 20 kleinen Fleischbällchen formen. Die Bällchen auf dem Backblech für ca. 25 Minuten backen, bis sie komplett durchgegart sind. Diese Bällchen lassen sich nach dem Abkühlen prima einfrieren und stehen dann ebenfalls für spontane Hackbällchen-Gelage zur Verfügung.

Guten Appetit!


Donnerstag, Dezember 25, 2014

Küchenteufel mischt Schokolade & Alkohol: Cuarenta y Tres - Trüffel

Yum
Einige Leute werden sich jetzt verwundert die Augen reiben: "Sagt sie nicht immer, dass sie die Kombination von Schokolade & Alkohol ganz scheußlich findet?". Ja, das stimmt. Sagt sie. Und das ist auch so. Man macht mir keine Freude, wenn man mir Pralinen mit Kirschwasser oder Schokotafeln mit Williams Christ Birne schenkt. Überhaupt nicht. Allein der Gedanke, durch eine knackige Schokoschicht zu beißen und dann alkoholische Flüssigkeit in den Mund zu bekommen, verursacht bei mir ein innerliches Schaudern. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit haben sich gücklicherweise viele Freunde und Kunden daran gehalten und mir viele tolle kulinarische Geschenke bereitet, über die ich mich durch die Bank weg sehr gefreut habe.

Doch keine Regel ohne Ausnahme, und so habe ich bei Alice im kulinarischen Wunderland dieses Rezept für Schokotrüffel mit Likör 43 gefunden, die mich direkt angesprochen haben. Denn diesen Likör, am liebsten schlicht auf Eiswürfeln mit jeder Menge Milch finde ich wirklich sehr lecker und ich musste zumindest ausprobieren, ob die Kombi "Schokolade & Alkohol" ein generelles "no-go" für mich ist, oder es einfach von der Art und Weise des Angebots abhängt. Also habe ich mir Alices Rezept für meine Zwecke umgewandelt und ausprobiert. Ich will euch gar nicht lang auf die Folter spannen: Die Regel HAT eine Ausnahme gefunden und deshalb präsentiere ich euch heute eine tolle Möglichkeit, ein kleines, aber hochwertiges Geschenk aus der Küche als Mitbringsel - oder natürlich zum selbst genießen, gar keine Frage!

Die Gretchenfrage lautet eigentlich nur, was besser schmeckt: Kokosraspel oder Kakao? Ich sage ganz offen - ich nehm´ sie beide :) Deshalb habe ich auch beide Sorten im Rahmen der Aktion "Post aus meiner Küche" an mein Wichtelchen Nadine geschickt.

Cuarenta y Tres - Trüffel

 



Zutaten

100 ml Sahne
70 g Butter
100 g weiße Kuvertüre
200 g Vollmilchkuvertüre
3 EL Licor 43*(Cuarenta y Tres)
Kokosraspel / Kakaopulver

Zubereitung

Die Sahne in einem kleinen Topf auf den Herd stellen und zum kochen bringen. In der Zeit die Kuvertüre hacken - dafür kommt bei mir wieder einmal der Gemüseschneideraufsatz der Kitchen Aid zum Einsatz. Schokolade und Butter in die kochende Milch geben, schmelzen lassen. Die Hitze herunterdrehen und den Likör einrühren. Alles gut miteinander vermischen und die Masse 2 - 3 Stunden kalt stellen, bevor sie weiter verarbeitet wird. Da es sein kann, dass sich die Butter etwas absetzt, nach einer Stunde noch einmal kräftig umrühren.

Eine ausreichende Menge Kokosraspel in eine kleine Schüssel geben, Kakaopulver in die andere. Die Trüffelmasse sollte jetzt fester, aber noch formbar sein. Mit einem Teelöffel kleine haselnussgroße Mengen der Trüffelmasse abstechen und mit kalten Händen schnell zu kleinen Kugeln formen. Die Hälfte der Kugeln die Schüssel mit den Kokosraspeln geben und dort fröhlich ein wenig "tanzen" lassen, bis sie gut mit den Raspeln bedeckt sind. Die andere Hälfte in das Kakaopulver (Backkakao, kein Kaba o.ä.) geben und dort wälzen.

Ich empfehle, immer 4 - 5 Kugeln zu formen, in die Kokosraspel / Kakaopulver zu geben und danach die Hände kurz mit kaltem Wasser abzuwaschen. So schmilzt die Trüffelmasse nicht direkt in den Handflächen. Andere schwören auf Kühlpäckchen, die zwischendurch in die Hände genommen werden.

Die fertigen Pralinen in kleine Minimuffin- oder Pralinenmanschetten legen und dann gut verpacken. Bis zur Verwendung möglichst kühl aufbewahren. Über die Haltbarkeit bei frischen Lebensmitteln kann man nur schwer Aussagen treffen, aber je sauberer ihr arbeitet, desto länger habt ihr etwas davon. Innerhalb von 2 Wochen sollten die Trüffel allerdings schon aufgegessen werden - wenn sie denn überhaupt so lange halten :)

Guten Appetit!


Samstag, Dezember 20, 2014

Der 1000. Blogartikel - Gastbeitrag: "Alex´ Tom Kha Gai Suppe"

Yum
2005 ging mein erster Blogbeitrag online. Ihm folgten bis dato 998 weitere. Warum hatte ich überhaupt damit begonnen, Dinge ins Internet hineinzuschreiben? So ganz genau weiß ich es selbst nicht mehr. Bereits zehn Jahre lang war ich dank AOL 3.0 und eigenem Telefonanschluss in meinem Kinderzimmer in Preetz in Foren zu diversen Themen unterwegs, zoffte mich auf Politikplattformen wie dol2day und sammelte meine Erfahrungen mit Mailinglisten und Chats. Warum nun das Blog? Ich weiß genau, wie mir Jens vom Pottblog auf ICQ sagte: "Ich zitiere Dich gerade mal wieder. Ichwürde ja gern dazu schreiben, dass das von Dir kommt, aber man kann Dich ja gar nicht verlinken!" Okay, also ein eigenes Blog - mit ziemlich wechselhafter Geschichte. Da stehen fleißige Jahre mit 276 Beiträgen (2006) dem mit 30 Beiträgen ziemlich mageren Jahr 2012 gegenüber. Aber irgendwie war immer ein klein wenig was los aufm Blog, oder?

Nun also der 1000. Blogbeitrag. Das passiert ja nur einmal, und deshalb sollte etwas Besonderes her. Ein Gastbeitrag von jemandem, der mir viel bedeutet. Der genauso wie ich im Internet lebt, versteht, wie ich bin und wie mein Blog tickt, das ich nach vielen Richtungsänderungen in all den Jahren (Fußball, Politik, Katzen...) nun größtenteils als Foodblog betreibe. Der mich beim Kochen und Backen genauso unterstützt wie bei politischen Diskussionen oder wenn ich meine Fußballmannschaft zum Sieg schreie. Und da muss ich weder besonders lang, noch besonders weit suchen. Denn wer einfach immer präsent ist, sowohl virtuell, als auch im realen Leben, ist Alex. Die andere Hälfte des "geekigen Hipsterpärchens" (Zitat aus unserem Umfeld), der Katzenpapa von Maurice & Milton und schon länger an meiner Seite als dieses Blog. Der hat mir als Gastbeitrag zum 1000. Blogbeitrag passend zum aktuellen Thema "Kieler Küchenteufel" auch tatsächlich ein Rezept mitgebracht, dass ich euch nur wärmstens ans Herz legen kann ... und wer weiß? Vielleicht finden sich auf seinem Blog "Der Brüsseler" demnächst häufiger mal Rezepte :)

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Moin!


Im Winter sind Suppen etwas herrliches und wenn man etwas verschnupft ist, gilt die Hühnersuppe als ideales Hausmittel um dem drohenden Schnupfen ein Schnippchen zu schlagen. Statt der klassischen Hühnersuppe bevorzuge ich die thailändische Variante Tom Kha Gai. Die thailändische Hühnersuppe besteht üblicherweise aus Kokosmilch, Thai-Ingwer, Kaffir-Limette, Zitronengras, Thai Chili, Koriander, Austernpilze, Huhn, Fischsauce und Limettensaft. Während man selbst exotischere Zutaten wie Kokssmilch, Austernpilze und Fischsauce bei uns in Kiel inzwischen in jedem gut sortierten Supermarkt finden kann, muss man für Kaffir-Limettenblätter und Zitronengras meist einen Asialaden aufsuchen. Wir gut, dass wir einige davon haben. Hier mein Rezept mit der kompletten Zutatenliste:

Alex´ Tom Kha Gai Suppe




Zutaten

350 g Hühnerbrustfilet
1 EL Sesamöl (zum anbraten) 
1 Liter Gemüsebrühe

2 Thai Chilischoten 
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 cm Ingwer, fein gehackt (alternativ: 2 Esslöffel Ingwer-Knoblauchpaste)
5 Kaffir-Limettenblätter
2 Stängel Zitronengras (eingelegt)

½ Schnapsglas Limettensaft
1 Dose Bambussprossen (fein)
500 ml Kokosmilch
1 TL Korianderpulver
3 EL Sojasauce 
4 EL Fischsauce
200 g Austerpilze

Garnieren mit fein geschnittenen Frühlingszwiebeln und ggf. Korianderblättern

Zubereitung

Hat man die Herausforderung gemeistert, im Asia-Laden auch wirklich nur die benötigten Dinge einzukaufen, kann man mit der Zubereitung der Tom Kha Gai Suppe beginnen. Als erstes kümmert man sich um das Huhn: Das Hühnerbrustfilet wird pariert, in feine Streifen geschnitten und in etwas Sesamöl scharf angebraten, dann beiseite gestellt.

Als nächstes setzt man einen Liter Gemüsebrühe auf, geeignet sind zuvor vorbereitete Fonds oder einfach die Bio-Variante aus dem Glas ohne Hefeextrakt und Co. In der Zwischenzeit Chilis, Ingwer und Knoblauch fein hacken und zusammen mit dem Zitronengras und den Kaffir-Limettenblättern in die kochende Brühe geben. Das Ganze mit dem Zitronensaft, der Fischsauce, der Sojasauce und dem Korianderpulver würzen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Die Austernpilze putzen, zusammen mit Bambussprossen und Kokosmilch hinzugeben, die Flüssigkeit ein wenig reduzieren lassen und mit etwas Pfeffer, Salz und Zucker abschmecken. Das gebratene Hühnerfleisch hinzufügen und ca. fünf Minuten auf kleiner Flamme weiterköcheln lassen. Die Suppe wird am besten in einer Suppenschüssel angerichtet und mit frischem Koriander und fein geschnittenen Frühlingszwiebeln garniert. 

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Das war also Blogbeitrag Nr. 1000. Hat ein wenig gedauert, aber die Suppe lohnt sich wirklich - bei diesem nasskalten Wetter wärmt sie von innen richtig durch!

Guten Appetit!

Freitag, Dezember 12, 2014

Küchenteufels Backwerk: Schoko-Kokos-Rauten

Yum
Eigentlich wollte ich Kekse backen. Gehört sich ja so, in der Adventszeit. Aber welche? Irgendwie ist jedes klassische Keksrezept bereits verbloggt worden (böse Zungen würden sagen: "aber noch nicht von jedem", deshalb sieht man auch immer wieder dieselben). Also habe ich mich auf die Suche nach neuen Inspirationen gemacht. Im Adventsheftchen der "Lecker" habe ich "Kokos-Schokoladen-Würfel" gesehen, die mich direkt angelacht haben. Sind zwar keine Plätzchen, aber hey! ich hab endlich mal wieder etwas gebacken :) Ich habe mir das Rezept als Inspiration geschnappt und hier und da bei den Zutaten etwas verändert, verringert, ergänzt, bis es so geschmeckt hat, wie ich es mir vorgestellt habe. Herausgekommen sind meine Schoko-Kokos-Rauten, die nicht wie Brownies schmecken, auch wenn sie so aussehen, sondern durch den Kokosanteil einen tollen Crunch bekommen haben. Ich wünsche euch viel Spaß beim nachbacken!

Schoko-Kokos-Würfel

 



Zutaten

120g Butter
175g Zucker
1 TL Vanilleextrakt
1 Ei

2 EL dunkler Kakao
100g Mehl (Typ 550)
0,5 TL Backpulver
40g Kokosraspel

2 EL dunkler Kakao
100g Puderzucker
3-4 EL Wasser
1 EL Butter
2 EL Kokosraspel

Zubereitung

Den Backofen auf 175°C vorheizen und eine quadratische Backform (20x20cm) mit Öl aussprühen oder mit Backpapier auslegen. Ich habe mir eine Mischung aus Sonnenblumen- und Rapsöl in eine Flasche mit einem Zerstäuber gefüllt, damit kann man auch super gering dosiert Öl in einer Pfanne verteilen. Sehr empfehlenswert!

Die Butter erhitzen, bis sie sich verflüssigt hat, und gemeinsam mit dem Zucker, Vanilleextrakt und einem Ei mit dem Schneebesen der Küchenmaschine (oder dem Handrührgerät) so lange verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Masse heller geworden ist.

In einer weiteren Schüssel 2 EL Backkakao (NICHT Kaba o.ä.), Mehl und das Backpulver kräftig vermischen. Am besten durch ein feines Sieb streichen oder in ein Mehlsieb geben. An der Küchenmaschine den Schneebesen gegen den Flachrührer austauschen und die gesiebte Mehl-Mischung löffelweise unterrühren. Die Kokosraspel dazugeben und nur kurz weiterrühren.

Der Teig ist relativ zäh, deshalb habe ich mir angewöhnt, ihn bällchenweise in der Form zu verteilen und dann glattzustreichen. Ca. 20-25 Minuten backen - jeder Backofen ist anders, deshalb nach 20 Minuten den Ofen beobachten.

Den restlichen Kakao mit dem Puderzucker vermischen und zwei Mal durch ein feines Sieb streichen. Einen Esslöffel weiche Butter dazugeben und nach und nach Wasser unterrühren, bis der Schoko-Zuckerguß (neudeutsch: "das Frosting") klumpenfrei, aber immer noch zäh ist. Auf dem noch warmen Kuchen verteilen und glattstreichen, mit den restlichen Kokosraspeln bestreuen. In Rauten oder Würfel schneiden und an einem möglichst kalten Ort abkühlen lassen.

Montag, Dezember 08, 2014

Küchenteufel gratuliert mit Sesamhackbällchen

Yum
Ich hatte ja schon mal erzählt, dass ich als "guten Vorsatz" vorgenommen habe, häufiger an Blogparaden und Blogevents teilzunehmen. Ein festes Datum sollte mich dazu bringen, punktgenauer zu bloggen - und euch nebenbei einige tolle Blogs nahezubringen. Diejenigen, die das Event organisieren und auch diejenigen, die daran teilnehmen. Leider habe ich ein sehr wichtiges Blogevent verpasst, und das ärgert mich deswegen so sehr, weil "Insane in the kitchen" auf vielen Ebenen etwas Besonderes für mich ist. Ersteinmal ist unglaublich, dass Sibel in gerade mal einem Jahr ein so hochprofessionelles, und gleichzeitig herzliches und persönliches Foodblog auf die Beine gestellt hat. Dann ist mir der Mensch hinter dem Blog in den letzten Monaten auch noch sehr ans Herz gewachsen uuuuund wir haben ein Date: 2087 werden wir auf eine Bloggerreise auf den Jupiter eingeladen, um die dortige Käseproduktion zu begutachten. Weil wir dann die großen Blogstars mit der Mega-Reichweite sind :)

Okay, weg von den Insiderwitzen, die wahrscheinlich nur wir selbst total komisch finden, zurück zum Blogevent: "Der Sultan lädt zum Festmahl" hieß es im November, und wir waren eingeladen, orientalische Speisen als eine Art "virtuelles Geburtstagsgeschenk" zu erdenken. Und auch wenn der November und die dazugehörige Verlosung (jaa, bei Sibel bekommen die anderen Geschenke!) längst vorbei sind, möchte ich noch nachträglich sehr herzlich zum ersten Bloggeburtstag gratulieren. Fühl´ Dich quer durch die Republik ganz herzlich gedrückt!

Und gekocht habe ich auch, und zwar mit reichlich Gewürzen und Sesam. Das sind für mich zwar in erster Linie indische Zutaten, aber so generös, wie ich heute so drauf bin, rechne ich das mal ebenfalls der orientalischen Küche zu. Das Lammhack habe ich auch passend zum Thema im Kieler "Sultan-Markt" gekauft. Und nun los: Möge der Sultan meinen bescheidenen Beitrag zum Festmahl ansprechend genug finden!

Sesam-Lammhackbällchen mit scharfer Sauce




Zutaten

für die Lammhackbällchen:

500 g Lammhack
1 rote Zwiebel, fein gehackt
1 Ei
3 EL PANKO Panade (alternativ: 4 EL Paniermehl)
Salz, Pfeffer, Paprika de la Vera
weißer und schwarzer Sesam (ca. 3/4 zu 1/4 gemischt)


für die scharfe Sauce:

5-6 große Tomaten (alternativ: eine Dose ganze Tomaten)
1 rote Zwiebel, gehackt
1 TL Ingermus (alternativ: 1 TL fein gehackten Ingwer)
Pul Biber , Sambal Oelek,  Ras el hanout


Zubereitung

Vorweg: Das Lammhackfleisch hole ich mir im türkischen Supermarkt. Nicht nur dafür, sondern auch für viele andere leckere Zutaten zu zivilen Preisen lohnt es sich, dort immer mal wieder vorbeizuschauen. Wer kein Lamm bekommt, kann natürlich auch Rinderhack benutzen. Das Pankomehl bekommt man zum Beispiel im Asia-Laden, es ist gröber und gibt einen tollen Crunch-Effekt. Wer keins bekommt oder auf den Effekt verzichten möchte, nimmt einfaches Paniermehl zur Bindung. Die konfierten Knoblauchzehen sind meiner Meinung nach ja ein must-have in der Küche ;), doch auch hier funktioniert es problemlos, die Knoblauchzehen ganz fein zu hacken bzw. zu pressen.

Jetzt geht es los mit den Hackbällchen - dafür alle oben gelisteten Zutaten außer dem Sesam in einer Schüssel miteinander vermengen. Bei der Würzung habe ich nur einen Vorschlag für euch - man kann natürlich viele andere tolle Gewürze in die Hackmasse einarbeiten. Die gewürzte Masse zu kleinen Bällchen formen. Die beiden Sesamsorten in einer kleinen Schüssel vermischen und die Bällchen darin wälzen. Mit den Händen die Sesamsaat noch etwas fester drücken. In einer weiten Pfanne genügend Öl erhitzen und die Bällchen bei mittlerer Hitze ca. 10 - 12 Minuten rundherum anbraten. Bis zur weiteren Verwendung am besten im Backofen warm halten.

Für die Sauce die Zwiebel kleinschneiden und in einem kleinen Topf mit etwas Öl anbraten. Knoblauch und Ingwer dazu geben. Tomaten putzen und kleinschneiden, mit einem TL Sambal Oelek in den Topf geben und bei kleiner Hitze köcheln lassen. Jetzt kommt der Clou: Mit tollen Gewürzmischungen wie Ras el hanout und Pul Biber kann man dem Dip eine schöne orientalische Note geben.

Die Sesamlammhackbällchen mit der Sauce servieren.

Guten Appetit!


Ich wünsche der Sultanine noch einmal nachträglich alles Liebe und Gute zum ersten Bloggeburtstag und ich hoffe, wir sehen uns recht bald wieder. Bis dahin sehen wir und weiterhin virtuell! <3 Und ihr Leser solltet dringend mal bei "Insane in the kitchen" vorbeischauen, da gibt es zahlreiche Leserbeiträge zum Thema zu bestaunen.


Freitag, Dezember 05, 2014

Küchenteufels Küchenmumien-Challenge: Bratapfelschnaps / Bratapfellikör

Yum
Vielen Dank für die Resonanz bei Facebook, Google+ und Twitter zur "Küchenmumien-Challenge"! Einige von euch kannten den Begriff tatsächlich noch nicht und den einen oder anderen habe ich dazu gebracht, meine Rezepte nachzumachen. Das freut mich am meisten! :)

Die "Challenge", in fünf Beiträgen fünf "Mumien" zu verarbeiten, ist erfolgreich beendet, aber ich fördere regelmäßig neue Produkte zutage, die ich vor Ewigkeiten mal für ein interessantes Rezept auf der Nachkochliste gekauft und dann vergessen habe. Deshalb möchte ich diese Reihe gern weiterführen - vielleicht schaffe ich es ja einmal in der Woche?! Auf jeden Fall ein guter Foodblog-Vorsatz für das neue Jahr. Und dann fangen wir doch auch gleich damit an: Es wird alkohollastig *hicks*

In der großen "Backzubehör-Dose" befand sich eine angebrochene Packung Sternanis. Da Anis so gar nicht mein Fall ist, musste ich wirklich grübeln, warum ich die einmal gekauft habe und was ich mit dem Rest anstellen sollte. Aber das ist ja der Spaß bei der "Küchenmumien-Challenge" :)

Derzeit werde ich von Freunden meiner Mutter mit vielen Äpfeln aus dem eigenen Garten versorgt. Neben Apfelkuchen und Apfelmus suchte ich nach einer weiteren Verwendung und erinnerte mich daran, vor Jahren mal einen Bratapfellikör angesetzt zu haben. Eine gute Gelegenheit, einen saisonalen Artikel zu konservieren und immer ein gutes Mitbringsel parat zu haben.

Bratapfellikör

 


Zutaten

7 - 8 "Herbstäpfel" aus dem Garten (z.B. Boskop)
250 g brauner Rohrzucker
2 Flaschen Korn (1,5l Alkohol, kann auch Wodka o.ä. sein)
1/2 Sternanis
1 Vanilleschote, einmal längs eingeschnitten
1 Zimtstange

Zubereitung

Die Äpfel waschen, mit einem Ausstecher entkernen und bei 180°C ca. 20 - 25 Minuten in den Backofen stellen. Auskühlen lassen und die Äpfel im Anschluss vierteln.

Den Korn und den Zucker in ein großes, gut verschließbares Glas geben (ich benutze die bauchigen Bügelgläser von IKEA) und kräftig umrühren, bis sich der Zucker zu einem großen Teil aufgelöst hat. Eine Sternanis teilen, eine Vanilleschote längs aufschlitzen und beides gemeinsam mit der Zimtstange in das Glas geben. Die Apfelviertel ebenfalls hinzugeben und das Glas schließen.

Mindestens vier, besser sechs Wochen stehen lassen. Wer neugierig ist, kann ab und zu mal "probieren", aber der richtig gute und "likörige" Geschmack tritt erst nach ausreichender Wartezeit auf. Am Ende der Zeit die Äpfel und Gewürze herausnehmen und den Likör durch ein feinmaschiges  Sieb abseihen.

In hübsche Flaschen abfüllen und verschenken oder selbst genießen. Sollte der Alkohol zu stark herausschmecken, kann man den Likör behutsam mit Apfelsaft "strecken". Das passierte vor allem denen, die schon nach vier Wochen zugriffen, kann aber je nach Apfel- und Alkoholsorte mal passieren.

Mittwoch, Dezember 03, 2014

Küchenteufels schnellstes Dessert: Weiße Schokoladencreme mit Himbeeren

Yum
Nicht erst, seitdem ich darüber blogge, bringe ich gern Essen mit zu Veranstaltungen. Folgender Dialog ist seit Jahren ein Klassiker auf meinem Mobiltelefon: "Bist Du am Samstag auf meiner Party dabei?" - "Ja, klar." - "Magst Du was zu essen mitbringen?"

Wenn es so richtig schnell gehen soll und ich nicht die obligatorische Mousse au Chocolat mitbringen will, gibt es eigentlich nichts besseres als diese Joghurtcreme mit weißer Schokolade und Obst. Sie besteht eigentlich nur aus drei Basiszutaten: Schokolade, Joghurt und Obst. Dazu hier und da kleine Abwandlungen beim "abschmecken". Fast zu simpel, um sie zu verbloggen, denke ich immer wieder, aber nun wurde ich schon so häufig danach gefragt, dass ich einfach nur noch auf mein Blog verweisen will. Wer also eine Alternative zum klassischen Schichtdessert aus Himbeeren, Mascarpone und Baiser sucht, sollte hier zugreifen!

Weiße Schokoladencrème mit Himbeeren




Zutaten

500 g weiße Schokolade
500 g Vollmilchjoghurt (3,5 % oder mehr)
ca. 700 g TK Himbeeren (oder Obst nach Wunsch)

zur Verfeinerung (optional):
1/4 Tonkabohne
etwas Zitronensaft oder Zitronenabrieb

Zubereitung

Die Schokolade in kleine Stücke brechen und im Wasserbad langsam schmelzen. Den Joghurt in eine Schüssel geben und wer es ein wenig feiner mag, sollte mit einer kleinen Reibe ca. 1/4 Tonkabohne hineinreiben. Die gibt es jetzt nicht mehr nur in der Apotheke oder im Versandhandel, sondern bei den Backzutaten z.B. bei Edeka. Einen Schuß Zitronensaft oder noch besser einige feine Zesten einer Biozitrone unterrühren. Die Himbeeren auslesen und einige schöne Exemplare als Deko zur Seite legen.

Nach und nach die Schokolade unter den Joghurt rühren. So passt sich die Temperatur der Schokolade dem Joghurt an. Alles gut miteinander verrühren und eine erste Schicht der Crème in eine Servierschüssel geben. Danach abwechselnd Himbeeren und Crème schichten, mit der Crème enden. Mit Himbeeren und ggf. einigen Schokoelementen wie weißen Schokosplittern o.ä. (ich bin kein Dekomensch) dekorieren.

Wenn man ein Essen zu Hause plant, sollten Crème und Früchte direkt in Dessertgläser geschichtet werden, das macht beim Servieren mehr her :) Mit Klarsichtfolie abdecken und bis zum Verzehr kühl stellen. 

Vorsicht: Wenn man zuviel von der Tonkabohne nimmt, schmeckt das Dessert nur noch danach. Wer sich unsicher ist, läßt sie lieber weg!

Guten Appetit!

Donnerstag, November 27, 2014

Blogparade: Thanksgivingbeilage Rosenkohl mit Bacon und Cranberries

Yum
Cranberries (zu deutsch: Moosbeeren) benutze ich eigentlich in erster Linie zum backen. Mit Haferflocken in Keksen, als etwas herbere Zutat in Scones ... es gibt tolle Verwendungsmöglichkeiten. Für mich sind sie ein guter Ersatz für Rosinen, die ich einfach nicht leiden mag. Aber kann man die Cranberry (teilweise "Kranbeere" genannt) auch "in herzhaft" verwenden?
Gabi von USA Kulinarisch rief passend zum heutigen amerikanischen Erntedankfest (Thanksgiving) zu einer Cranberry-Blogparade und ich dachte mir, dass dies eine gute Gelegenheit wäre, mal zu zeigen, dass diese Beere, die auch viele positive Eigenschaften für die Gesundheit bietet, auch in einer herzhafte Beilage zum sonntäglichen Festtagsbraten eine gute Figur macht.

blogparade_cranberries_quer 


Dazu habe ich mir den Rosenkohl ausgesucht und Robert Irving hatte da eine tolle Idee, die ich mir für meine Zwecke abgewandelt habe. Rosenkohl ist nämlich ebenfalls sehr gesund, bietet viel Zink, Vitamin C und Vitamin K, bei vergleichsweise wenig Kalorien. Als "Brussels Sprouts" liegen sie mir auch vom Namen her sehr nah - kommt der Mann doch gebürtig aus Brüssel. Verfeinert mit Bacon - der sollte bei all den anderen gesunden Komponenten ja kein Problem sein ;) - und den Cranberries kann man von dieser Beilage fast gar nicht genug bekommen! Ich wünsche euch viel Spaß mit diesem Rezept und springe damit hoffentlich in den Lostopf für die Blogparade USA Cranberries!

 

 Rosenkohl mit Bacon und Cranberries 

 



Zutaten 

2 kg Rosenkohl
1 TL Natron
6 Scheiben Frühstücksspeck / Bacon
(ca. 120g)
1 rote Zwiebel
1 EL Butter
50 ml Rotweinessig
2 EL brauner Rohrzucker
etwas Muskatnuss
120 g getrocknete und frische Cranberries
Salz, Pfeffer


Zubereitung

Den Frühstücksspeck kross anbraten, auf einem Teller mit Papiertuch vom überschüssigen Fett befreien und abkühlen lassen. Mit den Händen in grobe Stücke zerbröseln.

Den Rosenkohl waschen, von den Strünken und ggf. angegriffenen Blättern befreien, unten einkreuzen. In kaltem Salzwasser einige Minuten einlegen (damit verschwindet auch das letzte unerwünschte Tierchen aus dem Gemüse). In einem weiten Topf mit reichlich kochendem Salzwasser und einem TL Natron - gegen die blähende Wirkung des Kohls - ca. 12 bis 15 Minuten garen. Einen kleinen Kopf herausholen und testen, ob die gewünschte Konsistenz erreicht wurde, sonst noch 5 Minuten nachlegen. Wer die Möglichkeit eines Dampfgarers hat, sollte diese nutzen. Ich habe einen Siebeinsatz im Dampfkochtopf, wo ich den geputzten Rosenkohl hineinlege. Unten köchelt das Wasser und gart so auf schonende Weise das Gemüse.

Die fein gehackten Zwiebeln im Baconfett in der Pfanne braten. Ggf. einen Esslöffel Butter hinzufügen. Wenn die Zwiebeln glasig werden, den Rotweinessig und den Zucker hinzugeben und alles ein wenig einköcheln lassen.

Den Rosenkohl abgießen und zu dem Zwiebel-Rotweinessig-Sud in die Pfanne geben. Einen EL Butter, die Baconstücke und die Cranberries dazugeben, etwas frische Muskatnuss darüber reiben. Wer mag, kann mit etwas grob gemahlenem Pfeffer noch ein wenig nachwürzen. Alles in der Pfanne schwenken und als Beilage servieren.

Guten Appetit!


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Küchenteufels Küchenmumien-Challenge: Tortilla Muffins

Yum
Die "Küchenmumien-Challenge" geht auf die Zielgrade! Zu den Dingen, von denen ich mir wirklich nicht erklären kann, wie sie in meinen Vorratsschrank geraten sind, die aber nun verarbeitet werden sollen, gehörte auch eine Dose "Bonduelle Goldmais Bunter Mix". Ich habe wirklich einen Horror vor Erbsen & Möhren aus der Dose, und genau die sind in dieser Dose zum Mais gemischt worden. Ich war zunächst etwas ratlos, doch dem Freund kam die Erleuchtung, was wir vor gefühlt "ewigen Zeiten" damit schon mal gemacht haben: "Tortilla Muffins"aus der e&t, nach unserem Geschmack abgewandelt.

Eine spanische Tortilla besteht bekanntermaßen aus Kartoffeln, Eiern und Gemüse, dick geschichtet und gut abgeschmeckt. Ich habe einige Jahre im International Center der Uni Kiel gearbeitet und dort regelmäßig die Gelegenheit genutzt, ausländische Studierende zu ihren Kochgewohnheiten zu befragen. Gerade bei der spanischen Tortilla scheint es, als wenn quasi jeder Landstrich sein eigenes "Originalrezept" hat - unter dem Strich blieb für mich der Eindruck, dass jede spanische Hausfrau scheinbar alles hineinwirft, was gerade so da ist. Diesen Umstand machte ich mir nun mit der Dose Gemüsemix zu nutze und erstellte mit Kartoffeln, zahlreichen frischen Eiern und gut gewürzter spanischer Wurst einen Teig, der gut abgeschmeckt in Silikonmuffinförmchen wanderte. Das Ergebnis hat uns gut gefallen. Ein prima Mitbringsel für das nächste Buffet - und natürlich kann man die "Küchenmumie" problemlos durch frisches Gemüse ersetzen :)

Tortilla Muffins

 


Zutaten

1 Dose Bonduelle Bunter Mix
400 g Kartoffeln, in der Schale gekocht

4 Eier (Gr. L)
100 ml Milch
Salz, Pfeffer, Paprikapulver, wenig Muskat, ggf. Piment d´Esplette für etwas Schärfe
3 Schalotten, gewürfelt
2 Knobauchzehen, konfiert
100 g spanische Salami (Chorizo), gewürfelt

Zubereitung

Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Muffinbackblech mit Silikonförmchen auslegen.

Die Gemüsedose öffnen und in einem kleinen Sieb ausgießen lassen - bzw. ca. 350g gemischtes frisches Gemüse zurechtlegen. Die Möhren herausholen und grob zerkleinern. Die gekochten Kartoffeln schälen mit einem Messer grob zerteilen. Gemüse und Kartoffeln in einer Schüssel vermischen.

Die Eier in einer mittelgroßen Schüssel aufschlagen, Milch und die Gewürze hinzufügen. Ruhig etwas kräftiger abschmecken, die Kartoffeln saugen reichlich auf. Die gewürfelten Schalotten, die weichen Knoblauchzehen (oder kleingehackt) und die Salami unter die Eier-Milch-Mischung rühren. Für mehr Aroma kann man die Schalotten und die Chorizo in einer kleinen Pfanne in etwas Öl anbraten und dann erst zur Mischung geben. Etwas mehr Zeitaufwand, aber ein großes Geschmacksplus!

Den Inhalt beider Schüsseln zusammengeben und mit zwei großen Löffeln grob vermischen. Dann mithilfe der Löffel alles in die Muffinförmchen geben. Die in der Schüssel zurückbleibende Flüssigkeit bis zum Rand in die Förmchen einfüllen (Teig geht nicht auf).

In den vorgeheizten Backofen geben und ca. 30 Minuten backen.

Tipp: Ich rate von Papiermanschetten ab - die Masse ist sehr nass und das Papier geht nur schwer ab. Wer keine Silikonförmchen hat oder will, sollte das Muffinbackblech kräftig einölen, um die Mini-Tortillas im Anschluss unfallfrei aus den Mulden zu bekommen. Wie auf dem Bild oben zu sehen, habe ich für jede Mulde zwei Papiermanschetten benutzt (die Silikonförmchen sind gerade außerhäusig unterwegs).

Guten Appetit!


Montag, November 24, 2014

Küchenteufels kleine Helfer: Der Kitchen Aid Gemüseschneider

Yum
Nachdem sich schon vor einiger Zeit mein Wunsch nach einer Kitchen Aid Küchenmaschine erfüllte, musste nun langsam auch das Zubehör her. Dieser Kitchenaid MVSA Gemüseschneider* war nun der erste Kauf und ich war sehr gespannt, was mich erwartete.

Ich gebe zu: Ich hatte mir das Zubehör etwas hochwertiger vorgestellt und war etwas enttäuscht vom plastikartigen Aufsatz. Wenn man jedoch bedenkt, dass das Gerät vorn an die Kitchen Aid aufgesetzt wird, ist es wohl besser, wenn das Material leicht ist. Die Trommeln für die unterschiedlichen Gemüsearten lassen sich leicht einsetzen und leicht zum reinigen herausnehmen. Im Lieferumfang sind drei unterschiedliche Trommeln enthalten, die mithilfe eines Kunststoffrings festgestellt werden können, außerdem eine Art "Schieber", mit dem man das Gemüse von oben nachschieben kann. Zur Benutzung am Gerät wird das metallene "Kitchen Aid"-Logo mit der Stellschraube an der Seite herausgenommen und der Gemüseschneider eingesetzt, bis er hörbar einrastet. Dann wird die Schraube wieder festgezogen. Mit der stufenlosen Einstellung am Gerät wird die Geschwindigkeit der Raspel festgelegt.

Um herauszufinden, welche Ergebnisse die drei beigefügten Trommeln erzielen, ließ ich drei mal je eine Möhre durchlaufen.

Hier das Ergebnis:


Im Detail könnt ihr hier noch einmal sehen, welches Ergebnis welcher Einsatz erzielt und was ich außerdem mit diesem Einsatz bereits ausprobiert habe:

Die Scheibenschneidetrommel eignet sich sehr gut für kurze und längliche Möhrenscheiben. Ich benutze sie inzwischen auch für Gurkensalat oder Kartoffelgratin. Im Kitchen Aid-Kochbuch war ein Rezept für Bruschetta mit Pilzen und Knoblauch, dafür habe ich die Champignons durch die grobe Trommel geschickt. Funktionierte auch sehr gut. Achtung: Die Champignons sehen teilweise aus wie Austernpilze, teilweise wie ein Massakerüberlebender ;) Für Gemüseeintöpfe etc. gut geeignet, nicht für schöne Pilzscheiben auf dem Salat! Meinen Gurkensalat mache ich ausschließlich mit dieser Reibe, auch wenn die Gurken ein klein wenig "sauberer" geschnitten sein könnten. Wenn die Gurke ein klein wenig zu weich ist, werden die Gurkenscheiben nicht mehr so schön. Ist mir geschmacklich egal, aber schade ist es trotzdem. Vielleicht hätt eine etwas schärfere Schneide hier bessere Ergebnisse erzielt. Bei Zucchini bin ich dazu übergegangen, sie längs zu vierteln und dann immer zwei "Stangen" gerade hineinzugeben. Erst mit den Händen in Form halten, dann mit dem "Schieber" - ergibt genau die Art Scheibchen, die ich haben will.

Mir gefällt gut, dass ich einfach in die Trommel hineingreifen kann, ohne dass ich Gefahr laufe, mich zu schneiden. Als nächstes stehen Rohkostsalate an, es ist ja gerade Zeit für weißen und roten Kohl.


Wenn ich grobe Raspeln brauche, benutze ich die - oh Wunder! - "grobe Raspeltrommel". Damit lassen sich zum Beispiel Möhrenplätzchen herstellen. Käse für Gratins und Pizza geht auch problemlos durch die grobe Trommel. Auf diese Weise kann ich den Käse-Mix (milde und herzhafte Käsesorten) für die Gerichte nach Lust und Laune zusammenstellen und bin nicht auf diese abgepackten Sorten angewiesen. Im Gegensatz zur händischen Variante kann der Kitchen Aid-Gemüseschneider auch weichen Käse ruckzuck so fein reiben, wie ich es brauche, ohne dass die Hälfte davon im Gerät hängenbleibt. Auch Schokolade habe ich damit bereits grob geraspelt und auf diese Weise viel schneller im Wasserbad auflösen können.
Wie der Name schon sagt, erhält man mit der mittleren Schneidetrommel ein feineres Ergebnis als mit der groben. Die auf diese Weise geraspelten Möhren eignen sich prima als Salatbestandteil - oder um Saucen effektiv zu binden, wenn man auf Stärkemehl verzichten möchte (oder muss. Stichwort: Gluten). Ich brauchte für ein Gericht fein gehackte Schalotten und Knoblauch, die ich kurzerhand gleichzeitig hineinwarf und mit gutem Ergebnis herausbekam.Wenn das Gerät eh schon draußen steht, ist es auf jeden Fall eine gut Zeitersparnis, außerdem spart man sich den Geruch an den Fingern. Allerdings müssen die Schalotten ganz frisch sein - ansonsten bekommt man nasses Mus. Das ist nicht im Sinne des Erfinders.
Nur Gemüsezwiebeln scheinen ein Problem zu sein. Dafür benutze ich also weiterhin meinen Fissler Finecut. Auch musste ich mich erst einmal herantasten, welche Geschwindigkeit sich für die unterschiedlichen Gemüsesorten eignet.

Beim Blick in das leere Kunststoffteil hatte ich zunächst den Eindruck, dass sich der Metallring darin verschoben hatte, und schickte den gesamten Gemüseschneider als defekt an Amazon zurück. Das lief prima - mir wurde sofort ein neues Gerät zugeschickt, während der Alte noch unterwegs war. Der zweite sah von innen aber genauso aus, also muss das wohl so sein. Aufgrund des Kunststoffes ist der Gemüseschneider nach Benutzung mit Karotten immer ersteinmal gefärbt - das legt sich aber nach 2x abspülen wieder. Inzwischen hat man mir den Tipp gegeben, den gefärbten Teil mit etwas Öl auf Küchenkrepp wieder sauber zu wischen. Funktioniert!

Ansonsten reinige ich die einzelnen Teile auch nicht in der Spülmaschine. Da es keine "Kleinteile" gibt, ist das meines Erachtens auch schnell erledigt - ich muss nach dem Kochen ja auch meine Messer von Hand waschen, da ist es im wahrsten Sinne des Wortes "ein Abwasch".

Neben den drei enthaltenen Reibetrommeln existiert noch ein ein Zusatzset mit drei weiteren Trommeln, bestehend aus einer feinen Reibe, einer Juliennereibe und einer für Kartoffeln (Reibekuchen u.ä.). Bisher habe ich nicht den Eindruck, dass mir diese drei Reiben fehlen, deshalb stehen auf meiner Kitchen-Aid-Zusatzkauf-Wunschliste aktuell andere Sachen ganz oben, zum Beispiel der Röhrennudelaufsatz.

Freitag, November 14, 2014

Küchenteufels Küchenmumien-Challenge: Schoko-Scones für das Schokoladenevent

Yum
Weiter geht es mit meiner Küchenmumien-Challenge! Es gab eine Zeit, in der wurden diese Schoko-Cookies stark nachgefragt. Immer wieder hieß es als Antwort auf "Soll ich was mitbringen?" - "Oh ja, du machst doch so Cookies, die wie die von Subway schmecken? Die bitte!". Also schaffte ich mir einen gewissen Vorrat an Schokotropfen an, um spontan Cookies backen zu können.

Das ist schon etwas länger her, und die Schoko-Cookies wurden von Himbeer-Mascarpone-Torte, Caipitote, Hugo-Cupcakes und anderen Leckereien abgelöst. Die Schokotropfen wanderten im "Backschrank" immer weiter nach hinten und wurden nun bei besagtem Aufräumen, dass zur "Küchenmumien-Challenge" führte, wieder ans Licht geholt. Keinen Moment zu früh, denn der Blick aufs Haltbarkeitsdatum offenbarte den Dezember 2014 :)

Schokoladen-EventWas nun mit den Schokotropfen tun? Ein Blick in meine Nachbackliste offenbarte mir, dass ich bereits seit dem Sommer 2013 Schoko-Scones von der Küchenchaotin dort abgespeichert hatte. Das ist in sofern witzig, als dass die "Küchenchaotin" Mia in den letzten Wochen zu einem wichtigen Bestandteil meines digitalen Lebens geworden ist (wie so viele andere auch, die sich hiermit gegrüßt fühlen sollen!). Also ein dreifacher Gewinn: Meine Nachbackliste wird um eine Position kleiner, mein Küchenmumienhaufen ebenfalls - und ich kann endlich mal die tolle Kiel Fotografin Mirja Hoechst bei mir verlinken. Außerdem kann ich so am Schokoladen-Event zum zweiten Geburtstag der Schokoladenfee teilnehmen!

Die Schokoscones sind nicht nur total lecker, sondern auch sehr schnell gemacht. Mia hat einige Zwischenschritte aufgelistet, die sie befolgt, ich hingegen habe einfach alle Zutaten in die Kitchen Aid geworfen und dann das Gerät machen lassen. Außerdem hat sie tortenstückförmige Dreiecke gebacken, während ich bei Scones mehr auf die quadratische Version abfahre. Notgedrungen habe ich den Vanillezucker (da tatsächlich leer! Ich muss neuen ansetzen!) durch einen halben TL Vanilleextrakt ersetzt und fehlende 5 g Butter mit etwas mehr Milch ausgeglichen.


Süßes Frühstück: Schokoladen-Scones



Zutaten

230 g Mehl (Typ 405)
1/2 Pck. Backpulver
30 g Zucker
1 Pr. Salz
55 g weiche Butter
170 ml Milch
1/2 TL Vanilleextrakt
70 g Schokotropfen

Zubereitung


Alle festen Zutaten in einer Rührschüssel miteinander vermischen, das Mehl und das Backpulver ggf. sieben. Die Butter habe ich in kleine Stückchen geschnitten und gemeinsam mit der Milch auch gleich in die Schüssel gegeben. Mit dem Rühreinsatz (mit der Silikonlippe) der Küchenmaschine daraus einen klebrig-weichen Teig rühren lassen. Das geht mit den Rührschlegeln des Handrührers natürlich genauso gut. Zwischendurch den Vanilleextrakt hineinlaufen und unterrühren lassen, kurz vor Ende die Schokotropfen dazugeben.


Den Backofen auf ca. 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Weiter geht es mit der Scones-Herstellung: Ich habe den wirklich sehr klebrigen Teig auf ein mit Backpapier belegtes Holzbrett gelegt und rechteckig plattgedrückt. Ein Messer mit heißem Wasser benetzen und den Teig einmal längs sowie drei Mal quer einschneiden. 


Die rechteckigen Teiglinge mit dem Messer (immer mal wieder unter heißes Wasser halten) von unten vom Backpapier "schaben" und auf ein ebenfalls mit Backpapier belegtes Backblech geben - oder einfach auf dem vorhandenen Backpapier verteilen und dann dass Papier auf ein Backblech ziehen. Gegebenenfalls die Form der Scones wieder ein wenig modellieren :) Für Dreieck-Fans: Mia hat aus dem klebrigen Teig eine Kugel geformt, diese platt gedruckt und "Tortenstücke" ausgeschnitten.

In den vorgeheizten Backofen stellen und ca. 12-15 Minuten backen. Schmecken pur schon sehr gut, aber im lauwarmen Zustand mit etwas Butter drauf wirklich himmlisch. Der nächste CITTI-Einkauf wird Clotted Cream beinhalten, ich hoffe, die Scones halten so lange. Ansonsten habe ich ja noch einige Päckchen Schokodrops im Vorrat ;)

Guten Appetit!


Donnerstag, November 06, 2014

Küchenteufels Küchenmumien-Challenge: Rotkohl-Ziegenfrischkäse-Tarte

Yum
Es geht weiter mit der "Küchenmumien-Challenge" und ich muss gestehen, dass ich mich mit diesem Fund aus dem Vorratsschrank wirklich schwer getan habe. Da habe ich im letzten Herbst endlich "mein" perfektes Rezept für selbstgemachten Rotkohl erstellt, und habe nun ein großes Glas davon in der Hand. Keine Ahnung, wann und auf welchem Wege die Fertigversion in meine Abseite gekommen ist ich verdächtige meine Mutter aber mit Blick auf das Haltbarkeitsdatum (Ende 2014) muss das wirklich schon seeeehr lange her sein.

Aber Challenge ist Challenge und so habe ich endlich die Gelegenheit genutzt, die Rotkohl-Ziegenkäse-Tarte von der Schlemmerliese (mit meinen Abwandlungen) nachzubacken. Leider musste ich dann noch feststellen, dass meine Tarteform* innerhalb der Familie 600 km weit weggezogen ist. Also musste eine neue her und ich bin gleich mal zum Einkaufen losgeflitzt. So bekommt die Challenge auch einen zusätzlichen Nutzen ;) Diese Tarte läßt sich übrigens ganz hervorragend laktosefrei und glutenfrei herstellen. Ziegenfrischkäse ist laktosefrei und die Butter / Sahne wird entweder durch laktosefreie Varianten ersetzt (Margarine etc.) oder ihr erhöht statt der Sahne einfach die Ei- & Saft-Menge. Habe ich bereits ausprobiert und schmeckte ganz hervorragend!

Rotkohl-Ziegenfrischkäse-Tarte

 


Zutaten

250 g Weizenvollkornmehl im Original: Dinkelmehl
1/2 TL Salz
125 g weiche Butter
1 Ei
etwas Öl / Butter zum einfetten der Form

680 g Rotkohl gekauft oder selbstgemacht
2 Eier
200 g Schlagsahne
120 g Ziegenfrischkäse mit oder ohne Kräuter
 
wenn ihr den gekauften Rotkohl verwendet (im Original nicht vorhanden)
30 ml Orangensaft
Salz & Pfeffer



Zubereitung

Mehl, Salz, Ei und die Butter in kleinen Teilen in eine große Rührschüssel geben und mit Handrührgerät oder Küchenmaschine zu einem bröseligen Teig kneten. Danach mit den Händen weiterkneten, bis ein fester Teig einstanden ist. Eine Tarteform einfetten und den Teig darin verteilen, den Rand nicht vergessen! Ich habe mir angewöhnt, kleine Teigportionen in der Form zu verteilen und dann festzudrücken. Den Teig in der Form für ca. 25 Minuten in den Kühlschrank stellen.


"work-in-progress" - jetzt geht es ab in den Backofen!
Derweil den Rotkohl (wenn ihr ebenfalls den gekauften nehmt) abtropfen lassen und den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Schlagsahne und Eier in einer kleinen Schüssel vermischen. Da der gekaufte Rotkohl mir zu wenig gewürzt ist, habe ich die Sahne-Eier-Mischung mit Salz, Pfeffer und Orangensaft abgeschmeckt. Rotkohl in der Tarteform verteilen, mit der flüssigen Mischung übergießen und alles vorsichtig vermischen. Den Ziegenkäse flüssig rühren und mit zwei Teelöffeln in großen Flocken auf dem Belag verteilen. Ca. 40 Minuten in der Mitte des Backofens backen.

Die Tarte schmeckt, wie ich ja schon zuvor schon beim letzten großen Kochbloggertreffen in Hamburg feststellen durfte, auch im kalten Zustand hervorragend, läßt sich sehr gut vorbereiten und ist prima als Mitbringsel geeignet.

Guten Appetit!

Donnerstag, Oktober 30, 2014

Küchenteufels Küchenmumien-Challenge: Maronencreme mit Vanille

Yum
Im April 2014 habe ich an der Metro Kochherausforderung teilgenommen: Ein Warenkorb voller Zutaten musste in ein Menü verwandelt werden - jedes Produkte musste zum Einsatz kommen, zusätzliche Waren durften dazu kommen. Jan und ich haben noch eine private Challenge daraus gebastelt und nicht nur viel Spaß gehabt, sondern gemeinsam mit unseren Testpersonen auch zwei Mal sehr gut gegessen (behaupte ich jetzt mal).

Ein toller herbstlicher Brotaufstrich: Maronencrème.
In der letzten Woche habe ich den Vorratsschrank aufgeräumt und zahlreiche Zutaten gefunden, die ich irgendwann einmal für irgendein nachzukochendes Rezept erworben habe. Aber wofür? Vergessen. Landläufig werden solche Funde auch gern "Küchenmumien" genannt und ich erinnere mich, dass wir mal einen Wettbewerb veranstalteten, der das am längsten abgelaufene Produkt suchte *urgs* Mein Vorteil: Die Waren, die ich entdeckt habe, sind noch nicht seit gefühlten hundert Jahren abgelaufen, sondern alle noch benutzbar. Es sammelte sich ein kleiner Haufen sehr unterschiedlicher Produkte und in meinem Kopf nahm eine Idee Gestalt an: Warum bastle ich mir daraus nicht einen neuen, persönlichen Wettstreit mit mir selbst? Gesagt - getan. 

Hier kommt also meine "Küchenmumien-Challenge": Ich werde versuchen, in den kommenden fünf Beiträgen jeweils Produkte einzubauen, die ich beim aufräumen gefunden habe und die dringend verbraucht werden müssen. Mit viel Glück erinnere ich mich sogar an das Rezept, für das sie gedacht waren. Ansonsten muss ich mir eben etwas neues heraussuchen oder gar ausdenken. Um eine besondere Dringlichkeit herzustellen, habe ich sie mitten auf der Küchenanrichte abgelegt, damit ich immer wieder daran erinnert werde!

Heute beginne ich mit einer Packung eingeschweißter Maronen, auch Esskastanien genannt. Wofür habe ich die bloß einmal gekauft? Ich grübelte, durchsuchte meine Festplatte und die Nachkochliste und fand - nichts. Also ab in die Rezeptesammlungen, die ich mir im Internet angelegt habe, da wurde ich fündig. Und wie! Was nun dazu führt, dass ich nicht nur ein Rezept nachkochen / nachbacken möchte, in dem vakuumierte Maronen vorkommen, sondern derer fünf. Oh Mann ... :) Aber heute beginne ich mit etwas, dass nicht nur simpel, sondern auch noch sehr lecker ist: Maronencreme bzw. Kastanienmarmelade. Das hoffentlich perfekte Rezept, um sie selbst herzustellen, habe ich bei Aurélie gefunden, die vor allem mit ihren wunderbar aussehenden Macarons bekannt geworden ist, aber noch erheblich mehr zu bieten hat. Dort heißt es natürlich "Crème de marrons ou confiture de chataîgnes".

Allerdings habe ich das Rezept von Aurélie ein wenig abgewandelt: Da ich gern ein wenig "Biss" haben wollte, wurden die Kastanien nicht ganz so fein gemahlen, statt der Tonkabohne habe ich Vanilleextrakt genutzt und das Rezept einfach halbiert, um es an meine vorhandene Maronenmenge anzupassen. Los geht´s mit dem ultraschnell gekochten Brotaufstrich:

Maronen-Crème mit Vanille

 



Zutaten

200 g Maronen, vakuumiert
150 g braunen Rohrzucker
100 ml Wasser
1 TL Vanilleextrakt






Zubereitung

Ein sauberes Marmeladenglas bereit stellen. Damit die Maronencrème möglichst lange haltbar bleibt, muss hier sehr sauber gearbeitet werden. Deshalb kommen das Glas und der Deckel direkt aus der Spülmaschine und werden danach noch einmal mit kochendem Wasser übergossen. 

Die Kastanien mit der  Powertaste des Zauberstabs (bei mir sind das 600 W) nach eigenem Gusto mehr oder weniger fein mahlen.

Die gemahlenen Maronen in einer Schüssel mit dem Zucker vermengen, die Kastanien-Zuckermischung mit Wasser und Vanilleextrakt in einen kleinen Topf geben. Alles miteinander vermischen und auf kleiner Hitze ca. 15 Minuten köcheln lassen. Immer wieder umrühren.

Die fertige Maronencreme in das vorbereitete Glas füllen und noch heiß mit dem ausgekochten Deckel verschließen. Fertig! So einfach war das. Und der Haufen auf meiner Arbeitsplatte ist um ein Produkt geschrumpft :)

Was man damit macht? Einfach zum Frühstück auf den Tisch stellen - oder wie Aurélie so charmant schreibt: "beim Frühstück auf einer Scheibe Brot streicheln" -, in Joghurt rühren oder als besonderes Topping auf Vanilleeis geben. Es finden sich sicherlich noch zahlreiche Möglichkeiten, wenn ich erstmal auf den Geschmack gekommen bin, sie selbst herzustellen, anstatt sie im Supermarkt nur in den Wagen zu legen.

Guten Appetit!

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