Mittwoch, April 22, 2015

Küchenteufels lustige Tierwelt: (Oster-) Hasen mit Cremebäuchlein

Yum
Ich klickte mich vor kurzem, im Zug zur Arbeit sitzend, durch ein Osterspecial von Yummly und entdeckte IHN: Den wahrgewordenen Osterhasentraum. Bei "I wash .. you dry" fand sich ein gar herziges Tierchen mit niedlichen Augen, einer Stupsnase und einem weichen Bauch, so dass ich gar nicht so schnell den Pinterest-Button drücken konnte, um ihn zu speichern. Flugs die wenigen Zutaten geholt, die es dafür brauchte (da es ein US-Rezept ist, war mal wieder ein Fertigprodukt im Spiel, nämlich Hörnchenteig). Und dann kam das tolle Wetter.

Ostermontag bin ich endlich dazu gekommen, ihn nachzubacken und habe ihn dem Besten aller Brüsseler serviert. Mit Erfolg! Da wir im Anschluss das Spitzenwetter draußen genutzt haben, an der Ostsee entlangzucruisen, anstatt zu bloggen, kommt er mit einigem Abstand hier auf dem Blog und ihr habt erst 2016 die Gelegenheit, dieses putzige Kerlchen auf den Frühstückstisch zu stellen. Oder ihr seid einfach feiertagsunabhängig und sucht euch euren Lieblingstag aus, dann geht das schon viel früher. Der Kleine passt immer und überall, und er erobert nicht nur Kinderherzen, versprochen!

Ich werde mit Sicherheit demnächst noch einen guten Teig aussuchen, mit dem man die Hasen auch ganz ohne Fertigteig herstellen kann. Bis dahin nehmen wir einfach die Dosen von Pilsbury (Knack&Back) und erfreuen uns daran, wie schnell es gehen kann!


Easter Bunny Cream Cheese Danish




Zutaten

2 Rollen Pilsbury Hörnchenteig
1 Packung Doppelrahmfrischkäse
1 Ei (getrennt)
60 g Zucker
Deko-Konfetti oder geschmolzene Schokolade
kleine Deko-Herzchen, rosa


Zubereitung

Den Backofen auf ca. 190°C Ober- und Unterhitze vorheizen.  Frischkäse, Zucker und Eigelb mit einem Schneebesen verrühren und beiseite stellen. Die Dosen öffnen und die Teigdreiecke mit einem scharfen Messer separieren.

Die Teigdreiecke sind nicht gerade, sondern haben leicht "Schlagseite". Immer zwei Teigstücke mit den Spitzen nach oben so aufeinanderlegen, dass die spitzen Enden ein freies Dreieck zwischen sich haben. Das Ganze sieht dann ein wenig aus wie der Kölner Dom :) Mit einem Nudelholz sorgfältig darüberrollen.

Wer sich darunter nichts vorstellen kann, schaut einfach auf der Pilsbury-US-Seite vorbei, dort findet man eine gute Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Die Öhrchen nach Wunsch abklappen, darunter den Teig leicht zusammendrücken, damit eine Rundung für den Kopf entsteht. Mit der Frischkäsecreme einen runden Bauch auf den Teig "malen" und die Ecken wie kleine Pfötchen nach innen klappen. Mit einem Messer leicht einritzen. 

Das Eiweiß mit einem Silikonpinsel auf dem Backwerk verteilen, mit dem Deko-Konfetti zwei Äuglein anbringen. Kleine rose Dekoherzen eignen sich prima als Stupsnase, wer soetwas nicht hat, nimmt einfach Deko-Konfetti in anderer Farbe. Man kann natürlich auch alles mit Zuckerschrift machen - je nachdem, was so da ist.

Die Hasen unfallfrei auf ein Backblech bringen und ca. 15 Minuten backen, bis sie eine leichte braune Färbung haben. Lauwarm genießen.

Guten Appetit!

Mittwoch, April 15, 2015

Küchenteufel rollt Pralinen: Biscoff-Trüffel (vegan)

Yum
Ich hab ja noch einige Gläser Karamellkeks-Brotaufstrich im Vorratsschrank, die ich von Lotus bekommen habe, um damit ein wenig herum zu probieren. Die Cookie Dough Cheesecake Bars waren schon ein Knaller, aber ich kann ja nicht rund um die Uhr Kuchen backen :) Also habe ich mal geschaut, was sonst noch so geht, und habe eine tolle Verwendungsmöglichkeit gefunden: Biscoff-Trüffel!

Da sowohl die Kekse als auch der Brotaufstrich vegan sind, habe ich mir nur noch die vegane Zartbitterkuvertüre aus dem Supermarkt geholt und alles zusammen zu leckeren kleinen Bällchen gerollt, die ich als kleines Dankeschön einer sich tierfrei ernährenden Kollegin schenken konnte.

Biscoff Truffles (vegan)





Zutaten

75 g Zartbitterschokolade, vegan
20 Biscoff-Karamellkekse (ca. 160g)
1/2 Glas Lotus-Brotaufstrich (ca. 200g)
Puderzucker

Zubereitung

Die Schokolade kleinhacken, in eine Schüssel geben und über dem Wasserbad behutsam schmelzen lassen. Dann das halbe Glas Karamellcreme hineinrühren und etwas stehen lassen.

Derweil die Kekse im Häcksler ganz fein mahlen - das geht prima mit dem Standmixer oder Foodprozessor, wer das nicht hat, nimmt ganz einfach einen Gefrierbeutel und schweres Gerät wie Hammer oder Nudelholz. Von den Krümeln 2-3 Esslöffel beiseite tun. Der Rest kommt in die Schokoladen-Karamell-Mischung.

Die Kekskrümel gründlich unterrühren und alles für fünf Minuten in den Kühlschrank stellen. Einmal herausnehmen, kräftig umrühren und ein weiteres Mal für fünf Minuten in den Kühlschrank stellen. Nicht viel länger, weil die Masse dann schlechter verarbeitbar wird. Sollte die Masse zu flüssig sein, mit den zur Seite gelegten Krümeln für mehr Festigkeit sorgen. Einfach unterrühren und etwas stehen lassen.

Mit zwei Teelöffeln trüffelgroße Portionen aus der Masse herausstechen. Ca. 20 Minuten "lufttrocknen" lassen. 

Eine kleine Schüssel mit Puderzucker füllen, die übriggebliebenen Kekskrümel in eine andere. Die Trüffelportionen mit kühlen Händen schnell zu Kugeln formen und entweder in den Krümeln oder im Puderzucker wälzen. In kleine Pralinenförmchen oder Minimuffinmanschetten setzen - oder einfach auf einem hübschen Teller servieren. Selbstgemache Trüffel müssen nicht ganz rund sein, je "unrunder" sie aussehen, desto charakteristischer sind sie.

Die Biscoff-Trüffel sollten kühl, aber nicht kalt aufbewahrt werden.

Guten Appetit!

Sonntag, April 12, 2015

Küchenteufels Sonntags-Scones: Pistazien-Cranberry-Scones

Yum
Scones? Biscuits? Wie man dieses britische Teegebäck nennt, dass in der (britischen) Welt zumeist mit einem großen Klecks "clotted cream" und reichhaltiger Marmelade zum Fünf-Uhr-Tee verzehrt, darüber wird im Netz heiß debattiert (Serious Eats - Scones vs. Biscuits). Kann mir jedoch egal sein, ich will es ja nur backen. Und essen. :) Da wir eigentlich fast jeden Sonntag welche zum Frühstück haben (oder eher zum "Spätstück" *aehm*) möchte ich sie jetzt einfach mal als feste Rubrik auf den Blog setzen. Also werdet ihr ab sofort immer mal wieder Sonntags ein Sconesrezept auf dieser Seite finden. Im Normalfall sind diese schnell gemacht, oft mit Zutaten, die ein Backfreak eh im Haus hat. Vielleicht heißt es dann bei euch ja auch häufiger mal "Sonntags-Scones"!

Bei Southern Living fand ich das Rezept für diese Variante mit Pistazien und Cranberry. Ich habe beide Zutatenmengen etwas erhöht und den Rest hoffentlich gut für uns umgerechnet. Uns hat es auf jeden Fall sehr gut geschmeckt.

Um die kalte Butter zügig unterzukneten, habe ich mir in England einen "pastry blender" bzw. Teigmischer* bestellt (siehe Bild unten). Früher hatte ich immer den Eindruck, die Butter mit meinen Händen aufzuwärmen und dabei den "kalte-Butter-Effekt" im Teig zu verlieren. Weiterer positiver Effekt: Die Hände bleiben schön sauber :) Da ich dieses Rezept mit den Zutaten gemacht habe, die ich im Haus hatte, habe ich fette Konditorsahne genommen und sie sind wirklich toll geworden. Ob es am zusätzlichen Fett lag? Ich werde es beizeiten nocheinmal mit "normaler" Sahne testen. Was ihr auf jeden Fall tun solltet: Weinsteinbackpulver benutzen. Im ersten Testlauf hatten wir alle einen fiesen Backpulvergeschmack an den Zähnen, das muss ja nicht sein.

Am besten schmecken diese Scones noch leicht warm mit gesalzener Butter oder "clotted cream", Doppelrahmfrischkäse geht aber auch gut. Marmelade muss gar nicht sein, weil die Scones durch Cranberries und Pistazien eine Menge Geschmack mitbringen.


Scones mit Pistazien und Cranberries




Zutaten

250g Mehl Typ 550
50 g Zucker
1 EL Weinsteinbackpulver
1/2 TL Salz
110 g kalte Butter in ca. 1 cm großen Würfel geschnitten
35 g Cranberries
35 g Pistazien
230 ml Sahne (aufgeteilt auf 200 + 30 ml)


Zubereitung

Den Backofen auf 230°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Im Kühlschrank Platz für eine große Schüssel freiräumen.

Mehl, Zucker, Backpulver und Salz in eben dieser großen Schüssel vermischen. Die kalte Butter in Würfel schneiden und mit dem Pastry Blender schnell unterarbeiten, bis der Teig streuselartig wird. Dann die Schüssel für 5 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Währenddessen Cranberries und Pistazien grob hacken. Ich benutze bei diesem Rezept lieber die Trockenfrucht-Variante aus der Tüte, weil die frischen so viel Saft verlieren. Wenn ihr lieber mit frischen Beeren arbeitet, nehmt diese.

Den Teig aus dem Kühlschrank holen und erst die gehackten Zutaten, dann 200 ml der Sahne unter den Teig rühren, bis alle trockenen Zutaten feucht geworden sind.

Ein Blatt Backpapier (oder eine Silikonmatte) auf ein Backblech legen, leicht einölen und den Teig als Klumpen darauf geben. Wer Scones gern als Dreieck isst, sollte den Teig als Kreis platt drücken, dass der Durchmesser ca. 18 cm (7 inch) beträgt und dann in acht Teile teilen. Ich mag es, ein Rechteck zu erstellen und dieses dann einmal quer in der Mitte und dann drei Mal  längs zu zerteilen, so dass ebenfalls acht Stücke entstehen.

Die Teigdreiecke /-quader mit einem Silikonspatel oder Messer etwas anheben und auf dem Backpapier verteilen, so dass zwischen den Scones ein wenig Platz zum aufgehen bleibt (3-4 cm).

Ca. 15 Minuten backen - oder bis sie an den Rändern leicht braun sind. Nur kurz auskühlen lassen, warm servieren und genießen.

Guten Appetit!



Mittwoch, April 08, 2015

Küchenteufel vegetarisch: Zucchini-Küchlein mit Parmesan

Yum
Es begab sich vor einigen Tagen, dass ich auf zwei Zucchini traf, die am Gemüsestand "nimm uns mit" riefen, obwohl etwas völlig anderes zum Abendessen geplant war. Sie sahen ansprechend aus und waren günstig, deshalb wanderten sie mit ins Körbchen und von dort in den Kühlschrank. Wo sie auch blieben.

Nun geht es bald nach Indien und der Kühlschrank muss leerer werden. Eier, Parmesan, eine Tüte Pankomehl und eben diese Zucchini sollten also zu einem Gericht verarbeitet werden und meine Nachkochsammlung, die ich nach der letzten großen Zucchini-Schwemme angelegt habe, spuckte mir gleich zwei Rezepte aus: "Zucchini-Cakes" und "Zucchini Parmesan Chips". Zwei sehr unterschiedliche Gerichte, dieselben Zutaten? Tatsächlich.

Die Zucchini Cakes aka "Zucchiniküchlein" sind aus mehreren Vorlagen entstanden. Die Würzung habe ich von Life´s Ambrosia, die Zubereitungsart stammt von Flavourite. Panko ist übrigens ähnlich wie Paniermehl, nur gröber und sorgt dafür, dass ein Gericht auch richtig Biss bekommt. Wenn ihr es nicht bekommen könnt, ist das sehr schade, aber durch Paniermehl / Semmelbrösel ersetzbar.

Da wir die Küchlein mit einigen leckeren Saucen gegessen haben, wuchs die Idee, sie vielleicht auch mal als Patty für Gemüseburger zu benutzen. Dafür einfach das Küchlein in einer Hamburgerpresse auf die richtige Größe pressen und später mit Gemüse, Saucen und Käse im Burger-Bun servieren.


Zucchiniküchlein mit Parmesan





Zutaten

1 Zucchini, mittelgroß
1 Ei, Größe M
35 g Pankomehl
40 g Parmesan, fein gerieben
1 Knoblauchzehe, konfiert (oder sehr fein gehackt)
Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Muskatnuss nach Geschmack


Zubereitung

Um die Zucchini fein zu schreddern, benutze ich die Kitchen Aid Gemüsereibe. Zucchini heiß abspülen, die Enden abschneiden und ab durch die Reibe. Ihr könnt natürlich auch jede andere Gemüsereibe benutzen oder euch kräftig mit dem Messer austoben. Am Ende die Zucchiniraspel in ein Küchentuch geben und fest drücken, um Feuchtigkeit herauszunehmen. Parmesan fein reiben.

Den Backofen auf ca. 200°C vorheizen. 
 
In einer Schüssel Pankomehl, Parmesan, Knoblauch und das Ei vermischen. Salz, Pfeffer, Paprikapulver nach Geschmack zufügen, obenauf ein wenig Muskatnuss (Vorsicht vor Überdosierung - sonst schmeckt am Ende alles irgendwie nach Muskatnuss). Dann die Zucchiniraspel dazugeben und alles gut vermengen. Ca. 5 Minuten stehen lassen, dann erneut durchrühren und die Masse in vier Teile teilen. Runde Küchlein, Frikadellen oder Patties formen.

In einer Pfanne Öl erhitzen und die vier Küchlein von einer Seite ca. 2 Minuten braun werden lassen. Wenn ihr eine Pfanne mit abnehmbarem oder Metallgriff habt, stellt ihr die Pfanne einfach mit den Küchlein in den Backofen. Wenn das nicht geht, transferiert sie vorsichtig auf ein Backblech. Im vorgeheizten Backofen ca. 10 - 12 Minuten backen.

Die Pfanne aus dem Backofen nehmen und die Gemüseküchlein vorsichtig wenden. Zurück auf den Herd stellen und von der anderen Seite ebenfalls wenige Minuten bräunen lassen.

Mit Tomatensugo, Joghurt-Kräutersauce oder Mango-Relish servieren - oder wie oben erwähnt als Burger servieren.

Guten Appetit!

Freitag, April 03, 2015

Pulled Pork aus dem Slow Cooker

Yum
Wenn ich ein neues Spielzeug für die Küche kaufen will, muss ich das schon sehr gut begründen. Es ist nicht so, dass ich mir das Geld von meinem Kerl holen müsste, aber wir haben ein wööönzig kleines Platzproblem und daher sollten größere (also räumlich groß) Anschaffungen schon mal besprochen werden. Wie ein "Slow Cooker".

Schon einige Zeit geisterte dieses Gerät durch meine Foodie-Timeline und ich entdeckte immer mehr Rezepte, die sich sehr gut in einem solchen "Crock Pot" zubereiten lassen würden. Erbsensuppe, Bolognesesauce, Tomatensuppe, diverse Stews - die Liste wurde immer länger. Doch wie mache ich das dem Alex im wahrsten Sinne des Wortes "schmackhaft"? Na klar, mit pulled pork.

Denn um dieses Gericht schleicht der beste Freund von allen schon so lange herum, dass ich versucht war, einfach eine Packung Fertig-Pulled-Pork vom dänischen Fleischbaron zu erwerben, aber das Stichwort war längst klar: selbstgemacht sollte es sein. Und damit hatte ich ihn dann, denn im Slow Cooker kann man ganz hervorragend schonend Fleisch garen, so dass es sich danach ganz leicht mit einer Gabel zerteilen läßt ("pulled"), auch wenn es kein Filet ist. Gesagt, getan. Wir haben uns also im letzten Jahr einen Slow Cooker mit 3,5l-Fassungsvermögen von Andrew James bestellt und ich muss sagen, dass es für zwei Personen genau die richtige Größe ist. Pulled Pork sogar für vier.



Damit das pulled pork den richtigen Geschmack bekommt, legt man das Stück Fleisch vorher einige Zeit in einer Marinade ein oder reibt es mit einem sogenannten "Rub" ein. Alex hatte sich bei einem Besuch einer Tim-Mälzer-Liveshow im Hamburger CCH mal zu einem Cajun-Rub inspirieren lassen, dass er seitdem regelmäßig zum Einsatz bringt, egal ob bei Grillfleisch oder dem selbst gemixten Mexikaner. Auch beim pulled pork hat dieser Rub bereits einige Male gute Dienste geleistet und nun ist endlich mal Zeit, dieses Gericht zu verbloggen, dass jedoch einige Zeit zur Vorbereitung benötigt.

Pulled Pork wird mit BBQ-Sauce vermischt und gemeinsam mit Kraut im Brötchen serviert. Das Kraut habe ich mir an der Fleischtheke mitgenommen, weil ich wenn dann gleich einen ganzen Weißkohl zerhäcksle und aufgieße - das wäre dann doch ein wenig zu viel für ein paar Brötchen ;) Apropos Brötchen: Das aktuell beste Burger Bun Rezept habe ich bei moeys kitchen gefunden, schnell gemacht und sehr lecker! Die Sauce habe ich aus einem Rezept von usa-kulinarisch, allerdings haben wir den dort angegebenen Heinz-Ketchup durch eine andere Marke ersetzt, der sonst von mir so geliebte Heinz war eindeutig zu essiglastig.

Pulled Pork aus dem Slow Cooker




Zutaten

  • 2 kg Schweinenacken im Stück
  • selbstgemachter Rub, bestehend aus
    • 6 EL Rohrzucker 
    • 3 EL Paprika, edelsüß 
    • 3 EL Pimento de la Vera 
    • 3 EL Paprika, rosenscharf 
    • 6 EL Meersalz, fein 
    • 1,5 EL Pfeffer, schwarz 
    • 3 EL Piment 
    • 3 TL Korianderpulver 
    • 3 TL Knoblauchpulver
  • 500 ml Apfelsaft + 3 EL Rohrzucker

Zutaten für die BBQ-Sauce 
  • 900 ml Tomatenketchup
  • 250 ml Wasser
  • 4 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 60 g Rohrohrzucker
  • 1 EL Tabasco
  • 30 g Worchestershiresauce
  • 10 g schwarzer Pfeffer
  • 50 ml Bourbon

Zubereitung

Das Stück Fleisch am Nachmittag mit dem Rub kräftig einreiben und in Folie einpacken. Ich benutze zwei große Gefrierbeutel dafür. Immer wieder von außen kräftig durchwalken und über Nacht im Kühlschrank lassen.

Am nächsten Tag den Apfelsaft mit dem Rohrzucker vermischen und ein Drittel in den Slow Cooker geben. Das Fleisch in der Mitte plazieren und den Rest der Apfelsaft-Zuckermischung darübergeben. Auf "high" acht Stunden garen lassen. Der Deckel bleibt dabei bis zum Ende geschlossen.

Rechtzeitig die Brötchen vorbereiten und aufgehen lassen. So backen, dass sie noch warm serviert werden können.

Für die BBQ-Sauce alle Zutaten außer dem Bourbon in einen kleinen Topf geben und auf keiner Hitz köcheln lassen. Am Ende den Alkohol dazugeben.

Am Ende des Garprozesses das Fleisch aus dem Slow Cooker holen und schnell mit zwei Gabeln zerteilen ("pullen"). Mit der BBQ-Sauce vermischen und gemeinsam mit dem Krautsalat im Brötchen servieren.

Andere Darreichungsformen sind z.B. als Wrap im Tortillafladen (da hatten wir eine Cola-basierte Sauce) oder mit Tzaziki in der Pitatasche.



Guten Appetit!





Sonntag, März 29, 2015

Zutaten selbst herstellen: Lemon Extract und Toffee Bits

Yum
Ich stöbere gern in britischen und US-Foodblogs und habe dort bereits zahlreiche tolle Rezepte gesehen, die ich gern für den deutschen Gaumen umgebaut nachkoche und meine Liebsten damit verwöhne. Leider fehlen mir da häufig einige Zutaten, die in anderen Ländern ganz problemlos im Supermarkt erhältlich sind - und ich habe nur wenig Lust, ständig viel Geld auszugeben, um sie mir einfliegen zu lassen. Deshalb will ich damit beginnen, diese Produkte einfach selbst herzustellen und natürlich möchte ich euch daran teilhaben lassen. Den Anfang macht ein "Lemon Extract", den ich für den Starbucks Lemon Loaf benötigte und "Toffee Bits" für Cookies oder "Cowboy Bark" - die dazugehörigen Links werden nach Rezeptveröffentlichung natürlich noch hier eingetragen :) - Und es ist wirklich so einfach!

Lemon Extract




Zutaten

3 Bio-Zitronen
200 ml hochprozentiger Alkohol 
(ich habe Korn benutzt, der war gerade im Haus)

Zubereitung

Die Biozitronen heiß abwaschen und trocknen. Mit einer Zestenreibe alles gelbe von der Schale fein herunterreiben. Möglichst keine weiße Haut mitnehmen. Die entstandenen Zesten mit 200 ml hochprozentigem Alkohol (Wodka oder Korn) in eine kleine Flasche geben und vier Wochen an einem dunklen Ort stehen lassen. Immer wieder schütteln und dann nach Bedarf verwenden. 

"Lemon Extract" ist hochkonzentrierte Zitrone (und besser als die "Plastikzitrone") und deshalb ein guter Ersatz für Zitronensaft, der ggf. den Kuchenteig verflüssigen würde. Man benutzt es wie den "Vanilla Extract", der ja eigentlich auch nur aus einer aufgeschlitzten Vanilleschote in Vodka besteht.


Homemade Toffee Bits




Zutaten

110 g Butter
100 g Zucker
2 EL Wasser
Prise Salz

Zubereitung

Für diese Zutat ist ein Zuckerthermometer notwendig! 

Alle Zutaten in einen kleinen Topf geben und bei kleiner Hitze ca. 5 Minuten köcheln lassen. Regelmäßig mit einem Holzlöffel durchrühren. Wenn der Zucker sich aufgelöst hat, das Zuckerthermometer anklippen, die Hitze leicht erhöhen und weiterköcheln lassen, bis das Zuckerthermometer 148°C (300°F) anzeigt. Dabei weiter regelmäßig rühren, es dauert bei mir ca. 8 Minuten, bis diese Temperatur erreicht wird. Der Karamell sollte golden sein. Sollte die Farbe sich schon früher verändern, sofort mit dem nächsten Schritt weitermachen!

Ein Holzbrett mit Backpapier auslegen (oder eine Silikonmatte nutzen) und den Karamell darauf ausgießen. Entweder das Blech bewegen, damit sich der Karamell verteilt, oder mit dem Holzlöffel dünn ausstreichen. Abkühlen lassen und in kleine Stücke brechen. Ich benutze Backpapier, dass ich einfach zusammenknülle und drücke, bis ich Karamellstücke in der gewünschten Größe habe :) In kleine Tütchen packen und bis zur Verwendung verschlossen lassen. Diese Toffee Bits gibt es von Hershey´s und ich bin wirklich froh, sie endlich selbst machen zu können. Ich freue mich schon auf einen Sommer voller toller Produkte mit Toffee Bits :)

Donnerstag, März 26, 2015

Küchenteufels Pastadinner: Zitronen-Spaghetti mit Knoblauch-Thymian-Champignons (vegan)

Yum
Nudeln machen glücklich. Mich zumindest. Und scheinbar auch ganz viele andere Menschen, denn es gibt so unfassbar viele tolle und abwechslungsreiche Pastarezepte, dass man quasi über Jahre jeden Tag ein anderes Rezept zubereiten könnte. Ich kann eure Gedanken gerade hören: "Wenn dafür nur die Zeit wäre ..."

Dass schmackhaft und abwechslungsreich zu kochen nicht aufwändig sein muss, möchte ich euch ja eigentlich mit jedem Rezept auf diesem Blog zeigen. Möglichst wenig Aufwand bei viel Ergebnis, könnte man sagen. Deshalb möchte ich euch heute ein tolles Pastagericht von Nigella Lawson vorstellen: Linguine with Lemon, Garlic, and Thyme Mushrooms. Eigentlich werden nur Pilze geschnitten, mit anderen Zutaten in eine große Schüssel gegeben und dann mit frisch gekochter Pasta vermischt. Fertig! Und sooooo lecker!


Ich habe die Angaben für deutsche Begriffe umgerechnet und die Linguine durch Spaghetti ersetzt, weil ich die noch im Schrank hatte. Ansonsten habe ich mich ziemlich genau an das Originalrezept gehalten. Wie die Beschreibung schon andeutet, ist das Gericht nahezu tierfrei - nur wenn ihr am Ende Parmesan darüberreibt, ist es damit vorbei. Schmeckt aber auch ohne den würzigen Käse ganz hervorragend, versprochen!



Nigella selbst bezeichnet dieses Gericht als eines ihrer "proudest creations". Man kann es schnell für viele Menschen kochen, aber auch nur für sich selbst zum immer wieder und wieder Nachschlag holen. Dabei schmeckt es heiß genauso gut wie kalt und ehrlich gesagt finde ich es lauwarm am besten. Vielleicht liegt es daran (oder an dem tollen Zitronenaroma, dass man sofort in der Nase hat), dass ich sofort an den Sommer denken muss, wenn ich es verspeise. Also Leute - es kann sein, dass ich häufiger mal mit einer großen Schüssel dieses Gerichtes bei vegetarischen / veganen Potlucks oder einfach im Park auftauchen werde :) 

Zitronen-Spaghetti mit Knoblauch-Thymian-Champignons 

nach Nigella Lawson

 



Zutaten

250 g braune Champignons (in feine Scheiben geschnitten)
1 Biozitrone, sowohl die Zesten als auch der Saft 
1 TL vom Zweig abgezupfte Thymianblättchen (ca. 4 Zweige)
80 ml Olivenöl, extra native
1,5 TL Meersalz
1 Knoblauchzehe, konfiert oder sehr fein gehackt
500 g trockene Pasta, vorzugsweise Spaghetti, Bavette, Linguine - oder einfach eure Lieblingspasta
einige Zweige glatte Petersilie, Blätter frisch gehackt
2 - 3 EL Parmesan, frisch gerieben 
(ACHTUNG! Für tierfreie Version vegetarische / vegane Alternative nutzen.)
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Die braunen Champignons putzen und in nicht zu dicke Scheiben schneiden. Bei großen Pilzen einfach vorher halbieren. Da sie nicht gekocht werden (also nicht mehr "schrumpfen", entscheidet ihr am besten selbst, wie groß sie zum angenehmen essen sein sollten :)

Die Biozitrone heiß abwaschen, abtrocknen und die Zesten abschaben. Die Zitrone mit kräftigem Druck auf einer Holzplatte hin- und herrollen. Die Blättchen der Thymianzweige abstreifen - wer nur getrocknete im Haus hat, sollte lieber die nehmen, als sie ganz wegzulassen. Dann einfach ein wenig im Olivenöl feucht werden lassen.

In einer großen Schüssel das Olivenöl mit der Knoblauchzehe (konfierte Zehe mit einer Gabel zerdrücken, sonst die Zehe ganz fein hacken), den Zitronenzesten und den Thymianblättchen vermischen. Die Zitrone halbieren und kräftig ausdrücken. Auf die Kerne achten! Alles miteinander vermischen. Die Champignons dazu geben und alles behutsam miteinander vermischen. Durchziehen lassen.

In einem großen Topf Wasser zum kochen bringen, salzen und die Nudeln nach Packungsanweisung kochen. Mit einer Suppenkelle zwei Portionen des Nudelwassers abschöpfen und beiseite stellen. Dann die Nudeln abgießen und noch heiß unter die Pilze mischen. Alles etwas ziehen lassen und die Petersilienblätter abzupfen und hacken - ich liebe den Geruch von frischer Petersilie :). Kurz vor dem Servieren unter die Nudeln heben.

Das Gericht in heiß ausgespülten Tellern anrichten, mit etwas frisch gemahlenem Pfeffer und grob geriebenem Parmesan bestreuen. Wer vegetarisch / vegan essen möchte, ersetzt den Käse einfach durch eine Alternative (Schmelz etc.)

Da mich Nudeln, wie eingangs gesagt, sehr glücklich machen, möchte ich mit diesem Rezept gleichzeitig Julia von kochlie.be zum dritten Bloggeburtstag gratulieren. Ihr Blogevent-Motto lautet: "Glücksküche" und was kann da besser passen als ein tierfreies Pastagericht mit Kräutern, Champignons und frischer Zitrone?


”glueckskueche_500″

Guten Appetit!

Dienstag, März 24, 2015

Küchenmumien-Challenge: Blaubeer-Joghurt-Kuchen mit Vanille-Zitronen-Guss

Yum
Eigentlich wollte ich ja etwas ganz anderes backen. Nämlich einen Zitronenkuchen, der so lecker schmeckt, dass meine Freunde sich nicht mehr für 2,50 Euro pro Scheibe (!) den von Starbucks holen müssen. Auf der Suche nach einem "copycat"-Rezept - so heißt es, wenn jemand das Originalrezept eines bekannten Produkts veröffentlicht oder zumindest annährend nachbaut - landete ich bei "Avery cooks". Für ihr Rezept wurde jedoch eine Zutat benötigt, die ich mir erstmal selbst herstellen musste, nämlich Lemon Extract. Da ich in der Küche direkt Bio-Zitronen und hochprozentigen Alkohol stehen hatte, wurde dies sogleich in die Tat umgesetzt (näheres erfahrt ihr in einem gesonderten Blogpost), aber ich wollte doch jetzt etwas backen? Glücklicherweise hat Avery direkt unter ihrem Starbucks Lemon Loaf auch noch ein Bild von einem Blaubeerkuchen plaziert. 

Blaubeeren, Blaubeeren ... da hatte ich doch eine Packung TK-Ware für die letzte "ich back´s mir"-Runde vom Tastesherrif geholt und dann doch nicht verwendet ... also eigentlich ein klassischer Fall für meine "Küchenmumien-Challenge"-Kriterien! Also das US-Rezept fix umgerechnet, hier und da die Zutaten etwas erweitert, damit ich keine Reste vom griechischen Joghurt hier stehen hatte und ich muss sagen, Avery hatte Recht: Der Kuchen ist schneller zusammengerührt und gebacken als der Blogpost geschrieben ist. Also, wer Blaubeeren (oder andere Beeren nach Wunsch) in einen fluffigen und schnell gemachten Kuchen packen möchte, sollte dieses Rezept ausprobieren. Es wird übrigens bewußt mit Öl und nicht mit Butter gebacken, um die Fluffigkeit zu erhöhen.

Wer gerade die Gelegenheit hat, frische deutsche Blaubeeren zu bekommen, sollte natürlich diese nehmen. Außerhalb der Saison solltet ihr sie nicht aus dem Ausland einfliegen lassen, sondern TK-Ware nutzen. Diese Beeren dann aber nicht auftauen, sondern direkt gefroren in den Teig geben, weil die TK-Variante mehr Blaubeersaft abgibt als die frischen Beeren.

Blueberry - Yoghurt - Cake with Vanilla - Lemon - Glaze



Zutaten

2 Eier (Größe L)
300 g griechischer Joghurt 
(alternativ auch Blaubeerjoghurt)
100 g weißer Zucker
100 g brauner Zucker 
(am liebsten Demerarazucker)
115 ml pflanzliches Öl
1 TL Zitronenzesten aus Biozitrone
1,5 TL Vanillaextrakt
180 g Mehl (Typ 405)
1 P. Backpulver
1 TL Natron
200 g Blaubeeren (TK oder frisch)

Für den Guß:
3 TL Zitronensaft (aus der o.g. Zitrone)
1,5 TL Vanillaextrakt
ca. 100 g Puderzucker

Zubereitung

Den Backofen auf 175°C vorheizen (Ober- und Unterhitze) und eine quadratische Backform mit Backpapier auslegen (meine Lieblingsform hat 9x9 inch). Alternativ könnt ihr die Form natürlich auch einfetten und mit Mehl oder Semmelbröseln ausklopfen.

In einer großen Schüssel die Eier, den Joghurt und Zucker vermischen. Öl, die Zitronenzesten und die Vanille unterrühren. Mehl, Backpulver und Natron vermischen und löffelweise zur Eier-Joghurt-Mischung geben. Kurz unterrühren, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind. 150 g TK-Blaubeeren (im gefrorenen Zustand) schnell in den Teig rühren und alles zusammen in die Form gießen. Die restlichen Blaubeeren auf dem Teig verteilen und in den vorgeheizten Backofen geben. ca. 40 Minuten backen. Der Kuchen ist fertig, wenn die Zahnstocherprobe sauber bleibt oder die Ränder leicht braun werden.

Den Kuchen herausnehmen und ca. 15 - 20 Minuten auskühlen lassen. In einer kleinen Schüssel die Zutaten für den Guß vermischen, bis der Puderzucker klumpenfrei ist. Ich habe mir vor kurzem einen kleinen Silikonbehälter mit verschiedenen Tüllen gekauft. Damit kann ich ganz stressfrei den Vanille-Zitronen-Guß auf den Kuchen applizieren. Es geht natürlich auch prima mit einem Gefrierbeutel mit abgeschnittener Ecke oder Einwegspritzbeuteln.



In Stücke schneiden und genießen. 

Guten Appetit!



Sonntag, März 22, 2015

Küchenteufel zu Besuch bei den "Kitchennerds" (Social Media Week HH)

Yum
"Social Media Week". Allein der Name dieser weltweit stattfindenden Veranstaltung mit Vorträgen, Workshops und abendlichen Treffen klingt schon nach viel Spaß, viel Input und vor allem vielen Leuten, die ganz ähnlich ticken wie man selbst. Die nicht sofort panisch aufspringen, wenn man mit dem Mobiltelefon ein Foto vom Essen macht oder argwöhnisch die Augenbraue lupfen, wenn man kurz etwas bei Twitter veröffentlicht. So habe ich also auch in diesem Jahr das Programm in Hamburg interessiert durchgeguckt und gleich am Eröffnungstag eine interessante Veranstaltung entdeckt: "SmwHH Networking-Supperclub mit Kitchennerds".

Meine Foodbloggerfreundin Sandra, die man auch als "Schlemmerliese" kennt, hat gemeinsam mit ihrem Partner das Startup "Kitchennerds" gegründet, bei dem man in Hamburg privat oder für Veranstaltungen Köche mieten kann. Entweder als Koch in der eigenen Küche, so dass man Zeit für seine Gäste hat, oder als Kochkurs, bei dem alle Beteiligten auch noch Wissen mitnehmen können. Da Sandra bei den digital media women sehr aktiv ist, hat sie sich nicht nehmen lassen, für die Social Media Week ebenfalls eine Veranstaltung durchzuführen und lud nun zu oben genanntem Supper Club in das Kochatelier oberfein in Hamburg. Entscheiden mussten wir uns nur, ob wir die vegetarische oder Fleischvariante des Menüs wollten und ob wir unsere Getränke selbst anschleppen würden (*bring your own bottle*). Wir hofften jedoch, dass es vor Ort Getränke zu kaufen gäbe (sonst wären wir mal kurz in den Supermarkt geflitzt, Eimsbüttel hat da ja einiges zu bieten).

Das Oberfein liegt etwas versteckt im Hinterhof und bietet neben einer offenen Küche und einer langen Holztafel noch eine kleine "Kuschelecke" mit Sofa und TV. Der große Kühlschrank im Raum war bereits gut gefüllt mit den Weinempfehlungen, die uns Sommelier Jan Lipka bereits passend zu den drei geplanten Gängen von Kitchennerds-Koch und Youtuber Niklas Zeiner von "Du musst essen". Nach und nach tröpfelten die Gäste, von denen einige ja zuvor noch bei der Eröffnungsveranstaltung der Social Media Week HH gewesen waren, in das Kochatelier, bevor von Sandra einige einleitende Worte gesprochen wurden. Jan Lipka erzählte uns dann von den Herausforderungen der Weinauswahl vor allem zur Vorspeise (Rotkohlsuppe) und stellte uns je einen Weiß-, einen Rot- und einen Dessertwein vor, die glas- oder flaschenweise zum Selbstkostenpreis erworben werden konnten. Glücklicherweise war die bunt zusammengewürfelte Runde von Menschen, die sich zumeist nicht oder nur vom sehen kannte, sehr entspannt, so das der Wein einfach flaschenweise in die gesamte Runde geworfen wurde und am Ende bis auf eine Flasche Rotwein (die Alex sich dann für zu Hause gekauft hat!) alles weggetrunken war.

Koch Niklas hantierte derweil entspannt und souverän in seiner offenen Küchenecke. Er hatte, wie es sich für einen stressarmen Abend gehört, schon einige Dinge vorbereitet und ich hatte schon zu diesem Zeitpunkt den Gedanken, dass ich wohl doch lieber die vegetarische Variante hätte bestellen sollen - die Falafel sahen schon im Rohzustand köstlich aus!

Der Teufel steckt ja manchmal im Detail, und daher muss ich es ansprechen: Es gab wirklich nix zu meckern. Sandra hatte spontan noch eine große Menge Wasser besorgt und die Tische liebevoll eingedeckt. Hungrig, wie wir waren, nahmen wir bunt zusammengewürfelt Platz, machten uns mit unseren Sitznachbarn bekannt und taten wir uns gleich an Brot und Cremes im Weckglas gütlich.

Niklas servierte uns als Vorspeise ein "Rotkohl-Süppchen mit Schwarzkümmel und Vollkornbrot-Chip mit Makrelen-Creme". Die Suppe war sämig, gut abgeschmeckt und hatte durch zusätzliche Rotkohlstreifen genügend Biss. Ich habe mir bereits fest vorgenommen, sie irgendwann mal nachzubauen, auch wenn das wahrscheinlich einige Probiererei erfordern wird (es sei denn, Niklas stellt irgendwann mal ein Video darüber auf sein tumblr). Dazu reichte er ein Stück geröstetes Vollkornbrot mit einer Makrelencreme und zu einer groben Guacamole verarbeiteten Avocado. Normalerweise mag ich keine Avocado und Alex keine Makrele - doch die Kombination aus beidem sorgte dafür, dass wir beide diesen frischen Happen wirklich toll fanden.



Der Hauptgang war zweigeteilt zwischen den Fleischbestellern, die geschmorte Rinderhüfte mit Steckrüben-Pürree, Steckrübe süß sauer, gebackenem Rosenkohl und Petersilie-Pesto erhielten, sowie der vegetarischen Variante mit Kichererbsen-Falafel mit Minze und Kreuzkümmel zu denselben Beilagen. Hier musste ich mal wieder feststellen, dass ich kein großer "Hauptgerichtesser" bin und beim nächsten Mal wahrscheinlich eher die vegetarische Variante bestellen würde. Die Hüfte aß ich nur zur Hälfte, die Steckrübenvarianten waren alle sehr kreativ und gut abgeschmeckt, mir jedoch teilweise zu scharf und mit Rosenkohl kann ich nur selten etwas anfangen (das ist ja nicht die Schuld vom Koch). So hatte Alex mehr davon, denn natürlich blieb auf unseren Tellern kein Krümelchen liegen.



Zwischen den Gängen hatte ich mich mit den Menschen in meinem direkten Sitzumfeld schon gut unterhalten. Ein wenig "und, wie bist Du hier dazu gekommen?" natürlich auch etwas "was machste denn so beruflich?" und viel netter privater Smalltalk, der auch zu "ich hätte gern noch Rotwein, wenn jemand mittrinkt, spendiere ich die nächste Flasche" führte. Bevor wir das Dessert gereicht bekamen, trat Sandra, die ansonsten als gute Gastgeberin im Hintergrund agierte, Wasser nachschenkte und alles am Laufen hielt, an uns heran und regte eine Vorstellungsrunde an. So erfuhren wir von einigen Freelancern, neuen Startup-Ideen, einigen menschlichen "Anhängseln" ("ich wurde mitgeschleift" *lach*) und interessanten Berufen, die mit der Social Media-Welt nur begrenzt etwas zu tun hatten. Es wurde viel gelacht und nebenbei schon mit dem Mobiltelefon FB-Seiten geliked und hier und da ein Visitenkärtchen ausgetauscht.

Wir müssen uns wohl nicht darüber unterhalten, dass Desserts immer die Krone eines mehrgängigen Menüs sind, oder? Auch wenn ich ein großer Vorspeisenfan bin, musste für diese Kreation dringend Platz gelassen werden: "Bananen-Walnuss-Parfait auf Bananen-Brot mit Himbeere in drei Konsistenzen". Um es kurz zu machen: Ich will das Rezept für das Parfait und ich will das Rezept für das Brot. Oder ich muss eben wieder selbst in die Versuchsküche schlüpfen, so lange die Erinnerung an die Aromen sich noch auf meinen Zungenknospen befinden. Alex & ich spendierten eine Flasche Dessertwein in die Runde, der sehr gut passte.

Nach dem Essen war aber noch lange nicht Ende der Veranstaltung. Wir bewegten uns durch den Raum, fanden uns in neuen Gesprächsgrüppchen zusammen und erfuhren zum Beispiel mehr über das Projekt "Matcha 108", bei dem die Gewinne vom Verkauf des gleichnamigen Grünteepulvers an ein Hilfsprojekt für Jugendliche in Kambodscha fließen. Nicht nur deshalb, sondern auch, weil es wirklich ein gutes und gesundheitsförderndes Produkt ist, werde ich in den kommenden Wochen sicherlich das eine oder andere Rezept mit Matcha Grüntee auf diesem Blog veröffentlichen und euch sicherlich auch das Projekt näher vorstellen. Auch die bundesweite Kochtreffenaktion "Cookasa" war mir zuvor fremd und ich würde mich freuen, wenn es sich mal ergibt, dass die Jungs und Mädels dort nach Kiel expandieren. Ich wäre mit Sicherheit dabei!

Ein paar Impressionen vom Abend im Kochatelier:









Alles in allem war es wirklich ein witziger, leckerer und interessanter Abend, den wir gern irgendwann wiederholen würden. Schon allein, um wieder so viele spannende Geschichten von neuen Leuten zu hören und natürlich um gemeinsam gut zu essen. Vielen Dank an Sandra für die Orga des Abends!

Montag, März 09, 2015

Küchenteufel: Chorizo-Kichererbsen-Suppe mit Mangold von Kevin Dundon

Yum
So langsam gesteht uns die Sonne über Kiel immer längere Stunden mit ihr zu und auch der blaue Himmel tut sein Bestes, meine Stimmung zu heben. Nur die dusselige Erkältung, die sich an den Virusinfekt vom Februar anschloss, weigert sich, mich zu verlassen und so suche ich nach reichlich "soulfood", dass schnell gemacht ist und mir ein warmes Gefühl im Bauch sowie nebenbei ausreichend Nährstoffe und Flüssigkeit beschert. Mein derzeitiger Lieblingskoch Kevin Dundon hat auf seiner Facebookseite eine schmackhaft aussehende Suppe mit Chorizo und Kichererbsen gepostet, für die ich - bis auf den Mangold - tatsächlich alle Zutaten im Haus hatte. Also bat ich den Alex darum, das vitamin- und nährstoffreiche Gemüse nach der Arbeit mitzubringen und begann nach Anweisung des irischen Kochs zu kochen. Das Ergebnis hat mich so überzeugt, dass ich euch das Ergebnis und das Rezept mit meinen kleinen Abwandlungen (ich habe z.B. Ingwer mit eingebaut) gern vorstellen möchte.

Chorizo - Kichererbsen - Suppe (Chorizo & Chickpeas Soup)

 

 


Zutaten für 4 Personen

1 EL Olivenöl
400 g Chorizo, in Scheibchen geschnitten
3 Knoblauchzehen, konfiert oder kleingehackt
2 TL gehackter Ingwer
480 g Kichererbsen (abgetropft aus der Dose)
400 g Tomaten (frisch oder geschälte Tomaten aus der Dose)
400 ml Hühnerfond / Hühnerbrühe
1 Mangold
(im Originalrezept wird Mangold benutzt, hat der gerade keine Saison, 
benutzt doch einfach kleinen Spitzkohl, frischen Blattspinat oder Chinakohl)
Salz & Pfeffer, evtl. Cayennepfeffer
gehackte Petersilie

Zubereitung

Chorizo in suppenadäquate Scheibchen schneiden (halt nicht zu dick und nicht zu dünn), Knoblauch - wenn ihr nicht die konfierte Variante nutzt - fein hacken. Ingwer sehr fein schneiden oder reiben. Kichererbsen aus der Dose in ein kleines Sieb geben und gut abspülen. Abtropfen lassen.
Das Öl auf mittlerer Stufe erhitzen und die kleingeschnittenen Chorizoscheibchen darin ca. 2 Minuten kross braten. Knoblauch und Ingwer zufügen, die Hitze reduzieren. Nach 2 weiteren Minuten die Kichererbsen, die Tomaten und den Hühnerfond dazugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann 12 - 15 Minuten auf kleiner Hitze köcheln lassen. Immer wieder umrühren.

Derweil den Mangold waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Zur Suppe geben und gemeinsam noch weitere 3-4 Minuten weiterköcheln lassen. Mit weiterem Salz & Pfeffer abschmecken, ggf. etwas Cayennepfeffer nutzen, um zum Beispiel bei Erkältungskranken etwas mehr "wumms" dazuzugeben.

Die Suppe auf vier Schälchen verteilen, mit gehackter Petersilie bestreuen und servieren.

Samstag, März 07, 2015

Küchenteufel irisch: Karamelisierter Orangenpudding

Yum
Ich war Anfang Februar so richtig, richtig krank. Mein Tag-Nacht-Rhythmus war völlig durcheinander und so lag ich mitten in der Nacht auf der Couch, beruhigte meinen Hals mit warmem Tee und zappte mich durch das TV-Programm. Bei Kochsender BonGusto TV kochte ein mir bis dahin unbekannter irischer Koch namens Kevin Dundon in der Sendung "Irlands neue Küche" ein wirklich schmackofatziges Dessert mit Orangenfilets und leckerer Kuchenkruste.  Wenige gute Zutaten, vergleichsweise schnell zusammengerührt - zumindest im TV ;) Nachdem ich versuchte, auf einem Notizblock die wichtigsten Zutaten und Schritte festzuhalten, kam ich auf die Idee, den Mann und das Rezept einfach mal via Google zu suchen ... Treffer! Als "caramelised orange pudding" fand ich die süße Köstlichkeit, die man sich sicherlich auch einfach an die Hüfte tackern könnte. Als nun in der letzten Woche ein Dessert gefragt war, erinnerte ich mich an Kevins Obst & Teig-Leckerei, kaufte alle Zutaten und schnappte mir eine Auflaufform und heraus kam eine geschmackliche Offenbarung. Hier und da habe ich das Rezept ein wenig angepasst (es ist sonst wirklich seeeeeehr süß), aber alles in allem ist es mit ein wenig Fruchtsauce und Eis ein wirklich guter Nachtisch zum Beispiel zu einem deftigen Essen.

Caramelised Orange Pudding 




Zutaten

100 + 150 g Butter, weich
4 EL Demerarazucker (oder anderer brauner Zucker)
4 Orangen

120 g Mehl (Typ 405)
2 TL Weinsteinbackpulver
150 g Puderzucker
2 Eier (Größe M)
3 TL Milch

Zubereitung

100 Gramm Butter in einem kleinen Topf bei wenig Hitze schmelzen und den braunen Zucker dazu geben. Drei der Orangen mit einem scharfen Messer von ihrer Schale befreien (es sollte keine weiße Hat mehr außen dran sein) und die Filets heraustrennen. Wenn Butter und Zucker leicht karamellisieren, die Orangenfilets dazugeben. 7-8 Minuten auf mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei regelmäßig vorsichtig umrühren, damit der Zucker nicht am Topfboden anbrennt. 

Währenddessen den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen, eine Auflaufform mit einem Durchmesser von 20 cm gründlich einfetten. Die vierte Orange ebenfalls von der Schale befreien und in 6-7 Scheiben schneiden. Die Auflaufform mit den Orangenscheiben auslegen.

In einer Schüssel das Mehl und das Backpulver (ich nehme Weinsteinbackpulver, das schmeckt man nicht so an den Zähnen) vermischen. In einer größeren Schüssel 150 g Butter und 150 g Puderzucker so lange vermischen, bis die Masse cremig geworden ist. Ich empfehle dafür den Handmixer, das geht am schnellsten. Löffelweise die Mehl-Mischung und die Eier dazu geben und am Ende die Milch unterrühren.

Die karamelisierten Orangenfilets in die Auflaufform geben und gut verteilen. Mit der Teigmasse bestreichen. Im vorgeheizten Backofen ca. 30 bis 40 Minuten backen, bis die Kruste schön braun geworden ist. Achtung: Die Backofentür sollte in dieser Zeit möglichst nicht geöffnet werden, damit der Pudding nicht zusammenfällt.

Mit einem scharfen Messer an den Kanten der Auflaufform entlangfahren, einen großen Teller darauflegen und umdrehen. Ihr werdet mit einem schicken Muster belohnt. Ich hatte eine zu kleine Auflaufform benutzt und daher haben wir den Pudding direkt aus der Form auf die Teller gegeben. Ein optisch wertigeres Foto reiche ich sicher noch nach :)

Mit geschlagener Sahne, Vanilleeis und / oder einer Fruchtsauce, z.B. pürierten Erdbeeren servieren. 

Guten Appetit!

Montag, März 02, 2015

Küchenteufels Keksstudio: Mozart Cookies

Yum
Ich steh total auf Mozartkugeln. Deshalb habe ich sie auch bereit 2009 selbst nachgebaut - mit einigem Erfolg, wie man sagen kann, denn sie sind bis heute ein gern gewünschtes Mitbringsel (Rezept: Mozartkugeln, selbstgemacht). Als Zorra zum "Typisch Österreich"-Blogevent aufrief, wußte ich, dass ich die Grundidee von Marzipan, Pistazien, Nougat und Kirschwasser unbedingt nochmal aufgreifen musste. Doch die Kugeln waren ja nun schon verbloggt und bei Blogevents nimmt man mit neuen Rezepten teil. Es ging hinab in die Tiefen meiner Nachbackliste und siehe da - ich hatte mir bereits diese Mozart-Cookies von Jessi von Luxuria-Food zum "irgendwann-mal-nachmachen" gespeichert. Den Schuss Kirschwasser, der sich in meinen Mozartkugeln findet, wurde kurzerhand hinzuaddiert, ansonsten habe ich mich schon stark an das Originalrezpt gehalten. Sie sind vielleicht eeeeetwas dunkel geworden, aber das tut dem Geschmack keinerlei Abbruch. 

Blog-Event CV - Typisch Österreich - Typisch Salzburg (Einsendeschluss 15. Februar 2015)

Ich gebe also eine dicke Nachbackempfehlung ab und möchte dieses Rezept dem "Blogevent CV - Typisch Österreich - Typisch Salzburg" widmen. So richtig "teilnehmen" kann ich nicht mehr, denn der Einsendeschluss war bereits am 14. Februar ;) Aber ich hab mir so fest vorgenommen, dieses Rezept mit dem schicken Banner des Blogevents zu versehen, dass ich mal hoffe, dass Zorra sich auch mit soviel zeitlichem Abstand über meine Teilnahme freut!

Mozart Cookies




Zutaten

100 g + 100 g Nougatschokolade
50 g + 30 g Pistazien, ungesalzen
70 g + 30 g Marzipan

250 g Mehl Typ 405
1 TL Weinsteinbackpulver
1 Pr. Salz 

125 g brauner Zucker
75 g weißer Zucker
150 g weiche Butter
2 Eier
1 TL Kirschwasser (optional)


Zubereitung

100g Nougatschokolade grob hacken, 50 g Pistazien fein hacken und 70 g Marzipan in kleine Würfel schneiden. In einer kleinen Schüssel vermischen und beiseite stellen. In einer weiteren Schüssel Mehl, Weinsteinbackpulver und Salz vermischen.

An der Küchenmaschine den Knethaken anbringen und die Mehlmischung, weiche Butter, die Zuckerarten, den Schnaps und die Eier auf mittlerer Stufe gründlich verkneten. Die Geschwindigkeit verringern und die Mischung für die Mozartkekse kurz unterkneten lassen.

Ein Holzbrett mit Klarsichtfolie auslegen, den Teig darauf verteilen und in eine Teigschlange mit ca. 4 cm Durchmesser formen. Fest in die Folie einwickeln und dann für 2 Stunden kühl stellen. Im Originalrezept wird der Teig eine Stunde im Eisfach gelagert - das klappt bei mir mangels Kapazitäten nicht ;) Deshalb die Kühlschrankvariante. 

Derweil die restlichen Pistazien und Marzipan zerkleinern und bereit stellen. Nach einer Stunde den Backofen auf 175°C vorheizen und zwei Backbleche mit Papier auslegen. Die Teigwurst aus dem Kühlfach (oder Eisfach) holen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Auf den Backblechen verteilen, mit den Pistazien und den Marzipanwürfeln belegen. Im mittleren Bereich des Backofens ca. 10 Minuten backen, bis die Ränder leicht bräunlich werden.

Die Kekse auf dem Blech auskühlen lassen, derweil die restlichen 100 g der Nougatschokolade hacken und in einen kleinen Gefrierbeutel geben.  Im Originalrezept werden nur 50 g benötigt - damit bin ich nicht ausgekommen ;) In einem kleinen Topf Wasser erhitzen und den Beutel mit der Schokolade darin aufweichen. Achtung, das Wasser sollte nicht kochen! Den Beutel aus dem Waser holen, etwas abkühlen lassen und eine kleine Spitze abschneiden. Die Schokolade in schnellen Bewegungen über die Kekse gleiten lassen.

Guten Appetit!


Küchenteufel isst auswärts: "Graue Erbsen" in Elmshorn

Yum
Ich bin ein großer Fan der regionalen Küche. Deshalb finde ich es auch immer sehr spannend, lokale Speisen zu kosten, die es nicht überall und vor allem nicht ständig zu essen gibt. Dafür muss man am besten jemanden vor Ort kennen, der die Speisen und am besten auch die Hintergrundgeschichten kennt. Mit Birgitt, die hoffentlich demnächst ihr eigenes Strick- & Kochblog eröffnet, habe ich da genau die Richtige kennengelernt. Neben unseren tollen Gesprächen über Gott und die Welt geht es auch immer wieder um regionale Spezialitäten aus dem "Hamburger Speckgürtel", wie die Region nördlich von Hamburg, zum Beispiel Pinneberg, Elmshorn etc. genannt wird. Zu ihrem Geburtstag durfte ich bereits die "Hamburger Aalsupp" kennenlernen, die mitnichten etwas mit dem fetten Fisch zu tun hat, sondern sehr reichhaltig ist und eben "aallns" (hochdeutsch: alles) drin hat, was man so finden könnte. Im Februar war es dann Zeit für eine weitere regionale Spezialität: Die "grauen Erbsen".

Die Geschichten drum herum sind vielfältig (siehe Wikipedia oder die Seite der Gilde in Elmshorn), aber allen gemein ist die Tatsache, dass die Bevölkerung nach dem Dreißigjährigen Krieg hungerte. An der Krückau (dem Flüsschen, dass durch Elmshorn fließt) wurden daher Kapuzinererbsen, die sogenannten "grauen Erbsen", die zuvor für die Speisung der Tiere vorgesehen waren, einen Tag lang eingeweicht und mit Gemüse gekocht. So konnten die Menschen überleben. Als gute Tradition konnte man über lange Zeit am Faschingsdienstag in Elmshorn in den Gaststätten gratis "graue Erbsen" essen, als Erinnerung an diese entbehrungsreiche Zeit. Inzwischen wird dieses Gericht mit einigen deftigen Beilagen sehr günstig an die Besucher, die auch von außerhalb Elmhorns und der Umlandgemeinden anreisen (so wie wir aus Kiel) abgegeben.

So kam es, dass wir uns in der letzten Februarwoche in einer gemütlichen Gaststube in Klein Offenseth-Sparrieshoop einfanden und die lokale Spezialität kosten durften.


Serviert wurden uns die grauen Kapuzinererbsen, die  über Nacht eingeweicht mit Zwiebeln und Möhren gekocht wurden, mit diversen Beilagen. Petersilienkartoffeln mit kräftigem Kartoffelgeschmack, Kochwurst (auch als Kohlwurst bekannt), Kasslerscheiben und Scheiben der auch zum Grünkohl so beliebten "Schweinebacke" - mit der man mich jedoch nicht wirklich glücklich machen kann - sowie Senf zur weiteren Würzung. Was mir hingegen sehr gut gefallen hat, war die sogenannte "Speckstippe", (rechts unten im Bild), die noch einmal kräftig Geschmack an das sowieso schon reichhaltige Essen brachte. Dazu wird Speck kleingeschnitten, ausgelassen und Fleisch und Fett auf die grauen Erbsen gegeben. Quasi ein "Superbooster" für die Hülsenfrüchte. Auf dem Bild unten das Ganze noch einmal als "Tellergericht", wobei Alex es mit zwei großen Suppenkellen voller grauer Erbsen ein wenig zu gut mit mir gemeint hat. Ich hoffe, die Küche hat es nicht als Beleidigung angesehen, dass ich diese Portion nicht komplett aufessen konnte :)



Am Ende musste natürlich noch ein "Verteiler" her. Auch wenn sich hartnäckig die Zeitungsartikel häufen, dass Alkohol nach einem schweren Essen gar nix bringt, machen wir es trotzdem mit Leidenschaft. Placebo-Effekt? Man weiß es nicht. Aber ein Linie Aquavit oder Kümmelschnaps passt ganz hervorragend zu diesem Winteressen. Uns hat der Ausflug in die regionale Küche auf jeden Fall viel Spaß gemacht und wir sind jederzeit wieder daran interessiert, tolle alte (für uns neue) Dinge kennenzulernen.

Leider haben wir auf dem Rückweg erleben müssen, wie trotz stark gedrosselter Geschwindigkeit ein Reh gegen unseren Kotflügel geprallt ist. Polizei und Jäger konnten das Tier jedoch nicht finden und auch an unserem Auto war außer einigen Tierhaaren im Taschenlampenschein nichts zu sehen. Tief drin glimmt also ein Funken Hoffnung, dass das kleine Reh noch so weiche Knochen hatte, dass es den Aufprall überlebt hat. :-/ Deshalb kann ich nur die Warnung aussprechen: Wenn an der Landstrasse schon Schilder einen Wildwechsel anzeigen, den Fuß vom Gas und die Seitenstreifen beobachten. Und das Beste für Mensch und Tier hoffen. Ich war danach noch einige Zeit ziemlich durch den Wind.

Sonntag, März 01, 2015

Küchenteufel snackt pretzel pieces & sea-salted butter - Bread Baking Day#71

Yum
Bread Baking Day #71 - Laugengebäck-Varianten / pretzel-variations (last day of submission March 1, 2015)(english version below)

Ich steh auf Laugengebäck. Diverse Videogruppen-Abende wären nicht dasselbe gewesen ohne mehrere Kartons mit TK-Brezeln, die nach und nach weggebacken und natürlich auch weggessen wurden. Und wer kennt es nicht, wenn man eine solche Packung etwas zu lang liegen ließ und einen großen aufgetauten Teigklumpen mühsam in die einzelnen Brezeln trennen musste? ;) In manchen WGs hatte ich nicht nur die Brezeln, sondern auch das Backpapier dabei - und brauchte es auch.

Doch was mir fehlt, war eine Vollkornvariante. Was macht man da? Genau, selbst backen. Deshalb machte ich mich auf die Suche und fand diese "Pretzel pieces with honey mustard sauce" von "Cooking & Beer", die nur wenig Aufwand und dafür reichlich Ertrag versprachen. Außerdem gab es noch einen angenehmen Nebeneffekt: Sie passen ganz hervorragend zum aktuellen "Break Baking Day", der seit August 2007 von Zorra und ihrem kochtopf.me-Blog geplant und von wechselnden Bloggern ausgerichtet wird. Inzwischen ist man bei diesem monatlich stattfindenden Event bereits bei Nummer 71 und ich bin zum ersten Mal dabei. Passend dazu wird dieses Event von der lieben Ina von der Brotzeitliebe ausgerichtet, einem tollen Kieler Blog, dass ich schon seit einiger Zeit verfolge und dessen Besitzerin ich hoffentlich bald mal persönlich kennenlerne! Aber jetzt nehme ich ersteinmal an ihrem "Bread Baking Day" teil, den sie unter dem Stichwort: "Laugengebäck" für alle Einreichungen bis zum 1. März freigegeben hat. Also, wenn ihr eine tolle Idee dafür habt, schnell noch teilnehmen! :)

Ich habe mir also die "Pretzel pieces" vorgenommen, weil ich genau wie Ina echt gern Laugengebäck esse und immer schon mal ein funktionierendes Rezept dafür wollte. Zu Schulzeiten habe ich mit meiner Freundin Steffi (die eine eigene Küche im Dachgeschoss ihrer Eltern hatte - wie cool war das denn!) mal mit Natronlauge experimentiert, aber das wurde irgendwie nix. Außerdem war es so einfach, die Brezeln im TK-Regal zu holen und dann in den Backofen zu werfen. Bis halt mein Wunsch nach Vollkorn durchkam.

Also ran an den Teig! Wer möchte, kann auch die original amerikanischen Einheiten benutzen, ich habe sie im zweiten Teil so belassen, wie ich sie von Cooking & Beer übernommen habe.

Pretzel Pieces mit Meersalzbutter




Zutaten

350 ml lauwarmes Wasser
7 g Trockenhefe
2 EL Honig
113 g Butter, geschmolzen und abgekühlt
2 TL Meersalz, fein
240 g Vollkornweizenmehl
240 g Mehl (Typ 405) plus etwas mehr

2 EL Olivenöl
2 l Wasser
75 g Natron (z.B. die grün-weißen Tütchen von Kaiser)

1 Ei, verkleppert mit 1 EL kaltem Wasser
grobes Meersalz, dunkle und helle Sesamkörner

125 g Süßrahmbutter, weich
3 EL Meersalz, fein
1 EL Meersalz, grob


Zubereitung

In der Schüssel des Standmixers lauwarmes Wasser, Honig und Trockenhefe vermischen und einige Minuten stehen lassen. Die Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen. In einer weiteren Schüssel die beiden Mehlsorten und das Salz mischen. Wenn die Hefe sich aufgelöst hat, die weiche Butter mit dem Knethaken auf niedriger Stufe untermischen und löffelweise die Mehl-Salz-Mischung dazugeben. Wenn alle Zutaten in der Schüssel vermischt sind, die Knetstufe erhöhen und ca. 10 Minuten durchkneten lassen. Sollte der Teig noch zu klebrig sein, sich also nicht von der Schüssel lösen, teelöffelweise Mehl dazugeben. Wenn der Teig weich, aber nicht mehr klebrig ist, die Maschine abstellen und den Teig auf ein bemehltes Holzbrett geben.

Zu einem Ball rollen und in eine vorher mit Olivenöl ausgesprühte (oder mit dem Silikonpinsel ausgestrichene) Schüssel geben. Den Teigball in der Schüssel herumrollen, damit der Teigball rundherum vom Öl benetzt ist. So entsteht keine Haut auf dem Teig. Ein sauberes Spültuch mit heißem Wasser übergießen und auswringen. Über die Schüssel legen und den Teig für eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen - oder bis er sich quasi verdoppelt hat.

Den Teig zurück auf das bemehlte Brett geben und in acht gleichgroße Teile geteilt. Jede Teigkugel wird zu einem Teigschlauch aus ca. 30 cm Länge und 1,5 cm Breite gerollt (nach Gefühl). Die Teigschlangen mit einem scharfen Messer in ca. 2,5 cm große Stücke schneiden.

In einem weiten Topf 2 Liter Wasser und 75 g Natron (das waren bei mi 1,5 Tüten Kaiser Natron) zum Kochen bringen. Den Backofen auf 230°C Ober- & Unterhitze vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. In einer kleinen Schüssel ein Ei mit kaltem Wasser "verkleppern" ("eggwash") und einen Silikonpinsel oder Löffel bereit legen.

Mit einem Schaumlöffel immer 6-8 Teigstücke in das kochende Natronwasser geben und 30 Sekunden kochen lassen. Mit dem Schaumlöffel ein wenig verrühren und dann direkt auf die Backbleche geben. Ein wenig Abstand zwischen den Pretzel Pieces lassen und sie mit dem eggwash bestreichen. Nach Wunsch mit grobem Salz, hellem & dunklem Sesam etc. bestreuen und in den Backofen geben. Im Originalrezept wird von 10 - 12 Minuten Backzeit gesprochen. Mein Ofen brauchte fast 20 Minuten, bis die Happen durchgebacken waren. Deshalb den eigenen Ofen gut einschätzen und ab der ersten Viertelstunde die Farbe der Backstücke beobachten. Aus dem Backofen holen, auf dem Backblech ein wenig auskühlen lassen und hübsch anrichten.

Währenddessen weiche Butter mit grobem und feinem Meersalz vermischen und beiseite stellen. Wer mag, kann die Butter auch mit Kräutern und Gewürzen verfeinern oder die Pretzel Pieces mit Honig-Senfsauce, Tzaziki oder Obatzda servieren.

Pretzel Pieces with sea salted butter




Ingredients

1 1/2 cups warm water
2 1/4 teaspoons yeast
2 tablespoons honey
1/2 cup unsalted butter, melted and cooled
2 teaspoons sea salt, fine
2 cups whole wheat flour
2 cups all-purpose flour, plus more as needed
2 tablespoons olive oil
10 cups water
2/3 cups baking soda
1 egg, beaten with 1 tablespoon cool water
coarse sea salt, light & dark sesame

150 g soft butter
3 teaspoons fine sea salt
1 teaspoon coarse sea salt

How to

I really love pretzels! It´s easy to go to a supermarket and buy the freezed version to bake them at home. But I was looking for a whole wheat version, so I had so make them myself. I found a recipe at "Cooking and Beer" for Pretzel pieces with honey mustard sauce I wanted to try and bake for the world bread day #71, hosted at the Brotzeitliebe-Blog.

Combine the water, yeast and honey in a bowl (if you use a stand mixer, use the bowl). Stirr well and wait for 5-10 minutes until the yeast begins to foam slightly. Melt the butter and let it cool down. In another bowl, mix fine sea salt, whole wheat flour and all-purpose flour.

Pour the melted butter to the yeast-honey-mix and use the dough attachment to mix. Use a tablespoon to give the foursalt-mix to the bowl while kneading on low speed - until the flour is completely incorporated. Increase the speed to medium and knead for at least 10 minutes. If the dough starts to pull away from the sides of the bowl, its finished. If not, slowly add more flour. The dough should be sticky, but not so sticky that you can''t handle it.

Give flour on a wooden board and get the sticky dough ball on it. Fill the olive oil into the bowl of the stand mixer and and add the ball of dough. Let it roll around the bowl so it ist coated completly (so that a skin does not form while it is rising). Cover with a damp towel and sit in a warm place to rise for an hour (or until it has doubled in size).

Once the dough has risen, transfer back to your wooden board, again sprinkled with flour. Keep some flour to help yourself with sticky dough. Cut the dough into 8 equal pieces. Roll tem into a dough snake of 30 cm length and 1,5 cm thickness. Take a sharp knife an cut the dough into pieces of about 2,5 cm.

Preheat the oven to 230°C  and put baking papers on 2 large baking sheets. Take a wide pott on your stove and fill it with 2 litres of water and 75 g of natron / baking soda. Bring to boil. Once the water has reached a boil, use a slotted spoon to gently add 6 to 8 bites of dough. Boil the bites for 30 seconds and then remove (again with the slotted spoon).

Give them immediately to the prepared sheets and keep some free space between them - that no two bites are touching. Brush each pretzel piece with the egg and water (egg wash) and sprinkle with sea salt or light & dark sesame grains. Bake at 230°C for around 15 minutes or longer (depends on your oven). Keep them on a cooling rack before serving.

Take the soft butter and mix it with the sea salt. If you like, add some herbs and spices or serve the pretzel pieces with honey mustard sauce or obatzda.

Guten Appetit!

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