Sonntag, April 28, 2013

Wie unterschiedlich die Blickwinkel sein können ... Causa Hoeneß

Ich wundere mich immer wieder, wie manche Menschen es schaffen, aus der Causa Hoeneß - wie auch immer sie ausgehen wird, das entscheiden Gerichte, und nicht ich - eine Geschichte des armen, mißverstandenen, verfolgten Beinahe-Heiligen zu machen, der aufgrund des Raubritter-Staats (also uns, den Bürgern) quasi gar keine andere Wahl hatte.

Sprich: Ein Mann, der einem Sportverein vorsteht, der in großer Zahl Kinder und Jugendliche zum Mitglied hat, ist ein Mensch mit Vorbildfunktion. Da stimmt ihr mir doch zu, oder? Und ein Mann, der sich selbst regelmäßig abwertend zu den Verfehlungen anderer lautstark in jedes Mikrofon geäußert hat, baute damit selbst ein Bild von sich als integerer Persönlichkeit auf, oder?

Wo ist denn nun das Problem, seine Ämter für einige Zeit ruhen zu lassen, bis wie gesagt ein Gericht darüber entschieden hat, was nun Sache ist?

Nein, stattdessen kommen all diese Möchtegern-Reaktionären (keine Konservativen, aber auch keine Faschisten, ihr kennt den Typ Mensch) aus ihren Löchern, all die von den starken Frauen und den Grünen und überhaupt vom Leben unterdrückten Spezis, die einen neuen Helden auserkoren haben: Uli Hoeneß.

Dieser Mann habe ja - zumindest nach deren Meinung - quasi alles richtig gemacht. Er hat sich geweigert, sein hart verdientes Geld derart zu versteuern, dass damit Projekte finanziert werden, die auf dem Mist der Grünen, Roten oder gar der Merkel gewachsen sind. Stattdessen ging es über Jahre in die Schweiz, bis die "Guten" wieder an die Macht kommen, die Unternehmern ihre hartverdienten Euronen (oder gehts gar zurück tur D-Mark?) auch gönnen, bzw. bei denen man auch gleich viel lieber Steuern zahlt. [Um Mißverständnissen vorzubeugen: Das ist NICHT meine politische Haltung, ganz im Gegenteil!]

Aber zurück zu den reaktionären Spezis: Hoho, tönen die - das sei ja gar kein Schwarzgeld, wird auf Facebook ausgeführt. Wer soetwas behauptet, sei kein guter Journalist und außerdem seien das alle nur Neider der Erfolge des FCB und überhaupt sei der Staat (zur Erinnerung: wir alle) eh mit einer "Raubritter-Mentalität" gesegnet.

Ich habe ehrlich gesagt keine Lust, mich durch seitenweise Halbwahrheiten zu blättern, deshalb warte ich einfach ab, wie ein Prozess oder eine Einigung ausgehen wird. Aber eine solche Haltung darf man heutzutage scheinbar gar nicht haben. Entweder wird mit den einen, oder mit den anderen Löwen gebrüllt. Das es gar nicht nötig ist, vorschnell "Partei zu bezeihen", sondern einfach nur zu beobachten, weil halt kein Haus brennt, das gelöscht werden muss oder kein Tier in einem überhitzten Auto eingesperrt ist - das ist feige, aber "sinnbildlich für die Leute heutzutage". Hat man mir gesagt. Soso.

Der unverstandene, bereits gebrandmarkte Hoeneß: Diese Sicht auf die Dinge, die ja irgendwo drin auch eine Sicht auf die Welt im allgemeinen ist, nötigt mir beinahe Respekt ab. Wenn in mir nicht die Sorge brennen würde, das all diese Menschen auch wählen dürfen.
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