Freitag, August 29, 2014

Küchenteufel: Snack-Knoten als Fingerfood (laktosefrei)

Vor einigen Wochen traf ich mich in Hamburg mit einigen Foodbloggerinnen. Wir hatten ein Loft für einen ganzen Tag (ein dickes Danke schön mal wieder an Steph vom Kleinen Kuriositätenladen für all die Orga und Arbeit und überhaupt!) und jeder brachte Leckereien zu essen mit. Innerlich hatte ich mich schon gefragt: "Wenn wir alle etwas mitbringen, anstatt vor Ort zu kochen - was machen wir bloß bis abends um neun?". Doch meine Sorge war komplett unbegründet, denn es gab so viel zu sehen und so viel zu reden und so viel zu lachen, dass die Zeit wie im Fluge verging. Und es gab viel zu essen.


Selbstverständlich habe ich mir die meisten Rezepte bereits gespeichert, und heute will ich euch das erste davon vorstellen. Aylin von Zum Backen verführt hat tolle Parmesanknoten mitgebracht - und einen Teil davon statt herzhaft auch in der Zimt-&-Zucker-Variante angeboten. Ich kann euch nicht sagen, wieviele davon immer so nebenbei in meinem Mund verschwanden, aber es müssen so einige gewesen sein. Den Geschmack immer noch auf der Zunge, habe ich sie nun endlich nachgebacken. Das Originalrezept ist eins aus der Abteilung "wenn plötzlich Gäste vor der Tür stehen" mit fertigem Teig für Buttermilchbrötchen. Ich habe es abgewandelt, weil ich laktosefrei bleiben wollte, und habe einen Hefeteig gemacht.




Zimt - & Zucker - Knoten


Zutaten


500g Mehl
1 P. Trockenhefe
1 TL Salz
1 TL Zucker
250 ml lauwarmes Wasser

100 g Margarine (auf Milchbestandteile achten!)
200 g Zimt/Zucker-Mischung

Zubereitung



Aus den oberen fünf Zutaten einen weichen, nicht klebrigen Hefeteig erstellen und unter einem Tuch ca. 30 Minuten gehen lassen. Der Teig soll weich, aber knetbar sein.
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Den Teig noch einmal kräftig durchkneten und in ca. walnussgroße Bällchen teilen (bei mir wurden es ca. 33 Stück). Zu ca. 15 cm langen Teigstäbchen ausrollen und kleine Knoten machen. Ich habe die Enden lose gelassen, weil es witzig aussah. Wer richtige "Knoten" haben möchte, verbindet einfach die Enden. Einen Augenblick unter einem Tuch gehen lassen und dann im vorgeheizten Backoden ca. fünfzehn Minuten backen.

Zwei Schälchen bereit stellen, eine mit geschmolzener Margarine (oder Butter, wenn ihr euch nicht um Laktoseintoleranz / Veganismus der Gäste kümmern müsst) füllen, eine mit der Zimt-Zucker-Mischung. Die fertig gebackenen Knoten noch heiß in eine Tüte geben und einige Minuten darin "schwitzen" lassen, damit die Außenkruste nicht so hart ist. Dann die Knoten erst im flüssigen Fett, dann in der Zimt-Zucker-Mischung wenden, abklopfen und zur Seite legen.

Am besten frisch servieren, in einer Dose halten sich die Knoten noch 1-2 Tage frisch.


Guten Appetit!

Sonntag, August 17, 2014

Küchenteufels Süßkram: Rahmkaramell mit weißer Schokolade und Macadamianüssen

Der Herbsteinbruch im Norden hat zumindest ein Gutes: Ich stehe wieder häufiger in der Küche, ohne zu schwitzen. Wobei - bei der Zubereitung dieses Rahmkaramells bin ich doch ganz schön in Schweiß gekommen, aber das liegt eher an meinem Respekt vor Karamell. Beim Blättern durch alte Kochzeitschriften stieß ich auf dieses Rezept in der deli. Ein kurzer Check des Vorratsschrankes ergab, dass alle Zutaten vorhanden waren und schon stand ich in der Küche. Hier und da habe ich einige Arbeitsschritte verändert, aber ich hoffe, es schmeckt immer noch wie das Original. Uns hat es auf jeden Fall gemundet. Quasi wie "Sahne Muh-Muhs" mit Nüssen.

Rahmkaramell mit weißer Schokolade und Macadamianüssen

 


Zutaten


125 g Butter
200 g Zucker
1 Dose gesüßte Kondensmilch (z.B. Milchmädchen)
100 g weiße Schokolade
70 g Macadamianüsse, geröstet & gesalzen

Zubereitung


Mise en place.
Die Butter in einem weiten Topf bei kleiner Hitze schmelzen. Derweil eine eckige Form (20x20) mit Backpapier auslegen, die Schokolade fein, die Nüsse grob hacken. Den Zucker zur geschmolzenen Butter geben, laut Rezept: "karamellisieren lassen". Als kleiner Karamell-Feigling bin ich auf der niedrigsten Stufe des Herdes geblieben und habe stattdessen beständig gerührt. Mit dem Ergebnis, das quasi gar nix passierte. Die Masse wurde irgendwann erst schaumig, dann krümelig und die Butter schwamm irgendwie um die Masse herum. War ich wohl doch zu vorsichtig gewesen? Also etwas mehr Mut und ein wenig Feuer nachsetzen. Das war hilfreich, denn endlich wurde die Krümelmasse cremig und dann auch endlich karamellig;)

Zähflüssige Karamellmasse.
Laut Originalrezept sollte zu diesem Zeitpunkt die gesüßte Kondensmilch dazugegeben werden und alles gemeinsam "10 Minuten zähflüssig einkochen". Die Flüssigkeit direkt aus der Dose hatte Zimmertemperatur, während die Masse im Topf kochte: Daher wurde das Karamell im Topf leider sofort fest und ich war die kommenden Minuten damit beschäftigt, mit einem Schneebesen den Karamell auf kleiner Hitze in der Kondensmilch aufzulösen. Daher mein Pro-Tipp: Die gesüßte Kondensmilch in einem kleinen Topf erhitzen und dann erst dazu gießen. Nach ca. 5-7 Minuten war meine Masse, die ich bis dahin ständig gerührt hatte, dann endlich homogen und blubberte vor sich hin, daher gab ich die gehackte Schokolade dazu. Auch hier eine kleine Abweichung vom Originalrezept: Dort wird von "grob gehackter Kuvertüre" gesprochen, ich rate euch jedoch, die Schokolade so fein wie möglich zu raspeln. Um so einfacher und schneller läßt sie sich nämlich in der Masse schmelzen.

Wenn alles zu einer zähflüssigen Karamellmasse geworden ist, werden die gehackten Nüsse untergerührt und die gesamte Karamell-Nuss-Masse in die vorbereitete Form gegeben. Alles glatt streichen und abkühlen lassen. Ich habe eine eckige Form mit einer von unten hochhebbaren Platte, die ich z.B. für Short Bread oder Brownies nutze. Damit bekommt man solche Leckereien gefahrlos aus der Form. Das Karamell in 1x1 cm-Würfel schneiden und nett anrichten oder in Dosen verpacken und anderen eine süße Freude machen!

Guten Appetit!

Sonntag, August 10, 2014

Küchenteufel Snacks "around the world": Falafel-Bällchen

In New York gab es sie quasi an jeder Ecke: Kleine Bällchen aus Kichererbsenteig, fritiert und mit Salat und Sauce in einem Pitabrot sind sie wirklich ein toller Snack "auffe Hand". Jeder Händler hatte sie anders gewürzt und irgendwann hatte ich raus, an welchem Tag mir die Laune nach welcher Falafel-Variation stand. Das ist schon wirklich lange her und ich habe ehrlich gesagt seit dem nie wieder Falafel gegessen. Dabei ist gerade die indische Küche voll mit Rezepten aus Kichererbsen(mehl) (ja, ich weiß dass Falafel aus der arabischen Küche stammen, wobei auch eine Freundin mit israelischem Hintergrund da etwas von "Nationalgericht" murmelte) - und darüber, wie eisen- bzw. kalziumhaltig und überhaupt sehr proteinreich diese Hülsenfrüchte braucht man ja eigentlich gar nicht zu diskutieren. Also war der Plan gefasst: Heute abend stehen Falafel auf dem Tisch!

Eine Dose Kichererbsen war schnell beim tollen türkischen Supermarkt "um die Ecke" erbeutet. Normalerweise bevorzuge ich für z.B. Salate mit ganzen Kichererbsen die trockenen, über Nacht selbst eingeweichten Hülsenfrüchte. Jedoch für einen Teig, der später mit reichlich Kräutern und Gewürzen vermischt und in Fett ausgebacken wird, kann man bei Zeitnot meiner Meinung nach problemlos die Dosenvariante wählen. Mein Problem war: Wie würze ich die Dinger eigentlich richtig? Wie bei Klassikern üblich, hat quasi jede Familie ein eigenes Rezept. Eine kurze Recherche bei Freunden ergab sogar die Existenz von Bohnen oder Karotten im Teig. Ähm. Ein anderes Mal vielleicht. Also wurden (Online-) Rezepte gewälzt, der Gewürzschrank duchforstet und einfach probiert, probiert, probiert. Ich präsentiere ich euch stolz: Mein Falafel-Rezept!

Falafel


Zutaten


1 Dose Kichererbsen, Abtropfgewicht ca. 480g
2 Schalotten, fein gehackt
3 Knoblauchzehen, gehackt oder noch besser konfiert
1/2 Bund Petersilie,  gehackt
1 EL Ingwer, fein gehackt
1 Bio-Zitrone, davon einige Zesten und der Saft
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1 Eigelb - wer das weglässt, hat ein veganes Rezept!
2-3 EL Semmelbrösel + 3 EL auf einem Extrateller
Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel (Cumin), Paprikapulver, Koriander (gemahlen)
Optional: Piment, Harissa, Chilipulver, gemahlenes Zitronengras, frischer Koriander (gehackt), Sesam

Öl zum ausbacken

Zubereitung


Die Kichererbsen in ein Sieb geben, gründlich ausspülen und etwas abtropfen lassen. In einer großen Schüssel mit den Schalotten, dem Knoblauch, der Petersilie und dem Ingwer vermischen und entweder durch den Fleischwolf drehen (ich hab da ja jetzt so tolles Zubehör für die Kitchen Aid!) oder einfach mit dem Pürierstab fein häckseln. Den Saft der Zitrone dazu geben, die heiß abgewaschene Schale 2-3 x über die feine Reibe ziehe, die entstandenen Zesten zum Teig hinzufügen und alles gut vermischen. Da eingeweichte Kichererbsen nicht mehr so gut binden - ich aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mit ungekochten Hülsenfrüchten arbeiten möchte - kommen zwecks Bindung noch Backpulver, Natron, ein Eigelb und Semmelbrösel in den Teig. Wer das Ei weglassen möchte, um ein veganes Gericht zu kochen, nutzt etwas mehr Semmelbrösel.

Rohlinge und fertig ausgebackene Falafel.
Jetzt folgt die sehr persönliche Note: Die Gewürze. Für mich dürfen neben Salz und Pfeffer das Paprikapulver, der Kreuzkümmel und gemahlener Koriander auf gar keinen Fall fehlen. Das gemahlene Zitronengras fand ich zufällig im Schrank, es passte prima in meinen Teig von dem auch der Mann fleißig naschte. Meine Freundin Hanka schwört auf Piment, Chilipulver und Harissa als Würzung, das möchte ich hier aufgrund ihrer hilfreichen Tipps nicht unerwähnt lassen, kann selbst aber darauf verzichten. Dafür finde ich Sesam im Teig sehr apart. Ihr seht - Falafel sind das, was ihr daraus macht!

Der Teig sollte ca. eine halbe Stunde ruhen, am besten an einem kühlen Ort, jedoch nicht zu kalt. Eine gute Gelegenheit, einen kleinen Dip o.ä. zuzubereiten, z.B. aus feingehackter Gurke, griechischem Joghurt und ein paar frisch gehackten Gartenkräutern. In einem kleinen Topf wird neutrales Pflanzenöl erhitzt, bis an einem Holzstiel kleine Bläschen aufsteigen. Mit einem Esslöffel und feuchten Händen formt ihr kleine, ca. walnussgroße Bällchen und lasst sie auf einem vorbereiteten Teller mit Semmelbröseln herumrollen - die sind übrigens etwas gröber als Paniermehl und bringen daher m.M.n. eine bessere Konsistenz. Danach gebt ihr jeweils 3-4 Bällchen in das heiße Fett und backt sie ca. 4-5 Minuten aus, während ihr die nächste Ladung formt und rollt. Experimente mit Panko-Mehl stehen noch aus. Es geht natürlich auch ein Eisportionierer und längst gibt es im Fachhandel auch spezielle Falafel-Löffel.

Anrichten kann man die Falafel wie oben erwähnt mit frischem Salat, weiterem Gemüse und einer Joghurtsauce im aufgeschnittenen Fladenbrot (Pita o.ä.), aber auch einfach mit einem Joghurt-Gurken-Dip und Mango-Chutney. Für Sesam-Fans passt auch Tahini, am besten mit etwas Zitronensaft angemacht, und die doppelte "Kichererbsendröhnung" bekommt man, wenn man selbstgemachtes Hummus dazu serviert. Das Rezept dafür folgt irgendwann an dieser Stelle ;)

Guten Appetit!



Mittwoch, August 06, 2014

Küchenteufels Sommergetränk: Lillet Vive & Lillet Berry

Wenn wir uns in Kiels großem Stadtteilgarten, dem Schrevenpark, aufhalten, haben wir meistens Bier dabei. Oder zaubern dann und wann mal 7-jährigen Rum mit Cola bzw. hochwertigen Gin mit Thomas Henry-Tonic aus der Tasche. Der Jan lud jedoch zum Burger grillen in den Park ein, und wenn man schon mal mehr als Wurst, Nacken und Gemüsebratling grillt, sollte es auch etwas aufwändigeres zu trinken geben.

Schon etwas länger war ich um die Sommegetränketrends der letzten Jahre herumgeschlichen, aber mit Holunderblütensirup kann man mich einfach bis Meppen jagen, deshalb kein Hugo für mich. Hier und da ploppten in den Foodblogs im letzten Jahr Getränke mit Lillet Blanc auf, und so nutzte ich die Gelegenheit, die Jungs als Versuchskaninchen zu gebrauchen. Lillet Blanc ist ein Likör, der aus Bordeaux stammt und nach einem Geheimrezept aus 85% Wein und 15% Fruchtlikören gebraut wird. Ich war interessiert und habe mir zwei Getränke ausgesucht, um sie an diesem Abend zu verkosten:

Sommerdrinks: Lillet Vive & Lillet Berry


Zutaten Lillet Vive

  • 5 cl LILLET BLANC 
  • 10 cl Tonic Water 
  • Eiswürfel 
  • Garnitur: 
  • Spaß im Park.
    • 1 dünne Gurkenscheibe 
    • 1 Erdbeere 
    • 1 Minzezweig 
Zubereitung Lillet Vive

LILLET BLANC in ein Glas geben, mit 4-5 Eiswürfeln auffüllen, Tonic Water dazugeben und mit Gurke, Erdbeere und Minze garnieren.


Zutaten Lillet Berry

  • 5 cl LILLET BLANC 
  • 10 cl Russian Wild Berry 
  • Eiswürfel 
  • Garnitur: 
    • 1 Erdbeere, halbiert
    • 1 Orangenscheibe 
Zubereitung Lillet Berry


LILLET BLANC in ein Weinglas geben, mit 4-5 Eiswürfeln auffüllen und mit Russian Wild Berry aufgießen. Halbierte Erdbeere und eine Orangenschreibe dazugeben. Vorsichtig umrühren.

Wie schmeckt´s?


Die Jungs tranken Lillet Vive, ich die Version mit dem Wild Berry. Insgesamt wurden beide Getränke als "erfrischend" bezeichnet, aber irgendwie nicht der ganz große Wurf (die Flasche haben wir allerdings trotzdem geleert). Ich muss also weiter suchen.

Montag, Juli 28, 2014

Küchenteufel füllt: Bloomin´Onion Bread

Es gibt so Food-Bilder, die bleiben lange im Gedächtnis. Die Rezepte gehen zwar auf die Nachkochliste, aber ein kleiner Reiz reicht aus, um mich zu erinnern: Du wolltest doch eigentlich längst ... So geschehen mit dem "Bloomin Onion Bread", dass ich bei "siktwinfood" gesehen habe.

Manchmal braucht es aber noch einen Schub von außen. Da ich via brandnooz eine große Anzahl Buttersortenpäckchen von Kerrygold zum testen geschenkt bekommen habe, suchte ich nach Verwendungsmöglichkeiten, an denen möglichst viele Freunde teilhaben sollten. Da kam mir das Brot wieder in den Sinn. Im Original kommt das Brot wohl von "The girl who ate everything" und basiert auf einem us-amerikanischen Rezept, bei dem eine Zwiebel eingeschnitten, paniert und lecker gefüllt wird (siehe usa-kulinarisch).

Ich präsentiere als tollen TV-Snack mit Freunden:

Bloomin´Onion Bread



Zutaten

1 Brot vom Vortag (ich hatte ein Sauerteigbrot)
1 Packung Kräuterbutter, weich
ca. 200 g geriebener Käse, gern herzhaft
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
2 Zehen konfierter Knoblauch
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
ggf. Chili

Zubereitung

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Diese Ringe semeinsam mit dem Käse und dem Knoblauch mit einer Gabel unter die Kräuterbutter kneten. Mit Gewürzen abschmecken, evtl. eine in fein geschnittene Ringe geschnittene Chilischote daruntermischen.

Das Brot in ca. 1 cm-Abständen erst längs, dann quer einschneiden - sehr tief, aber nicht ganz durchschneiden. Die Käse-Buttermasse kräftig in die entstandenen Ritzen füllen. Ich habe kurzerhand die Hände genommen, das funktionierte am besten.

Das Brot auf eine große und eine kleine Lage Alufolie legen. Die kleine Lage sollte den äußeren Brotkranz einwickeln, die obere Lage das komplette Brot abdecken. Pro-Tipp: So eingewickelt kann das Brot auch schon am Nachmittag vorbereitet werden! Das komplett eingehüllte Brot für ca. 10 Minuten in den Backofen geben. Danach die obere Folie entfernen und weitere 10 Minuten backen lassen.

Aus dem Ofen holen, ein wenig abkühlen lassen, dann mit den Fingern die leckeren Brotwürfel herausziehen und genießen!

Guten Appetit!


Samstag, Juli 26, 2014

Küchenteufel: Blaubeer-Cupcakes mit Frischkäse-Frosting (laktosefrei)

Seit bei einer Freundin eine Laktoseintoleranz festgestellt wurde, interessiere ich mich für den dazugehörigen Markt an Lebensmitteln. Inzwischen weiß ich, dass in Pflanzenmargarine durchaus Bestandteile von Milch enthalten sein können, und auch die bei Kindern der 80er so beliebten "Magic Gums" sind tatsächlich nicht laktosefrei. Wer hätte das gedacht!

Selbstredend freuen wir uns bei besagter Freundin wenn sie bei uns (& mit uns) isst, und beobachten den Markt. So durfte ich feststellen, dass auch Philadelphia eine laktosefreie Variante seines Frischkäses im Kühlregal des Citti-Supermarktes plaziert hat. Natürlich bekommt man zum selben Preis wie die "normalen" Packungen gleich mal weniger Inhalt (150g statt 175g), aber wenn ich andere Anbieter betrachte, ist dies wohl immer noch günstig. Außerdem hatte ich in der Degusta-Box veganen Schlagrahm, der auch dringend verarbeitet werden wollte. Daher ist mein Beitrag zum Geburtstagsbuffet in diesem Jahr:

Heidelbeer-Cupcakes mit pinkem Frischkäsefrosting


Zutaten für 12 Stück

für den Kuchen
275 g Mehl mit 3 TL (ca. 9 g) Backpulver, gesiebt und vermischt
125 g laktosefreie Margarine
1 Ei
1 TL Vanilleextrakt
150 g Zucker
250 ml laktosefreie Buttermilch - habe ich durch 200ml veganes Schlagfix und 50 ml Wasser ersetzt
ca. 125 g Blaubeeren (TK bzw. frisch gewaschen und gesäubert)

Frosting
300 g Frischkäse, laktosefrei
200 ml Schlagsahne, laktosefrei
200 g Puderzucker
rote Lebensmittelfarbe
Dekokram

Zubereitung

Backofen auf ca. 180°C vorheizen. Margarine, Ei, Vanilleextrakt und Zucker mit dem Handrührer zu einer schönen Masse verarbeiten. Das Mehl-Backpulver-Gemisch daruntermischen. Vorsichtig die Blaubeeren unterheben.
Teig in vorbereitete Silikonförmchen oder Papiermanschetten im Muffinblech füllen. Ca. 25 Minuten backen lassen, immer wieder kontrollieren.

Wer sich weniger Arbeit machen möchte, holt die Cupcakes einfach nur aus dem Ofen, lässt sie einige Minuten stehen und stellt sie dann zum abkühlen auf eine Platte. Kurz vor dem servieren mit Puderzucker bestreuen und fertig sind die Muffins!

Viel mehr Eindruck schindet jedoch ein Frischkäse-Frosting, dass aus schnöden Muffins elegante Cupcakes macht. Da ich auf Butter im Frosting verzichten wollte (ich trau der laktosefreien Butter dann doch noch nicht), habe ich das zweite Päckchen Schlagfix zum Einsatz gebracht, dass jedoch wirklich gut gekühlt sein muss.

Puderzucker und Frischkäse miteinander vermischen, bis sich der Puderzucker aufgelöst hat und eine cremige Masse entstanden ist. Mit Lebensmittelfarbe (ich benutze lieber Puder als flüssige Farbe) einen kräftigen Rotton hineinfärben. (Laktosefreie) Sahne richtig fest schlagen und vorsichtig unterheben. In einen Spritzbeutel mit breiter Tülle füllen und die ausgekühlten Cupcakes garnieren. Am Ende mit allerlei glitzendem Dekokram bestreuen.

Guten Appetit!

Montag, Juli 21, 2014

So einfach: Pita-Brot mit Radieschen-Feta-Dip

Ich mag Kochbücher. Und Kochmagazine. Doch was ich wirklich toll finde, ist in Kochblogs zu stöbern. Denn ganz oft ist es die persönliche Note eines Textes, die mich dazu bringt, das Rezept nachzukochen bzw. zu backen. So geschehen bei Fräulein Moonstruck. Die begann ihren Bericht über ein schmackhaft aussehendes Pita-Brot mit dem Einleitungssatz: "Wieder mal ein Rezept der Kategorie "Hätte ich gewusst, wie einfach das geht und vor allem wie gut das Ergebnis ist, hätte ich es schon viel früher probiert."" Da wurde ich natürlich hellhörig und habe es in der inzwischen leicht unübersichtlichen "Nachkoch-/Nachbackliste" gespeichert.

Außerdem sind Rezepte toll, deren Ergebnis man selbst schon probiert hat. An einem irgendwie grauen, halb-warmen Tag hatten die Piraten SH als Wahlkampfauftakt für die Europawahl zum Grillen am Strand von Eckernförde geladen. Ich kam spät dazu, brachte Alkohol mit und naschte mich durch die angebotenen Schälchen. Besonders angetan hatte es mir ein leicht scharfer, cremiger, hellrosa Dip, dessen Rezept ich der "Hekate15" von Nachtfalter-SH.de abjagte. Auch hier wieder der Zusatz: "Das ist eigentlich nur Feta mit Radieschen - ganz einfach". Das hatte ich doch gerade erst irgendwo gelesen?

Mehrere Monate später war es an diesem Wochenende endlich soweit: Der Grieche meines Vertrauens hatte cremigen Feta im Angebot, die Radieschen waren frisch und nicht schon vom Mann nach dem Schneiden und putzen weggenascht worden und eine kurze Twitterrückfrage ("Muss ich die Radieschen eigentlich schnibbeln oder raspeln?") später war ich in der Küche aktiv. Nur Feta und Radieschen war mir dann doch etwas zu wenig, also hab ich noch den Frischkäse aus dem Kühlschrank verbraucht und nach Nase ein wenig gewürzt.

Der Radieschen-Dip auf meinem indischen Thali-Teller sieht mit griechischem Pita-Brot dann so aus:



Radieschen-Feta-Dip


Zutaten

2 Bund Radieschen
250 g cremiger Feta
200 g Frischkäse
3 EL Mineralwasser
2 Knoblauchzehen (vorzugsweise confiert)
Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer
1 TL Zitronensaft
Zucker

Zubereitung


Pinkfarbene Radischenraspel.
Die Radieschen vom grün befreien, das Ende abschneiden und waschen. Danach hat die Gemüsereibe der Kitchen Aid daraus ruckzuck feine Fäden geraspelt. Es geht aber natürlich auch jede andere Art von Raspel. Zur Seite stellen und die Creme herstellen.
Dafür den Feta gemeinsam mit den weichen Knoblauchzehen zerdrücken. Wer tatsächlich immer noch keinen confierten Knoblauch im Haus hat, sollte das schnellstens nachholen - und bis dahin den Knoblauch fein schneiden oder pressen. Den Frischkäse und das Wasser dazugeben und alles verrrühren. Die genannten Gewürze dazu geben. Ich kann hier keine genauen Angaben machen, weil Feta oft unterschiedlich salzig ist. Der Zucker stellt quasi ein Gegengewicht zum Zitronensaft dar.

Bei mir haben die Radieschen ziemlich Wasser verloren. Damit der Dip nicht zur Suppe verkommt, das Wasser abgießen und die Raspel ggf. noch mit den Händen auspressen. Unterheben und mit Brot o.ä. servieren.

Pita-Brot


Zutaten

360 g Mehl Typ 550
1 TL Salz
1 TL Zucker
1 Päckchen Trockenhefe
2 EL Olivenöl
175 ml lauwarmes Wasser

Zubereitung

Der Dip war fertig, aber womit dippen wir ihn denn nun auf? Eine Schnellsuche in der Nachkochliste ergab: Das o.g. Pita-Brot von Frl. Moonstruck sollte es werden, denn alle Zutaten bis auf das Maismehl waren vorhanden und Brote aus der Pfanne find ich sowieso prima.

Den Teig in sechs Teile teilen und ausrollen.
Also wurden flugs Mehl, Salz, Zucker und Trockenhefe miteinander vermischt. Dazu dann das Olivenöl und das lauwarme Wasser aufgießen und einen weichen Teig kneten - auch das übernimmt bei mir inzwischen die Küchenmaschine. Den Teig an einem warmen Ort ca. 40 Minuten gehen lassen und später in 6 Teile teilen (bei mir waren das ca. 90g pro Bällchen).

Etwa handtellergroß, aber nicht zu dünn ausrollen. Bei Frl. Moonstruck wird das Brett bemehlt, mein Teig war so wenig klebrig, dass es nicht vonnöten war. Im Originalrezept werden die Teiglinge noch in Maismehl gewendet, das ist sicherlich lecker, hatte ich aber nicht vorrätig. Während die Brote auf dem Holzbrett noch ein wenig gegangen sind, habe ich zwei Pfannen hochgeheizt und mit etwas Öl ausgesprüht. Jedes Brot mit einer Gabel etwas einstechen und von beiden Seiten backen, bis die gewünschte Farbe erreicht ist.

Guten Appetit!

Donnerstag, Mai 22, 2014

Küchenteufel backt: Bananen-Schoko-Haselnuss-Kuchen

Mein kleiner Bruder hatte Geburtstag und sich auf den Weg von FFM hierher gemacht. Daher wollte ich ihn mit einem Geburtstagskuchen überraschen. Da er keine Sahne mag, fiel die große Torte aus. Aber Bananen standen bei ihm immer hoch im Kurs, und Schokolade mag jeder.

Also habe ich ein wenig getüftelt und ausprobiert und kann nun präsentieren:

Bananen-Haselnusskuchen mit Schokosplittern


Zutaten


3 Bananen
2 Rippen dunkle Kuvertüre (100 g)

250 g Butter, weich
250 g Rohrohrzucker
1/2 TL Vanilleextrakt

4 Eier
300 g Mehl
2 EL Kakaopulver, dunkel
100 g gemahlene Haselnüsse
2 TL Backpulver

Zubereitung


Die Bananen schälen und mit einer Gabel zerquetschen. Die weiche Butter mit Zucker und Vanilleextrakt in der Küchenmaschine (oder mit dem Handrührgerät) ca. 3-4 Minuten schaumig schlagen. Mehl, Haselnüsse, Kakao und Backpulver in einer kleinen Schüssel vermischen. Nach und nach die Eier und die Mehl-Mischung zum Teig geben und weiter schlagen.

Derweil die dunkle Kuvertüre grob hacken und gemeinsam mit den Bananen kurz unter den Teig geben.

In eine Springform geben und bei 180°C ca. 45-50 Minuten backen. Auskühlen lassen und nach Wunsch & eigener Kreativität mit Sahnetupfen, geschmolzener Schokolade, Mandelsplittern o.ä. verzieren.

Montag, Mai 19, 2014

Küchenteufel bäckt: Flammkuchen mit Roter Bete auf Pizzastein (ohne Hefe)

Ich habe 2008 mein Standardrezept für den Elsässer Flammkuchen gebloggt und dabei einen fatalen Fehler gemacht: Natürlich kann man einen Flammkuchen fast zu jeder Zeit im Jahr essen, nicht nur im Herbst!

Längst hat sich dieses simple Rezept (ganz ohne Hefe - da werden scheinbar Glaubenskriege geführt!) in meine Top 10 der schnellen und dabei sehr stressarmen Rezepte geschoben. Neben dem klassischen Rezept haben sich inzwischen andere Mehlsorten sowie natürlich weitere Belagvariationen eingeschlichen.

Bei Juliane von SchönerTagNoch las ich von einer Variante mit Roter Bete, Frühlingszwiebeln und gehobeltem Parmesan. Das kam sofort auf die stetig wachsende "Nachkochliste" und wurde nun genutzt, um den Pizzastein- / Brotbackbackstein* einzuweihen. Auch dieser hat fast ein Jahr in einer hinteren Küchenecke auf seinen Einsatz gewartet und soll nun häufiger ans Tageslicht gelangen, denn es ist sicher kein Spoiler wenn ich verrate, dass es mit ihm sowohl einen Zeit-, als auch einen Geschmacksbooster gab.

Flammkuchen mit roter Bete, Frühlingszwiebeln und gehobeltem Parmesan

 

 

Zutaten

200 g Mehl (Typ 405)
2 EL Öl
1/2 EL Salz
100 ml Wasser

1/2  Becher Crème fraiche + wenig Milch
2 gekochte Kugeln rote Bete
3 Frühlingszwiebeln
1 Stück Parmesan
Pfeffer & Salz

Zubereitung


Mehl, Öl, Salz und Wasser verrühren und durchkneten. Das macht bei mir die Kitchen Aid mit dem Knetarm, die Knetschlegel des Handrührgerätes schaffen das natürlich auch. Den Backofen samt Pizzastein auf dem Rost in mittlerer Höhe auf Vollgas vorheizen (das bedeutet bei mir ca. 250°C Ober- und Unterhitze).

Die vorgekochten (oder selbstgekochten) Rote-Bete-Knollen mit Einweghandschuhen über einen Gemüsehobel ziehen, die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Einen halben Becher Crème fraiche mit etwas Milch verrühren - muss man nicht, aber ich kann es so besser verstreichen.

Dünn ausrollen und üppig belegen.
Wenn der Teig sich so geschmeidig anfühlt wie ein Ohrläppchen, wird er entweder auf die komplette Pizzasteingröße ausgerollt, oder aber in zwei Teile geteilt und mit dem Nudelholz in Wunschform geplättet. Letzteres birgt den Vorteil, dass man mit dem zum Pizzastein mitgelieferte Pizzaspatel die Flammkuchen besser in den Backofen hinein- und wieder herausbefördern kann.

Der Teig wird dünn mit der Milchmischung bestrichen und mit den Rote Bete-Scheiben sowie den Frühlingszwiebelringen belegt. Großzügig mit Salz- und Pfeffermühle darüber gehen und auf den bemehlten Pizzastein gleiten lassen. Ca. 7-12 Minuten backen (ja nach Backofen - der Rand sollte knusprig aussehen).

Die Flammkuchen herausholen und sofort mit dem Käsehobel Parmesan darüber raspeln. Mit einem Glas Wein servieren.

Donnerstag, Mai 15, 2014

Küchenteufel proteinreich: Rührei mit Muschelfleisch

Leichte, proteinreiche Speisen sind derzeit sehr gefragt. Muschelfleisch enthält viel hochwertiges Protein und Omega-3-Fettsäuren, jedoch kaum Kohlenhydrate. Auf der Habenseite können Muscheln dafür noch mit verschiedenen Mineralstoffen und Spurenelementen (Selen, Jod, Eisen, Zink etc.) Als Kind aus dem Rheinland habe ich mich schon früh auf die Muschelsaison gefreut, und auch der Mann ist als Brüsseler quasi mit den "Moules"-Schalen in der Hand auf die Welt gekommen. Tief in mir drin steckt natürlich immer noch die Regel, dass Miesmuscheln nur in Monaten gegessen werden sollten, die ein "r" enthalten. Ein alter Fischer ist Ostende hat mir mal erklärt, dass diese Regel längst überholt sei, weil die Kühlketten sich erheblich verbessert hätten (das war damals Grund 1 für diese Regel) und die EU außerdem für Frühwarnsysteme gesorgt hätte, so dass rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden könnten, wenn die Algen blühen (Vergiftungen durch Algentoxine im Muschelfleisch waren Grund 2).

Der Supermarkt meines Vertrauens hat seit einiger Zeit außerdem verführerisches TK-Muschelfleisch in der Truhe - doch was macht man mit einem kompletten Kilo Miesmuschelfleisch, wenn man keinen Eiweißschock erleben will? Also habe ich einige Muschelrezepte gesammelt, die ich euch in den kommenden Wochen vorstellen möchte. Den Anfang macht ein ganz simples Gericht, dass man sich als schnelle und leichte Proteinquelle zum Abendessen bereiten kann.

Rührei mit Miesmuscheln


Zutaten für 2 Personen


2 Schalotten, fein gehackt
ca. 200 g Miesmuschelfleisch
2 Knoblauchzehen (z.B. konfiert)
Öl
5 Eier (Größe M)
50 ml Milch
Gewürze wie Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Cayennepfeffer
n.B. frische Kräuter (z.B. Dill)

Zubereitung


Das Öl in einer Pfanne heiß werden lassen, die fein gehackten Schalotten glasig werden lassen und die zerdrückten Knoblauchzehen dazu geben. Das Muschelfleisch dazu geben und 2-3x mit Salz- & Pfeffermühle darüber gehen. Scharf anbraten und nach einigen Minuten die Hitze reduzieren.

Während das Muschelfleisch anbrät, die Eier in eine kleine Schüssel geben und samt der Milch sowie den Gewürzen mit einem Schneebesen luftig aufschlagen. Die Ei-Milch-Mischung über das Muschelfleisch gießen und stocken lassen. Je nach eigenem Gusto das Rührei einfach 3 Minuten stocken lassen, oder die Eimasse immer wieder vom Rand lösen und "krümelig braten".

Auf Tellern anrichten, frisch gehackte Kräuter darüber streuen und servieren.

Guten Appetit!

Freitag, April 11, 2014

Die Metro Kochherausforderung Frühling 2014 - ich bin dabei!

Ich wurde neugierig, als unter Kochbloggern über die "Metro Kochherausforderung" gesprochen wurde. Metro. Das war dieser riiiieeesige Supermarkt für Gewerbetreibende, für den meine Tante früher in Düsseldorf im Büro gearbeitet hat. Für den meine Eltern eine Karte hatten, denn ohne durfte man gar nicht rein, und auch mit Karte nur höchstens zu zweit. Kinder schon mal gar nicht. Also musste ich im Auto sitzen. Und wurde später belohnt mit silbernen Tüten mit leckeren Getränkekonzentraten und richtig großen Eiscremebehältern - von denen ich nicht viel abbekommen habe, aber die später jede Menge Spielsachen-Schätze beherbergten.

Inzwischen wohnen wir etwas weiter von Metro-Filialen entfernt, doch die Idee einer "Kochherausforderung" klang einfach zuu verführerisch. Man erhält einen Warenkorb und muss alle Zutaten verbrauchen, egal in wievielen Gängen. Im Gegensatz zu einer TV-Show aus den 90ern darf man aber auch andere Zutaten obenauf benutzen. Das klang nach nem Plan und ich bewarb mich mit Hinweis darauf, dass ein Gastro-Markt in einem Kieler Gewerbegebiet ebenfalls zum Metro-Konzern gehöre - vielleicht nahmen die ja ebenfalls teil? Eine nette Rückmail aus Düsseldorf hatte einen negativen Bescheid, da zu viele Produkte dort nicht verfügbar wären. Als ich anbot, bei einem Termin in Hamburg direkt die Gelegenheit zu nutzen, bei einer Metro-Filiale vorbeizufahren, war der Deal gemacht und ich war schon seeeehr gespannt. Was würde mich erwarten?

Glücklicherweise habe ich weitere "Kochfreaks" in meinem Umfeld, und so konnte ich Jan davon überzeugen, mit mir gemeinsam diese Kochherausforderung anzugehen. Obwohl, gemeinsam? Das wäre ja langweilig. Also lieber gegeneinander! Dazu jeweils den anderen als Gast und dazu noch zwei "unbeteiligte" Esser. Die Metro fand´s ne gute Idee und so hieß es also: "LASSET DIE SPIELE BEGINNEN!" :)

Die Metro Kochherausforderung Frühling 2014


Genug gequatscht, ihr wollt sicherlich wissen, welche Zutaten mir am letzten Samstag überreicht wurden. Enthalten waren:

  • zwei Bio-Forellen
  • zwei große Artischocken
  • spanischer Schinken
  • zwei Tafeln Lindt Schokolade salted caramel
  • Bio-Earl Grey-Tee
  • eine Dose Wachtelbohnen
  • eine Flasche Riesling
  • Nudeln
  • italienische Cracker mit Kräutern ("Tortas de Aceite" mit Rosmarin und Thymian)
Sofort begann es in meinem Kopf zu rotieren. Rieslingsauce zum Fisch? Earl Grey als Gelee? Die Schokolade als Brownie? Wachtelbohnen als Püree, gefüllt in die Nudeln? Forellen im Ganzen aus dem Backofen, gefüllt mit leckerem Pesto? Oder doch lieber als Forellen-Mousse auf den Crackern? Als Dessert dreierlei vom Riesling - Gelee/Sorbet/Sabayon? Die Artischocke ggf. mal im Ganzen kochen, so dass man lecker die Blätter herunter zieht und dippt?

Irgendwann war mein Menü inkl. Amuse und Zwischengängen auf 8+ Gänge angewachsen und die Grundzutaten aus dem Warenkörbchen nur noch unter ferner liefen zu finden. Also das ganze Kommando zurück und neu gegrübelt: Was kann ich zubereiten, was nicht total naheliegend ist und bei dem mit Blick auf meinen Vorrats-/Kühlschrank auch nur möglichst wenig dazugekauft werden muss?

Auch hier liefen die Drähte im Kochbereich meines Gehirns heiß, und jetzt denke ich, dass ich eine in sich stimmige Menüfolge hinbekommen habe.

Viel Spaß beim Lesen und evtl. ja sogar beim nachkochen!

Amuse: Artischocken-Tapenade auf italienischem Brot + klassisches Bruschetta


Die Artischocken vom Fuß und den Außenblättern befreien und die Herzen freilegen. Achteln. Zwei Knoblauchzehen kleinschneiden oder pressen (ich benutze dafür diese tollen konfierten Knoblauch) und mit ca. 100 g grünen Oliven (entsteint), 100 ml Olivenöl und einem Teelöffel Kapern in ein hohes Gefäß geben. Zur Würze dienen zunächst ein Schuß frischer Zitronensaft, etwas mehr als eine Löffelspitze Cayennepfeffer und ein bis zwei Prisen Salz. Mit dem Zauberstab oder einem Food Processor, ich würde morden für den schicken von Kitchen Aid! soweit zerkleinern, dass die Tapenade wie ein Mousse, aber trotzdem noch ein wenig stückig bleibt. Zitrone, Cayennepfeffer (oder kleingeschnittene Chilis) und Salz bereithalten, um die Masse abzuschmecken.  Durch ein Sieb passieren, um die faserigen Reste der Artischocken zurückzubehalten. Auf den italienischen Crackern servieren (die waren sehr groß, deshalb habe ich einige vorsichtig geviertelt, außerdem noch andere Cracker dazugenommen).
Für die Nicht-Artischocken-/Oliven-/Kapern-Esser habe ich ein paar Tomaten gewürfelt, mit Zwiebeln, Kräutern und Öl zu einer Bruschetta-Masse verarbeitet und ebenfalls auf das italienische Brot gegeben. So hatte ich auch gleich noch einen farblichen Kontrast (siehe Bild). Dazu gab es einen Prosecco mit Weinbergpfirsich-Likör.

Vorspeise: Cazuela mit Borlotti Beans, Tiger Prawns, Chorizo, Nudeln und roten Zwiebeln


Die Wachtelbohnen (schicker: Borlotti Beans) aus der Dose holen und gut abspülen. Eine rote Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden, zwei Knoblauchzehen und eine Chili fein hacken.

Cazuela mit Borlotti Beans
Eine weite Pfanne erhitzen und Olivenöl hineingeben. Zwiebeln, Knoblauch und Chili hineingeben und anbraten, bis die Zwiebeln etwas Farbe bekommen haben. Dann den Inhalt einer Dose geschälter Tomaten, 300 ml Brühe, zwei Esslöffel Essig - ich hatte gerade Cranberry-Essig da, der prima passte, sonst Rotweinessig - und einen Teelöffel Zucker dazugeben und aufkochen lassen. Für den Farbklecks habe ich auch noch 4 EL TK-Erbsen zugefügt. Die Hitze zurücknehmen, die Bohnen zufügen und mit je ca. einem TL frisch gehacktem Thymian, Basilikum und Oregano würzen. Die Nudeln zugeben und 10 Minuten köcheln lassen, bis die Bohnen schön weich sind und die Tomatensauce angedickt. Die Hitze wegnehmen und mit etwas Zitronensaft und wenn möglich den Zesten einer (Bio-)Zitrone verfeinern

Den Ofen auf 200°C vorheizen und vier Auflaufformen bereitstellen. Die Bohnen-Tomaten-Sauce auf die Auflaufformen aufteilen und kleingeschnittene Chorizowurst sowie Babytomaten (ca. 4 pro Schale) untermischen. Eine weitere rote Zwiebel schälen und achteln, ebenfalls auf den kleinen Aufläufen verteilen. ca. 20 Minuten backen.

Derweil 12 Garnelen von der Schale befreien und entdarmen - Gosch verkauft sie glücklicherweise bereits entdarmt. Vier der italienischen Brote (alternativ: zwei Scheiben Ciabatta) zerkleinern. Shrimps, Brotstücke und etwas Sesam auf den Cazuelas verteilen und erneut ca. 10-12 Minuten backen.

Mit frisch gehackten Kräutern (Thymian und Oregano) bestreuen, evtl. mit Thymianzweigen garnieren und servieren. Funktioniert natürlich auch in einer großen Auflaufform, zum Beispiel als Hauptgang für zwei Personen. Getrunken wurde Weißwein.

Hauptgang: Mit Iberico-Schinken umwickelte Forellenfilets mit Pesto, Belugalinsen und Rote-Bete-Chips


Die beiden Forellen waren wirklich eine Herausforderung - ich habe tatsächlich noch nie einen Fisch verarbeitet. Auch wenn sie aufgeschnitten und ausgenommen waren, gab es da immer noch reichlich Kopf, Flosse, Haut und Gräten. *waahh* Also ran ans Internet und ein Video geguckt, dass mir erklärt, was ich tun soll. Danach war eigentlich alles ganz einfach.

Vier Forellenfilets mit Salz & Pfeffer würzen. Auf jeder Seite eine dünne Schicht Pesto nach Wahl auftragen - ich hatte gerade in der Woche zuvor Basilikumpesto gemacht -  und in jeweils zwei Scheiben Schinken wickeln. Ofen auf 200°C vorheizen.

In einer schweren Pfanne (die auch in den Ofen darf) Öl erhitzen, die Filets mit der Hautseite nach unten anbraten, bis der Schinken Farbe angenommen hat (ca. 2 Minuten). Dann die Filets umdrehen und die komplette Pfanne für ca. 8 Minuten in den Ofen stellen. Herausnehmen, ein wenig Zitronensaft darübergeben und mit Belugalinsen und Rote-Bete-Chips servieren. Ich habe noch ca. 100 ml Sahne und einen guten Schuß Riesling in die Pfanne gegeben. Die daraus entstandene Sauce an den Fisch geben.

Mit Iberico-Schinken umwickelte Forellenfilets mit Pesto,
Belugalinsen und Rote-Bete-Chips
Die Linsen und die Chips werden bereits im Vorwege vorbereitet. Für die Belugalinsen eine Schalotte fein würfeln und in etwas Butterschmalz leicht anrösten. 200 Gramm Linsen dazugeben und weiterbraten. Einen Schuß Balsamicoessig (oder Reduktion) dazugeben und mit soviel Brühe auffüllen, dass die Linsen bedeckt sind. Einen Thymianzweig und ein Lorbeerblatt dazugeben und ca. 30 Minuten köcheln lassen. Mit Salz&Pfeffer würzen. Wer mag, kann die Linsen danach mit etwas Butter abbinden.

Das Rezept für die Rote-Bete-Chips habe ich von flowersonmyplate - gibt es aber so ähnlich bereits quer durchs ganze Netz. Backofen auf ca. 170°C vorheizen und Handschuhe anziehen. Die Bete schälen und mit dem Gemüsehobel in feine Scheiben schneiden. In einer Schale mit Olivenöl vermengen, so dass alle Scheiben etwas davon abbekommen und auf einem Backblech (mit Backpapier) verteilen. In meinem Backofen sind sie in ca. 30 Minuten fertig, manche Öfen schaffen es in 25, andere erst in 40 Minuten. Sie sollen außen bereits etwas trocken sein und sich wellen - so richtig knusprig sind sie allerdings erst, wenn sie nach ca. 1 Stunde ausgekühlt sind. Mit gutem Meersalz bestreuen und servieren. Zu diesem Gericht gab es Riesling.

Dessert: Birnen-Ingwer-Riesling-Sorbet mit karamellisierten Kumquats, Salted-Caramel-Chocolate-Crêpes und Earl Grey-Shortbread


Drei ganze Birnen schälen, entkernen und kleinschneiden. Gemeinsam mit 350 ml Riesling und zwei Teelöffeln kleingeschnittenem Ingwer in einem kleinen Topf auf kleiner Stufe langsam erhitzen und ca. 20 Minuten köcheln lassen. 200 g Zucker dazugeben und ca. 30 Sekunden mit dem Stabmixer pürieren. 2 TL Zitronensaft und 1/2 bis 1 TL Salz zufügen und in eine Gefrierform geben. Vier Stunden frieren lassen, danach alle 30 Minuten umrühren (mit Schneebesen oder dem Stabmixer), bis das Sorbet serviert werden soll.

8-10 Kumquats heiß abwaschen, abtrocknen und in schmale Scheiben schneiden. So kann man auch gleich sehr einfach die Kerne entfernen. 2 EL Rohrohrzucker in einer kleinen Pfanne schmelzen lassen und mit ca. 150 ml Orangensaft ablöschen. Die Hitze herunterdrehen, die Kumquat-Scheiben dazugeben und unter stetigem Rühren karamelisieren lassen. Auf einen Teller geben und auskühlen lassen.

Für das Earl Grey-Shortbread (nach Martha Stewart) werden 120 g Mehl, 2 TL Reismehl, 1/4 TL Salz und 1,5 TL trockener Earl Grey-Tee (ca. 2 Teebeutel voll) in einer kleinen Schüssel vermischt.
Mit dem Mixer 115 g weiche Butter mit 40 g Puderzucker und einem Teelöffel Orangenzesten ca. 3 Minuten vermischen. Auf kleiner Stufe den Inhalt der kleinen Schüssel dazu mischen, bis es sich leicht verbunden hat. Aus dem Teig eine Rolle formen und in Folie eingewickelt ca. 30 Minuten im Kühlschrank lagern. Den Backofen auf 170° vorheizen und zentimeterdicke Scheiben abschneiden. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und ca. 12 - 14 Minuten backen - die Ränder sollen leicht Farbe bekommen.

Für die Crepes einen dünnflüssigen Teig aus zwei Eiern, Milch, Mehl, etwas Salz und einem Schuß Mineralwasser erstellen. Ich habe eine indische "Dosa-Pfanne", die nicht böse ist, wenn ich sie für hauchdünne Crepes verwende. Das Crepe wenden, mit drei Stückchen der mit Salzkaramell gefüllten Lindt-Schokolade mittig belegen und von allen Seiten zuklappen.

Alles auf einem Teller anrichten - ich habe dazu einen Sylter Whiskeylikör mit einer feinen Vanillenote gereicht.

Das war also meine Umsetzung der Metro Kochherausforderung im Frühling 2014. Ich würde mich freuen, wenn die eine oder andere Idee für euch dabei war und freue mich über Kommentare!

Freitag, April 04, 2014

Küchenteufel regional: "Himmel und Erde" - Omelette mit Bacon

Ich bin immer wieder entzückt, wie lange sich der Trend der saisonalen und regionalen Küche schon hält. Es gibt immer wieder neue Dinge zu entdecken - oder eine Wiederentdeckung zu feiern. Vor kurzem wurde mir in meiner Wahlheimat Schleswig-Holstein der "Mehlbüddel" näher gebracht. Eine Art Hefekloß, der sowohl mit Früchten, als auch mit Speckstreifen serviert wurde. Ich war sehr angetan und fühlte mich an ein Gericht aus meiner Heimat erinnert. Im Rheinland kocht man nämlich auch gern regional, wie zum Beispiel in den Brauhäusern, wo meine (indische) Mama gern Gerichte wie "Himmel un Ääd" gegessen hat - ein Gericht, bei dem sich gewürfelte Kartoffeln mit Äpfeln und herzhaftem Fleisch treffen.

Da ich sowieso gerade einiges an Äpfel zu verarbeiten habe, guckte ich mich nach den klassischen Rezepten um. Aber ehrlich - Blutwurst ist nicht so meins. Also hab ich noch weiter geschaut und bei Eat Smarter eine schmackhafte Alternative gefunden. Ein wenig auf unsere Bedürfnisse umgebaut und - tatata - eine tolle Vorspeise für zwei Personen war entstanden!

"Himmel & Erde" - als Omelette mit Baconstreifen


Zutaten

2 Kartoffeln (nach dem Entfernen der Schale ca. 280 g)
1 Apfel (geschält, entkernt und fein gewürfelt ca. 170 g)
2 EL Öl
1 Schalotte

3 Eier
Wasser
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
3 Scheiben Bacon

Zubereitung

Eine Pfanne erhitzen und die Speckstreifen darin braten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.  Während der Speck brät, die Kartoffeln schälen und fein reiben. Das geht entweder mit der Gemüsehobel oder noch besser mit dem Gemüseaufsatz meiner Kitchen Aid. Ich steh´ auf dieses Zubehör! Die Äpfel schälen, entkernen und fein würfeln, ebenso die Schalotte.

Die Pfanne mit dem Bacon-Fett wieder aufheizen, Öl hineingeben und die Kartoffelscheiben darin anbraten. Mehrmals wenden. Wenn die Kartoffelscheiben ein wenig Farbe angenommen haben (ca. 3-4 Minuten), die Äpfel und die Schalotte dazu geben. Evtl. ein wenig mehr Öl.

Während Kartoffeln und Äpfel in der Pfanne rösten, die Eier in einer kleinen Schüssel aufschlagen, mit reichlich Salz, Pfeffer und etwas Paprikapulver würzen. Mit einer Gabel fluffig aufschlagen und ein wenig Mineralwasser dazugeben.

Die gewürzte Eiermasse zu den Kartoffeln, Schalotte und Äpfeln geben und die Hitze herunterdrehen. Einige Minuten stocken lassen, mit den Baconstreifen belegen und diese wieder etwas warm werden lassen. In vier Teile teilen und auf zwei Tellern servieren.

Guten Appetit!



Dienstag, April 01, 2014

Küchenteufel alkoholisch: Mexikaner 2.0 - es geht immer noch besser!

Selten bleibt ein Rezept, wie es ist. Mal fehlt eine Zutat und wird ersetzt, mal gibt es Vorschläge von außen, die ich versuche umzusetzen.

Im Fall des selbst angesetzten Mexikaners kamen zwei Dinge zum Tragen, die eine dauerhafte Änderung des Rezeptes erforderten: Erstens fand ich den Verbrauch einer Flasche original Tabascodoch ein wenig kostenintensiv, wenn man bedenkt, dass es nur ein Teil einer komplexen Würze für ein alkoholisches Getränk ist - ansonsten schätzen wir die Original Produkte sehr, haben daher neben der "normalen" Tabasco-Flasche immer eine grüne und eine Chipotle-Version im Gewürzschrank. Hier habe ich mich ein wenig im Asia-Laden umgeschaut und einen prima Ersatz gefunden. "Xotix tropical Gourmet Hot Sauce" kommt aus Saudi-Arabien und besteht aus Chilipfeffer, Zuckerrohressig und Salz (siehe Bild).

Würzung ist alles beim Mexikaner.
Zweitens wurde hier und da angemerkt, der Mexikaner sei doch etwas dünnflüssig, dürfte also etwas "stückiger" sein. Wir experimentierten mit im Fissler Finecut gehäckselten Paprikastücken - schmeckt dann wie Zigeunersauce, nicht nachmachen! - und sind letztendlich bei pürierten Tomaten aus dem Tetra-Päckchen angekommen, die das Rezept sinnvoll erweitern.

An der Würzung haben wir bei der Gelegenheit auch noch ein wenig gedreht. Dabbei war uns u.a. Tim Mälzer behilflich, der bei seiner "Auf die Faust"-Tournee eine Würzmischung für Cajun-Fleisch vorstellte, dass vor allem aus Pfeffer, Pfeffer und Pfeffer besteht und seitdem - vom Mann mit Argusaugen bewacht - immer in einem großen Glas hier im Schrank steht (siehe Bild).

Mexikaner 2.0


Zutaten


0,7 l Korn
2 l Tomatensaft
500 ml passierte Tomaten
1 Flasche Sangrita Pikant
1 Flasche Xotix Hot Sauce

2 EL Zucker
50 ml Zitronensaft
2 - 3 EL Salz
3 - 4 EL Pfeffermischung (besteht aus diversen Pfeffersorten, man kann aber auch einfach je einen EL schwarzen, weißen und Cayennepfeffer benutzen)

Zubereitung


Die ersten fünf Zutaten in eine große Schüssel geben - ich benutze hierfür immer noch die große Eleganzia-Schüssel von Tupper mit 4,7l Fassungsvermögen - und verrühren. Am besten die Reste vom Sangrita mit dem Korn aus der Flasche spülen.

Dann die weiteren Zutaten nach Vorgabe dazu geben und abschmecken.

Ist es zu sauer? Mehr Zucker.
Zu süß? Mehr Zitrone.
Könnte schärfer sein? Mehr (Cayenne-) Pfeffer.
Irgendwie noch zu tomatig? Einfach von allem mehr hinein! :)

Ich benutze zum Transport und zur Lagerung die simplen 1-Liter-Glasflaschen von IKEA (ca. 2 Euro). Die kann man prima mit der Flaschenbürste ausspülen, die Kunststoff-"nupsel" nehme ich ab und werfe sie nach jeder Benutzung in das Besteckfach der Geschirrspülmaschine. Vor der Benutzung werden sie einmal mit kochendem Wasser übergossen. Sind sie unansehnlich, benutze ich Gummiglasverschlüsse von Weck, von denen mir meine Mutter mal eine Tüte voll vermacht hat. Wer kreativ ist, kann sich ja noch ein schickes Etikett ausdenken.

Ich wünsche euch viel Spaß beim herstellen und natürlich auch beim trinken!

Prost!

Sonntag, März 30, 2014

Küchenteufel bäckt: Schoko-Guinness-Kuchen mit Baileyscreme

Ich koche gern. Aber noch lieber widme ich mich dem Backen. Dass man aus Mehl, Eiern, Zucker und Butter (plus einiger weiterer Zutaten) solch wohlschmeckende Kreationen erhält, fasziniert mich immer wieder aufs Neue.

Da wir Gefahr laufen, irgendwann nicht mehr durch die Haustür zu passen, wenn ich all das backe, was auf meiner Nachbackliste steht, versuche ich regelmäßig andere Mit-Esser zu generieren - und was passt da besser als Geburtstagsfeiern?

Am Freitagabend sinnierte ich darüber, welchen Kuchen ich meinem Kumpel Daniel backen könnte. Der Wirt des Hanging Garden servierte gerade Guinness in bauchigen Gläsern mit cremig-braunem Schaum und da fiel mir die schokolade Guinness-Torte von Nigella Lawson wieder ein, die ich schon einmal mit großem Erfolg gebacken hatte. Doch im Originalrezept ist die Creme weiß, das hatte mir beim letzten Mal nicht gefallen. Abhilfe schafft bei diesem Exemplar ein kräftiger Schuss aus der Bailey´s-Flasche. Ich habe hier und da etwas abgewandelt und euch die Originalzutat in Klammern dahintergeschrieben.

Viel Spaß beim nachbacken!

Schoko-Guinness-Torte mit Baileyscreme

 


Zutaten


Kuchen

250 ml Guinness
250 g Butter
80 g Kakao (Nigella: 75 g)
300 g Rohrohrzucker (Nigella: 400 g "caster sugar")
1/4 TL Salz

150 g Saure Sahne (Nigella:142 g sour cream)
2 große Eier
1 TL Vanilleextrakt (kann man weglassen / ersetzen, wäre aber schade!)
280 g Mehl (Nigella: 275 g)
2 TL Natron & 1/2 TL Backpulver (Nigella: 2,5 TL "bicarbonate of soda")

Bailey´s-Creme

300 g Frischkäse
150 g Puderzucker
125 ml Sahne, flüssig
2-3 EL Bailey´s, nach Gefühl ;)

Zubereitung


In einem kleinen Topf die Butter schmelzen, Kakao, Zucker und Salz dazugeben. Mit dem Bier vermischen. Abkühlen lassen. Den Backofen auf 180°C vorheizen und eine Springform vorbereiten (mit Backpapier auslegen, buttern oder mit Backtrennspray besprühen).

In einer weiteren Schüssel (oder der Küchenmaschine) die saure Sahne mit den Eiern und dem Vanilleextrakt vermischen - den solltet ihr wirklich benutzen, läßt sich auch mit zwei Vanilleschoten, genug Wodka und ein wenig Zeit fürs nächste Mal ansetzen. Alternativ: Das Mark einer halben Vanilleschote nehmen, oder 1-2 Päckchen Vanillezucker.

Die abgekühlte Guinness-Mischung dazugeben und kurz verrühren. Das Mehl mit Natron & Backpulver vermischen und darübersieben - so vermischt sich das Mehl schneller mit dem Rest der Masse - und zu einem glatten Teig verrühren.

Den Teig in die Springform füllen und mittig ca. 45 bis 60 Minuten backen. Da der Kuchen sehr hoch wird, empfehle ich bei vier Einschüben die zweite von unten gemäß dem Tweet von @PatzillaSaar :) Mit einem Hozstäbchen ab Minute 40 regelmäßig kontrollieren, ob der Kuchen bereits fertig ist. Herausholen und abkühlen lassen.

Wenn der Kuchen abgekühlt ist, das Frosting herstellen: Frischkäse in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer glattrühren, dann den Puderzucker dazugeben, bis eine weiche Masse entstanden ist. Die flüssige Sahne kurz unterrühren und dann löffelweise Bailey´s zugeben, bis euch die Farbe gefällt.

Den Kuchen mit dem Topping garnieren und evtl. leicht mit Kakaopulver bestreuen. Gut gekühlt servieren. Wenn ihr den Kuchen einen Tag vorher vorbereiten wollt - was für den Geschmack eigentlich immer von Vorteil ist - erstellt die Bailey´s-Creme trotzdem erst am Tag, an dem der Kuchen serviert wird.

Guten Appetit!

Donnerstag, März 20, 2014

Küchenteufel verarbeitet Äpfel: Apfelmus-Soufflé

Ich hatte gerade eine OP und dementsprechend auch ein wenig Auszeit zu Hause. Das bedeutet nicht nur, dass ich mich wenig bewegen kann und daher kaum Kalorien verbrauche, sondern auch, dass mir viele liebe Menschen bei ihren Besuchen leckere Dinge mitbringen, die reichlich Kalorien beinhalten.

Um dem ein wenig vorzubeugen, habe ich zum Beispiel meine Mama darum gebeten, mir statt Pralinen oder Kuchen einfach ein wenig Obst vorbei zu bringen. Natürlich meinen Mamas es immer doppelt gut und so sah ich mich fast jeden dritten Tag mit jeder Menge Birnen, Mandarinen, Blaubeeren und Äpfeln konfrontiert. Bei aller Liebe - die kann ich nicht alle essen, ohne am Fructose-Schock zu sterben ;)

Also habe ich mir überlegt, was ich mit all den leckeren Dingen anstellen könnte. Leicht sollten sie sein, und möglichst nicht noch extra Zucker o.ä. benötigen. Als erstes habe ich mir ein kleines Dessert ausgedacht. Ich gestehe: Eigentlich wollte ich mir ein norddeutsches "Zuckerei" machen, habe aber gerade noch die Kurve bekommen ...

Selbstgekochtes Apfelmus-Soufflé

 


Zutaten


1 Apfel (geschält und entkernt ca. 150 g)
1 Prise Zimt
1 TL Zitronensaft
3 EL Wasser

1 Eiweiß (sehr frisch!)
1 gestrichenen TL Zucker

Zubereitung


Den Apfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Zimt, Zitronensaft und Wasser in einem kleinen Topf vermischen und die Apfelstücke dazugeben. Bei mittlerer Hitze ca. 8-10 min. köcheln lassen.

Wer Apfelmus ein wenig gröber mag, zerdrückt die Stücke mit einem Kartoffelstampfer oder einer Gabel. Wer ein feines Dessert möchte, streicht die weichen Apfelstücke durch ein feines Sieb. Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Während das Apfelmus abkühlt, trennt ihr das Ei und erstellt mit dem Handrührgerät einen sehr festen Eischnee. Mein Mixer war ein wenig zickig, dass ich ihn schon so lang nicht mehr benutzt hatte, aber ein Eiweiß steif schlagen funktioniert mit meiner Kitchen Aid halt nicht ;) Kurz bevor er zu fest wird, lasst ihr den Zucker einrieseln.

Das abgekühlte Apfelmus unter den Eischnee heben und in zwei kleine Förmchen (Durchmesser ca. 7-8 cm) füllen. In den Backofen geben und ca. 15 Minuten backen. Herausholen und schnell servieren - sonst fällt das kleine Kunstwerk in sich zusammen :)

Guten Appetit!

Dienstag, Februar 18, 2014

Pl0gbar - Treffen zum Kieler Umschlag 2014

Liebe Blogger, Twitterer, Facebook-Nutzer, tumblr-Betreiber, Instragram-Künstler oder sich sonstwie dem Internet verbunden fühlenden Menschen aus Kiel & Umgebung: Es ist wieder Zeit für eine #pl0gbar!

"Web 2.0 in kuschelig" für alle, die Lust haben, die ganzen Nasen, die man sonst nur in der Timeline sieht, mal "in echt" wiederzutreffen oder neu kennenzulernen - natürlich dürft ihr euch trotzdem antwittern :)

Unser erstes Treffen im neuen Jahr wird im Rahmen des "Kieler Umschlags" am Samstag, dem 1. März stattfinden, los geht´s um 15 Uhr vor dem Eingang des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums "Warleberger Hof" in der Kieler Altstadt. Danach lassen wir uns in Grüppchen durch die Kieler Altstadt treiben, schnattern, fotografieren, twittern und machen, was uns sonst noch so einfällt.

Wer sich bei Facebook herumtreibt, ist herzlich eingeladen, sich der Pl0gbar-Kiel-Gruppe anzuschließen. Beim dazugehörigen Event kann man sich ab sofort anmelden: https://www.facebook.com/events/1408724569384247/


Wer dort nicht sein möchte, sagt uns einfach über Twitter Bescheid oder kommentiert hier unter dem Beitrag.

Was ist das eigentlich, eine "pl0gbar"? Viele wichtige Dinge rund um die Kieler Truppe und ihre Treffen (leider etwas unvollständig) findet sich hier auf dem Blog unter dem Label #pl0gbar. Viel Spaß beim stöbern!

Mittwoch, Februar 05, 2014

Küchenteufels Basics: Konfierter Knoblauch

Es gibt in der Küche einige Produkte, die den Spaß am Kochen noch verstärken. "Basics" nennt man sowas gern, also Grundzutaten, die simpel anmuten, aber doch extrem hilfreich sind.

Ich benutze gern Knoblauch im Essen. Da mir das pressen bzw. später schneiden der Knoblauchzehen sehr viel unnütze Arbeit bereitet hat, bin ich irgendwann auf die indische Variante des Knoblauchpürees im Glas bzw. in der Tüte umgestiegen. Knoblauchpaste, Knoblauch-Ingwer-Paste und vor allem die Tamarindenpaste liegen nach jedem Indienbesuch im Koffer. Doch es geht noch besser.

Steph vom Kleinen Kuriositätenladen sagt selbst, dass ihr Knoblauch-Confit wohl eher unspektakulär rüberkommt, doch eigentlich nur einen Begriff erlaubt: Genial! Und das kann ich inzwischen voll und ganz unterschreiben. Warum? Die Zehen liegen in Öl und sind damit toll haltbar, können einzeln entnommen werden und wenn man mit einer Gabel draufdrückt, hat man sofort ein weiches Knoblauchpüree, keine harten Stückchen.

Wie oben schon erwähnt, war ich mit den fertigen Pürees bisher ganz zufrieden, doch dann drückte mir meine Mutter eine kleine Tüte voller Knoblauchknollen in die Hand. Eine Freundin von ihr hatte wohl mal probeweise welchen im Garten angepflanzt und war von der ertragreichen Ernte etwas überfordert. Doch was macht man mit sovielen Knoblauch? Der wird nämlich leider viel zu schnell hart und trocken. Da fiel mir das oben verlinkte Rezept wieder ein und ich machte mich an die Arbeit.

 

Stephs Knoblauch-Confit

 

 

Zutaten


Knoblauch
geschmacksneutrales Öl
(Empfehlung: Rapsöl, im Netz habe ich schon Varianten mit 50% Olivenöl gesehen)

Zubereitung


Gemeinsam mit Alex haben ich die zahlreichen Knollen (die dann doch schon ein wenig härter geworden waren) auseinandergenommen und die einzelnen Zehen freigelegt. Da dann immer noch eine Schicht drauf ist, sollte man in einem weiten Topf Wasser zum Kochen bringen und die Zehen darin für ca. 20-30 Sekunden blanchieren. Mit dem Schöpflöffel herausholen und in eine Schüssel mit eiskaltem Wasser kurz abkühlen. Auf Küchenpapier geben und ein wenig trocknen lassen.

Knoblauch, konfiert
Die Zehen werden geschält, in dem man das Ende abschneidet und den Rest der Haut dann einfach abzieht. Die geschälten und trockenen Zehen kommen dann (je nach Menge) in einen kleinen Topf und werden mit soviel Öl übergossen, bis sie gerade so bedeckt sind. Bei kleiner Hitze ca. 45 Minuten "konfieren" lassen. Steph empfiehlt eine max. Temperatur von 80°C - da ich immer noch kein Zuckerthermometer gekauft habe, habe ich einfach die kleinste Stufe meines Herdes benutzt und sicherheitshalber die Kochzeit um 15 Minuten verlängert, in den letzten zehn Minuten aber darauf geachtet, dass die Zehen ihre Farbe nicht zu stark verändern. Dabei schwammen dann doch immer mal wieder "Häutchen" von den Knoblauchzehen oben auf dem Öl - war waren wir wohl nicht gründlich genug. Die kann man aber prima mit dem Schöpflöffel entfernen. Den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Zur Aufbewahrung habe ich mir zwei wiederverschließbare Weckgläser geholt, die Knoblauchzehen auf beide Gläser aufgeteilt und mit dem neu entstandenen "Knoblauchöl" bedeckt. Ein Glas ist in den kühlen Keller gekommen, das andere zum Sofortgebrauch in den Kühlschrank gewandert und ist so stets zur Hand, wenn ich Knoblauch brauche. Zum Beispiel funktioniert es prima, eine Form für Kartoffelgratin, die mit Butter eingefettet werden soll, gleich auch noch mit einer confierten Knoblauchzehe zu bedenken - der Silikonpinsel drückt die weiche Zehe sofort auseinander und der Geschmack verteilt sich prima. Auch das Öl allein läßt sich prima zum braten oder in der Salatsauce verwenden.

Rundum also ein tolles Küchen-Basic, dass ich nicht mehr missen möchte und euch deshalb unbedingt selbst vorstellen wollte. Bei Steph kann man sich übrigens noch viel bessere Bilder und vor allem Tipps zum Einfrieren der Zehen anschauen. Im Artikel über die eingeweckte Variante gibt es auch noch mehr Tipps zur Verwendung.  Ich wünsche euch viel Spaß beim nachmachen!

Donnerstag, Januar 30, 2014

Küchenteufels Nudeln: Auflauf Carbonara

Ich saß neulich beim Orthopäden herum und blätterte mich quer durch diverse Frauenzeitschriften. Da sprang mich ein Rezept an: Der "Carbonara-Auflauf". Was für eine witzige Idee für das heutige Abendessen, außerdem wirklich simpel in der Herstellung. Also habe ich flugs das Mobiltelefon herausgeholt und ein Foto geschossen - deshalb weiß ich auch nicht mehr so ganz genau, welches bunte Blättchen es nun genau gewesen ist.

Da die Auflaufform auf dem Bildchen sehr klein war, habe ich die Zutatenmengen hier und da etwas erweitert, sowohl nach eigenem Geschmack als auch nach Kühlschrankinhalt.

Nudelauflauf "Carbonara"

Zutaten


450 - 500g Nudeln (wir haben Linguine No.7 genommen)
Salz & Pfeffer
Öl
1 Knoblauchzehe (kleingeschnitten oder als Confit)
1 EL Butter
450g TK-Erbsen
3 Schalotten
gehackte Kräuter (Schnittlauch, glatte Petersilie, Thymian)
150g geräucherter Speck, kleingeschnitten
3 Eier
200g Sahne
130ml Milch
70g Parmesan (so groß war unser Stück im Kühlschrank, gern auch mehr)

Zubereitung


Die Nudeln in Salzwasser bißfest garen. Die Schalotten fein hacken. In einer kleinen Schüssel Eier, Milch und Sahne vermischen, den Parmesan fein reiben, und gemeinsam mit (reichlich!) Salz & Pfeffer unterrühren. Carbonara heißt schließlich "nach Köhlerin Art". Also rein mit dem Pfeffer! Beiseite stellen. Nudeln abgießen. Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Ich könnte die Erbsen auch einfach so futtern ...
In einer weiten Pfanne etwas Öl erhitzen und die Schalotten darin anbraten. Die Erbsen zufügen und 2-3 Minuten bei kleiner Hitze dünsten lassen. Die Kräuter fein hacken, den Speck bleistiftdick schneiden und unter die Erbsen untermischen.

Eine Auflaufform mit Butter und der Knoblauchzehe einreiben. Ich habe mir vor einigen Monaten einen Sack voller Knoblauchzehen nach dem Rezept von Stephs Kuriositätenladen confiert und bin immer noch hellauf begeistert davon.

Die abgegossenen Nudeln in die Auflaufform geben, die Erbsen-Kräuter-Speck-Mischung unterrühren. Nun großzügig die Eier-Parmesan-Masse darüber gießen. 25 Minuten im vorgeheizten Backofen überbacken. Mit einem frischen Salat servieren.

Guten Appetit!

Dienstag, Januar 21, 2014

Küchenteufels Snacks "around the world": Lütticher Waffeln / Gaufres de Liège (Belgien)

Wer dieses Blog schon länger verfolgt weiß, dass wir vor einigen Jahren viel Zeit in Brüssel verbracht haben. Ich hab den Mann quasi von dort weggelockt, um gemeinsam im beschaulichen kleinen Kiel mit mir glücklich zu werden.

Nicht nur, weil die Schwiegereltern weiterhin dort leben, zieht es uns immer wieder dorthin. Mein persönliches Pflichtprogramm: Im Supermarkt eine karamellisierte Hefewaffel naschen. Das sind lustigerweise keine Brüsseler Waffeln, sondern Lütticher Waffeln (Lüttich / Liège ist eine andere belgische Stadt). Diese Waffeln sind groß, eckig und meist von einer karamelligen Zuckerschicht überzogen. Dies passiert, weil dem Hefeteig am Ende große, poröse Zuckerkugeln untergemischt werden, die im Waffeleisen schmelzen. Was drin bleibt, wird dann auf die nächste Waffel übertragen.

Natürlich habe ich versucht, auch diese Waffeln nachzubacken. Da es den "Perlzucker" nicht überall gibt, nehme ich mir jedes Mal eine Packung mit. Allerdings komme ich so selten zum Waffeln backen, dass sich da schon eine stattliche Sammlung angefunden hat. Das bedeutet: Waffelalarm! Der Einfachheit halber nehme ich das Rezept, dass auf der Zuckerpackung aufgedruckt ist.






Gaufres de Liège / Lütticher Waffeln


Zutaten


375g Mehl
140 ml lauwarme Milch
1 Würfel Hefe
1 Ei + 1 Eigelb
eine Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
200g weiche Butter
250g Perlzucker (sucre grain perlé bzw. parel korrel suiker)

Zubereitung



Soviel sind 100g.
Die Zuckerkugeln sind noch zu sehen.
Alle Zutaten außer der Butter und dem Perlzucker miteinander verkneten, bis ein glatter, weicher Teig entsteht. Der Teig soll sich anfühlen wie ein Ohrläppchen und nicht kleben. An einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen, bis der Teig sich deutlich vergrößert hat. Die weiche Butter unterarbeiten und dann den Perlzucker unterheben. Den Teig in Portionen à 100g einteilen und nocheinmal einige Minuten gehen lassen.

Ein Waffeleisen für eckige Waffeln (kein Herzwaffeleisen!) einstecken und beim ersten Mal evtl. leicht einfetten. Die 100g-Bällchen ca. 3 Minuten backen, dann sind die Zuckerperlen angeschmolzen und karamellisieren / ziehen Zuckerfäden.

Unser Sandwichtoaster hat auch einen Einsatz für eckige Waffeln.
In der Brüsseler Innenstadt werden diese Waffeln mit Sahne, Schokosauce und/oder frischen Früchten verkauft. Ich mag sie am liebsten pur. Leider hat unser Sandwichtoaster / Grill / Waffeleisen zu wenig "Wumms!", um die Zuckerperlen vernünftig zu schmelzen. Über kurz oder lang wird wohl ein richtiges belgisches Waffeleisen bei uns einziehen. Vielleicht eine Shopping-Idee für den nächsten Brüssel-Besuch :)

Guten Appetit!


Montag, Januar 20, 2014

Küchenteufels Snacks "around the world": Onigiris gefüllt mit Karotten-Kinpara (Japan)

Ich lieeebe es, Kleinigkeiten aus aller Welt zu futtern. Noch mehr Spaß macht es, diese Dinge dann möglichst genauso zu Hause nachzubauen.

Im Ann Café am Kieler Dreiecksplatz (japanisch/koreanisch) gibt es Onigiris zu kaufen, gemeinsam mit einer Fritz-Limo der perfekte Snack für den kleinen Hunger. Doch mein Ehrgeiz war geweckt, diese leckeren Reisdreiecke mit Füllung mal selbst herzustellen.



Im Asia-Laden erstand ich ein Doppelpack dreieckiger Formen* in unterschiedlicher Größe. Die sind genauso wie die Nigiri-Förmchen deshalb so praktisch, weil sie auf der Rückseite eine flexible Klappe haben, mit der man die Füllung herausdrücken kann. Eine ausführliche Google-Rezepte-Recherche ergab dazu zahlreiche leckere Füllmöglichkeiten. Da ich auf der Suche nach einer vegetarischen Füllung war, entschied ich mich für die Karotten-Kinpara vom Bento Lunch-Blog (immer einen Besuch wert!).

Onigiris gefüllt mit Karotten-Kinpara (vegan)


Zutaten

Sushireis


400 ml Reis (ich nehme gern Risottoreis, am besten klebt Sushireis)
460 ml Wasser
4 EL Reisweinessig
2 EL Zucker
1 TL Salz

Karotten-Kinpara


4-5 mittelgroße Karotten in Raspeln
4 EL Sesamöl, dunkel
3 EL Sojasauce, hell
Salz, Pfeffer, Chili-Flakes aus der Mühle, Cayennepfeffer, Piment d´Espelette - oder bereits fertige Lieblingschilisauce, z.B. Sriracha
3 EL Sesam, geschält

Außerdem: Streifen von Algenblättern (Nori), entweder selbst schneiden oder im Snackpack

Zubereitung


Reis mit dem Messbecher abmessen, mit kaltem Wasser in eine Schüssel geben und kräftig waschen. Über einem Sieb das Wasser abgießen und erneut den Reis in die Schüssel geben, Wasser drauf und waschen (bei mir sind es ca. 2-3 "Waschgänge"). Wenn das Wasser, das unten aus dem Sieb herausläuft, klar ist, gemeinsam mit 460 ml Wasser in einen Topf geben. Deckel drauf und auf dem Herd auf die höchste Stufe stellen. Wenn das Wasser kocht, die Hitze herunterdrehen und ca. 10 min. "ausquellen" lassen. Den Deckel nicht abnehmen! Danach den geschlossenen Topf für ca. 5 min. beiseite stellen. Wer wie ich mal zufällig an einen Reiskocher für die Steckdose oder das Plastikding von Tupperware gekommen ist: Bei 700 W ca. 12 Minuten in die Mikrowelle geben, danach ca. 7-10 Minuten stehen lassen.

Danach geht es identisch weiter: Reisweinessig, Zucker und Salz werden in einem kleinen Topf auf dem Herd erhitzt, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Derweil den Reis auf einem großen Teller verteilen. Mit der aufgelösten Zucker-Essig-Salz-Mischung beträufeln und mit einem Holzspatel den Reis immer wieder wenden, bis die Lösung gut untergemischt ist. Eine zweite Person darf gern kühle Luft zufächern, je schneller der Reis abkühlt, desto glänzender wird er.

Für die Karotten-Kinpara die Möhren raspeln. Die gibt es in vielen Supermärkten bereits fertig geraspelt, ich habe dafür den Gemüseschnibbel-Aufsatz auf der KitchenAid-Küchenmaschine. Dort nutze ich die grobe Raspel. In einer Pfanne geröstetes Sesamöl erhitzen und die Karottenraspel darin anbraten. Mit Sojasauce ablöschen und mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und gemahlenen Chiliflocken würzen. Wenn die Raspel gut angebraten sind, den Sesam untermischen und die Masse abkühlen lassen.

Damit Reis & Füllung nicht an den Dreiecken haften, fülle ich ein kleines Schälchen mit Essig und Wasser. Das Förmchen (ich benutze das kleinere Dreieck) damit auspinseln und einen gut gehäuften Esslöffel voller Sushireis hineingeben. Mit einem Teelöffel verteilen und gut festdrücken.

Mise en place-Arbeit.

Dann einen gut gehäuften Esslöffel von der Kinpara-Füllung dazugeben und ebenfalls gleichmäßig verteilen. Abgeschlossen wird wieder mit Reis. Erst mit dem Teelöffel festdrücken, dann den "Deckel" kurz in die Essiglösung tauchen und danach kräftig in das Förmchen drücken.


Um die Onigiris besser anfassen zu können, legt man Nori-Streifen drumherum. Diese kann man sich aus den großen Blättern schneiden. Praktischer sind hingegen die bereits vorgeschnittenen Seetangstreifen, laut Packungsbeschreibung aus Noriblatt, Sesamöl und Salz bestehend. Ich nehme den Deckel ab, lege das Blatt zu einem Drittel darauf, drehe das Ganze um und drücke mit dem flexiblen Teil das Reisbällchen auf das Blatt. Die restlichen 2/3 sanft aufdrücken und das Onigiri auf einem Teller platzieren.

Fertig!


Aufgrund der würzigen Füllung isst man diese Onigiris ohne Sauce. Im Kühlschrank gelagert halten sie auf jeden Fall bis zum nächsten Tag, jedoch ist der Nori-Streifen dann ziemlich durchweicht.

Weitere leckere Füllungen wie mit Thunfisch & selbstgemachter Wasabi-Mayonaise oder Rinderhack in Yakiniku-Sauce werde ich euch in den kommenden Monaten nach und nach vorstellen. Mehr zum Thema "Sushi", z.B. mein kleiner Einführungskurs von 2011? Hier klicken!

Donnerstag, Januar 09, 2014

Esther Schapira (HR/Tagesthemen) zum Coming-Out von Thomas Hitzlsperger

Es ist das Thema der letzten 48 Stunden - das Coming-out von Ex-Nationalmannschafts-Fußballer Thomas Hitzelsperger.

In meinem Umfeld (größtenteils akademisch, viele Fußballfans), waren die Meinungen gespalten. Von "klasse, dass ein erfolgreicher deutscher Fußballer den jungen Menschen ein Vorbild sein will, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist" bis hin zu "ist das nicht nicht eigentlich etwas total normales, persönliches - und genauso wenig interessant wie die Frage, ob er Benzin oder Diesel tankt?".

Ich möchte beiden zustimmen. Einerseits ist es mir wirklich wumpe, welchem Geschlecht sich meine Mitmenschen gerade zuwenden. Oder ob sie diese Neigung auch mal wechseln. "Find somebody to love" ist schwer genug, auch ohne dass man sich auf ein Geschlecht beschränken muss.

Andererseits bin ich, seit ich laufen kann Fußballfan, und auch wenn man Witze darüber reißt, dass es wohl nichts homoerotischeres geben kann, als Männer, die anderen Männern in kurzen Klamotten beim schwitzen zugucken und dabei die komplette Bandbreite der Emotionen von Wut, Freude, Lust und Trauer erleben (schon mal erwachsene Männer weinen sehen? Dann ab zu einem Absteiger am letzten Bundesligaspieltag!), ist die Bezeichnung "schwul" in weiten Teilen der Fußballfangemeinschaft einfach nur ein Schimpfwort.

Ich finde, Esther Schapira vom Hessischen Rundfunk hat diese Gedankengänge, die durch die Synapsen meines Gehirns rennen, ziemlich gut zusammengefasst.

Danke dafür.

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