Freitag, April 11, 2014

Die Metro Kochherausforderung Frühling 2014 - ich bin dabei!

Ich wurde neugierig, als unter Kochbloggern über die "Metro Kochherausforderung" gesprochen wurde. Metro. Das war dieser riiiieeesige Supermarkt für Gewerbetreibende, für den meine Tante früher in Düsseldorf im Büro gearbeitet hat. Für den meine Eltern eine Karte hatten, denn ohne durfte man gar nicht rein, und auch mit Karte nur höchstens zu zweit. Kinder schon mal gar nicht. Also musste ich im Auto sitzen. Und wurde später belohnt mit silbernen Tüten mit leckeren Getränkekonzentraten und richtig großen Eiscremebehältern - von denen ich nicht viel abbekommen habe, aber die später jede Menge Spielsachen-Schätze beherbergten.

Inzwischen wohnen wir etwas weiter von Metro-Filialen entfernt, doch die Idee einer "Kochherausforderung" klang einfach zuu verführerisch. Man erhält einen Warenkorb und muss alle Zutaten verbrauchen, egal in wievielen Gängen. Im Gegensatz zu einer TV-Show aus den 90ern darf man aber auch andere Zutaten obenauf benutzen. Das klang nach nem Plan und ich bewarb mich mit Hinweis darauf, dass ein Gastro-Markt in einem Kieler Gewerbegebiet ebenfalls zum Metro-Konzern gehöre - vielleicht nahmen die ja ebenfalls teil? Eine nette Rückmail aus Düsseldorf hatte einen negativen Bescheid, da zu viele Produkte dort nicht verfügbar wären. Als ich anbot, bei einem Termin in Hamburg direkt die Gelegenheit zu nutzen, bei einer Metro-Filiale vorbeizufahren, war der Deal gemacht und ich war schon seeeehr gespannt. Was würde mich erwarten?

Glücklicherweise habe ich weitere "Kochfreaks" in meinem Umfeld, und so konnte ich Jan davon überzeugen, mit mir gemeinsam diese Kochherausforderung anzugehen. Obwohl, gemeinsam? Das wäre ja langweilig. Also lieber gegeneinander! Dazu jeweils den anderen als Gast und dazu noch zwei "unbeteiligte" Esser. Die Metro fand´s ne gute Idee und so hieß es also: "LASSET DIE SPIELE BEGINNEN!" :)

Die Metro Kochherausforderung Frühling 2014


Genug gequatscht, ihr wollt sicherlich wissen, welche Zutaten mir am letzten Samstag überreicht wurden. Enthalten waren:

  • zwei Bio-Forellen
  • zwei große Artischocken
  • spanischer Schinken
  • zwei Tafeln Lindt Schokolade salted caramel
  • Bio-Earl Grey-Tee
  • eine Dose Wachtelbohnen
  • eine Flasche Riesling
  • Nudeln
  • italienische Cracker mit Kräutern ("Tortas de Aceite" mit Rosmarin und Thymian)
Sofort begann es in meinem Kopf zu rotieren. Rieslingsauce zum Fisch? Earl Grey als Gelee? Die Schokolade als Brownie? Wachtelbohnen als Püree, gefüllt in die Nudeln? Forellen im Ganzen aus dem Backofen, gefüllt mit leckerem Pesto? Oder doch lieber als Forellen-Mousse auf den Crackern? Als Dessert dreierlei vom Riesling - Gelee/Sorbet/Sabayon? Die Artischocke ggf. mal im Ganzen kochen, so dass man lecker die Blätter herunter zieht und dippt?

Irgendwann war mein Menü inkl. Amuse und Zwischengängen auf 8+ Gänge angewachsen und die Grundzutaten aus dem Warenkörbchen nur noch unter ferner liefen zu finden. Also das ganze Kommando zurück und neu gegrübelt: Was kann ich zubereiten, was nicht total naheliegend ist und bei dem mit Blick auf meinen Vorrats-/Kühlschrank auch nur möglichst wenig dazugekauft werden muss?

Auch hier liefen die Drähte im Kochbereich meines Gehirns heiß, und jetzt denke ich, dass ich eine in sich stimmige Menüfolge hinbekommen habe.

Viel Spaß beim Lesen und evtl. ja sogar beim nachkochen!

Amuse: Artischocken-Tapenade auf italienischem Brot + klassisches Bruschetta


Die Artischocken vom Fuß und den Außenblättern befreien und die Herzen freilegen. Achteln. Zwei Knoblauchzehen kleinschneiden oder pressen (ich benutze dafür diese tollen konfierten Knoblauch) und mit ca. 100 g grünen Oliven (entsteint), 100 ml Olivenöl und einem Teelöffel Kapern in ein hohes Gefäß geben. Zur Würze dienen zunächst ein Schuß frischer Zitronensaft, etwas mehr als eine Löffelspitze Cayennepfeffer und ein bis zwei Prisen Salz. Mit dem Zauberstab oder einem Food Processor, ich würde morden für den schicken von Kitchen Aid! soweit zerkleinern, dass die Tapenade wie ein Mousse, aber trotzdem noch ein wenig stückig bleibt. Zitrone, Cayennepfeffer (oder kleingeschnittene Chilis) und Salz bereithalten, um die Masse abzuschmecken.  Durch ein Sieb passieren, um die faserigen Reste der Artischocken zurückzubehalten. Auf den italienischen Crackern servieren (die waren sehr groß, deshalb habe ich einige vorsichtig geviertelt, außerdem noch andere Cracker dazugenommen).
Für die Nicht-Artischocken-/Oliven-/Kapern-Esser habe ich ein paar Tomaten gewürfelt, mit Zwiebeln, Kräutern und Öl zu einer Bruschetta-Masse verarbeitet und ebenfalls auf das italienische Brot gegeben. So hatte ich auch gleich noch einen farblichen Kontrast (siehe Bild). Dazu gab es einen Prosecco mit Weinbergpfirsich-Likör.

Vorspeise: Cazuela mit Borlotti Beans, Tiger Prawns, Chorizo, Nudeln und roten Zwiebeln


Die Wachtelbohnen (schicker: Borlotti Beans) aus der Dose holen und gut abspülen. Eine rote Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden, zwei Knoblauchzehen und eine Chili fein hacken.

Cazuela mit Borlotti Beans
Eine weite Pfanne erhitzen und Olivenöl hineingeben. Zwiebeln, Knoblauch und Chili hineingeben und anbraten, bis die Zwiebeln etwas Farbe bekommen haben. Dann den Inhalt einer Dose geschälter Tomaten, 300 ml Brühe, zwei Esslöffel Essig - ich hatte gerade Cranberry-Essig da, der prima passte, sonst Rotweinessig - und einen Teelöffel Zucker dazugeben und aufkochen lassen. Für den Farbklecks habe ich auch noch 4 EL TK-Erbsen zugefügt. Die Hitze zurücknehmen, die Bohnen zufügen und mit je ca. einem TL frisch gehacktem Thymian, Basilikum und Oregano würzen. Die Nudeln zugeben und 10 Minuten köcheln lassen, bis die Bohnen schön weich sind und die Tomatensauce angedickt. Die Hitze wegnehmen und mit etwas Zitronensaft und wenn möglich den Zesten einer (Bio-)Zitrone verfeinern

Den Ofen auf 200°C vorheizen und vier Auflaufformen bereitstellen. Die Bohnen-Tomaten-Sauce auf die Auflaufformen aufteilen und kleingeschnittene Chorizowurst sowie Babytomaten (ca. 4 pro Schale) untermischen. Eine weitere rote Zwiebel schälen und achteln, ebenfalls auf den kleinen Aufläufen verteilen. ca. 20 Minuten backen.

Derweil 12 Garnelen von der Schale befreien und entdarmen - Gosch verkauft sie glücklicherweise bereits entdarmt. Vier der italienischen Brote (alternativ: zwei Scheiben Ciabatta) zerkleinern. Shrimps, Brotstücke und etwas Sesam auf den Cazuelas verteilen und erneut ca. 10-12 Minuten backen.

Mit frisch gehackten Kräutern (Thymian und Oregano) bestreuen, evtl. mit Thymianzweigen garnieren und servieren. Funktioniert natürlich auch in einer großen Auflaufform, zum Beispiel als Hauptgang für zwei Personen. Getrunken wurde Weißwein.

Hauptgang: Mit Iberico-Schinken umwickelte Forellenfilets mit Pesto, Belugalinsen und Rote-Bete-Chips


Die beiden Forellen waren wirklich eine Herausforderung - ich habe tatsächlich noch nie einen Fisch verarbeitet. Auch wenn sie aufgeschnitten und ausgenommen waren, gab es da immer noch reichlich Kopf, Flosse, Haut und Gräten. *waahh* Also ran ans Internet und ein Video geguckt, dass mir erklärt, was ich tun soll. Danach war eigentlich alles ganz einfach.

Vier Forellenfilets mit Salz & Pfeffer würzen. Auf jeder Seite eine dünne Schicht Pesto nach Wahl auftragen - ich hatte gerade in der Woche zuvor Basilikumpesto gemacht -  und in jeweils zwei Scheiben Schinken wickeln. Ofen auf 200°C vorheizen.

In einer schweren Pfanne (die auch in den Ofen darf) Öl erhitzen, die Filets mit der Hautseite nach unten anbraten, bis der Schinken Farbe angenommen hat (ca. 2 Minuten). Dann die Filets umdrehen und die komplette Pfanne für ca. 8 Minuten in den Ofen stellen. Herausnehmen, ein wenig Zitronensaft darübergeben und mit Belugalinsen und Rote-Bete-Chips servieren. Ich habe noch ca. 100 ml Sahne und einen guten Schuß Riesling in die Pfanne gegeben. Die daraus entstandene Sauce an den Fisch geben.

Mit Iberico-Schinken umwickelte Forellenfilets mit Pesto,
Belugalinsen und Rote-Bete-Chips
Die Linsen und die Chips werden bereits im Vorwege vorbereitet. Für die Belugalinsen eine Schalotte fein würfeln und in etwas Butterschmalz leicht anrösten. 200 Gramm Linsen dazugeben und weiterbraten. Einen Schuß Balsamicoessig (oder Reduktion) dazugeben und mit soviel Brühe auffüllen, dass die Linsen bedeckt sind. Einen Thymianzweig und ein Lorbeerblatt dazugeben und ca. 30 Minuten köcheln lassen. Mit Salz&Pfeffer würzen. Wer mag, kann die Linsen danach mit etwas Butter abbinden.

Das Rezept für die Rote-Bete-Chips habe ich von flowersonmyplate - gibt es aber so ähnlich bereits quer durchs ganze Netz. Backofen auf ca. 170°C vorheizen und Handschuhe anziehen. Die Bete schälen und mit dem Gemüsehobel in feine Scheiben schneiden. In einer Schale mit Olivenöl vermengen, so dass alle Scheiben etwas davon abbekommen und auf einem Backblech (mit Backpapier) verteilen. In meinem Backofen sind sie in ca. 30 Minuten fertig, manche Öfen schaffen es in 25, andere erst in 40 Minuten. Sie sollen außen bereits etwas trocken sein und sich wellen - so richtig knusprig sind sie allerdings erst, wenn sie nach ca. 1 Stunde ausgekühlt sind. Mit gutem Meersalz bestreuen und servieren. Zu diesem Gericht gab es Riesling.

Dessert: Birnen-Ingwer-Riesling-Sorbet mit karamellisierten Kumquats, Salted-Caramel-Chocolate-Crêpes und Earl Grey-Shortbread


Drei ganze Birnen schälen, entkernen und kleinschneiden. Gemeinsam mit 350 ml Riesling und zwei Teelöffeln kleingeschnittenem Ingwer in einem kleinen Topf auf kleiner Stufe langsam erhitzen und ca. 20 Minuten köcheln lassen. 200 g Zucker dazugeben und ca. 30 Sekunden mit dem Stabmixer pürieren. 2 TL Zitronensaft und 1/2 bis 1 TL Salz zufügen und in eine Gefrierform geben. Vier Stunden frieren lassen, danach alle 30 Minuten umrühren (mit Schneebesen oder dem Stabmixer), bis das Sorbet serviert werden soll.

8-10 Kumquats heiß abwaschen, abtrocknen und in schmale Scheiben schneiden. So kann man auch gleich sehr einfach die Kerne entfernen. 2 EL Rohrohrzucker in einer kleinen Pfanne schmelzen lassen und mit ca. 150 ml Orangensaft ablöschen. Die Hitze herunterdrehen, die Kumquat-Scheiben dazugeben und unter stetigem Rühren karamelisieren lassen. Auf einen Teller geben und auskühlen lassen.

Für das Earl Grey-Shortbread (nach Martha Stewart) werden 120 g Mehl, 2 TL Reismehl, 1/4 TL Salz und 1,5 TL trockener Earl Grey-Tee (ca. 2 Teebeutel voll) in einer kleinen Schüssel vermischt.
Mit dem Mixer 115 g weiche Butter mit 40 g Puderzucker und einem Teelöffel Orangenzesten ca. 3 Minuten vermischen. Auf kleiner Stufe den Inhalt der kleinen Schüssel dazu mischen, bis es sich leicht verbunden hat. Aus dem Teig eine Rolle formen und in Folie eingewickelt ca. 30 Minuten im Kühlschrank lagern. Den Backofen auf 170° vorheizen und zentimeterdicke Scheiben abschneiden. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und ca. 12 - 14 Minuten backen - die Ränder sollen leicht Farbe bekommen.

Für die Crepes einen dünnflüssigen Teig aus zwei Eiern, Milch, Mehl, etwas Salz und einem Schuß Mineralwasser erstellen. Ich habe eine indische "Dosa-Pfanne", die nicht böse ist, wenn ich sie für hauchdünne Crepes verwende. Das Crepe wenden, mit drei Stückchen der mit Salzkaramell gefüllten Lindt-Schokolade mittig belegen und von allen Seiten zuklappen.

Alles auf einem Teller anrichten - ich habe dazu einen Sylter Whiskeylikör mit einer feinen Vanillenote gereicht.

Das war also meine Umsetzung der Metro Kochherausforderung im Frühling 2014. Ich würde mich freuen, wenn die eine oder andere Idee für euch dabei war und freue mich über Kommentare!

Freitag, April 04, 2014

Küchenteufel regional: "Himmel und Erde" - Omelette mit Bacon

Ich bin immer wieder entzückt, wie lange sich der Trend der saisonalen und regionalen Küche schon hält. Es gibt immer wieder neue Dinge zu entdecken - oder eine Wiederentdeckung zu feiern. Vor kurzem wurde mir in meiner Wahlheimat Schleswig-Holstein der "Mehlbüddel" näher gebracht. Eine Art Hefekloß, der sowohl mit Früchten, als auch mit Speckstreifen serviert wurde. Ich war sehr angetan und fühlte mich an ein Gericht aus meiner Heimat erinnert. Im Rheinland kocht man nämlich auch gern regional, wie zum Beispiel in den Brauhäusern, wo meine (indische) Mama gern Gerichte wie "Himmel un Ääd" gegessen hat - ein Gericht, bei dem sich gewürfelte Kartoffeln mit Äpfeln und herzhaftem Fleisch treffen.

Da ich sowieso gerade einiges an Äpfel zu verarbeiten habe, guckte ich mich nach den klassischen Rezepten um. Aber ehrlich - Blutwurst ist nicht so meins. Also hab ich noch weiter geschaut und bei Eat Smarter eine schmackhafte Alternative gefunden. Ein wenig auf unsere Bedürfnisse umgebaut und - tatata - eine tolle Vorspeise für zwei Personen war entstanden!

"Himmel & Erde" - als Omelette mit Baconstreifen



Zutaten

2 Kartoffeln (nach dem Entfernen der Schale ca. 280 g)
1 Apfel (geschält, entkernt und fein gewürfelt ca. 170 g)
2 EL Öl
1 Schalotte

3 Eier
Wasser
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
3 Scheiben Bacon

Zubereitung

Eine Pfanne erhitzen und die Speckstreifen darin braten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.  Während der Speck brät, die Kartoffeln schälen und fein reiben. Das geht entweder mit der Gemüsehobel oder noch besser mit dem Gemüseaufsatz meiner Kitchen Aid. Ich steh´ auf dieses Zubehör! Die Äpfel schälen, entkernen und fein würfeln, ebenso die Schalotte.

Die Pfanne mit dem Bacon-Fett wieder aufheizen, Öl hineingeben und die Kartoffelscheiben darin anbraten. Mehrmals wenden. Wenn die Kartoffelscheiben ein wenig Farbe angenommen haben (ca. 3-4 Minuten), die Äpfel und die Schalotte dazu geben. Evtl. ein wenig mehr Öl.

Während Kartoffeln und Äpfel in der Pfanne rösten, die Eier in einer kleinen Schüssel aufschlagen, mit reichlich Salz, Pfeffer und etwas Paprikapulver würzen. Mit einer Gabel fluffig aufschlagen und ein wenig Mineralwasser dazugeben.

Die gewürzte Eiermasse zu den Kartoffeln, Schalotte und Äpfeln geben und die Hitze herunterdrehen. Einige Minuten stocken lassen, mit den Baconstreifen belegen und diese wieder etwas warm werden lassen. In vier Teile teilen und auf zwei Tellern servieren.

Guten Appetit!



Dienstag, April 01, 2014

Küchenteufel alkoholisch: Mexikaner 2.0 - es geht immer noch besser!

Selten bleibt ein Rezept, wie es ist. Mal fehlt eine Zutat und wird ersetzt, mal gibt es Vorschläge von außen, die ich versuche umzusetzen.

Im Fall des selbst angesetzten Mexikaners kamen zwei Dinge zum Tragen, die eine dauerhafte Änderung des Rezeptes erforderten: Erstens fand ich den Verbrauch einer Flasche original Tabascodoch ein wenig kostenintensiv, wenn man bedenkt, dass es nur ein Teil einer komplexen Würze für ein alkoholisches Getränk ist - ansonsten schätzen wir die Original Produkte sehr, haben daher neben der "normalen" Tabasco-Flasche immer eine grüne und eine Chipotle-Version im Gewürzschrank. Hier habe ich mich ein wenig im Asia-Laden umgeschaut und einen prima Ersatz gefunden. "Xotix tropical Gourmet Hot Sauce" kommt aus Saudi-Arabien und besteht aus Chilipfeffer, Zuckerrohressig und Salz (siehe Bild).

Würzung ist alles beim Mexikaner.
Zweitens wurde hier und da angemerkt, der Mexikaner sei doch etwas dünnflüssig, dürfte also etwas "stückiger" sein. Wir experimentierten mit im Fissler Finecut gehäckselten Paprikastücken - schmeckt dann wie Zigeunersauce, nicht nachmachen! - und sind letztendlich bei pürierten Tomaten aus dem Tetra-Päckchen angekommen, die das Rezept sinnvoll erweitern.

An der Würzung haben wir bei der Gelegenheit auch noch ein wenig gedreht. Dabbei war uns u.a. Tim Mälzer behilflich, der bei seiner "Auf die Faust"-Tournee eine Würzmischung für Cajun-Fleisch vorstellte, dass vor allem aus Pfeffer, Pfeffer und Pfeffer besteht und seitdem - vom Mann mit Argusaugen bewacht - immer in einem großen Glas hier im Schrank steht (siehe Bild).

Mexikaner 2.0


Zutaten


0,7 l Korn
2 l Tomatensaft
500 ml passierte Tomaten
1 Flasche Sangrita Pikant
1 Flasche Xotix Hot Sauce

2 EL Zucker
50 ml Zitronensaft
2 - 3 EL Salz
3 - 4 EL Pfeffermischung (besteht aus diversen Pfeffersorten, man kann aber auch einfach je einen EL schwarzen, weißen und Cayennepfeffer benutzen)

Zubereitung


Die ersten fünf Zutaten in eine große Schüssel geben - ich benutze hierfür immer noch die große Eleganzia-Schüssel von Tupper mit 4,7l Fassungsvermögen - und verrühren. Am besten die Reste vom Sangrita mit dem Korn aus der Flasche spülen.

Dann die weiteren Zutaten nach Vorgabe dazu geben und abschmecken.

Ist es zu sauer? Mehr Zucker.
Zu süß? Mehr Zitrone.
Könnte schärfer sein? Mehr (Cayenne-) Pfeffer.
Irgendwie noch zu tomatig? Einfach von allem mehr hinein! :)

Ich benutze zum Transport und zur Lagerung die simplen 1-Liter-Glasflaschen von IKEA (ca. 2 Euro). Die kann man prima mit der Flaschenbürste ausspülen, die Kunststoff-"nupsel" nehme ich ab und werfe sie nach jeder Benutzung in das Besteckfach der Geschirrspülmaschine. Vor der Benutzung werden sie einmal mit kochendem Wasser übergossen. Sind sie unansehnlich, benutze ich Gummiglasverschlüsse von Weck, von denen mir meine Mutter mal eine Tüte voll vermacht hat. Wer kreativ ist, kann sich ja noch ein schickes Etikett ausdenken.

Ich wünsche euch viel Spaß beim herstellen und natürlich auch beim trinken!

Prost!

Sonntag, März 30, 2014

Küchenteufel bäckt: Schoko-Guinness-Kuchen mit Baileyscreme

Ich koche gern. Aber noch lieber widme ich mich dem Backen. Dass man aus Mehl, Eiern, Zucker und Butter (plus einiger weiterer Zutaten) solch wohlschmeckende Kreationen erhält, fasziniert mich immer wieder aufs Neue.

Da wir Gefahr laufen, irgendwann nicht mehr durch die Haustür zu passen, wenn ich all das backe, was auf meiner Nachbackliste steht, versuche ich regelmäßig andere Mit-Esser zu generieren - und was passt da besser als Geburtstagsfeiern?

Am Freitagabend sinnierte ich darüber, welchen Kuchen ich meinem Kumpel Daniel backen könnte. Der Wirt des Hanging Garden servierte gerade Guinness in bauchigen Gläsern mit cremig-braunem Schaum und da fiel mir die schokolade Guinness-Torte von Nigella Lawson wieder ein, die ich schon einmal mit großem Erfolg gebacken hatte. Doch im Originalrezept ist die Creme weiß, das hatte mir beim letzten Mal nicht gefallen. Abhilfe schafft bei diesem Exemplar ein kräftiger Schuss aus der Bailey´s-Flasche. Ich habe hier und da etwas abgewandelt und euch die Originalzutat in Klammern dahintergeschrieben.

Viel Spaß beim nachbacken!

Schoko-Guinness-Torte mit Baileyscreme

 


Zutaten


Kuchen

250 ml Guinness
250 g Butter
80 g Kakao (Nigella: 75 g)
300 g Rohrohrzucker (Nigella: 400 g "caster sugar")
1/4 TL Salz

150 g Saure Sahne (Nigella:142 g sour cream)
2 große Eier
1 TL Vanilleextrakt (kann man weglassen / ersetzen, wäre aber schade!)
280 g Mehl (Nigella: 275 g)
2 TL Natron & 1/2 TL Backpulver (Nigella: 2,5 TL "bicarbonate of soda")

Bailey´s-Creme

300 g Frischkäse
150 g Puderzucker
125 ml Sahne, flüssig
2-3 EL Bailey´s, nach Gefühl ;)

Zubereitung


In einem kleinen Topf die Butter schmelzen, Kakao, Zucker und Salz dazugeben. Mit dem Bier vermischen. Abkühlen lassen. Den Backofen auf 180°C vorheizen und eine Springform vorbereiten (mit Backpapier auslegen, buttern oder mit Backtrennspray besprühen).

In einer weiteren Schüssel (oder der Küchenmaschine) die saure Sahne mit den Eiern und dem Vanilleextrakt vermischen - den solltet ihr wirklich benutzen, läßt sich auch mit zwei Vanilleschoten, genug Wodka und ein wenig Zeit fürs nächste Mal ansetzen. Alternativ: Das Mark einer halben Vanilleschote nehmen, oder 1-2 Päckchen Vanillezucker.

Die abgekühlte Guinness-Mischung dazugeben und kurz verrühren. Das Mehl mit Natron & Backpulver vermischen und darübersieben - so vermischt sich das Mehl schneller mit dem Rest der Masse - und zu einem glatten Teig verrühren.

Den Teig in die Springform füllen und mittig ca. 45 bis 60 Minuten backen. Da der Kuchen sehr hoch wird, empfehle ich bei vier Einschüben die zweite von unten gemäß dem Tweet von @PatzillaSaar :) Mit einem Hozstäbchen ab Minute 40 regelmäßig kontrollieren, ob der Kuchen bereits fertig ist. Herausholen und abkühlen lassen.

Wenn der Kuchen abgekühlt ist, das Frosting herstellen: Frischkäse in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer glattrühren, dann den Puderzucker dazugeben, bis eine weiche Masse entstanden ist. Die flüssige Sahne kurz unterrühren und dann löffelweise Bailey´s zugeben, bis euch die Farbe gefällt.

Den Kuchen mit dem Topping garnieren und evtl. leicht mit Kakaopulver bestreuen. Gut gekühlt servieren. Wenn ihr den Kuchen einen Tag vorher vorbereiten wollt - was für den Geschmack eigentlich immer von Vorteil ist - erstellt die Bailey´s-Creme trotzdem erst am Tag, an dem der Kuchen serviert wird.

Guten Appetit!

Donnerstag, März 20, 2014

Küchenteufel verarbeitet Äpfel: Apfelmus-Soufflé

Ich hatte gerade eine OP und dementsprechend auch ein wenig Auszeit zu Hause. Das bedeutet nicht nur, dass ich mich wenig bewegen kann und daher kaum Kalorien verbrauche, sondern auch, dass mir viele liebe Menschen bei ihren Besuchen leckere Dinge mitbringen, die reichlich Kalorien beinhalten.

Um dem ein wenig vorzubeugen, habe ich zum Beispiel meine Mama darum gebeten, mir statt Pralinen oder Kuchen einfach ein wenig Obst vorbei zu bringen. Natürlich meinen Mamas es immer doppelt gut und so sah ich mich fast jeden dritten Tag mit jeder Menge Birnen, Mandarinen, Blaubeeren und Äpfeln konfrontiert. Bei aller Liebe - die kann ich nicht alle essen, ohne am Fructose-Schock zu sterben ;)

Also habe ich mir überlegt, was ich mit all den leckeren Dingen anstellen könnte. Leicht sollten sie sein, und möglichst nicht noch extra Zucker o.ä. benötigen. Als erstes habe ich mir ein kleines Dessert ausgedacht. Ich gestehe: Eigentlich wollte ich mir ein norddeutsches "Zuckerei" machen, habe aber gerade noch die Kurve bekommen ...

Selbstgekochtes Apfelmus-Soufflé

 


Zutaten


1 Apfel (geschält und entkernt ca. 150 g)
1 Prise Zimt
1 TL Zitronensaft
3 EL Wasser

1 Eiweiß (sehr frisch!)
1 gestrichenen TL Zucker

Zubereitung


Den Apfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Zimt, Zitronensaft und Wasser in einem kleinen Topf vermischen und die Apfelstücke dazugeben. Bei mittlerer Hitze ca. 8-10 min. köcheln lassen.

Wer Apfelmus ein wenig gröber mag, zerdrückt die Stücke mit einem Kartoffelstampfer oder einer Gabel. Wer ein feines Dessert möchte, streicht die weichen Apfelstücke durch ein feines Sieb. Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Während das Apfelmus abkühlt, trennt ihr das Ei und erstellt mit dem Handrührgerät einen sehr festen Eischnee. Mein Mixer war ein wenig zickig, dass ich ihn schon so lang nicht mehr benutzt hatte, aber ein Eiweiß steif schlagen funktioniert mit meiner Kitchen Aid halt nicht ;) Kurz bevor er zu fest wird, lasst ihr den Zucker einrieseln.

Das abgekühlte Apfelmus unter den Eischnee heben und in zwei kleine Förmchen (Durchmesser ca. 7-8 cm) füllen. In den Backofen geben und ca. 15 Minuten backen. Herausholen und schnell servieren - sonst fällt das kleine Kunstwerk in sich zusammen :)

Guten Appetit!

Dienstag, Februar 18, 2014

Pl0gbar - Treffen zum Kieler Umschlag 2014

Liebe Blogger, Twitterer, Facebook-Nutzer, tumblr-Betreiber, Instragram-Künstler oder sich sonstwie dem Internet verbunden fühlenden Menschen aus Kiel & Umgebung: Es ist wieder Zeit für eine #pl0gbar!

"Web 2.0 in kuschelig" für alle, die Lust haben, die ganzen Nasen, die man sonst nur in der Timeline sieht, mal "in echt" wiederzutreffen oder neu kennenzulernen - natürlich dürft ihr euch trotzdem antwittern :)

Unser erstes Treffen im neuen Jahr wird im Rahmen des "Kieler Umschlags" am Samstag, dem 1. März stattfinden, los geht´s um 15 Uhr vor dem Eingang des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums "Warleberger Hof" in der Kieler Altstadt. Danach lassen wir uns in Grüppchen durch die Kieler Altstadt treiben, schnattern, fotografieren, twittern und machen, was uns sonst noch so einfällt.

Wer sich bei Facebook herumtreibt, ist herzlich eingeladen, sich der Pl0gbar-Kiel-Gruppe anzuschließen. Beim dazugehörigen Event kann man sich ab sofort anmelden: https://www.facebook.com/events/1408724569384247/


Wer dort nicht sein möchte, sagt uns einfach über Twitter Bescheid oder kommentiert hier unter dem Beitrag.

Was ist das eigentlich, eine "pl0gbar"? Viele wichtige Dinge rund um die Kieler Truppe und ihre Treffen (leider etwas unvollständig) findet sich hier auf dem Blog unter dem Label #pl0gbar. Viel Spaß beim stöbern!

Mittwoch, Februar 05, 2014

Küchenteufels Basics: Konfierter Knoblauch

Es gibt in der Küche einige Produkte, die den Spaß am Kochen noch verstärken. "Basics" nennt man sowas gern, also Grundzutaten, die simpel anmuten, aber doch extrem hilfreich sind.

Ich benutze gern Knoblauch im Essen. Da mir das pressen bzw. später schneiden der Knoblauchzehen sehr viel unnütze Arbeit bereitet hat, bin ich irgendwann auf die indische Variante des Knoblauchpürees im Glas bzw. in der Tüte umgestiegen. Knoblauchpaste, Knoblauch-Ingwer-Paste und vor allem die Tamarindenpaste liegen nach jedem Indienbesuch im Koffer. Doch es geht noch besser.

Steph vom Kleinen Kuriositätenladen sagt selbst, dass ihr Knoblauch-Confit wohl eher unspektakulär rüberkommt, doch eigentlich nur einen Begriff erlaubt: Genial! Und das kann ich inzwischen voll und ganz unterschreiben. Warum? Die Zehen liegen in Öl und sind damit toll haltbar, können einzeln entnommen werden und wenn man mit einer Gabel draufdrückt, hat man sofort ein weiches Knoblauchpüree, keine harten Stückchen.

Wie oben schon erwähnt, war ich mit den fertigen Pürees bisher ganz zufrieden, doch dann drückte mir meine Mutter eine kleine Tüte voller Knoblauchknollen in die Hand. Eine Freundin von ihr hatte wohl mal probeweise welchen im Garten angepflanzt und war von der ertragreichen Ernte etwas überfordert. Doch was macht man mit sovielen Knoblauch? Der wird nämlich leider viel zu schnell hart und trocken. Da fiel mir das oben verlinkte Rezept wieder ein und ich machte mich an die Arbeit.

 

Stephs Knoblauch-Confit

 

 

Zutaten


Knoblauch
geschmacksneutrales Öl
(Empfehlung: Rapsöl, im Netz habe ich schon Varianten mit 50% Olivenöl gesehen)

Zubereitung


Gemeinsam mit Alex haben ich die zahlreichen Knollen (die dann doch schon ein wenig härter geworden waren) auseinandergenommen und die einzelnen Zehen freigelegt. Da dann immer noch eine Schicht drauf ist, sollte man in einem weiten Topf Wasser zum Kochen bringen und die Zehen darin für ca. 20-30 Sekunden blanchieren. Mit dem Schöpflöffel herausholen und in eine Schüssel mit eiskaltem Wasser kurz abkühlen. Auf Küchenpapier geben und ein wenig trocknen lassen.

Knoblauch, konfiert
Die Zehen werden geschält, in dem man das Ende abschneidet und den Rest der Haut dann einfach abzieht. Die geschälten und trockenen Zehen kommen dann (je nach Menge) in einen kleinen Topf und werden mit soviel Öl übergossen, bis sie gerade so bedeckt sind. Bei kleiner Hitze ca. 45 Minuten "konfieren" lassen. Steph empfiehlt eine max. Temperatur von 80°C - da ich immer noch kein Zuckerthermometer gekauft habe, habe ich einfach die kleinste Stufe meines Herdes benutzt und sicherheitshalber die Kochzeit um 15 Minuten verlängert, in den letzten zehn Minuten aber darauf geachtet, dass die Zehen ihre Farbe nicht zu stark verändern. Dabei schwammen dann doch immer mal wieder "Häutchen" von den Knoblauchzehen oben auf dem Öl - war waren wir wohl nicht gründlich genug. Die kann man aber prima mit dem Schöpflöffel entfernen. Den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Zur Aufbewahrung habe ich mir zwei wiederverschließbare Weckgläser geholt, die Knoblauchzehen auf beide Gläser aufgeteilt und mit dem neu entstandenen "Knoblauchöl" bedeckt. Ein Glas ist in den kühlen Keller gekommen, das andere zum Sofortgebrauch in den Kühlschrank gewandert und ist so stets zur Hand, wenn ich Knoblauch brauche. Zum Beispiel funktioniert es prima, eine Form für Kartoffelgratin, die mit Butter eingefettet werden soll, gleich auch noch mit einer confierten Knoblauchzehe zu bedenken - der Silikonpinsel drückt die weiche Zehe sofort auseinander und der Geschmack verteilt sich prima. Auch das Öl allein läßt sich prima zum braten oder in der Salatsauce verwenden.

Rundum also ein tolles Küchen-Basic, dass ich nicht mehr missen möchte und euch deshalb unbedingt selbst vorstellen wollte. Bei Steph kann man sich übrigens noch viel bessere Bilder und vor allem Tipps zum Einfrieren der Zehen anschauen. Im Artikel über die eingeweckte Variante gibt es auch noch mehr Tipps zur Verwendung.  Ich wünsche euch viel Spaß beim nachmachen!

Donnerstag, Januar 30, 2014

Küchenteufels Nudeln: Auflauf Carbonara

Ich saß neulich beim Orthopäden herum und blätterte mich quer durch diverse Frauenzeitschriften. Da sprang mich ein Rezept an: Der "Carbonara-Auflauf". Was für eine witzige Idee für das heutige Abendessen, außerdem wirklich simpel in der Herstellung. Also habe ich flugs das Mobiltelefon herausgeholt und ein Foto geschossen - deshalb weiß ich auch nicht mehr so ganz genau, welches bunte Blättchen es nun genau gewesen ist.

Da die Auflaufform auf dem Bildchen sehr klein war, habe ich die Zutatenmengen hier und da etwas erweitert, sowohl nach eigenem Geschmack als auch nach Kühlschrankinhalt.

Nudelauflauf "Carbonara"

Zutaten


450 - 500g Nudeln (wir haben Linguine No.7 genommen)
Salz & Pfeffer
Öl
1 Knoblauchzehe (kleingeschnitten oder als Confit)
1 EL Butter
450g TK-Erbsen
3 Schalotten
gehackte Kräuter (Schnittlauch, glatte Petersilie, Thymian)
150g geräucherter Speck, kleingeschnitten
3 Eier
200g Sahne
130ml Milch
70g Parmesan (so groß war unser Stück im Kühlschrank, gern auch mehr)

Zubereitung


Die Nudeln in Salzwasser bißfest garen. Die Schalotten fein hacken. In einer kleinen Schüssel Eier, Milch und Sahne vermischen, den Parmesan fein reiben, und gemeinsam mit (reichlich!) Salz & Pfeffer unterrühren. Carbonara heißt schließlich "nach Köhlerin Art". Also rein mit dem Pfeffer! Beiseite stellen. Nudeln abgießen. Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Ich könnte die Erbsen auch einfach so futtern ...
In einer weiten Pfanne etwas Öl erhitzen und die Schalotten darin anbraten. Die Erbsen zufügen und 2-3 Minuten bei kleiner Hitze dünsten lassen. Die Kräuter fein hacken, den Speck bleistiftdick schneiden und unter die Erbsen untermischen.

Eine Auflaufform mit Butter und der Knoblauchzehe einreiben. Ich habe mir vor einigen Monaten einen Sack voller Knoblauchzehen nach dem Rezept von Stephs Kuriositätenladen confiert und bin immer noch hellauf begeistert davon.

Die abgegossenen Nudeln in die Auflaufform geben, die Erbsen-Kräuter-Speck-Mischung unterrühren. Nun großzügig die Eier-Parmesan-Masse darüber gießen. 25 Minuten im vorgeheizten Backofen überbacken. Mit einem frischen Salat servieren.

Guten Appetit!

Dienstag, Januar 21, 2014

Küchenteufels Snacks "around the world": Lütticher Waffeln / Gaufres de Liège (Belgien)

Wer dieses Blog schon länger verfolgt weiß, dass wir vor einigen Jahren viel Zeit in Brüssel verbracht haben. Ich hab den Mann quasi von dort weggelockt, um gemeinsam im beschaulichen kleinen Kiel mit mir glücklich zu werden.

Nicht nur, weil die Schwiegereltern weiterhin dort leben, zieht es uns immer wieder dorthin. Mein persönliches Pflichtprogramm: Im Supermarkt eine karamellisierte Hefewaffel naschen. Das sind lustigerweise keine Brüsseler Waffeln, sondern Lütticher Waffeln (Lüttich / Liège ist eine andere belgische Stadt). Diese Waffeln sind groß, eckig und meist von einer karamelligen Zuckerschicht überzogen. Dies passiert, weil dem Hefeteig am Ende große, poröse Zuckerkugeln untergemischt werden, die im Waffeleisen schmelzen. Was drin bleibt, wird dann auf die nächste Waffel übertragen.

Natürlich habe ich versucht, auch diese Waffeln nachzubacken. Da es den "Perlzucker" nicht überall gibt, nehme ich mir jedes Mal eine Packung mit. Allerdings komme ich so selten zum Waffeln backen, dass sich da schon eine stattliche Sammlung angefunden hat. Das bedeutet: Waffelalarm! Der Einfachheit halber nehme ich das Rezept, dass auf der Zuckerpackung aufgedruckt ist.






Gaufres de Liège / Lütticher Waffeln


Zutaten


375g Mehl
140 ml lauwarme Milch
1 Würfel Hefe
1 Ei + 1 Eigelb
eine Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
200g weiche Butter
250g Perlzucker (sucre grain perlé bzw. parel korrel suiker)

Zubereitung



Soviel sind 100g.
Die Zuckerkugeln sind noch zu sehen.
Alle Zutaten außer der Butter und dem Perlzucker miteinander verkneten, bis ein glatter, weicher Teig entsteht. Der Teig soll sich anfühlen wie ein Ohrläppchen und nicht kleben. An einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen, bis der Teig sich deutlich vergrößert hat. Die weiche Butter unterarbeiten und dann den Perlzucker unterheben. Den Teig in Portionen à 100g einteilen und nocheinmal einige Minuten gehen lassen.

Ein Waffeleisen für eckige Waffeln (kein Herzwaffeleisen!) einstecken und beim ersten Mal evtl. leicht einfetten. Die 100g-Bällchen ca. 3 Minuten backen, dann sind die Zuckerperlen angeschmolzen und karamellisieren / ziehen Zuckerfäden.

Unser Sandwichtoaster hat auch einen Einsatz für eckige Waffeln.
In der Brüsseler Innenstadt werden diese Waffeln mit Sahne, Schokosauce und/oder frischen Früchten verkauft. Ich mag sie am liebsten pur. Leider hat unser Sandwichtoaster / Grill / Waffeleisen zu wenig "Wumms!", um die Zuckerperlen vernünftig zu schmelzen. Über kurz oder lang wird wohl ein richtiges belgisches Waffeleisen bei uns einziehen. Vielleicht eine Shopping-Idee für den nächsten Brüssel-Besuch :)

Guten Appetit!


Montag, Januar 20, 2014

Küchenteufels Snacks "around the world": Onigiris gefüllt mit Karotten-Kinpara (Japan)

Ich lieeebe es, Kleinigkeiten aus aller Welt zu futtern. Noch mehr Spaß macht es, diese Dinge dann möglichst genauso zu Hause nachzubauen.

Im Ann Café am Kieler Dreiecksplatz (japanisch/koreanisch) gibt es Onigiris zu kaufen, gemeinsam mit einer Fritz-Limo der perfekte Snack für den kleinen Hunger. Doch mein Ehrgeiz war geweckt, diese leckeren Reisdreiecke mit Füllung mal selbst herzustellen.



Im Asia-Laden erstand ich ein Doppelpack dreieckiger Formen* in unterschiedlicher Größe. Die sind genauso wie die Nigiri-Förmchen deshalb so praktisch, weil sie auf der Rückseite eine flexible Klappe haben, mit der man die Füllung herausdrücken kann. Den Reis koche ich in letzter Zeit gern im Tupperware-Reismeister. Eine ausführliche Google-Rezepte-Recherche ergab dazu zahlreiche leckere Füllmöglichkeiten. Da ich auf der Suche nach einer vegetarischen Füllung war, entschied ich mich für die Karotten-Kinpara vom Bento Lunch-Blog (immer einen Besuch wert!).

Onigiris gefüllt mit Karotten-Kinpara (vegan)


Zutaten für ca. 15 Stück


Sushireis


200 ml Reis (ich nehme gern Risottoreis, am besten klebt Sushireis)
300 ml Wasser
2 EL Reisweinessig
1 EL Zucker
1/2 TL Salz

Karotten-Kinpara


3-4 mittelgroße Karotten in Raspeln
3 EL Sesamöl, dunkel
2 EL Sojasauce, hell
Salz, Pfeffer, Chili-Flakes aus der Mühle, Cayennepfeffer
2 EL Sesam, geschält

Außerdem: Streifen von Algenblättern (Nori), entweder selbst schneiden oder Snackpack)

Zubereitung


Wie gesagt: Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, kleinere Sushireismengen im Reismeister zu kochen: Reis mit dem Messbecher abmessen, mit kaltem Wasser in eine Schüssel geben und kräftig waschen. Über einem Sieb das Wasser abgießen und gemeinsam mit 400 ml Wasser in den Reismeister geben. Bei 700 W ca. 12 Minuten in die Mikrowelle geben, danach ca. 7-10 Minuten stehen lassen. Dasselbe geht natürlich auch auf dem Herd im kleinen Topf: Anleitung für Sushi-Reis.

Danach geht es identisch weiter: Reisweinessig, Zucker und Salz werden in einem kleinen Topf auf dem Herd erhitzt. Derweil den Reis auf einem großen Teller verteilen. Mit der aufgelösten Zucker-Essig-Salz-Mischung beträufeln und mit einem Holzspatel den Reis immer wieder wenden, bis die Lösung gut untergemischt ist.

Für die Karotten-Kinpara die Möhren raspeln. Die gibt es in vielen Supermärkten bereits fertig geraspelt, ich habe dafür den Gemüseschnibbel-Aufsatz auf der KitchenAid-Küchenmaschine. In einer Pfanne geröstetes Sesamöl erhitzen und die Karottenraspel darin anrösten. Mit Sojasauce ablöschen und mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und gemahlenen Chiliflocken würzen. Wenn die Raspel gut angebraten sind, den Sesam untermischen und die Masse abkühlen lassen.

Damit Reis & Füllung nicht an den Dreiecken haften, fülle ich ein kleines Schälchen mit Essig und Wasser. Das Förmchen (ich benutze das kleinere Dreieck) damit auspinseln und einen gut gehäuften Esslöffel voller Sushireis hineingeben. Mit einem Teelöffel verteilen und gut festdrücken.

Mise en place-Arbeit.

Dann einen gut gehäuften Esslöffel von der Kinpara-Füllung dazugeben und ebenfalls gleichmäßig verteilen. Abgeschlossen wird wieder mit Reis. Erst mit dem Teelöffel festdrücken, dann den "Deckel" kurz in die Essiglösung tauchen und danach kräftig in das Förmchen drücken.


Um die Onigiris besser anfassen zu können, legt man Nori-Streifen drumherum. Diese kann man sich aus den großen Blättern schneiden. Praktischer sind hingegen die bereits vorgeschnittenen Seetangstreifen, laut Packungsbeschreibung aus Noriblatt, Sesamöl, Sesamöl und Salz bestehend. Ich nehme den Deckel ab, lege das Blatt zu einem Drittel darauf, drehe das Ganze um und drücke mit dem flexiblen Teil das Reisbällchen auf das Blatt. die restlichen 2/3 sanft draufdrücken und das Onigiri auf einem Teller plazieren.

Fertig!


Aufgrund der würzigen Füllung isst man diese Onigiris ohne Sauce. Im Kühlschrank gelagert halten sie auf jeden Fall bis zum nächsten Tag, jedoch ist der Nori-Streifen dann ziemlich durchweicht.

Weitere leckere Füllungen wie mit Thunfisch & selbstgemachter Wasabi-Mayonaise oder Rinderhack in Yakiniku-Sauce werde ich euch in den kommenden Wochen nach und nach vorstellen.

Donnerstag, Januar 09, 2014

Esther Schapira (HR/Tagesthemen) zum Coming-Out von Thomas Hitzlsperger

Es ist das Thema der letzten 48 Stunden - das Coming-out von Ex-Nationalmannschafts-Fußballer Thomas Hitzelsperger.

In meinem Umfeld (größtenteils akademisch, viele Fußballfans), waren die Meinungen gespalten. Von "klasse, dass ein erfolgreicher deutscher Fußballer den jungen Menschen ein Vorbild sein will, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist" bis hin zu "ist das nicht nicht eigentlich etwas total normales, persönliches - und genauso wenig interessant wie die Frage, ob er Benzin oder Diesel tankt?".

Ich möchte beiden zustimmen. Einerseits ist es mir wirklich wumpe, welchem Geschlecht sich meine Mitmenschen gerade zuwenden. Oder ob sie diese Neigung auch mal wechseln. "Find somebody to love" ist schwer genug, auch ohne dass man sich auf ein Geschlecht beschränken muss.

Andererseits bin ich, seit ich laufen kann Fußballfan, und auch wenn man Witze darüber reißt, dass es wohl nichts homoerotischeres geben kann, als Männer, die anderen Männern in kurzen Klamotten beim schwitzen zugucken und dabei die komplette Bandbreite der Emotionen von Wut, Freude, Lust und Trauer erleben (schon mal erwachsene Männer weinen sehen? Dann ab zu einem Absteiger am letzten Bundesligaspieltag!), ist die Bezeichnung "schwul" in weiten Teilen der Fußballfangemeinschaft einfach nur ein Schimpfwort.

Ich finde, Esther Schapira vom Hessischen Rundfunk hat diese Gedankengänge, die durch die Synapsen meines Gehirns rennen, ziemlich gut zusammengefasst.

Danke dafür.

Donnerstag, Dezember 19, 2013

Küchenteufel renzensiert ein Comic-Koch-Buch: "In der Küche mit Alain Passard"

Ich liebe Comics.
Ich liebe Kochbücher.

Wenn man mir ein Comic-Koch-Buch unter die Nase hält, dann bin ich darüber sehr glücklich, aber auch skeptisch: Was, wenn dieses Buch meine hohen Erwartungen nicht erfüllt?
Da wir hier nicht mehr in der achten Klasse sind, baue ich gar keinen Spannungsbogen auf, sondern antworte direkt: Es hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen.

Vielleicht nicht bei der Nachkochbarkeit der Rezepte, nein. Aber wenn ich das Zubereiten von Speisen nicht schon lieben würde, dann wäre ich spätestens jetzt infiziert. Aber ich greife vor.
Eigentlich hätte dieses Buch in der tollen Bloggerreihe "Jeden Tag ein Buch" erscheinen sollen, doch nun kommt es halt als kurzfristiger Weihnachtstipp für jeden Gourmet ins Blog.

Bild: Reprodukt Verlag.
"In der Küche mit Alain Passard"

Der Gourmetkoch Alain Passard ist auf vielen Gebieten außergewöhnlich. Sein Restaurant "L´Arpège" in Paris trägt drei Michelinsterne und sein Schwerpunkt liegt auf Gerichten mit heimischem Gemüse. Seine Kompositionen stellt er in erster Linie mit Produkten aus seinen drei eigenen Gärten in unterschiedlichen Teilen des Landes zusammen.

So ein Mann schreibt auch kein normales Kochbuch, stattdessen hat er den Comiczeichner Christophe Blain damit beauftragt, ihn in einem graphic novel abzubilden. Zwei Jahre lang hat dieser den Sternekoch begleitet, im Tagesgeschäft genauso wie bei der Komposition neuer Gerichte und Besuchen in den eigenen Gemüsegärten. Diese Geschichten wechseln sich ab mit Rezepten und bebilderten Anleitungen.

Eine ausführliche Buchbesprechung habe ich im Fördeflüsterer "In der Küche mit Alain Passard" veröffentlicht.

Doch eins sei schon vorweg gesagt: Niemand kann den Genuss eines kulinarischen Meisterwerks besser in Bilder fassen als Christophe Blain!

Montag, Dezember 09, 2013

Abo abschließen und Urlaub & Geld gewinnen mit der 056196642140

Das war mal wieder ein Anruf der besonderen Sorte, deren Inhalt ich euch nicht vorenthalten möchte:

Unter der 0561/96642140 ruft mich ein Herr um die Dreißig auf dem Mobiltelefon an und beglückwünscht mich dazu, einer von 85 auserwählten Gewinnern zu sein. Der Gewinn seien jede Menge Urlaub und 800 Euro. Ich mache mir also den Spaß, mir das in Ruhe anzuhören und lasse den Herren von irgendeinem "Radiovermarktung Kassel?" (Name ist mir nicht mehr sicher) und lustigem südlicheren Dialekt also ersteinmal erzählen. Ob ich denn wüßte, wie ich dazu gekommen sei, so ein auserwählter Gewinner zu sein? Hier dachte ich kurz an die Scherzanrufe meines Kumpels L., wollte ihm aber den Spaß lassen und blieb dran. Doch statt dieser abgehakten Computersätze aus dem Spaßprogramm wird das Jüngelchen an meiner Leitung richtig aktiv. Er listet mir eine große Menge Firmennamen auf, von Payback über Karstadt, Ebay, Otto und den ADAC bis hin zu Amazon - alles Möglichkeiten, wie ich allein durch meine bloße Benutzung derer Services in diesen ominösen Lostopf gekommen wäre, aus dem ich nun als eine von 85 als Gewinnerin gezogen worden wäre. Ab hier habe ich begonnen, während des Gesprächs Stichworte wie "Gewinn Kassel 800 Euro" bei Google einzugeben, leider ohne Erfolg.

Was ich gewonnen hätte? Eine Busreise nach Graz könnte auch Prag gewesen sein, er sprach wirklich mit starkem Dialekt und obenauf auch noch eine Fährfahrt von Amsterdam nach London - ich könnte auch einen Partner mitnehmen und hätte vor Ort keine Übernachtungskosten o.ä. zu erwarten. Natürlich könne ich diese Reisen auch verschenken, das sei gar kein Problem. Er bittet mich nur darum, mit mir meine Daten abgleichen und liest mir meine Heimatadresse bei meinen Eltern vor. Dort bin ich sicherlich schon seit dem Jahrtausendwechsel nicht mehr gemeldet und so langsam beginnt das Gespräch mir Spaß zu machen. Nur mein Geburtsdatum müsse er noch wissen, und naja, warum nicht? Ich denke mir also etwas aus. Als das Jahr 1976 fällt, bekomme ich ein "oh, so eine junge Dame" zu hören. Womit klar ist, dass die Zielgruppe, die da sonst so angerufen und mit zuvielen Informationen überfrachtet wird, erheblich älter ist.

Der Knaller kommt aber erst noch: Nur 35 (32?) dieser Gewinner hätten zusätzlich auch noch einen Geldgewinn dazu bekommen - 800 Euro! Dies sei nunmal viel Geld und würden daher direkt auf das Konto überwiesen werden ... und dazu bräuchte man meine Bankdaten. Ich sage, dass ich zwar wüßte, dass ich ungerechtfertigte Lastschriften einfach zurückbuchen könne, doch nicht einsehe, diese Daten am Telefon zu übermitteln, wenn man mir doch auch einen Scheck schicken kann - da fängt der nette Herr ausführlich an, zu erklären. Wahrscheinlich ist er schon dankbar, dass ich überhaupt so lange drangeblieben bin. Da ich ja so pfiffig sei, schon zu wissen, dass er mit meinen Bankdaten gar kein Schindluder treiben könne ha! ich könnte das mit seinen mit Sicherheit! wolle er auch gleich mal ganz ehrlich zu mir sein: Es gäbe tatsächlich einen Haken an diesem Geldsegen! Na. Jetzt kommt der Fuchs aus dem Bau.

Und zwaaaar ... wäre dies eine Auslosung und kein Gewinnspiel gewesen, und daher sei das Geld nicht, wie sonst üblich, ein Jahr steuerfrei. Soso. Da die Summe über 500 Euro läge, sei das Geld beim Finanzamt anzuzeigen, wenn nicht wäre das "Steuerverschiebung" und würde ich die Summe ganz brav beim Finanzamt angeben, würden die dann eben genau 280 Euro von mir haben wollen. Stimmt übrigens nicht. Um dies zu umgehen, habe der Notar einen Verlag "dazwischengeschaltet". Ich müsse also nur günstig irgendein Abo bestellen, das müsse auch gar nicht monatlich bezahlt werden, sondern nur halbjährlich und "ich suche ihnen mal einen günstigen Titel, Moment, was wäre denn mit der Freundin?" .... Ich tippte "kassel steuerfrei abo reise 800 euro bargeld" bei Google ein, fand aber immer noch nix und entschied mich innerlich, mir so viel wie möglich aus diesem Gespräch zu merken. Allein die Idee, dass ein Geldgewinn durch den Abschluss eines Zeitschriftenabos steuerfrei wird, ist schon eine Bombengeschichte.

Selten habe ich so viel Aufwand für einen einzigen Abo-Verkauf gesehen.

Ich hielt den Moment der Abo-Abschluss-Bekanntgabe für einen guten Zeitpunkt, aus diesem Gespräch auszusteigen. Inzwischen waren knapp 24 Minuten vergangen. Ich täuschte vor, komplett überfordert zu sein und verabschiedete mich freundlich, um diesen Blogbeitrag zu schreiben. Mit dem Telefon neben mir konnte ich jetzt noch eine Rufnummernsuche der 056196642140 bzw. +49 561 96642140 betreiben und landete bei einer Seite von Tellows, die ähnliche Geschichten erzählen wie meine. Dort ist man der Meinung, dass die Gewinne niemals beim Gewinner eingehen, doch ob dies mehr als Allgemeinplätze sind? Der Mann war doch so nett? Der schickt mir doch wenigstens die Urlaubsgutscheine, damit ich sie für - sagen wir mal - 5-7 Euro bei Ebay weiterverkaufen kann? Oder etwa nicht? Oder?

Egal. Wenn dieser Text denjenigen, die während eines ähnlichen Gesprächs im Netz suchen, ebenso helfen kann, wie die Sache mit diesem "Gewinn" von EPEIT im Jahre 2010, der bis heute Suchende auf mein Blog führt, genauso diese Dialer-Geschichten 2006 oder das Gratis-Handy 2010.

Dienstag, Dezember 03, 2013

Küchenteufel kocht ohne Tüte: Rahm-Geschnetzeltes mit Champignons

Gerade im Supermarkt: Ein junges Pärchen steht vor dem Regal mit den Knaggi-Tüten und sie möchte gern Rahm-Champignons zur Hühnerbrust essen.

Er so: "Meine Mutter hat das früher ohne Tüte gemacht!"
Sie so: "Damals hat man auch noch nen ganzen Braten gemacht und dann die Sauce irgendwie benutzt - das geht ja gar nicht mehr!"
Er so: "Neee ...."
Sie so: "Tüte oder hier diese Döschen, wo alles drin ist und nur noch Wasser drauf muss?"
Er so: "Nimm mal lieber diese eckigen Päckchen da unten, die hat meine Mutter glaub ich auch."

Beide ab.

Deshalb hier nochmal ein Basic-Blogbeitrag: Ihr braucht keine Tüte! Und auch keinen kompletten Sonntagsbraten, um den Fond davon zu ziehen!

Rahm-Geschnetzeltes mit Champignons - ganz ohne Tüte


Zutaten

1 Hähnchenbrustfilet, in Streifen geschnitten
400 g Champignons, braun
1 Schalotte
2 EL Öl
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
2 EL Mehl
200 ml Sahne wer es kalorienärmer mag, ersetzt die Hälfte durch Milch ;)
300 ml Brühe - ich bin auf dieses selbstgemachte Brühpulver von "Stephs Kuriositätenladen" umgestiegen
100 ml Weißwein (optional)

Zubereitung


Das Hähnchenfleisch putzen und in Streifen schneiden, diese in einer Pfanne mit wenig Öl anbraten. Derweil die Schalotten fein würfeln und die Champignons putzen.
Das Fleisch aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Etwas mehr Öl in die Pfanne geben und die Schalottenwürfel sowie die Champignons anbraten. Währenddessen in einer kleinen Schüssel die Sahne (bzw. die Sahne/Milch-Mischung) verrühren und die Gemüsebrühe anmischen.

Wenn die Pilze Farbe bekommen haben, mit Salz, Pfeffer und ca. 1 TL Paprikapulver würzen. Die Sahne-Mehl-Mischung unter die Pilze rühren, dann die Brühe langsam angießen und verrühren. Auf kleiner Flamme unter Rühren erhitzen, bis die Sauce aufkocht. Hier jetzt den Weißwein hinzugeben, wenn ihr daraus ein "Züricher Geschnetzeltes" machen wollt. Das warmgehaltene Fleisch dazu geben und einige Minuten ziehen lassen.

Servieren mit selbstgemachten Spätzle (die kann man übrigens auch prima portionsweise einfrieren).
2 EsslöffelÖl2 TeelöffelMehl1 Teelöffel (gestrichen)Paprika edelsüß200 GrammChampignons Konserve300 mlGeflügelbrühe200 ml200 ml Sahne

Mittwoch, November 27, 2013

Küchenteufels schokoladige Happen: Whoopie Pie

Wenn es Backwaren gibt, die man uneingeschränkt anhimmeln kann, dann sind das Macarons. Wie Aurelie in ihrem fantastischen Backbuch berichtet, sind die Möglichkeiten vielfältig und die Optik kann sich mit Schmuckstücken locker messen.

Doch mir war am Sonntagnachmittag nach etwas, nachdem Kinder (und Erwachsene) sich die Finger schlecken, und so kam ich darauf, kleine Whoopie Pies zu backen.  Whoopies sind quasi die etwas derben Verwandten der eleganten Macarons. Zwei noch leicht weiche Kekse werden mit einer Creme gefüllt und mit einem "Haps!" vernascht. Der US-Bundesstaat Maine hat die kleinen Kerlchen gar zu ihrem offiziellen state treat (staatlichen Leckerbissen) erklärt.



Beim Herumsurfen war ich auf dieses Sanella-Rezept gestoßen, doch die Verwendung von "Frischkäse Balance" und "Rama Cremefine zum schlagen" behagte mir nicht. Deshalb habe ich das Rezept behutsam für mich umgewandelt. Um die richtige Größe zu finden, habe ich eine Silikonbackmatte genutzt, die ich von lieben Freundinnen zum Macarons-backen erhalten haben. Sie ist aber auch für Whoopies total klasse :)

Schoko-Whoopies mit Vanille-Creme

Zutaten

Für den Teig: 

175 g weiche Butter
150 g brauner Zucker
 2 Eier
 250 g Mehl
 1 TL Backpulver
1 Prise Salz
 50 g Backkakao
100 ml Milch

Für die Creme: 

200 g Frischkäse Doppelfettstufe
50 g Puderzucker
250 ml Sahne
1/2 TL gemahlene Vanille


Zubereitung

Den Backofen auf ca. 180°C (Umluft: 160°C) vorheizen. Butter und Zucker so lange rühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat (der Teig wird heller), die Eier zugeben und weiterschlagen. Solltet ihr eine Küchenmaschine benutzen, könnt ihr zeitgleich (sonst danach) alle trockenen Zutaten in einer weiteren Schüssel zusammenmischen.
Die Milch zum Teig geben, dann löffelweise das Mehl-Kakao-Salz-Backpulver-Gemisch.

Teelöffelportionen auf Backpapier geben. Hier kommt meine Macarons-Backmatte ins Spiel! Klappt super und die Abstände stimmen. Allerdings ist die Matte zu groß für mein Blech, so dass ich sie auf die Rückseite des Blechs legen muss. Der Teig reicht bei mir für 2 volle Backmatten, d.h. knapp über 100 Whoopie-Pie-Hälften. Ca. 10-12 Minuten backen, das Backblech herausholen und die Hälften etwas abkühlen lassen. Dann mit der zweiten Ladung des Teiges weitermachen oder alternativ kleine Haufen auf ein Backpapier setzen und gleich weiterbacken.

Für die Creme werden der Frischkäse, die Vanille und der gesiebte Puderzucker vermischt, bis eine cremige Masse entsteht. Die Sahne steif schlagen und mit einem Schaber einfach unterheben. Kühl stellen, bis die Whoopie-Hälften ausgekühlt sind und dann teelöffelweise zwischen zwei Hälften geben. Kühl stellen, bis sie serviert werden.

Wer es sich einfach machen oder einfach mal "das Original" testen will, schaut in größeren Supermärkten in die "Aus aller Welt"-Abteilung. Dort findet man "Marshmallow Fluff", damit füllte meine US-Gastmutter die Whoopies. Ich übernehme jedoch keine Verantwortung für die Überstunden, die eure Bauchspeicheldrüsen dann einreichen werden :) Bleibt am besten bei der o.g. Creme.

Guten Appetit!



Montag, November 25, 2013

Day of the Doctor - The five(ish) doctors special [jetzt MIT Video!]

Szene aus "Day of the Doctor" (Bild: BBC).
Die letzten Wochen waren angefüllt mit tollen Erlebnissen, und doch überstrahlte ein Termin alle anderen: Der 23. November, der "Day of the Doctor".

Für diejenigen, die nicht so serienaffin sind, die kurze Erklärung: Die britische Science-Fiction-Serie "Doctor Who" feierte an diesem Tag mit einem Special ihren bereits 50. Geburtstag. Da die Fans dieser Serie über die ganze Welt verstreut sind, wurde dieses Special um 19:50 Uhr britischer Zeit in mehr als 60 Ländern und mehr als 1500 Kinos zeitgleich (und meist in 3D) ausgestrahlt.

Ich könnte jetzt lang und breit darüber referieren, wie toll es war. Und das war es wirklich. Die Geschichte. Die Effekte. Die Schauspieler. Die Ausstattung. Der Humor. Aber auch meine Begleitung. Die anderen Menschen im Kino. Diese warme, freundliche, glückliche, erwartende Stimmung im Kino vorher - währenddessen - hinterher. Aber das haben andere vor mir schon ausführlich getan. Daher bleibt nur zu sagen: "It was brilliant!"

Da dieses warme Gefühl sogar am Sonntag (und auch am Montagvormittag) noch angehalten hat, habe ich die Zeit genutzt, mich durch all die Werbeclips, Outtakes, Interviews etc. zu arbeiten, die rund um das Event gedreht wurden. Dabei fand ich dieses mir bisher unbekannte Stück Video. Es handelt von einigen ehemaligen "Doctor Who"-Darstellern, die verzweifelt versuchen, in das Jubiläumsspecial zu kommen.

Das Special zum Special, quasi.

Viel Spaß damit!

Mittwoch, November 20, 2013

Dienstag, November 12, 2013

Küchenteufel rezensiert: Aurélie Bastian - Macarons für Anfänger (Jeden Tag ein Buch - Bloggerevent)

Das Logo wurde von Ariane Bille gestaltet.
Ich mag Kochbücher. Ich mag Bloggerevents. Deshalb nehme ich an der zweiten Runde von "Jeden Tag ein Buch" (#jteb bzw. #jedentageinbuch) teil.

Vom 11. bis 18. November 2013 werden jede Menge toller (Food-)Blogger eine große Bandbreite der Kochbücher vorstellen und sicherlich viel zum stöbern anbieten.

Mein zweites Buch hat viel mit dem Internet zu tun. Aurélie Bastian zeigt uns schon seit einiger Zeit unter Französisch-kochen, wie leicht es sein kann, großartige Rezepte der französischen Küchen nachzukochen bzw. -backen. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Herstellung von Macarons und es ist nicht nur ein Danke schön an die viele Arbeit, die sie in dieses unentgeltliche Projekt gesteckt hat, sondern ein echter Gewinn, sich ihr Buch zu kaufen.

Aurélie Bastian - Macarons für Anfänger 


Sie sind die Dessertüberraschung des letzten Jahres: Macarons erscheinen in all ihrer Farbenpracht in Werbeanzeigen, liegen auf Deko-Tellern und werden nicht zuletzt in den französischen Bäckereien stückweise verkauft. Diese von Hand hergestellte Köstlichkeit aus Mandelmehl mit teilweise sehr kreativen Füllungen sind auch ein Thema im Internet. Die Foodbloggerin Aurélie Bastian hat mit "Macarons für Anfänger" im Bassermann Verlag eine Anleitung für die Herstellung dieser kleinen Hingucker veröffentlicht.

Jede Landesküche hat neben klassischen deftigen Speisen auch eine Vielzahl attraktiver Desserts und süßer Kleinigkeiten zu bieten. Teils Jahrhunderte alte Rezepte werden dank offener Grenzen innerhalb der Kulturen ausgetauscht. Die Französin Aurélie Bastian lebt mit ihrer Familie in Halle an der Saale und hat es sich in ihrem Foodblog "Französisch kochen" zur Aufgabe gemacht, ihren deutschsprachigen Lesern die Geheimnisse der französischen Küche alltagstauglich zu erklären. Neben lockeren Brioches und Salzkaramell finden sich dort auch Kalbsmedaillons in Calvados-Sauce oder Klassiker wie das Boeuf Bourgignon. Eine französische Leckerei erhält auf dieser Website jedoch sehr viel Raum: Die Macarons. Aurélie wollte perfekte Macarons und hat so lange probiert, bis ihr Rezept auf festen Füßen stand.

Von der Netzanleitung ins Buchformat


Das Buchcover (Bild: Bassermann Verlag).
Seit diesem Herbst haben es die Anleitungen von Aurélie Bastian zwischen zwei Buchdeckel geschafft und stehen im Regal der Buchhandlungen. Die wattierten Pappdeckel fühlen sich wertig an und sorgen gemeinsam mit der Covergestaltung schon vor dem lesen der ersten Zeile für ein heimeliges Gefühl. "Macarons für Anfänger" möchte die Hemmschwelle senken, die bunten Kleinigkeiten zu Hause selbst nachzubacken. Geboten werden zahlreiche Bild-für-Bild-Anleitungen, Material- und Warenkunde und jede Menge Tipps inklusive der "7 goldenen Regeln", um Fallstricke zu umgehen und einem ausführlichen Frage und Antwort-Teil mit sehr ehrlichen und direkten Antworten, zum Beispiel bei der Verwendung von Backpapier oder professionellen Backmatten.

Der Rezepteteil baut aufeinander auf und wird Stück für Stück schwieriger oder auch einfach kreativer und ausgefallener. Wer die Basisrezepte für die Macaronschalen und die Ganache (Füllung) beherrscht, kann sich zunächst an klassische Geschmacksrichtungen wie Schokolade, Vanille, Pistazien oder Kaffeecreme abarbeiten. Die feinen Geschmacksknospen werden mit Variationen gereizt, die Rosmarin, Tonkabohne oder Rosen beinhalten. Auch die herzhafte Richtung wird bedient: Wer sich Ziegenfrischkäse, Wasabi oder Olivenöl noch nicht als Macarons vorstellen kann, sollte dringend die Rezepte von Aurélie Bastian ausprobieren.

 

Über die Autorin

 

Aurélie Bastian, eine Französin, die die Liebe nach Deutschland gebracht hat, wollte auch in ihrem neuen Lebensraum nicht auf die gute französische Küche verzichten. Und da ihre Rezepte begeisterten, hat sie unter "franzoesischkochen.de" den wohl bekanntesten Blog für französische Rezepte aufgebaut. Wenn Aurélie nicht gerade für ihre Familie backt oder kocht, perfektioniert sie französische Rezepte für den deutschen Markt und macht sie in wunderschönen Fotos auf ihrem Blog sichtbar. Außerdem hat die studierte Pädagogin ein Koch- und Backatelier, in dem sie Koch- und Backkurse für Kinder und Erwachsene gibt. Für ihre Macaronskurse kommen Menschen aus ganz Deutschland nach Halle.

 

Weitere Informationen

Diese Rezension habe ich für das Onlinemagazin "Fördeflüsterer.de" geschrieben und vom Verlag das Buch dafür erhalten.

Montag, November 11, 2013

Küchenteufel rezensiert: Norddeutsche Küche (Jeden Tag ein Buch - Bloggerevent)

Das Logo wurde von Ariane Bille gestaltet.
Ich mag Kochbücher. Ich mag Bloggerevents. Was läge näher, als an der zweiten Runde von "Jeden Tag ein Buch" (#jteb bzw. #jedentageinbuch) teilzunehmen?

Jede Menge toller (Food-)Blogger werden vom 11. bis 18. November eine große Bandbreite der Kochbücher vorstellen und bieten sicherlich viel zum stöbern an. Ich habe noch gar nicht entschieden, welche der vielen tollen Bücher, die in letzter Zeit bei mir aufgeschlagen sind, ich euch vorstellen werde, beginne den Montag aber einfach mal mit etwas, dass ich als "klassisches Nachschlagewerk" bezeichnen würde, auch wenn das Buch selbst erst im Juni 2013 veröffentlicht wurde.

Norddeutsche Küche - Rezepte, Bräuche und Geschichten im Jahreslauf


"Saisonal kochen" ist bereits seit Monaten das Schlagwort in der Kulinarik. Doch was als neue Mode gelten könnte, ist bereits so alt wie das Kochen selbst. "Norddeutsche Küche" aus dem Bassermann Verlag bietet neben saisonalen Gerichten, nach Monaten sortiert, auch zahlreiche Hintergrundinformationen über Zutaten und Bräuche sowie kleine Geschichten, zusammengetragen von Metta Frank und Marieluise Schultze.
Norddeutschland zieht jedes Jahr mehr als 80 Millionen Touristen an. Das mag zum einen an unserer einmaligen Küsten- und Insellandschaft liegen, aber mit Sicherheit auch an der typisch norddeutschen Küche, die weit mehr als den berühmten "Hamburger Labskaus", die "Helgoländer Hummersuppe" oder die "Rote Grütze" zu bieten hat. In diesem Buch sind 200 Traditionsgerichte von Ostfriesland bis Hamburg, von Schleswig-Holstein bis Mecklenburg-Vorpommern zu finden – aufbereitet für die Küche von heute.

Das Cover (Verlag: Bassermann)
Wer so dicht am Meer lebt, war den Wind- und Wetterbedingungen noch etwas stärker ausgeliefert als in den "fruchtbareren" Gegenden Deutschlands. Doch Not macht erfinderisch, und so hatte jede Saison ihre eigenen Gerichte und Spezialitäten. Diesen Ansatz machten sich Metta Frank und Marieluise Schultze zu eigen, als sie für das Buch "Norddeutsche Küche - Rezepte, Bräuche und Geschichten im Jahreslauf" zahlreiche saisonale Rezepte aufgelistet - nach Monaten sortiert und mit zahlreichen Hintergrundgeschichten gewürzt. Jeder Monat beginnt mit einer Auflistung der schwerpunktmäßig verwendeten Zutaten, wie zum Beispiel dem Grünkohl im Januar, Matjes im Juni oder Sanddorn im Oktober. Dazu kommen kurze Geschichten wie Gedichte zur Roten Grütze,  Hintergrundinformationen zum Deichlamm oder Anekdoten über die Butterherstellung in norddeutschen Bauernhäusern.

Selbstverständlich sind nicht alle Zutaten von damals so einfach verfügbar, außerdem mussten Bauern auf dem Feld kalorien- und fettreicher essen, um den Tag zu überstehen. Damit auch der heutige Büromensch die Gerichte leicht nachkochen kann, wurde dort, wo es nötig war, die Zutatenliste und auch die Rezeptherstellung behutsam angepasst.

 

Über die Autorinnen


Mette Frank und Marieluise Schultze waren mehr als ein Jahr zwischen und an den Meeren unterwegs, haben mit norddeutschen Frauen überlieferte Familienrezepte nachgekocht, in alten Rezeptbüchern gestöbert und tief in den Archiven alten Bräuchen nachgeforscht. Marieluise Schultze lebt seit Jahrzehnten in Hamburg, Metta Frank stammt von Fehmarn. Dass die beiden Autorinnen auch bei der behutsamen Modernisierung der Gerichte Profis sind, liegt daran, dass sie schon lange in der Branche tätig sind. Metta Frank war jahrelang stellvertretende Chefredakteurin von "essen & trinken", Marieluise Schultze leitete dort die Versuchsküche.

 

Weitere Informationen

 

  • Marieluise Schultze, Metta Frank
  • Norddeutsche Küche - Rezepte, Bräuche und Geschichten im Jahreslauf
  • Gebundenes Buch, Pappband, 336 Seiten mit Zeichnungen und Farbfotos
  • Verlag: Bassermann
  • Leseprobe als pdf
Diese Rezension habe ich für das Onlinemagazin "Fördeflüsterer.de" geschrieben und vom Verlag das Buch dafür erhalten.

Küchenteufel bäckt HUGO - Cupcakes

Der Sommer ist leider schon vorbei - doch es gibt die Möglichkeit, sich durch kleine kulinarische Genüsse zumindest auf der Zunge die Erinnerung an Strand, Sonne und Meer zurückzuholen (wir Kieler haben das ja quasi alles vor der Haustür).

Für einige ist das italienische Mischgetränk "Hugo" ja DER Inbegriff des Sommers, und so habe ich mir das Rezept von der Tassenkuchen-Bäckerei geschnappt, ein wenig für mich herum geändert und so meinen Freunden an einem dunkelen Herbstabend hoffentlich ein klein wenig die hellere Jahreszeit zurückgeholt.


 

 HUGO - Cupcakes


Zutaten



Für den Teig: 

80 g weiche Butter
120 g Zucker
250 g Mehl
1 Tüte Backpulver (= 3 TL)
1 Prise Salz
Abrieb einer unbehandelten Limette - ich hatte keine unbehandelte da, also habe ich eine 1/2 Tüte Zitronenabrieb vom Dr. aus Bielefeld genommen
2 EL gehackte Minzeblätter - im Originalrezept steht nur einer, aber der Duft der gehackten Blätter ... hmmm ....
2 Eier
200 ml Sekt oder Prosecco  - habe ich wegen einer schwangeren Freundin durch Mineralwasser ersetzt
140 ml Milch
2 EL + 6 TL Holunderblütensirup


Für das Frosting: 

150 g weiche Butter
100 g Frischkäse
100 g gesiebter Puderzucker
2 EL Holunderblütensirup
1 EL Limettensaft
Abrieb einer halben unbehandelten Limette- da habe ich dann die andere Hälfte der o.g. Tüte versenkt

Dekoration

Minzeblätter
brauner Zucker - oder grüner Zucker, das sieht sicherlich toll aus!
schwarze Strohhalme, in drei Teile geschnitten

 

Zubereitung



Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen (Umluft 160°C). Mehl und Backpulver sieben und mit den Limettenzesten, dem Salz und der gehackten Minze vermischen. Ich habe wie gesagt die doppelte Menge Minze (= 2 EL) genommen, wem das zu viel ist, hält sich an das Originalrezept.

Butter und Zucker in einer weiteren Schüssel schaumig schlagen, der Zucker sollte sich möglichst aufgelöst haben. Eier, Sekt oder wie bei mir eben Mineralwasser, Milch und Sirup in einer dritten Schüssel verrühren und dann abwechselnd mit der Mehlmischung zur Butter-Zucker-Masse geben.

Die Masse ist sehr flüssig und hat bei mir für ein 12er Muffinblech und eine 6er Silikon-Mini-Guglhupfform gereicht (s.u., den Tipp habe ich von little red temptations) und kam dann in den Backofen. Achtung: Der flüssige Teig verbindet sich sehr gut mit den Papiermanschetten, mit denen man Muffinbleche gern auskleidet. Ich würde dringend zu Silikonmuffinförmchen raten - die gibt es auch lose fürs Muffinbackblech.

Die "großen" Cupcakes ca. 20-25 Minuten backen, die Mini-Guglhupfe sollten schon nach ca. 15 Minuten raus.

In der Zeit das Frosting herstellen: Die weiche Butter mit dem Puderzucker cremig rühren und dann mit Holunderblütensirup, Limettensaft und dem Rest aus der Zitronenabriebtüte oder frisch von der Limette gezogenen Zesten mischen. Den Frischkäse in einer kleinen Schüssel erstmal etwas glatt rühren und dann vorsichtig mit einem Teigschaber unter das Buttergemisch rühren. So bleibt die Masse cremig! Wer sie wie ich schnell mal in die Küchenmaschine wirft, bekommt zwar den selben Geschmack, hat aber nicht so eine tolle Creme :(

Zur Dekoration das Frosting auf den Cupcakes verteilen bis in die Guglhupflöcher versenken. Mit je einem Minzeblatt garnieren und den Zucker darüberstreuen (im Originalrezept wird grüner Zucker verwendet, den gibt es z.B. bei CITTI, ich hatte allerdings keinen mehr da) und mit je einem Strohhalmstück eine Longdrink-Optik geben.

Fertig!


Dienstag, November 05, 2013

Küchenteufels Käsekuchen ohne Boden - im Glas

Der Mann ist ein Käsekuchen-Fan. Im Café wird er gern bestellt, und in Las Vegas musste schon früh die "Cheesecake Factory" besucht werden - der Besuch schwang auf den Geschmacksnerven auch noch lange nach ... Mutti macht natürlich den besten Käsekuchen überhaupt, gegen die Hauptzutat "Kindheitserinnerung" kann und will ich gar nicht antreten. Doch ich habe eine andere Möglichkeit gefunden, in dem ich vor einigen Jahren eine unwiderstehliche Käsekuchen-Darreichungsform für mich entdeckt habe: Kuchen im Glas.

Das Prinzip ist einfach und bei Backwütigen sicherlich auch schon seit mehr als zehn Jahren bekannt: Kuchenteig wird in geeigneten Gläsern gebacken und so gut verschlossen, dass sie sich sehr lange halten - einem spontanen Kuchengenuß für 1-2 Personen steht dann nichts mehr im Wege.

2008 habe ich dann mal ausprobiert, mein 2007er Rezept für Käsekuchen einfach mal in ohne Boden in Gläsern zu backen und auf diese Weise haltbar zu machen. Was soll ich sagen? Es klappt! Da ich dem Mann nun wieder häufiger solche Gläser mit ins Büro gebe, kommt dieses Rezept endlich mal aufs Blog.

Käsekuchen ohne Boden - im Glas gebacken

 

Käsekuchen im Glas - verschiedene Größen.


Zutaten

  • 150 g Zucker 
  • 2 Eier 
  • 500 g Quark
  • 1 P. Vanillezucker
  • 2 EL Weichweizengrieß
  • 1 P. Vanillepudding - wer kein Puddingpulver im Haus hat, nimmt einfach 3 EL Speisestärke und 1 P. Vanillezucker
  • optional abgeriebene Zitronenschale
  • optional 100g Butter - ich lasse sie einfach weg, schmeckt trotzdem gut!

Zubereitung


Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben, die Butter am besten sogar flüssig sein. Die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. Alle anderen Zutaten miteinander vermengen, bis der Zucker sich aufgelöst hat, dann das Eiweiß unterheben.

Den Backofen auf 180° C Ober- und Unterhitze einstellen (Umluft reichen 160°C).

Die Gläser gut einfetten, z.B. mit Sonnenblumenöl und auf ein Backblech stellen. Sie sollten möglichst einen hochen Rand haben, damit der Käsekuchen gut "rausflutschen" kann. Solltet ihr nur Marmeladengläser o.ä. haben, müsst ihr den Käsekuchen halt als Dessert auslöffeln :)

Käsemasse im Glas.
Die Masse zu 4/5 in die vorbereiteten Gläser füllen und in den vorgeheizten Backofen stellen. Zirka 30 Minuten backen, bis die Oberfläche leicht gebräunt ist.

Dann das Blech schnell aus dem Backofen holen, die Gläser mit einem Backhandschuh festhalten und gleich die Deckel aufschrauben. Sollte der Kuchen nach dem Backen aus dem Glas herausragen, einfach mit dem Deckel "hineinstopfen" - der Kuchen fällt beim Abkühlen eh noch ein wenig zusammen.

Variante: Man kann nach Geschmack kleingeschnittenes Obst zufügen, es bieten sich zum Beispiel Mandarinen, Himbeeren, Rosinen oder Äpfel an.


Die Sache mit den Gläsern:

Ich habe meine Gläser neu bei Ebay gekauft, sie wurden also vorher nicht für Marmeladen, Pesto o.ä. von der Industrie verwendet. Ich rate euch, vorher anderweitig verwendete Gläser sehr gut zu reinigen, vor allem die Deckel. Ob es hilft, die Deckel kurzzeitig mit kochendheißem Wasser zu "sterilisieren", wie es in einigen Foren immer wieder genannt wird, kann ich nicht sagen. Bisher ist mir bei wiederverwendeten Gläsern, die ich in der Spülmaschine gespült habe, noch nichts passiert. Wer ganz sicher gehen will, nutzt die Gläser von Weck*, da sind auch die Deckel aus Glas :)


Natürlich kann man die Teigmasse auch einfach auf einen Mürbeteigboden setzen (siehe Link) oder als Muffins backen und sofort verzehren. Da die Käsekuchen-Muffins unheimlich klebrig sind, empfehle ich da Silikonmuffinformen (gibt es auch einzeln, um sie ins Muffinbackblech zu stellen), da sowohl das Schrubben des "nur" eingefetteten Muffinbleches als auch die festgeklebten Papiermanschetten nicht schön sind.

Guten Appetit!
 
*Der Link führt zum Affilate-Programm von Amazon.
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