Montag, Oktober 20, 2014

Küchenteufel britisch: Shortbread mit Mohn und Orangen

Ich liebe Shortbread. Immer wieder wandert so eine schicke Packung von "Walker´s" im Einkaufswagen und wird oft schon während der Fahrt nach Hause angebrochen. Dabei ist an diesem britischen Gebäck gar nicht viel exotisches dran: Gute Butter, Mehl, Zucker und als Finesse etwas Salz und einen kleinen Schuss Rosenwasser. Seit ich mir eine quadratische Backform gekauft habe (die eigentlich für Brownies gedacht war), backe ich immer häufiger Shortbread Fingers und bringe sie zu jedem Doctor-Who-Screening und anderen Events mit britischen Filmklassikern etc. mit. 

Doch gerade, wenn das "Grundrezept" schon so gut ist, macht es Spaß, Abwandlungen auszuprobieren. Vor allem, wenn sie einem buchstäblich entgegenfallen - so wie die angebrochene Packung Mohn, die mir vor einigen Tagen beim Öffnen des Vorratsschrankes auf die Füße fiel. Eine kurze Recherche ergab, dass die Kombination mit Orange gut passt und daher präsentiere ich euch heute:

Orangen-Mohn-Shortbread

 


Zutaten

200 g kalte Butter (kleine Stücke)
100 g weißer Zucker
1/2 TL Salz
1/2 TL Vanilleextrakt

300 g Mehl Typ 550
40 g Mohn
1 TL feine Orangenzesten (frisch von einer Bioorange abgerieben oder als Tüte)

Zubereitung

Die Bio-Orange heiß abwaschen und mit einem Zestenreißer oder einem Messer die Schale dünn in ganz feinen Streifen abschneiden. Dabei darauf achten, dass nichts weißes an der Schale ist, sonst wird es bitter! Wenn keine Bio-Orange verfügbar ist, bitte nicht auf die gespritzte Variante ausweichen. Lieber die Tüte vom Dr. aus Bielefeld benutzen. 

Die kalte Butter und den Zucker schaumig schlagen und dabei langsam den Zucker einrieseln lassen. Den Vanilleextrakt zufügen. Die weiteren Zutaten in einer kleinen Schüssel vermischen, an der Küchenmaschine oder dem Handmixer den Knethaken einsetzen und die Zucker-Butter-Mischung nur kurz mit der Mehl-Mischung verkneten.

Die entstandene Teigkugel auf ein Holzbrett legen und noch einmal kurz mit kalten Händen durchkneten. Eine 24x24cm - Backform fetten oder mit Backpapier auslegen - ich bevorzuge die Backpapiervariante - und den Teig gleichmäßig in der Form verteilen. Gut andrücken und ggf. mit einem Messer, Nudelholz o.ä. glätten. Wer plant, daraus "Short Bread Fingers" zu schneiden, sollte schon jetzt feine Linien einschneiden und mit einer Gabel die charakteristischen Punkte einstechen. Die Backform mit Klarsichtfolie bespannen und für ca. 45 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Den Backofen auf 170°C vorheizen und die Form aus dem Kühlschrank direkt in den Ofen geben. Ca. 30 Minuten backen, bis die Oberfläche leicht gebräunt ist. Aus dem Ofen holen, einige Zeit abkühlen lassen und mit einem sehr scharfen, sehr dünnen Messer zum Beispiel Stäbchen ("fingers") oder Rauten schneiden.

Varianten

Wer sein Shortbread in anderer Form servieren möchte - z.B. als Herzchen, Elch oder Hai - sollte nach der Kühlschrankpause die Kekse ausstechen und backen. Dementsprechend die Backzeit anpassen, ich empfehle ca. 10 - 12 Minuten.

Dienstag, Oktober 14, 2014

Küchenteufel beim Blogevent: "Schweizer Käsesehnsucht" trifft auf Ramen Burger

Blogevents sind toll. Schon lange profitiere ich davon, dass Blogger Events zu bestimmten Themen veranstalten und auf diese Weise tolle Rezeptsammlungen zusammentragen, die meist sehr orginell sind und einfach sehr gut darstellen, wie unterschiedlich die (Food-)Bloggerlandschaft eigentlich ist. Ich selbst trage mich dann ewig mit Ideen schwanger, um dann doch meistens den Termin zu verpassen. :) Aber gute Vorsätze fasst man ja nicht am 1.1., sondern jeden Tag und so habe ich mich gleich für das nächste Bloggerevent gemeldet. Das Blog 1x umrühren aka Kochtopf wird nämlich in diesem Jahr zehn Jahre alt und die liebe Zorra hat sich entschieden, das ganze Jahr über mit monatlich wechselnden Events zu feiern. Nachdem ich zum Beispiel das "Kochen mit Wodka"-Event und vor allem das "Kalifornische Walnüsse"-Event nur via Instagram und Co. erlebt habe, wollte ich die guten Vorsätze umsetzen, und habe mich fix gemeldet, als es darum ging, beim Event: "Schweizer Käse Sehnsucht" mit eben dieser Zutat zu kochen.

Blog-Event CII - Schweizer Käse Sehnsucht (Einsendeschluss 15.10.2014)

Kurze Zeit später nahm ich von meiner Nachbarin ein Päckchen entgegen, dass 500g Appenzeller Käse, einige kleine Holzspieße mit dem schweizerischen Wappen und eine witzige kleine Kuhglocke enthielt und begann, meine Rezepte zu wälzen. Überbackene Zwiebelsuppe? Neee. Käsesoufflé? Hat sicher schon jemand anders übernommen. Eine neue, spannende Kombination war gefragt.

Seit Wochen speichere ich mir die unterschiedlichsten Rezepte für den sogenannten "Ramen Burger", ein Fast Food-Gericht, bei dem das Burgerbrötchen aus chinesischen Nudeln besteht, die hier im Haus sehr beliebt sind und daher in großen Mengen gekauft und oft mit frischem Gemüse etc. aufgepeppt werden. Man kann die "Burgerbrötchen" mit und ohne Ei machen, es muss auch kein Fleisch-Patty sein, dass drin liegt und auch bei der weiteren Gestaltung gibt es unzählige Möglichkeiten. Eben diese Fülle an Variationen hat mich bisher abgeschreckt, einfach mal anzufangen. Aber nun war die Idee geboren: Warum nicht den Ramen Burger mit dem schweizer Käse belegen?

Ramen Burger mit Shoyu Sauce und Appenzeller Käse

 

Bild: AR.

 


ergibt 2 Ramen Burger

Zutaten für die Shoyu Sauce

60 ml klassische Sojasauce
55 g brauner Zucker
1 Knoblauchzehe, konfiert (alternativ: kleingehackt)
1/2 TL gehackter Ingwer (alternativ: Ingwerpaste aus dem Glas)
1 Frühlingszwiebel, fein gehackt
später: 1/2 TL Speisestärke, vermischt mit 1 TL Wasser

Zutaten für das Ramen-Brötchen

1 Tüte Ramen (ich habe die Variante "Schweinefleischgeschmack genommen)
500 ml Wasser
1 Ei

Zutaten für das Rindfleisch-Patty

400g Rindfleisch
1 Frühlingszwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, konfiert
2 TL Fischsauce
1/2 TL Ingwerpaste
Pfeffer nach Geschmack

Zutaten als Burgerbelag

Appenzeller Käse, geraspelt
Feldsalat
Rote Zwiebeln, in Ringe geschnitten
Sprossen: Alfalfa, Fenchel, Brokkolisprossen - CITTI Kiel verkauft die im Dreierpack als "Sandwich-Trio", sehr praktisch
Weitere tolle Zutaten sind Tomaten, kleine Spiegeleier, geröstete Zwiebelringe, kurz angebratene Austernsaitlinge etc.

Nun geht es an die Zubereitung der einzelnen Komponenten. Ich habe mich dabei dem Wissen vieler Blogger bedient, bei einigen jedoch mehr, als bei anderen. Die Sauce zum Beispiel kommt von Peegaws tumblr, die Idee mit dem Feldsalat, den roten Zwiebeln und dem Käse von Serious Eats.

Zubereitung der Sauce

Alle Zutaten außer der Speisestärke-Wasser-Mischung in einen kleinen Topf geben, einmal hoch erhitzen und dann wenige Minuten köcheln lassen. Regelmäßig umrühren. Die Speisestärke dazugeben, unterrühren, kurz mit erhitzen und zur Seite stellen.

Zubereitung der Ramen-"Brötchen"

Die Nudeln mit der enthaltenen Würzmischung in 500 ml kochendes Wasser geben und etwas kürzer kochen, als auf der Packung angegeben. In einem Sieb abtropfen lassen, nicht kalt abspülen. Ein Ei in einer kleinen Schüssel mit einer Gabel vermischen und die Nudeln unterrühren.
Vier Schalen in Burgerbrötchengröße mit Klarsichtfolie auslegen und die Nudeln auf die Schalen verteilen. Mit der Folie einschlagen und mit einer kleineren Schüssel beschweren. Dann für ungefähr 20 Minuten in den Kühlschrank stellen. 

Zwei Pfannen mit wenig Öl erhitzen und die inzwischen etwas fester gewordenen Ramennudeln aus den Schälchen mit beherztem Schwung in die Pfannen drehen. Sollten die Nudeln trotzdem etwas aus dem Ruder laufen, einfach schnell wieder rund formen. Zusätzliches Öl dazugeben und um die Brötchen herumlaufen lassen. Ca. 5 Minuten auf mittlerer Hitze braten lassen, so dass das Ei stocken kann. Dann wenden und von der anderen Seite braten.

Zubereitung des Burgers

Das Hack in einer Schüssel mit allen genannten Zutaten vermengen, in zwei Teile teilen und mit einer Burgerpresse oder einem kleinen Schälchen in Form bringen. Da die Burger beim Braten meist schrumpfen, kann man hierfür auch die selben Formen nehmen wie für die Ramen-"Brötchen". Die Hackpatties in einer Pfanne von einer Seite stark anbraten, umdrehen und die Hitze etwas zurücknehmen. Auf die angebratene Seite mit einem Silikonpinsel - es geht auch ein TL -  etwas von der Shoyusauce pinseln, geraspelten Käse auf das Fleisch geben und langsam schmelzen lassen, während die Unterseite brät.

Nun haben wir alle Komponenten zusammen. Nebenbei sollte man jetzt noch den Feldsalat waschen und putzen, die Sprossen einmal abspülen, die Zwiebeln und die Tomaten in Ringe schneiden etc. und dann geht es an den:

Zusammenbau des Ramen Burgers


Ein Nudel-"Brötchen" als Unterseite auf einen Teller legen und mit geputztem Feldsalat und roten Zwiebelringen belegen. Mit einem TL nach Belieben noch etwas der Shoyu-Sauce auf den Salat tröpfeln lassen, dann mit dem Fleischpatty samt geschmolzenem Käse und den Sprossen belegen. Das zweite Brötchenteil auflegen und servieren. Der Mann isst ja leider keinen Käse :( Da sah das Endprodukt so aus:



Weiterführende Varianten

Selbstverständlich haben wir für die vegetarische / vegane Fraktion auch andere Möglichkeiten ausprobiert. Die Nudeln ohne Ei einfach nur zu formen und zu braten klappt, wird aber sehr knusprig. Da müssen wir weiter testen und das eignet sich dann sicher auch für einen weiteren Blogbeitrag. Das vegane Patty haben wir aus Möhrenraspeln, Pilzen und Sesam gebaut und es hat wirklich sehr sehr lecker geschmeckt. Ihr dürft also gespannt sein :)

Bei der Japansociety gibt es ein Video, wie nach deren Meinung ein Ramen Burger hergestellt werden sollte. Dort wird die komplette Nudeltüte für einen Burger verwendet. Mir wäre das dann doch etwas zu viel Nudel, aber ich möchte euch diesen Link natürlich nicht vorenthalten. Vielleicht löst diese Nudelmenge mein "zu knusprig ohne Ei"-Problem?

Jetzt gehe ich aber erstmal fleißig stöbern, was all die anderen Teilnehmer des Blogevents mit ihren zugeschickten Käsesorten so tolles gezaubert haben und wünsche Zorra alles Gute zum zehnten Bloggeburtstag!

Montag, Oktober 13, 2014

Küchenteufel goes Blogevent: Mehlspeisen - Holsteiner Buchweizenklöße

Es gibt ganz viele ganz tolle Foodblogger, die ich gar nicht alle verlinken kann. Einige von denen veranstalten außerdem auch regelmäßig sogenannte "Blogevents" zu speziellen Themen. Immer wieder denke ich mir: "Das ist ja toll - da bin ich dabei!", um dann aber entweder nicht ausreichend von der Muse geküsst zu werden oder einfach den Termin zu verpassen :)

Doch nun soll alles besser werden und ich beginne meinen Neustart in die Welt der Blogevents. "Schuld" daran ist Melanie von der "Kleinen Chaosküche" mit ihrem Event zum Thema: "Mehlspeisen". Sie feiert damit ihren ersten Bloggeburtstag, zu dem ich mit meinem Beitrag ganz herzlich gratuliere!

Mehlspeisen - Süße Sünden für Leib und Seele 


Der Klassiker der Mehlspeisen ist sicherlich der Kaiserschmarrn - doch den hab ich bereits vor Jahren verbloggt. Also musste ich mich ein wenig weiter umhören bzw. Kochbücher wälzen. Eines heißt "Norddeutsche Küche" und wurde von mir bereits im Rahmen des Events "Jeden Tag ein Buch" vorgestellt. Wer es noch nicht hat: Unbedingt kaufen! Mehr als 300 Seiten mit tollen Rezepten und interessanten Hintergrundgeschichten für gerade mal 12,99 Euro!

Siehe da: Meine Wahlheimat Schleswig-Holstein war mal ein sehr mehlspeisenreiches Land. Der Klassiker ist hierbei wohl der "Dithmarscher Mehlbeutel" (auch "Mehlbüddel" genannt), der mit Korinthen, Mandeln sowie Backobst, aber auch mit Speckschwarte und durchwachsenem Speck angerichtet wird. Heutzutage nicht mehr so wirklich zeitgemäß und ehrlich gesagt warte ich noch auf mein erstes "Mehlbüddel-Ereignis". Sollte einer meiner Leser einen tollen Landgasthof o.ä. kennen, wo dieses Gericht serviert wird, bitte Info an mich!

Stattdessen wandte ich mich einer Zutat zu, die früher auf dem Speiseplan der norddeutschen Küstenländer nicht wegzudenken war und heute von der Vollwertküche wieder neu entdeckt wurde: Der Buchweizen, ein genügsames Korn, dass auch auf kargem Boden wächst und die genügsamen Norddeutschen ernährte. Er ist allerdings gar kein Getreide, sondern ein Knöterich. Trotzdem finde ich, dass er prima zum Event passt.

Holsteiner Buchweizenklösse


Zutaten

1 kg mehligkochende Kartoffeln
120 g fetter geräucherter Speck, aus dem Kühlschrank (Originalrezept: 100 g)
250 g Buchweizenmehl
4 Eier
2 EL Milch
Salz, Pfeffer
Butter 
Variante: Manchmal werden die Klöße mit einer Prise Macisblüte und Cayennepfeffer bzw. Piment d´Esplette gewürzt.

Zubereitung

Die geschälten Kartoffeln in Salzwasser gar kochen, abgießen und abkühlen lassen. Durch eine Kartoffelpresse drücken (oder fein stampfen). Den Speck aus dem Kühlschrank holen - dann läßt er sich besser schneiden - und in ganz feine Würfelchen schneiden. Gemeinsam mit den Eiern, der Milch und dem Buchweizenmehl zu den Kartoffeln geben und verkneten. Mit Salz & Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

In einem weiten Topf Wasser mit Salz zum Kochen bringen. Die Hände mit kaltem Wasser anfeuchten und aus dem Teig kleine Klöße formen (ca. 12 - 15 Stück). Die Hitze herunterdrehen und die Klösse im Salzwasser ca. 12 Minuten ziehen lassen. Für mehr Fleischgeschmack werden die Klöße auch gern in Fleischbrühe gekocht.

In einer Pfanne die Butter schmelzen und warten, bis die Molke sich bräunlich färbt. Die Klösse mit der "braunen Butter" übergießen und heiß servieren.

Die Klöße werden hier im Norden gern mit Kompott oder Backobst serviert, sie passen aber auch prima zu Steinpilzen oder grob gewürfeltem Herbstgemüse.

Guten Appetit!

Mittwoch, Oktober 08, 2014

Küchenteufel: Weiche Kürbisbrötchen

Im CITTI-Markt lachen mich jetzt im Herbst die Kürbisse an und ich kann einfach nicht anders, als immer wieder zuzugreifen und unsere Lieblings-Kürbis-Rezepte zu kochen: Kürbissuppe, Kürbisbrot oder Kürbisspätzle sind schnell gemacht und immer wieder lecker. Aber ich brauche ja auch immer mal wieder etwas Neues für das Blog und damit für euch ;)

Was mich an Gerichten mit Hokkaido-Kürbis immer wieder beeindruckt, ist die satte gelbe Farbe. Deshalb habe ich mir das Kürbisbrot-Rezept geschnappt und mit ein paar kleinen Abwandlungen hier und da sehr schmackhaft aussehende süße Kürbisbrötchen gebacken. Aufgeschnitten mit gesalzener Butter und leckerem Schinken sind sie ein Frühstücksgenuss, mit britischer "clotted cream" und Marmelade passen sie toll auf die Kaffeetafel.

Weiche Kürbisbrötchen

 








Zutaten

300g Hokkaido-Kürbisfleisch (netto, nach Entfernen von Schale und Kernen)
80g weiche Butter
500g Mehl (Typ 550)
1/2 Würfel Hefe
90g Zucker
1 gestr. TL Salz
1 Ei
1 EL Milch
 
Zubereitung
 
Der Kürbis wird geschält, entkernt und in kleine Würfel geschnitten. Mit 3 EL Wasser in einen kleinen Topf geben und bei geschlossenem Deckel auf kleiner Hitze weichdünsten. Die Butter dazugeben und mit einem Stabmixer oder einem Kartoffelstampfer weichpürieren. Die Butter-Kürbis-Masse etwas abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit Mehl, Zucker und Salz vermischen und die Hefe hineinkrümeln. Das Ei und die Butter-Kürbis-Masse dazugeben und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Ich nutze erst die Küchenmaschine und knete dann mit den Händen noch etwas weiter. Den Teig an einem warmen Ort abgedeckt ca. eine halbe Stunde gehen lassen.

Der Teig sollte sich sichtbar vergrößert haben, wenn ihr ihn auf eine Arbeitsplatte gebt. Noch einmal kräftig durchkneten und in ca. 8 - 10 Stücke teilen. Die Teigstücke zu Brötchen formen, auf ein Backblech geben und mit etwas Milch bepinseln. Wer mag, kann an dieser Stelle Kürbiskerne auf die Brötchen legen. Den Backofen auf 180°C Ober- & Unterhitze aufheizen und die Brötchen derweil noch ein wenig gehen lassen. Eine kleine ofenfeste Schüssel mit Wasser auf den Boden stellen und die Brötchen ungefähr 40 Minuten in der Mitte des Backofens backen.

Ein wenig abkühlen lassen und lauwarm mit süßer oder herzhafter Brotauflage servieren.

Mittwoch, Oktober 01, 2014

Küchenteufel: Spanische Tapas - Grundlagen - Papas arrugadas mit selbstgemachter Aioli (mit und ohne Ei / Milch)

Es wird Herbst in Norddeutschland. Und bis auf wenige Sonnenstunden herrscht aktuell eine neblige Nieselstimmung. Das sorgt einerseits dafür, dass ich alte und neue Kürbisrezepte hervorhole, Suppen, Aufläufe und andere "Seelenwärmer"-Rezepte plane. Andererseits lockt das Wetter in mir aber auch eine trotzige "jetzt erst recht!"-Haltung hervor.
Deshalb gab es in der letzten Woche einen Abend voller spanischer Kleinigkeiten, Tapas genannt, die uns - gepaart mit einer fröhlichen Komödie auf DVD - , ein wenig den Sommer zurückholten.

Auf Twitter hieß es natürlich sofort: "Haste mal ein Rezept?", also habe ich mir gedacht, schaffe ich erst einmal ein paar Grundlagen mit unseren "Basis"-Rezepten und stelle euch dann nach und nach die Lieblingsrezepte vor.


Wenn es etwas gibt, dass jedem zum Stichwort "Tapas" einfällt, dann ist es sicher die Knoblauchcreme "Aioli", um dessen Herkunft sich Franzosen und Spanier seit Jahrhunderten kräftig streiten. Unbestritten ist auf jeden Fall, dass sie aus Knoblauch (französisch/provencalisch "Ail") und Öl (spanisch/katalanisch "Olio") besteht. Eine echte europäische Produktion also! Und wie so oft bei althergebrachten Rezepten, gibt es einfach nicht DAS Rezept, sondern vielfältige Spielarten. Nachdem wir monatelang die leckere Sauce im gelben Plastiktöpfchen aus dem Supermarkt geholt haben, war unsere Neugier geweckt, ob wir Aioli nicht auch selbst machen könnten. Wir haben uns also durch französische und spanische Rezeptbücher gearbeitet und herausgekommen sind drei Rezepte, die wir je nach Laune benutzen. Das Gute daran: Alle bestehen aus wenig Zutaten und jeweils eines ist ohne Milchprodukte bzw. eins ganz ohne tierische Zutaten. Da mir Olivenöl meist zu heftig ist, greife ich auf Rapsöl zurück. Peggy von multikulinarisch.es hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Rapsöl mit ihrem "Rapsoelution"-Event ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken - da helfe ich natürlich gern! Deshalb eine deutliche Empfehlung, die Aioli-Rezepte mal mit heimischem Rapsöl auszuprobieren. Es lohnt sich!



Aioli mit selbstgemachter Mayonaise


Unsere Lieblingsvariante ist sonnengelb und durch die Mischung aus Oliven- und Rapsöl auch nicht so herb. Geht quasi immer!

Zutaten

1 Eigelb, zimmerwarm
3 - 4 Knoblauchzehen, konfiert
1/2 TL Senf
100 ml Olivenöl
50 ml Rapsöl
Salz, Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung

Die ersten drei Zutaten in einen hohen Becher geben und den Pürierstab hineinstellen. Auf kleiner Stufe mixen und dabei langsam die beiden Ölsorten hineingießen. Den Pürierstab höher stellen und langsam nach oben ziehen. Nach Geschmack mit Salz & Pfeffer würzen und in einer kleinen Schüssel servieren.

Aioli mit Milch


Die spanische Variante mit Milch als Stabilisator ist wohl die bekannteste. Sie ist zumeist schneeweiß und kommt ohne das Eigelb aus.

Zutaten

100 ml Vollmilch, zimmerwarm
3 - 4 Knoblauchzehen, konfiert
1/2 TL Salz
200 ml Pflanzenöl (vorzugsweise Olivenöl, oder gemischte Öle)
evtl. Zitronensaft

Zubereitung

Milch, Knoblauchzehen und Salz in einen hohen Becher geben. Den Pürierstab ansetzen und auf hoher Stufe losmixen. Wenn die Milch schäumt, das Öl in kleinen Mengen zufügen, bis die gewünschte Festigkeit erreicht ist. Für mehr Frische kann man noch einige Spitzer Zitronensaft dazugeben.

Aioli vegan (die klassische Variante)


Eigentlich ist die Version ganz ohne tierische Produkte kein hippes Lifestyleprodukt, sondern die ureigene Grundversion der Aioli. Da mit dem Eigelb oder der Milch ein klassischer Emulgator / Stabilisator fehlt, muss man dieser Variante etwas mehr Aufmerksamkeit geben, wird aber durch einen tollen Geschmack belohnt.

Zutaten

10 - 12 Knoblauchzehen, konfiert
200 ml Pflanzenöl (Olivenöl, Rapskernöl oder einfach die Lieblingsöle mischen)
1 TL Salz

Zubereitung

Hier ist der Pürierstab eher kontraproduktiv. Die Knoblauchzehen zerdrücken, mit dem Salz bestreuen und schluckweise mit dem Öl vermischen. Sobald Knoblauch und Öl sich miteinander verbunden haben, Öl nachgießen. Irgendwann läßt sich das Öl nicht mehr mit der Knoblauch-Öl-Mischung vermischen und setzt sich am Rand ab.  Dann ist die Aioli fertig.

Wer eine vegane Variante bevorzugt, es aber trotzdem schnell gehen soll, empfehle ich das Rezept mit Milch - allerdings ersetzt durch Sojamilch. Wer diese vegane Sojamilch-Aioli in einem schönen gelb haben möchte, kann eine Messerspitze Kurkuma hinzufügen.

Wer keinen Pürierstab hat, muss jetzt natürlich nicht verzweifeln, sondern kann auf Handbetrieb umstellen. Mit einer Gabel oder einem Schneebesen läßt sich die Aioli ebenfalls herstellen, es dauert nur etwas länger.

Wozu isst man diese Aioli? Eigentlich zu allem. Ob auf frischem Ciabattabrot, zum dippen für Gemüsesticks, mit Tintenfischringen - oder als Kräuterbutterersatz zum Steak ;) Ich mag sie besonders zu kanarischen Runzelkartoffeln, im Original "Papas arrugadas" genannt. Davon bekommt man in einer Tapasbar leider immer nur einige wenige in einem Schälchen, was sehr schade ist, denn sie sind schnell und einfach hergestellt und die Kosten halten sich absolut im Rahmen.

Papas arrugadas - kanarische Runzelkartoffeln


Auch hier gilt: Fast jede spanische Kneipe hat ihr eigenes Rezept. Wir haben ein wenig herumprobiert und uns für diese Variante entschieden.

Zutaten

1,5 kg kleine Kartoffeln
200 g grobes Meersalz (ja, wirklich so viel)

Zubereitung

"Runzelkartoffeln"
Die kleinen Kartoffeln unter fließendem Wasser ein wenig abschrubben - ich benutze dafür einen zweckentfremdeten Peelinghandschuh aus der Drogerie/BodyShop - und in einen großen Topf geben. Den Topf mit Wasser auffüllen, bis die Kartoffeln bedeckt sind. Das Salz einstreuen und kräftig unterrühren. Einen Deckel auflegen, ein Handtuch mehrfach gefaltet auf einer Seite unter dem Deckel einklemmen und die Kartoffeln ca. 20 Minuten kochen. Wenn ich rechtzeitig daran denke, gieße ich das Wasser ab und stelle die Kartoffeln danach im Topf für einige Zeit (5-10 min.) auf den ausgeschalteten Herd. So bekommen sie den charakteristischen Runzeleffekt. Wenn man die Kartoffeln ein wenig "vergisst", bis das Wasser verdampft ist, wartet man noch ca. 10-15 min. auf den Runzeleffekt und wird mit einer sehr leckeren Salzkruste belohnt.

Klassisch werden diese Kartoffeln mit Mojo Rosso bzw. Mojo Verde serviert, Saucen, die größtenteils aus Öl, Knoblauch und Kräutern bzw. Peperonis & Paprikapulver bestehen. Ist jedoch nicht so ganz unser Geschmack.

Guten Appetit!

Montag, September 15, 2014

Küchenteufel portugiesisch: Pastéis de Nata (Vanilletörtchen)

Zum ersten Mal sind sie mir 2004 in einem Strassencafé in Düsseldorf über den Weg gelaufen: Pastéis de Nata (Einzahl: Pastel de Nata). Alex bestellte bei unserem ersten Date diese Blätterteig-Vanille-Törtchen als Dessert und ich war hellauf begeistert von zwar den sehr hochkalorischen, aber auch wirklich leckeren portugisieschen Klassikern. Später genoss ich sie hin und wieder in der Kieler "TragBar", aber irgendwie stimmte der Geschmack nicht mit der damaligen Genussexplosion überein.

In der letzten "Lecker Bakery" war ein Rezept verzeichnet, dass mich wieder daran erinnerte und da ich eh noch ein Mitbringsel für eine Abendeinladung benötigte, war es spontan entschieden: Fix heran an den Blätterteig und schnell waren gar köstliche Leckereien für Christophs Geburtstag gefertigt. Unbedingt zur Nachahmung empfohlen! Und wenn es uns irgendwann einmal nach Lissabon verschlägt, werde ich ganz sicher einmal das Original, ein Pastel de Bélem, probieren :)

Pastéis de Nata




Zutaten

1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlregal (wenn möglich, "Butter-Blätterteig")
Butter zum Einfetten der Muffinförmchen
1 EL Butter
500 ml Milch
1 Vanilleschote - alternativ 1/2 TL Vanilleextrakt
1 Zimtstange
2 EL Mehl
250 g Zucker
1 Pr. Salz
6 Eigelb - die Lecker Bakery spricht von 5x Eigelb und einem ganzen Ei
brauner Zucker zum karamellisieren

Zubereitung

Den Blätterteig ausrollen und mit einem Nudelholz ein wenig auswallen. Mit einem bemehlten Glas o.ä. Kreise von ca. 10 cm ausstechen. Sollte die Blätterteigrolle dafür nicht ausreichen, rät die LB dazu, die übriggebliebenen Teigränder aufeinander zu legen und erneut auszurollen, um die restlichen Kreise auszustechen. Die Mulden des Muffinbackblechs mit weicher Butter und einem Silikonpinsel auspinseln, die Blätterteigkreise hineindrücken und bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.

In einem kleinen Topf die Butter schmelzen und mit der Milch, der Zimtstange, das Mark der Vanilleschote und die -stange unter Rühren aufkochen lassen. Dann die Hitze herunterdrehen und einige Minuten ziehen lassen, bevor die Zimtstange und die Vanilleschote wieder entfernt werden. Alternativ geht auch Vanilleextrakt, dann fehlen jedoch die charakteristischen Vanillepünktchen in der Eiermasse, oder ihr nehmt gemahlene Vanille. 

Den Backofen auf ca. 220°C vorheizen. Zucker, Mehl und Salz miteinander vermischen und zur heißen Milch geben. Weiter rühren und dabei die Masse aufkochen lassen. Den Topf vom Herd ziehen und einige Minuten abkühlen lassen. Derweil die Eier trennen und die Eigelbe kräftig in die Creme rühren. Das Muffinbackblech aus dem Kühlschrank (oder einem anderen kühlen Ort) holen und die Mulden mit der Creme befüllen. Ca. 15 Minuten backen, nach 12 Minuten auf das Backwerk achten - jeder Ofen funktioniert anders!

Das Muffinbackblech herausholen und ca. 15 Minuten abkühlen lassen, bevor die Törtchen den letzten Pfiff bekommen: Mit braunem Zucker bestreuen und mit einem kleinen Brenner (oder mit dem Grill des Backofens) karamellisieren. Am besten noch ganz leicht warm servieren.

Guten Appetit!

Freitag, September 12, 2014

Küchenteufel kocht Bihunsuppe (asiatische Nudelsuppe)

Gleich zwei Menschen aus meinem Herzensumfeld kränkelten nahezu zeitgleich ein wenig. Eine gute Gelegenheit, mal wieder über neue Suppen nachzudenken, die vorbeugend von innen wärmen und vielleicht sogar die Heilung unterstützen. Der Volksmund hält Hühnersuppe für das nonplusultra-Gericht gegen Erkältungen und Co., aber leider habe ich noch nie eine gekocht - oder eine gegessen, die nicht irgendwie nach Krankenhauskost geschmeckt hat.

Halt! Stopp! Stimmt gar nicht. Die hausgemachte Brühe, in der das Restaurant "Soho" bei mir um die Ecke seine WanTan serviert, schmeckte vor zwei Wochen (nach dem Barcamp) wirklich ausnehmend gut. Also habe ich mein Foodbloggerinnen-Orakel befragt, ob mir jemand einen guten Tipp geben könnte, wie ich eine schmackhafte, kräftigende und irgendwie leicht ostasiatisch abgewandelte Hühnersuppe kochen könnte. Und weil die Mädels da so toll sind, kam Steph vom Kleinen Kuriositätenladen nicht nur mit ihrem Basisrezept für Hühnerfond um die Ecke, sondern auch gleich mit Vorschlägen für eine Abwandlung. Oder ich sollte gleich mal eins ihrer erprobten Asia-Suppenrezepte ausprobieren, die seien ein Knaller. Gesagt, getan, und so ging es los in den Asialaden und zum Fleischer, um alle Zutaten für die Bihunsuppe zu holen. Gleich vorweg: Die Suppe ist tatsächlich der Knaller! :) Die erste Portion geriet so riesig, dass ich entschied, am kommenden Tag für ein paar Freunde statt Bier & Snacks auch Suppe einzuplanen. Die Zutaten unter "für den nächsten Tag" gelten also nur, wenn es euch ähnlich ergeht. Ihr könnt natürlich auch einfach die Zutaten halbieren, aber das wäre ja langweilig.

Leider habe ich vergessen, das Essen angemessen zu fotografieren. Der Alex hingegen hat ein (zugegeben leicht verschwommenes) Instagram-Bild davon - das soll mir und euch bis zum nächsten Mal, dass ich die Suppe koche, reichen. ;)



Bihunsuppe


Zutaten



4 Hähnchenkeulen
2,5 Liter Wasser
3 EL Sojasauce
2 Chilischoten (ich benutze getrocknete, die ich im Ganzen wieder herausfischen kann)
2 Stangen Zitronengras (die werden ebenfalls im Ganzen wieder herausgeholt)
2 EL Knoblauch-Ingwer-Paste (im Originalrezept: 1 EL frischer, fein gehackter Ingwer & 1 fein gehackte Knoblauchzehe)

1 Karotte
3 Frühlingszwiebeln
½ rote Paprikaschote
geröstetes / dunkles Sesamöl zum Anbraten und Abschmecken
6 große Champignons (Original: 4)
Mungobohnenkeimlinge
100g Weißkohl, in feine Streifen geschnitten
1 Dose geschälte Tomaten, kleingeschnitten
2 EL Ingwer-Knoblauch-Paste (oder wieder geriebener Ingwer)
1/2 TL Sambal Oelek (Originalrezept: 1/4)

zum abschmecken: Fischsauce, Piment d´Esplette, Cayennepfeffer
oder einfach Sriracha Chilisauce
Sojasauce nach Geschmack
50 ml Mirin

150 g chinesische (Eier-)nudeln - eigentlich hat die Suppe ihren Namen von den Reis- bzw. Glasnudeln (Bihun). Hier ist die Bandbreite im Asia-Shop so weit, dass wir uns für die Variante mit Buchweizen entschieden haben. Alle anderen gehen natürlich genauso gut.

Am nächsten Tag: 
Rest der Hühnerbrühe
1 Karotte
2 Frühlingszwiebeln
1/2 rote Paprika
mehr Sambal Oelek, Sojasauce, etwas Fischsauce

Zubereitung

Die Hühnerbeine werden mit den Chilischoten, der Sojasauce, dem Knoblauch und dem Ingwer in einen großen Topf gegeben und alles so lange gekocht, bis das Fleisch quasi von selbst vom Knochen abfällt. Das dauert seine Zeit, also bitte nicht erst zwei Stunden vor der Party mit dem Kochen beginnen!
Währenddessen schon das Gemüse verarbeiten: Die Karotten werden in schmale Streifen geschnitten, genauso die halbe Paprika nach der Entkernung. Bei den Frühlingszwiebeln entfernt ihr den dunkelgrünen Teil, sowie die Enden und schneidet den Rest in feine Ringe, die Champignons in Achtel oder feine Scheiben. Wer nicht wie ich unendlich viel Ingwer&Knoblauchpaste aus Indien zur Verfügung hat ;) schneidet auch diese Zutaten so fein wie möglich. Nebenbei in einem Topf Wasser erhitzen für die Nudeln.

Zurück zur Brühe: Über einem feinmaschigen Sieb die Brühe in einen anderen Topf geben. Die Chilis aussortieren und das Fleisch beiseite stellen und etwas abkühlen lassen. Danach kann man das Hühnerfleisch ganz prima mit den Händen von Knochen, Haut etc. befreien und in feine Fasern zerteilen. 

Bihunsuppe im Wok.
In einem weiten Wok dunkles Sesamöl erhitzen und die Möhrenstiftchen darin kräftig anbraten. Die Frühlingszwiebeln und 1-2 Minuten später Champignons, Paprika, fein geschnittenen Weißkohl und abgespülte Sprossen (Bambus dürfte hier auch ganz gut passen) dazu geben und gut rühren. Während das Wasser aus den Pilzen austritt und wieder verkocht, wird kräftig gewürzt: Ein halber Teelöffel Sambal Oelek kommt dazu, genauso wie mehr Ingwer & Knoblauch, Sojasauce und Mirin (süße Reisweinwürze, tolles Zeug!). Mit südostasiatischer Fischsauce hingegen sollte man vorsichtig umgehen. Pur ist sie grausam, wohl dosiert passt sie perfekt in die Suppe hinein. Ganz vorsichtig sollte man sein mit der Sriracha-Sauce. Ich verlinke hier ja immer gern das Comic von The Oatmeal - ein wenig sollte gleich hinein, aber für die Profis steht die Flasche zum nachwürzen einfach auf dem Tisch. 

Nebenbei die Nudeln nach Packungsanweisung kochen und abgießen. Die chinesischen Eierteigwaren gehen ja immer super fix - wenige Minuten reichen schon aus. Wenn das Gemüse soweit ist, die Tomaten dazu geben und 1,5 Liter von der Hühnersuppe abmessen. Gemeinsam mit den Nudeln und dem gezupften Hühnerfleisch in den Wok füllen und ca. 10-15 Minuten bei wenig Hitze köcheln lassen. Da der Geschmack jetzt noch in das Huhn und die Nudeln zieht, sollte am Ende noch einmal abgeschmeckt werden.

Solltet ihr nicht alles aufessen oder die Reste nicht portionsweise einfrieren, kommt hier die Geschichte vom nächsten Tag:


Einen Tag später war also immer noch reichlich Essen da. Nur die Flüssigkeit fehlte. Da eh geplant war, am Abend ein paar liebe Freunde zu empfangen, haben wir die andere Hälfte der Paprika, zwei Frühlingszwiebeln und eine Karotte wie oben beschrieben verarbeitet und in Sesamöl angebraten, bevor wir sie zusätzlich in den Wok gegeben haben. Dazu haben wir kellenweise von der restlichen Hühnerbrühe nachgefüllt, bis der Wok wieder gut gefüllt war. Alles komplett aufkochen lassen, ein wenig abschmecken und schon war der Snack zum Bier fertig - und kam augenscheinlich sehr gut an :) Ich sag mal: Diese Suppe haben wir nicht zum letzten Mal gekocht!

Guten Appetit!

Mittwoch, September 03, 2014

Küchenteufels herzhafte Snacks: Parmesan-Kräuter-Knoten

Bereits am Freitag hatte ich euch die süße Variation der tollen Knoten aus Hefeteig von Aylin vorgestellt. Doch im Ursprung sind sie herzhaft, und für die Hochzeit von Herrn Schaarsen und seiner Frau mussten natürlich zwei verschiedene Sorten für die "Sekt & Snacks"-Party direkt nach der Trauung ´rangeschafft werden.

Also habe ich ein wenig im Kühlschrank gestöbert und mir ausgehend vom Originalrezept eine herzhafte Variante zusammengemischt, die nach Bekunden einiger Gäste auch sehr gut angekommen ist.

Parmesan-Kräuter-Knoten



Zutaten 

400g Mehl
1 P. Trockenhefe
1 TL Salz
1 TL Zucker
220 ml lauwarmes Wasser

2 konfierte Knoblauchzehen  - ansonsten 2 fein geschnittene / gepresste Zehen
Öl
2 TL sehr fein gehackte Schalotten
je ca. 1/2 TL gehackte Petersilie, Oregano, Basilikum und Thymian (Bestandteile sind frei wählbar)
ca. 50 g geriebener Parmesan

Zubereitung 

Aus den oberen fünf Zutaten einen weichen, nicht klebrigen Hefeteig erstellen und unter einem Tuch ca. 30 Minuten gehen lassen. Der Teig soll weich, aber knetbar sein. Den Backofen auf 200°C vorheizen. Den Teig noch einmal kräftig durchkneten und in ca. walnussgroße Bällchen teilen (bei mir wurden es ca. 40 Stück). Zu ca. 15 cm langen Teigstäbchen ausrollen und kleine Knoten machen. Bei diesen Knoten habe ich die Enden leicht zusammengedrückt, um richtige "Knoten" zu erhalten. Einen Augenblick unter einem Tuch gehen lassen und dann im vorgeheizten Backofen ca. zehn Minuten backen. Ich backe die Menge bei Ober- & Unterhitze auf zwei Blechen hintereinander. Wer Umluft benutzt, kann sie natürlich zeitgleich backen, dann die Temperaturangabe anpassen.

Währenddessen in einem tiefen Teller den Knoblauch mit dem Öl verrühren. Da die konfierten Knoblauchzehen in Öl gelagert sind, habe ich zunächst 2 EL davon genommen und dann die Schalotten und die Kräuter zugefügt. Die Zusammenstellung ergab sich aus den vielen kleinen Plastikdosen im Eisfach, in denen ich meine frisch gehackten und dann eingefrorenen Kräuter horte. Nehmt einfach, was ihr da habt. Ingwer könnte auch gut passen. Dann den Parmesankäse unterrühren und nach und nach weiteres Rapsöl zufügen, bis es eine homogene Masse wird.

Nach 10 Minuten die Knoten aus dem Backofen nehmen und schnell in eine Plastiktüte (Gefrierbeutel o.ä.) geben und verschließen. So werden die Knoten schnell schwitzig und etwas weicher und sind m.M.n. aufnahmebereiter für die Parmesan-Kräuter-Mischung. Nach ca. 15 Minuten immer 2-3 Knoten in den tiefen Teller mit der Mischung geben und darin wenden. Alle Einfurchungen sollten gut mit der Mischung bedeckt sein (siehe Bild oben).

Am besten noch lauwarm servieren oder luftdicht verschließen und am nächsten Tag ein paar Gäste damit glücklich machen :)

Guten Appetit!



Sonntag, August 31, 2014

Küchenteufel goes british: Lachs-Frischkäsecreme mit Dill

Kulinarische und kinematografische Genüsse gehen bei mir oft Hand in Hand. Wenn wir einen russischen Film sehen, steht immer mal wieder Pelmeni auf dem Tisch, bei französischen Filmen gibt es häufig solch Leckereien wie überbackene Zwiebelsuppe. Doch ein Großteil der Filme und Serien, die wir uns anschauen und bewußt zelebrieren, kommen aus dem britischen Sprachraum und so gibt es diverse Leckereien, die zum Beispiel bei einem Doctor-Who-Serienabend nicht fehlen dürfen.

Neben englischen Gurkensandwiches und schottischem Shortbread (Rezepte folgen) backe ich immer häufiger Scones mit leckeren Frischkäsecremes - meistens mit Forelle. Zur Premiere der achten Staffel rund um den Time Lord aus Gallifrey war ich mal wieder auf der Pirsch nach Frischkäse und Forelle, als mich im Frischkäseregal die Kombination mit Lachs und Dill anlachte. Ein kurzer Blick auf die Packungsrückseite ergab jedoch so viele unnütze Zusatzstoffe, dass ich spontan entschied, diese Creme einfach selbst herzustellen. Glücklicherweise gibt es im CITTI eine Fischtheke und so war es entschieden: Die Forelle wurde durch Lachs ausgetauscht und es war wirklich sehr simpel, aber trotzdem soooo lecker!

Lachs-Dill-Frischkäse-Creme für Scones oder Pumpernickeltaler

 



Zutaten

1 Packung neutraler Frischkäse - ich nehme inzwischen Buko, da sind am wenigsten Zusatzstoffe wie Carragen etc. enthalten
50 g geräucherter Lachs
3 Zweige Dill - ihr könnt auch Graved Lachs nehmen, dann braucht ihr weniger oder gar keinen frischen Dill
Salz & Pfeffer
wenige Tropfen Zitronensaft

Zubereitung

Den Frischkäse mit etwas Milch oder Mineralwasser in einer kleinen Schüssel cremig rühren. Den Lachs in kleine Stückchen hacken und unter den Frischkäse heben. Den Dill ebenfalls fein hacken und - da Dill schnell sehr dominant schmecken kann - zunächst die Hälfte in die Creme geben. Alles miteinander verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bei Bedarf Dill dazugeben und nur ganz wenig Zitronensaft für die Frische.

Bis zum Gebrauch kühl lagern und auf lauwarmen durchgeschnittenen Scones oder Pumpernickeltalern servieren.

Guten Appetit!

Freitag, August 29, 2014

Küchenteufel: Snack-Knoten als Fingerfood (laktosefrei)

Vor einigen Wochen traf ich mich in Hamburg mit einigen Foodbloggerinnen. Wir hatten ein Loft für einen ganzen Tag (ein dickes Danke schön mal wieder an Steph vom Kleinen Kuriositätenladen für all die Orga und Arbeit und überhaupt!) und jeder brachte Leckereien zu essen mit. Innerlich hatte ich mich schon gefragt: "Wenn wir alle etwas mitbringen, anstatt vor Ort zu kochen - was machen wir bloß bis abends um neun?". Doch meine Sorge war komplett unbegründet, denn es gab so viel zu sehen und so viel zu reden und so viel zu lachen, dass die Zeit wie im Fluge verging. Und es gab viel zu essen.


Selbstverständlich habe ich mir die meisten Rezepte bereits gespeichert, und heute will ich euch das erste davon vorstellen. Aylin von Zum Backen verführt hat tolle Parmesanknoten mitgebracht - und einen Teil davon statt herzhaft auch in der Zimt-&-Zucker-Variante angeboten. Ich kann euch nicht sagen, wieviele davon immer so nebenbei in meinem Mund verschwanden, aber es müssen so einige gewesen sein. Den Geschmack immer noch auf der Zunge, habe ich sie nun endlich nachgebacken. Das Originalrezept ist eins aus der Abteilung "wenn plötzlich Gäste vor der Tür stehen" mit fertigem Teig für Buttermilchbrötchen. Ich habe es abgewandelt, weil ich laktosefrei bleiben wollte, und habe einen Hefeteig gemacht.




Zimt - & Zucker - Knoten


Zutaten


500g Mehl
1 P. Trockenhefe
1 TL Salz
1 TL Zucker
250 ml lauwarmes Wasser

100 g Margarine (auf Milchbestandteile achten!)
200 g Zimt/Zucker-Mischung

Zubereitung



Aus den oberen fünf Zutaten einen weichen, nicht klebrigen Hefeteig erstellen und unter einem Tuch ca. 30 Minuten gehen lassen. Der Teig soll weich, aber knetbar sein.
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Den Teig noch einmal kräftig durchkneten und in ca. walnussgroße Bällchen teilen (bei mir wurden es ca. 33 Stück). Zu ca. 15 cm langen Teigstäbchen ausrollen und kleine Knoten machen. Ich habe die Enden lose gelassen, weil es witzig aussah. Wer richtige "Knoten" haben möchte, verbindet einfach die Enden. Einen Augenblick unter einem Tuch gehen lassen und dann im vorgeheizten Backoden ca. fünfzehn Minuten backen.

Zwei Schälchen bereit stellen, eine mit geschmolzener Margarine (oder Butter, wenn ihr euch nicht um Laktoseintoleranz / Veganismus der Gäste kümmern müsst) füllen, eine mit der Zimt-Zucker-Mischung. Die fertig gebackenen Knoten noch heiß in eine Tüte geben und einige Minuten darin "schwitzen" lassen, damit die Außenkruste nicht so hart ist. Dann die Knoten erst im flüssigen Fett, dann in der Zimt-Zucker-Mischung wenden, abklopfen und zur Seite legen.

Am besten frisch servieren, in einer Dose halten sich die Knoten noch 1-2 Tage frisch.


Guten Appetit!

Sonntag, August 17, 2014

Küchenteufels Süßkram: Rahmkaramell mit weißer Schokolade und Macadamianüssen

Der Herbsteinbruch im Norden hat zumindest ein Gutes: Ich stehe wieder häufiger in der Küche, ohne zu schwitzen. Wobei - bei der Zubereitung dieses Rahmkaramells bin ich doch ganz schön in Schweiß gekommen, aber das liegt eher an meinem Respekt vor Karamell. Beim Blättern durch alte Kochzeitschriften stieß ich auf dieses Rezept in der deli. Ein kurzer Check des Vorratsschrankes ergab, dass alle Zutaten vorhanden waren und schon stand ich in der Küche. Hier und da habe ich einige Arbeitsschritte verändert, aber ich hoffe, es schmeckt immer noch wie das Original. Uns hat es auf jeden Fall gemundet. Quasi wie "Sahne Muh-Muhs" mit Nüssen.

Rahmkaramell mit weißer Schokolade und Macadamianüssen

 


Zutaten


125 g Butter
200 g Zucker
1 Dose gesüßte Kondensmilch (z.B. Milchmädchen)
100 g weiße Schokolade
70 g Macadamianüsse, geröstet & gesalzen

Zubereitung


Mise en place.
Die Butter in einem weiten Topf bei kleiner Hitze schmelzen. Derweil eine eckige Form (20x20) mit Backpapier auslegen, die Schokolade fein, die Nüsse grob hacken. Den Zucker zur geschmolzenen Butter geben, laut Rezept: "karamellisieren lassen". Als kleiner Karamell-Feigling bin ich auf der niedrigsten Stufe des Herdes geblieben und habe stattdessen beständig gerührt. Mit dem Ergebnis, das quasi gar nix passierte. Die Masse wurde irgendwann erst schaumig, dann krümelig und die Butter schwamm irgendwie um die Masse herum. War ich wohl doch zu vorsichtig gewesen? Also etwas mehr Mut und ein wenig Feuer nachsetzen. Das war hilfreich, denn endlich wurde die Krümelmasse cremig und dann auch endlich karamellig;)

Zähflüssige Karamellmasse.
Laut Originalrezept sollte zu diesem Zeitpunkt die gesüßte Kondensmilch dazugegeben werden und alles gemeinsam "10 Minuten zähflüssig einkochen". Die Flüssigkeit direkt aus der Dose hatte Zimmertemperatur, während die Masse im Topf kochte: Daher wurde das Karamell im Topf leider sofort fest und ich war die kommenden Minuten damit beschäftigt, mit einem Schneebesen den Karamell auf kleiner Hitze in der Kondensmilch aufzulösen. Daher mein Pro-Tipp: Die gesüßte Kondensmilch in einem kleinen Topf erhitzen und dann erst dazu gießen. Nach ca. 5-7 Minuten war meine Masse, die ich bis dahin ständig gerührt hatte, dann endlich homogen und blubberte vor sich hin, daher gab ich die gehackte Schokolade dazu. Auch hier eine kleine Abweichung vom Originalrezept: Dort wird von "grob gehackter Kuvertüre" gesprochen, ich rate euch jedoch, die Schokolade so fein wie möglich zu raspeln. Um so einfacher und schneller läßt sie sich nämlich in der Masse schmelzen.

Wenn alles zu einer zähflüssigen Karamellmasse geworden ist, werden die gehackten Nüsse untergerührt und die gesamte Karamell-Nuss-Masse in die vorbereitete Form gegeben. Alles glatt streichen und abkühlen lassen. Ich habe eine eckige Form mit einer von unten hochhebbaren Platte, die ich z.B. für Short Bread oder Brownies nutze. Damit bekommt man solche Leckereien gefahrlos aus der Form. Das Karamell in 1x1 cm-Würfel schneiden und nett anrichten oder in Dosen verpacken und anderen eine süße Freude machen!

Guten Appetit!

Sonntag, August 10, 2014

Küchenteufel Snacks "around the world": Falafel-Bällchen

In New York gab es sie quasi an jeder Ecke: Kleine Bällchen aus Kichererbsenteig, fritiert und mit Salat und Sauce in einem Pitabrot sind sie wirklich ein toller Snack "auffe Hand". Jeder Händler hatte sie anders gewürzt und irgendwann hatte ich raus, an welchem Tag mir die Laune nach welcher Falafel-Variation stand. Das ist schon wirklich lange her und ich habe ehrlich gesagt seit dem nie wieder Falafel gegessen. Dabei ist gerade die indische Küche voll mit Rezepten aus Kichererbsen(mehl) (ja, ich weiß dass Falafel aus der arabischen Küche stammen, wobei auch eine Freundin mit israelischem Hintergrund da etwas von "Nationalgericht" murmelte) - und darüber, wie eisen- bzw. kalziumhaltig und überhaupt sehr proteinreich diese Hülsenfrüchte braucht man ja eigentlich gar nicht zu diskutieren. Also war der Plan gefasst: Heute abend stehen Falafel auf dem Tisch!

Eine Dose Kichererbsen war schnell beim tollen türkischen Supermarkt "um die Ecke" erbeutet. Normalerweise bevorzuge ich für z.B. Salate mit ganzen Kichererbsen die trockenen, über Nacht selbst eingeweichten Hülsenfrüchte. Jedoch für einen Teig, der später mit reichlich Kräutern und Gewürzen vermischt und in Fett ausgebacken wird, kann man bei Zeitnot meiner Meinung nach problemlos die Dosenvariante wählen. Mein Problem war: Wie würze ich die Dinger eigentlich richtig? Wie bei Klassikern üblich, hat quasi jede Familie ein eigenes Rezept. Eine kurze Recherche bei Freunden ergab sogar die Existenz von Bohnen oder Karotten im Teig. Ähm. Ein anderes Mal vielleicht. Also wurden (Online-) Rezepte gewälzt, der Gewürzschrank duchforstet und einfach probiert, probiert, probiert. Ich präsentiere ich euch stolz: Mein Falafel-Rezept!

Falafel


Zutaten


1 Dose Kichererbsen, Abtropfgewicht ca. 480g
2 Schalotten, fein gehackt
3 Knoblauchzehen, gehackt oder noch besser konfiert
1/2 Bund Petersilie,  gehackt
1 EL Ingwer, fein gehackt
1 Bio-Zitrone, davon einige Zesten und der Saft
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1 Eigelb - wer das weglässt, hat ein veganes Rezept!
2-3 EL Semmelbrösel + 3 EL auf einem Extrateller
Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel (Cumin), Paprikapulver, Koriander (gemahlen)
Optional: Piment, Harissa, Chilipulver, gemahlenes Zitronengras, frischer Koriander (gehackt), Sesam

Öl zum ausbacken

Zubereitung


Die Kichererbsen in ein Sieb geben, gründlich ausspülen und etwas abtropfen lassen. In einer großen Schüssel mit den Schalotten, dem Knoblauch, der Petersilie und dem Ingwer vermischen und entweder durch den Fleischwolf drehen (ich hab da ja jetzt so tolles Zubehör für die Kitchen Aid!) oder einfach mit dem Pürierstab fein häckseln. Den Saft der Zitrone dazu geben, die heiß abgewaschene Schale 2-3 x über die feine Reibe ziehe, die entstandenen Zesten zum Teig hinzufügen und alles gut vermischen. Da eingeweichte Kichererbsen nicht mehr so gut binden - ich aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mit ungekochten Hülsenfrüchten arbeiten möchte - kommen zwecks Bindung noch Backpulver, Natron, ein Eigelb und Semmelbrösel in den Teig. Wer das Ei weglassen möchte, um ein veganes Gericht zu kochen, nutzt etwas mehr Semmelbrösel.

Rohlinge und fertig ausgebackene Falafel.
Jetzt folgt die sehr persönliche Note: Die Gewürze. Für mich dürfen neben Salz und Pfeffer das Paprikapulver, der Kreuzkümmel und gemahlener Koriander auf gar keinen Fall fehlen. Das gemahlene Zitronengras fand ich zufällig im Schrank, es passte prima in meinen Teig von dem auch der Mann fleißig naschte. Meine Freundin Hanka schwört auf Piment, Chilipulver und Harissa als Würzung, das möchte ich hier aufgrund ihrer hilfreichen Tipps nicht unerwähnt lassen, kann selbst aber darauf verzichten. Dafür finde ich Sesam im Teig sehr apart. Ihr seht - Falafel sind das, was ihr daraus macht!

Der Teig sollte ca. eine halbe Stunde ruhen, am besten an einem kühlen Ort, jedoch nicht zu kalt. Eine gute Gelegenheit, einen kleinen Dip o.ä. zuzubereiten, z.B. aus feingehackter Gurke, griechischem Joghurt und ein paar frisch gehackten Gartenkräutern. In einem kleinen Topf wird neutrales Pflanzenöl erhitzt, bis an einem Holzstiel kleine Bläschen aufsteigen. Mit einem Esslöffel und feuchten Händen formt ihr kleine, ca. walnussgroße Bällchen und lasst sie auf einem vorbereiteten Teller mit Semmelbröseln herumrollen - die sind übrigens etwas gröber als Paniermehl und bringen daher m.M.n. eine bessere Konsistenz. Danach gebt ihr jeweils 3-4 Bällchen in das heiße Fett und backt sie ca. 4-5 Minuten aus, während ihr die nächste Ladung formt und rollt. Experimente mit Panko-Mehl stehen noch aus. Es geht natürlich auch ein Eisportionierer und längst gibt es im Fachhandel auch spezielle Falafel-Löffel.

Anrichten kann man die Falafel wie oben erwähnt mit frischem Salat, weiterem Gemüse und einer Joghurtsauce im aufgeschnittenen Fladenbrot (Pita o.ä.), aber auch einfach mit einem Joghurt-Gurken-Dip und Mango-Chutney. Für Sesam-Fans passt auch Tahini, am besten mit etwas Zitronensaft angemacht, und die doppelte "Kichererbsendröhnung" bekommt man, wenn man selbstgemachtes Hummus dazu serviert. Das Rezept dafür folgt irgendwann an dieser Stelle ;)

Guten Appetit!



Mittwoch, August 06, 2014

Küchenteufels Sommergetränk: Lillet Vive & Lillet Berry

Wenn wir uns in Kiels großem Stadtteilgarten, dem Schrevenpark, aufhalten, haben wir meistens Bier dabei. Oder zaubern dann und wann mal 7-jährigen Rum mit Cola bzw. hochwertigen Gin mit Thomas Henry-Tonic aus der Tasche. Der Jan lud jedoch zum Burger grillen in den Park ein, und wenn man schon mal mehr als Wurst, Nacken und Gemüsebratling grillt, sollte es auch etwas aufwändigeres zu trinken geben.

Schon etwas länger war ich um die Sommegetränketrends der letzten Jahre herumgeschlichen, aber mit Holunderblütensirup kann man mich einfach bis Meppen jagen, deshalb kein Hugo für mich. Hier und da ploppten in den Foodblogs im letzten Jahr Getränke mit Lillet Blanc auf, und so nutzte ich die Gelegenheit, die Jungs als Versuchskaninchen zu gebrauchen. Lillet Blanc ist ein Likör, der aus Bordeaux stammt und nach einem Geheimrezept aus 85% Wein und 15% Fruchtlikören gebraut wird. Ich war interessiert und habe mir zwei Getränke ausgesucht, um sie an diesem Abend zu verkosten:


Sommerdrinks: Lillet Vive & Lillet Berry


Zutaten Lillet Vive

  • 5 cl LILLET BLANC 
  • 10 cl Tonic Water 
  • Eiswürfel 
  • Garnitur: 
  • Spaß im Park.
    • 1 dünne Gurkenscheibe 
    • 1 Erdbeere 
    • 1 Minzezweig 
Zubereitung Lillet Vive

LILLET BLANC in ein Glas geben, mit 4-5 Eiswürfeln auffüllen, Tonic Water dazugeben und mit Gurke, Erdbeere und Minze garnieren.


Zutaten Lillet Berry

  • 5 cl LILLET BLANC 
  • 10 cl Russian Wild Berry 
  • Eiswürfel 
  • Garnitur: 
    • 1 Erdbeere, halbiert
    • 1 Orangenscheibe 
Zubereitung Lillet Berry


LILLET BLANC in ein Weinglas geben, mit 4-5 Eiswürfeln auffüllen und mit Russian Wild Berry aufgießen. Halbierte Erdbeere und eine Orangenschreibe dazugeben. Vorsichtig umrühren.

Wie schmeckt´s?


Die Jungs tranken Lillet Vive, ich die Version mit dem Wild Berry. Insgesamt wurden beide Getränke als "erfrischend" bezeichnet, aber irgendwie nicht der ganz große Wurf (die Flasche haben wir allerdings trotzdem geleert). Ich muss also weiter suchen.

Montag, Juli 28, 2014

Küchenteufel füllt: Bloomin´Onion Bread

Es gibt so Food-Bilder, die bleiben lange im Gedächtnis. Die Rezepte gehen zwar auf die Nachkochliste, aber ein kleiner Reiz reicht aus, um mich zu erinnern: Du wolltest doch eigentlich längst ... So geschehen mit dem "Bloomin Onion Bread", dass ich bei "siktwinfood" gesehen habe.

Manchmal braucht es aber noch einen Schub von außen. Da ich via brandnooz eine große Anzahl Buttersortenpäckchen von Kerrygold zum testen geschenkt bekommen habe, suchte ich nach Verwendungsmöglichkeiten, an denen möglichst viele Freunde teilhaben sollten. Da kam mir das Brot wieder in den Sinn. Im Original kommt das Brot wohl von "The girl who ate everything" und basiert auf einem us-amerikanischen Rezept, bei dem eine Zwiebel eingeschnitten, paniert und lecker gefüllt wird (siehe usa-kulinarisch).

Ich präsentiere als tollen TV-Snack mit Freunden:

Bloomin´Onion Bread



Zutaten

1 Brot vom Vortag (ich hatte ein Sauerteigbrot)
1 Packung Kräuterbutter, weich
ca. 200 g geriebener Käse, gern herzhaft
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
2 Zehen konfierter Knoblauch
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
ggf. Chili

Zubereitung

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Diese Ringe semeinsam mit dem Käse und dem Knoblauch mit einer Gabel unter die Kräuterbutter kneten. Mit Gewürzen abschmecken, evtl. eine in fein geschnittene Ringe geschnittene Chilischote daruntermischen.

Das Brot in ca. 1 cm-Abständen erst längs, dann quer einschneiden - sehr tief, aber nicht ganz durchschneiden. Die Käse-Buttermasse kräftig in die entstandenen Ritzen füllen. Ich habe kurzerhand die Hände genommen, das funktionierte am besten.

Das Brot auf eine große und eine kleine Lage Alufolie legen. Die kleine Lage sollte den äußeren Brotkranz einwickeln, die obere Lage das komplette Brot abdecken. Pro-Tipp: So eingewickelt kann das Brot auch schon am Nachmittag vorbereitet werden! Das komplett eingehüllte Brot für ca. 10 Minuten in den Backofen geben. Danach die obere Folie entfernen und weitere 10 Minuten backen lassen.

Aus dem Ofen holen, ein wenig abkühlen lassen, dann mit den Fingern die leckeren Brotwürfel herausziehen und genießen!

Guten Appetit!



Samstag, Juli 26, 2014

Küchenteufel: Blaubeer-Cupcakes mit Frischkäse-Frosting (laktosefrei)

Seit bei einer Freundin eine Laktoseintoleranz festgestellt wurde, interessiere ich mich für den dazugehörigen Markt an Lebensmitteln. Inzwischen weiß ich, dass in Pflanzenmargarine durchaus Bestandteile von Milch enthalten sein können, und auch die bei Kindern der 80er so beliebten "Magic Gums" sind tatsächlich nicht laktosefrei. Wer hätte das gedacht!

Selbstredend freuen wir uns bei besagter Freundin wenn sie bei uns (& mit uns) isst, und beobachten den Markt. So durfte ich feststellen, dass auch Philadelphia eine laktosefreie Variante seines Frischkäses im Kühlregal des Citti-Supermarktes plaziert hat. Natürlich bekommt man zum selben Preis wie die "normalen" Packungen gleich mal weniger Inhalt (150g statt 175g), aber wenn ich andere Anbieter betrachte, ist dies wohl immer noch günstig. Außerdem hatte ich in der Degusta-Box veganen Schlagrahm, der auch dringend verarbeitet werden wollte. Daher ist mein Beitrag zum Geburtstagsbuffet in diesem Jahr:

Heidelbeer-Cupcakes mit pinkem Frischkäsefrosting


Zutaten für 12 Stück

für den Kuchen
275 g Mehl mit 3 TL (ca. 9 g) Backpulver, gesiebt und vermischt
125 g laktosefreie Margarine
1 Ei
1 TL Vanilleextrakt
150 g Zucker
250 ml laktosefreie Buttermilch - habe ich durch 200ml veganes Schlagfix und 50 ml Wasser ersetzt
ca. 125 g Blaubeeren (TK bzw. frisch gewaschen und gesäubert)

Frosting
300 g Frischkäse, laktosefrei
200 ml Schlagsahne, laktosefrei
200 g Puderzucker
rote Lebensmittelfarbe
Dekokram

Zubereitung

Backofen auf ca. 180°C vorheizen. Margarine, Ei, Vanilleextrakt und Zucker mit dem Handrührer zu einer schönen Masse verarbeiten. Das Mehl-Backpulver-Gemisch daruntermischen. Vorsichtig die Blaubeeren unterheben.
Teig in vorbereitete Silikonförmchen oder Papiermanschetten im Muffinblech füllen. Ca. 25 Minuten backen lassen, immer wieder kontrollieren.

Wer sich weniger Arbeit machen möchte, holt die Cupcakes einfach nur aus dem Ofen, lässt sie einige Minuten stehen und stellt sie dann zum abkühlen auf eine Platte. Kurz vor dem servieren mit Puderzucker bestreuen und fertig sind die Muffins!

Viel mehr Eindruck schindet jedoch ein Frischkäse-Frosting, dass aus schnöden Muffins elegante Cupcakes macht. Da ich auf Butter im Frosting verzichten wollte (ich trau der laktosefreien Butter dann doch noch nicht), habe ich das zweite Päckchen Schlagfix zum Einsatz gebracht, dass jedoch wirklich gut gekühlt sein muss.

Puderzucker und Frischkäse miteinander vermischen, bis sich der Puderzucker aufgelöst hat und eine cremige Masse entstanden ist. Mit Lebensmittelfarbe (ich benutze lieber Puder als flüssige Farbe) einen kräftigen Rotton hineinfärben. (Laktosefreie) Sahne richtig fest schlagen und vorsichtig unterheben. In einen Spritzbeutel mit breiter Tülle füllen und die ausgekühlten Cupcakes garnieren. Am Ende mit allerlei glitzendem Dekokram bestreuen.


Guten Appetit!

Montag, Juli 21, 2014

So einfach: Pita-Brot mit Radieschen-Feta-Dip

Ich mag Kochbücher. Und Kochmagazine. Doch was ich wirklich toll finde, ist in Kochblogs zu stöbern. Denn ganz oft ist es die persönliche Note eines Textes, die mich dazu bringt, das Rezept nachzukochen bzw. zu backen. So geschehen bei Fräulein Moonstruck. Die begann ihren Bericht über ein schmackhaft aussehendes Pita-Brot mit dem Einleitungssatz: "Wieder mal ein Rezept der Kategorie "Hätte ich gewusst, wie einfach das geht und vor allem wie gut das Ergebnis ist, hätte ich es schon viel früher probiert."" Da wurde ich natürlich hellhörig und habe es in der inzwischen leicht unübersichtlichen "Nachkoch-/Nachbackliste" gespeichert.

Außerdem sind Rezepte toll, deren Ergebnis man selbst schon probiert hat. An einem irgendwie grauen, halb-warmen Tag hatten die Piraten SH als Wahlkampfauftakt für die Europawahl zum Grillen am Strand von Eckernförde geladen. Ich kam spät dazu, brachte Alkohol mit und naschte mich durch die angebotenen Schälchen. Besonders angetan hatte es mir ein leicht scharfer, cremiger, hellrosa Dip, dessen Rezept ich der "Hekate15" von Nachtfalter-SH.de abjagte. Auch hier wieder der Zusatz: "Das ist eigentlich nur Feta mit Radieschen - ganz einfach". Das hatte ich doch gerade erst irgendwo gelesen?

Mehrere Monate später war es an diesem Wochenende endlich soweit: Der Grieche meines Vertrauens hatte cremigen Feta im Angebot, die Radieschen waren frisch und nicht schon vom Mann nach dem Schneiden und putzen weggenascht worden und eine kurze Twitterrückfrage ("Muss ich die Radieschen eigentlich schnibbeln oder raspeln?") später war ich in der Küche aktiv. Nur Feta und Radieschen war mir dann doch etwas zu wenig, also hab ich noch den Frischkäse aus dem Kühlschrank verbraucht und nach Nase ein wenig gewürzt.

Der Radieschen-Dip auf meinem indischen Thali-Teller sieht mit griechischem Pita-Brot dann so aus:



Radieschen-Feta-Dip


Zutaten

2 Bund Radieschen
250 g cremiger Feta
200 g Frischkäse
3 EL Mineralwasser
2 Knoblauchzehen (vorzugsweise confiert)
Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer
1 TL Zitronensaft
Zucker

Zubereitung


Pinkfarbene Radischenraspel.
Die Radieschen vom grün befreien, das Ende abschneiden und waschen. Danach hat die Gemüsereibe der Kitchen Aid daraus ruckzuck feine Fäden geraspelt. Es geht aber natürlich auch jede andere Art von Raspel. Zur Seite stellen und die Creme herstellen.
Dafür den Feta gemeinsam mit den weichen Knoblauchzehen zerdrücken. Wer tatsächlich immer noch keinen confierten Knoblauch im Haus hat, sollte das schnellstens nachholen - und bis dahin den Knoblauch fein schneiden oder pressen. Den Frischkäse und das Wasser dazugeben und alles verrrühren. Die genannten Gewürze dazu geben. Ich kann hier keine genauen Angaben machen, weil Feta oft unterschiedlich salzig ist. Der Zucker stellt quasi ein Gegengewicht zum Zitronensaft dar.

Bei mir haben die Radieschen ziemlich Wasser verloren. Damit der Dip nicht zur Suppe verkommt, das Wasser abgießen und die Raspel ggf. noch mit den Händen auspressen. Unterheben und mit Brot o.ä. servieren.

Pita-Brot


Zutaten

360 g Mehl Typ 550
1 TL Salz
1 TL Zucker
1 Päckchen Trockenhefe
2 EL Olivenöl
175 ml lauwarmes Wasser

Zubereitung

Der Dip war fertig, aber womit dippen wir ihn denn nun auf? Eine Schnellsuche in der Nachkochliste ergab: Das o.g. Pita-Brot von Frl. Moonstruck sollte es werden, denn alle Zutaten bis auf das Maismehl waren vorhanden und Brote aus der Pfanne find ich sowieso prima.

Den Teig in sechs Teile teilen und ausrollen.
Also wurden flugs Mehl, Salz, Zucker und Trockenhefe miteinander vermischt. Dazu dann das Olivenöl und das lauwarme Wasser aufgießen und einen weichen Teig kneten - auch das übernimmt bei mir inzwischen die Küchenmaschine. Den Teig an einem warmen Ort ca. 40 Minuten gehen lassen und später in 6 Teile teilen (bei mir waren das ca. 90g pro Bällchen).

Etwa handtellergroß, aber nicht zu dünn ausrollen. Bei Frl. Moonstruck wird das Brett bemehlt, mein Teig war so wenig klebrig, dass es nicht vonnöten war. Im Originalrezept werden die Teiglinge noch in Maismehl gewendet, das ist sicherlich lecker, hatte ich aber nicht vorrätig. Während die Brote auf dem Holzbrett noch ein wenig gegangen sind, habe ich zwei Pfannen hochgeheizt und mit etwas Öl ausgesprüht. Jedes Brot mit einer Gabel etwas einstechen und von beiden Seiten backen, bis die gewünschte Farbe erreicht ist.


Guten Appetit!


Donnerstag, Mai 22, 2014

Küchenteufel backt: Bananen-Schoko-Haselnuss-Kuchen

Mein kleiner Bruder hatte Geburtstag und sich auf den Weg von FFM hierher gemacht. Daher wollte ich ihn mit einem Geburtstagskuchen überraschen. Da er keine Sahne mag, fiel die große Torte aus. Aber Bananen standen bei ihm immer hoch im Kurs, und Schokolade mag jeder.

Also habe ich ein wenig getüftelt und ausprobiert und kann nun präsentieren:

Bananen-Haselnusskuchen mit Schokosplittern


Zutaten


3 Bananen
2 Rippen dunkle Kuvertüre (100 g)

250 g Butter, weich
250 g Rohrohrzucker
1/2 TL Vanilleextrakt

4 Eier
300 g Mehl
2 EL Kakaopulver, dunkel
100 g gemahlene Haselnüsse
2 TL Backpulver

Zubereitung


Die Bananen schälen und mit einer Gabel zerquetschen. Die weiche Butter mit Zucker und Vanilleextrakt in der Küchenmaschine (oder mit dem Handrührgerät) ca. 3-4 Minuten schaumig schlagen. Mehl, Haselnüsse, Kakao und Backpulver in einer kleinen Schüssel vermischen. Nach und nach die Eier und die Mehl-Mischung zum Teig geben und weiter schlagen.

Derweil die dunkle Kuvertüre grob hacken und gemeinsam mit den Bananen kurz unter den Teig geben.

In eine Springform geben und bei 180°C ca. 45-50 Minuten backen. Auskühlen lassen und nach Wunsch & eigener Kreativität mit Sahnetupfen, geschmolzener Schokolade, Mandelsplittern o.ä. verzieren.

Montag, Mai 19, 2014

Küchenteufel bäckt: Flammkuchen mit Roter Bete auf Pizzastein (ohne Hefe)

Ich habe 2008 mein Standardrezept für den Elsässer Flammkuchen gebloggt und dabei einen fatalen Fehler gemacht: Natürlich kann man einen Flammkuchen fast zu jeder Zeit im Jahr essen, nicht nur im Herbst!

Längst hat sich dieses simple Rezept (ganz ohne Hefe - da werden scheinbar Glaubenskriege geführt!) in meine Top 10 der schnellen und dabei sehr stressarmen Rezepte geschoben. Neben dem klassischen Rezept haben sich inzwischen andere Mehlsorten sowie natürlich weitere Belagvariationen eingeschlichen.

Bei Juliane von SchönerTagNoch las ich von einer Variante mit Roter Bete, Frühlingszwiebeln und gehobeltem Parmesan. Das kam sofort auf die stetig wachsende "Nachkochliste" und wurde nun genutzt, um den Pizzastein- / Brotbackbackstein* einzuweihen. Auch dieser hat fast ein Jahr in einer hinteren Küchenecke auf seinen Einsatz gewartet und soll nun häufiger ans Tageslicht gelangen, denn es ist sicher kein Spoiler wenn ich verrate, dass es mit ihm sowohl einen Zeit-, als auch einen Geschmacksbooster gab.

Flammkuchen mit roter Bete, Frühlingszwiebeln und gehobeltem Parmesan

 

 

Zutaten

200 g Mehl (Typ 405)
2 EL Öl
1/2 EL Salz
100 ml Wasser

1/2  Becher Crème fraiche + wenig Milch
2 gekochte Kugeln rote Bete
3 Frühlingszwiebeln
1 Stück Parmesan
Pfeffer & Salz

Zubereitung


Mehl, Öl, Salz und Wasser verrühren und durchkneten. Das macht bei mir die Kitchen Aid mit dem Knetarm, die Knetschlegel des Handrührgerätes schaffen das natürlich auch. Den Backofen samt Pizzastein auf dem Rost in mittlerer Höhe auf Vollgas vorheizen (das bedeutet bei mir ca. 250°C Ober- und Unterhitze).

Die vorgekochten (oder selbstgekochten) Rote-Bete-Knollen mit Einweghandschuhen über einen Gemüsehobel ziehen, die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Einen halben Becher Crème fraiche mit etwas Milch verrühren - muss man nicht, aber ich kann es so besser verstreichen.

Dünn ausrollen und üppig belegen.
Wenn der Teig sich so geschmeidig anfühlt wie ein Ohrläppchen, wird er entweder auf die komplette Pizzasteingröße ausgerollt, oder aber in zwei Teile geteilt und mit dem Nudelholz in Wunschform geplättet. Letzteres birgt den Vorteil, dass man mit dem zum Pizzastein mitgelieferte Pizzaspatel die Flammkuchen besser in den Backofen hinein- und wieder herausbefördern kann.

Der Teig wird dünn mit der Milchmischung bestrichen und mit den Rote Bete-Scheiben sowie den Frühlingszwiebelringen belegt. Großzügig mit Salz- und Pfeffermühle darüber gehen und auf den bemehlten Pizzastein gleiten lassen. Ca. 7-12 Minuten backen (ja nach Backofen - der Rand sollte knusprig aussehen).

Die Flammkuchen herausholen und sofort mit dem Käsehobel Parmesan darüber raspeln. Mit einem Glas Wein servieren.

Donnerstag, Mai 15, 2014

Küchenteufel proteinreich: Rührei mit Muschelfleisch

Leichte, proteinreiche Speisen sind derzeit sehr gefragt. Muschelfleisch enthält viel hochwertiges Protein und Omega-3-Fettsäuren, jedoch kaum Kohlenhydrate. Auf der Habenseite können Muscheln dafür noch mit verschiedenen Mineralstoffen und Spurenelementen (Selen, Jod, Eisen, Zink etc.) Als Kind aus dem Rheinland habe ich mich schon früh auf die Muschelsaison gefreut, und auch der Mann ist als Brüsseler quasi mit den "Moules"-Schalen in der Hand auf die Welt gekommen. Tief in mir drin steckt natürlich immer noch die Regel, dass Miesmuscheln nur in Monaten gegessen werden sollten, die ein "r" enthalten. Ein alter Fischer ist Ostende hat mir mal erklärt, dass diese Regel längst überholt sei, weil die Kühlketten sich erheblich verbessert hätten (das war damals Grund 1 für diese Regel) und die EU außerdem für Frühwarnsysteme gesorgt hätte, so dass rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden könnten, wenn die Algen blühen (Vergiftungen durch Algentoxine im Muschelfleisch waren Grund 2).

Der Supermarkt meines Vertrauens hat seit einiger Zeit außerdem verführerisches TK-Muschelfleisch in der Truhe - doch was macht man mit einem kompletten Kilo Miesmuschelfleisch, wenn man keinen Eiweißschock erleben will? Also habe ich einige Muschelrezepte gesammelt, die ich euch in den kommenden Wochen vorstellen möchte. Den Anfang macht ein ganz simples Gericht, dass man sich als schnelle und leichte Proteinquelle zum Abendessen bereiten kann.

Rührei mit Miesmuscheln


Zutaten für 2 Personen


2 Schalotten, fein gehackt
ca. 200 g Miesmuschelfleisch
2 Knoblauchzehen (z.B. konfiert)
Öl
5 Eier (Größe M)
50 ml Milch
Gewürze wie Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Cayennepfeffer
n.B. frische Kräuter (z.B. Dill)

Zubereitung


Das Öl in einer Pfanne heiß werden lassen, die fein gehackten Schalotten glasig werden lassen und die zerdrückten Knoblauchzehen dazu geben. Das Muschelfleisch dazu geben und 2-3x mit Salz- & Pfeffermühle darüber gehen. Scharf anbraten und nach einigen Minuten die Hitze reduzieren.

Während das Muschelfleisch anbrät, die Eier in eine kleine Schüssel geben und samt der Milch sowie den Gewürzen mit einem Schneebesen luftig aufschlagen. Die Ei-Milch-Mischung über das Muschelfleisch gießen und stocken lassen. Je nach eigenem Gusto das Rührei einfach 3 Minuten stocken lassen, oder die Eimasse immer wieder vom Rand lösen und "krümelig braten".

Auf Tellern anrichten, frisch gehackte Kräuter darüber streuen und servieren.

Guten Appetit!

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