Sonntag, September 13, 2015

Kiellauf 2015 - Finisher! (jetzt mit Fotos)

Ich muss zugeben: Ich würde lieber 2 Spinningstunden und danach noch eine Runde AquaFitness geben, als ein paar hundert Meter zu laufen. "Ich hasse laufen!" ist meine Standardantwort, wenn es um dieses überall zu absolvierende Workout geht. Aber ich hatte Freunden, die endlich mal Sport treiben wollten, genau dies empfohlen, bevor sie sich aufwändig eine Fechtausrüstung etc. anschafften. Im Zuge dessen hatte man hat mich gleich mit zum 6km-Kurzlauf beim Kiellauf angemeldet und kneifen gilt ja nicht. War ja auch noch laaange hin :) Vor 8 Wochen begann das Training mit vorsichtigen 1-2 Runden um den Schrevenpark - und endete 4 Wochen später. Es war einfach zu viel zu tun, sowohl beruflich als auch privat. Tolle Ausrede, mein Papa, der mir sowieso immer nur wenig sportlichen Ehrgeiz attestiert hat, hätte sich sehr amüsiert, dass er als Ausrede herhalten muss.

An diesem Donnerstagabend, nur 2,5 Tage vor dem Lauf, wurde ich langsam panisch, am Freitag nervte ich Kollegen und Chef und Freitagabend begann ich zu laufen. Zum Park und drumherum. Und wieder drumherum. Und wieder drumherum. Irgendwann waren über 6km in der Runtastic-App angezeigt (siehe links) und ich hatte ein gutes Gefühl, dass ich mein persönliches Ziel - Durchhalten! - schaffen könnte.  Am Freitag nachmittag waren wir bereits ab zum Rathausplatz, Startnummer, Transponder und cau-farbenes Laufshirt (lila) abholen. In der Tüte befanden sich sogar die Sicherheitsnadeln für die Startnummer und die Anleitung, wie der Transponder an den Schnürsenkeln befestigt wird - hier wird sogar an die Kleinigkeiten gedacht. Top!

Am Samstagnachmittag dann die Quittung für den spontanen Lauf vom Freitagabend: Schmerzen im Vorderfuß durch Überbeanspruchung. So ein Sch...! Sehnen gekühlt, Fuß geschont (also bis auf eine Spinningstunde ;)) und mir selbst fest die Daumen gedrückt. Natürlich gingen wir trotzdem am Abend ab zur Nudelparty. Dort wurde lecker gegessen, wir haben einige bekannte Gesichter getroffen und leider keinen Schuhgutschein von Zippel's gewonnen. Das weitere Rahmenprogramm inkl. Konzert auf dem Rathausplatz haben wir ausgelassen, denn der Laufbeginn um 9:15 Uhr ist für mich Nachteule keine gute Zeit.

Sich mit "wir sehen uns dann beim Lauf" zu verabreden, war aufgrund der schieren Masse der Menschen wohl keine kluge Aussage, aber alle Teilnehmer, die ich rechts und links wahrnahm, waren ausnehmend gut gelaunt und dies hielt auch während des kompletten Laufs an. Die Zeitmessung begann mit dem passieren des großen gelben Tors (Bild links), das ging aber eher schleichend ... bevor alle plötzlich lospreschten. Ich wußte ja, dass ich nicht die Schnellste bin, aber als schon zu Beginn nur noch eine kleine Gruppe Menschen hinter mir lief, war ich ein klein wenig deprimiert. Auch die Menschen am Straßenrand, die mir zu jubelten, empfand ich zu diesem Zeitpunkt eher als ironisch-sarkastisch. Doch bereits nach dem ersten km begann ich andere Läufer zu überholen und kam mit einigen Läuferinnen ins Gespräch. "Wir schaffen das!" oder "Ganz entspannt bleiben!" war der Grundtenor. Bereits an der Kiellinie freute ich mich über die Musiker, die uns "an das Tempo angepasst" die Mancini-Melodie vom rosaroten Panther spielten, auf Höhe des Aquariums bot ich anderen Läuferinnen meinen Notfall-Proteinriegel an und freute mich am Camp 24/7 über die dort spielende BigBand.

Inzwischen war Jan wieder in mein Blickfeld geraten (er war zu Beginn gleich mit Alex davon gerannt) und kurz vor meinem persönlichen Angstabschnitt, der Reventlouallee, waren wir sogar auf der selben Höhe. Yeah! Die Allee war fies steil, doch ich hielt mein Tempo, auch wenn ich teilweise im Slalom lief, um einige Schüler zu überholen. Das Bild ist vielleicht ein wenig unscharf, aber hey - ich bin jeden Schritt gelaufen! Oben am Berg freute ich mich zum ersten Mal über die Anfeuerungsrufe und Glückwünsche der Passanten am Straßenrand, und an der ersten Trinkstation musste ich feststellen, dass ich nicht gleichzeitig trinken und laufen kann. :)
An der Ecke Beselerallee / Holtenauer wartete ein Moderator und die Holtenauer selbst wurde zur Jubel- & Feiermeile der Kieler. Es gab Getränkestrände, Musik aus großen Boxen, eine fein sprühende Dusche und immer wieder Menschen, die ganz lieb aufmunternde und anfeuernde Kommentare abgaben. Jan und ich liefen ganz entspannt und konnten tatsächlich während des Laufes Fotos schießen, mit Leuten reden und natürlich twittern. 


Die Mittelstraße hoch war nach der fiesen Steigung in der Reventlouallee auch kein Problem mehr, das Stück am Schrevenpark entlang war quasi Heimspiel und dann kam dieses hübsche Ding links, das besagte: Nur noch 1 km zu laufen! Witzig auch die Menschen am Lessingbad, die uns lautstark anfeuerten: "Nur noch ... ääähhh .... ganz kurz auf jeden Fall!" Runter zum Rathaus sollte es dann nur noch abwärts gehen, doch oh weh - der Schnürsenkel war offen! Doch tatsächlich war es kein Problem für mich, gleich wieder loszulaufen und weiter in meinem Tempo zu bleiben. Der "Zieleinlauf" war dann wirklich super - die Leute am Rand waren ehrlich begeistert und jubelten mit den Cheerleadern um die Wette. Sogar ein "Daaaani!" gab es von einer meiner Spinningmädels :)

Meine Zeit laut Transponder auf der Website des Killaufs: 48:57 min für 6 km. Es gab eine Finisher-Medaille für jeden von uns und Getränke & Obst. Alex, der natürlich erheblich schneller angekommen war, holte uns am Ziel ab und überschüttete uns mit Komplimenten. Danach haben wir noch Malte und einigen anderen Leuten, die beim 10,5km-Laufe dabei waren, zugejubelt. Auf dem Weg zurück nach Hause sahen wir in der Holtenauer Strasse dann die wackeren Menschen, die am Halbmarathon teilnahmen. Ich habe höchsten Respekt vor all diesen Menschen und wir nahmen uns die Zeit, ebenfalls noch 10 - 15 Minuten Beifall zu klatschen und Anfeuerungsrufe hinterherzujagen. So langsam wuchs in mir das Gefühl: Das machen wir wieder! Vielen Dank dem Team vom Kiellauf für die Orga und die Durchführung der Veranstaltung. Danke allen Teilnehmern, die sich gegenseitig aufgemuntert und gestärkt haben, und natürlich vielen vielen Dank allen, die am Strassenrand standen und mit Ratschen, Vuvuzelas, Klatschen oder Rufen dafür gesorgt haben, dass aus diesem Lauf ein echtes Erlebnis wurde.

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