Donnerstag, März 25, 2010

Blogparade: Die zehn schlechtesten Filme, die ihr je gesehen habt


Heute bin ich in der Mittagspause mal wieder ein wenig "um den Blog gegangen" (danke an einen meiner Twitter-Follower für dieses Wortspiel!) und habe beim Beetfreeq eine von Gillys berühmten Blogparaden entdeckt. Und dann auch noch zum Thema Filme, selbstredend muss ich da dabei sein!


Schließlich nenne ich doch den einen oder anderen Film auf DVD (oder anderswo gespeichert) mein Eigen und auch wenn meine Kinorate inzwischen erheblich gesunken ist, war ich mal ein wöchentlicher Kinogänger und denke, dass ich zum Thema "Die zehn schlechtesten Filme, die ihr je gesehen habt" zumindest eine Meinung habe.

Eins vorweg: Viele Filme, die in dieser Blogparade in anderen Blogs auftauchen, haben mich schon von Titel und Beschreibung abgeschreckt, d.h. Filme wie "2012", "96 Stunden" oder "Feuer, Eis und Dosenbier" habe ich mir gar nicht erst angeschaut. Meine Top 10 waren trotzdem schwer aus der Masse an Ärgerlichkeiten auszusuchen, weil ich prinzipiell ein Fan von gut gemachtem Trash bin und daher manchem Film eine Chance gab, die im Nachhinein keine verdient gehabt hätten.

Also hier die Top 10 der Filme, bei denen ich mich so richtig geärgert habe, Eintrittsgeld ausgegeben zu haben:


Platz 10: Babel
Die Grundidee, sprich: Alles, was irgendwo passiert, hat Auswirkungen an einem völlig anderen Teil der Erde, war ja nicht schlecht.
Aber was ist daraus geworden: Man nehme einen kriegerischen Brennpunkt, zeige die Leute, die da leben ausschließlich als Bauern, dazu einen Satz Amerikaner, die grundsätzlich alles besser wissen und ihre Maßstäbe & Selbstgerechtigkeit anlegen (grandioser Idiot: Brad Pitt). Dazu die Geschichte eines gelangweilten japanischen Mädchens, deren Langeweile wir leider mitspüren dürfen. *gähn* Was für eine Zeitverschwendung.

Platz 9: Mars Attacks
Ja ja, ich weiß. Kultfilm, sehr beliebt, tolle Schauspieler rennen da rum blabla. Leider rennen sie auch nur da herum, sonst nix. Keine schauspielerische Leistung, keine richtige Story, für mich einfach nur nervig.

Platz 8: Traumschiff Surprise - Periode 1
Ich mochte den "Schuh des Manitu", genau wie ich Bully Herbig und Co. schätze. Und auch diese tuntige Enterprise-Besatzung in der Bullyparade hat für Lacher gesorgt. Aber ein ganzer Film darüber? Grausam. Die Geschichte passte auf ein halbes Din A 5-Blatt, Till Schweiger nervte mich mal wieder an, und es gab ganze zwei Lacher für mich in diesem Film: "Der Mars macht mobil", sowie eine Szene, in der irgendein Müll auf dem Boden lag, es den Befehl "wegtreten" gab und dann dieses Müllstück sonstwohin getreten wurde. Nicht lustig? Der Rest war schlimmer.

Platz 7: Catwoman
Was war das denn? Ich bin ein Comicfan und habe bei der Verfilmung dieser Geschichten eine sehr hohe Toleranzgrenze (ich besitze sogar Daredevil, Constantine und X-Men), aber das ging gar nicht. Miese Story, schlechte schauspielerische Leistung, dummes Kostüm. Wobei Catwoman hier als Stellvertreterin steht für weitere miese Comicverfilmungen wie Hulk, Ghost Rider oder Elektra. Eine weitere Comicverfilmung wird allerdings in dieser Auflistung noch erscheinen.

Platz 6: Der englische Patient
Ich war bei einer Freundin in LA zu Besuch und wir wollten ins Kino gehen. Ihre Au-Pair-Gastmutter legte uns diesen Film ans Herz, den heißen Oscar-Kandidaten. Ich will gar nicht lang meckern, der Film ist einfach strunzlangweilig. Ich glaube, das war das allererste Mal, dass ich mit meiner Begleitung eine Entscheidung treffen musste: Schlafen oder gehen?

Platz 5: Starship Troopers

Es gab einen Deal: Ich geh mit in ST, dafür sollte mein damaliger Freund mich 2 Tage später in Jack Nicholsons "Besser gehts nicht" begleiten. Ich saß also im Kino, freute mich auf ein leichtes Actionspektakel und war nur noch genervt. Nicht nur von den Typen hinter mir, die alles kommentierten, was sie sahen, sondern auch von dieser miesen Story (Nebensatz: "Vielleicht hätten wir sie nicht zuerst angreifen sollen") über die "Schönheit" der Darsteller - die Dame, die so ähnlich aussah wie Verona Feldbusch hatte nach einem Raumschiffunfall nur ein Pflaster über dem Auge, ja klar - bis hin zu den dummen Anspielungen wie z.B. dem "Doogie Howser"-Darsteller in dunklem Nazi-Ledermantel. Vom Regisseur angeblich als Stilmittel benutzt haben sich die Typen hinter mir nur gefreut: "Geil! Nazis!" Argh!

Platz 4: SAW
Ich hatte große Erwartungen. An der Litfaßsäule Ecke Westring/Eckernförder Str. in Kiel hing bereits seit Tagen das Plakat: "Nach SIEBEN kommt nicht acht, sondern SAW". Und ich muss sagen: Nach dem Film "Sieben" habe ich eine Nacht lang schlecht geschlafen. Also hinein und was ich sah, war so mies, dass ich noch auf dem Weg aus dem Kinosaal heraus anfing zu schimpfen wie ein Rohrspatz. Es ist nunmal eine klassische "Whodunnit"-Geschichte, und den Antagonisten hatte ich während des Films bereits ausgeschlossen. Und auch sonst war da nix mit subtilem Horror, sondern einfach nur "Schlag-drauf-bis-es-spritzt"-Handlung. Sehr ärgerlich.

Platz 3: Van Helsing
Vampirfilm! Geil! - So oder so ähnlich erging es mir, als ich von diesem Film las. Ich besuchte das Kino mit meiner allerliebsten Filmbegleiterin, einem Menschen, der genau weiß, wann im Film man reden und wann schweigen sollte und über die selben Dinge lacht. Nach wenigen Minuten Film standen uns bereits die Haare zu Berge, so mies war es, wir fühlten uns in Vampir-Trash der 40er Jahre versetzt. Ab dann entschieden wir mit wenigen Worten, diesen Film nur noch als Komödie zu sehen und haben uns prächtig amüsiert. Anschlußfehler, Logikfehler, brach liegende Handlungsstränge, miese schauspielerische Leistung, dumme Syncho. Wer zwei Stunden Lebenszeit sinnlos verschenken will: Bitte, Van Helsing!

Platz 2: Brüno
Eins vorweg: Ich habe Borat nicht gesehen. Und auch Ali G. kenn ich nur aus dem Madonna-Video und weil man halt immer wieder etwas darüber aufschnappt. Eine Freundin wollte aber nun unbedingt Brüno gucken, und wir ließen uns überreden mitzukommen. Kann ich irgendwas über diesen Film sagen, ohne auszuticken? Wahrscheinlich nicht. Also fasse ich es mit den Worten der Leute zusammen, die im Kino direkt hinter uns saßen: "Der Film war so schlecht, den saug ich mir nicht mal aus dem Netz".

Platz 1: The Spirit
Ich hatte es schon angekündigt: Es taucht noch eine Comicverfilmung in dieser Liste auf. Ob es wirklich der schlechteste Film ist, den ich je gesehen habe? Zumindest ist es der letzte schlecht Film, den ich gesehen habe, evtl. ist er mir deswegen so sehr im Gedächtnis haften geblieben. Wie weiter oben schon erwähnt, haben gerade Comic-Verfilmungen bei mir mit einer sehr hohen Toleranzschwelle zu rechnen, weil die Vorlage halt ein gezeichnetes Werk ist, in dem die Bilder meist wichtiger sind als Handlung oder gar tiefgründige Charaktere (Ausnahme: Batman). Aber dieses "Machwerk" zeichnet sich dadurch aus, dass ich am liebsten Gegenstände gegen die Leinwand oder den Projektor geworfen hätte, damit es endlich aufhört. Unsagbar grausam in der Handlung, Samuel L. Jackson in seiner miesesten Rolle. Der Showdown völlig für den Arsch. Wie gut, dass ich ihn im Billigkino gesehen habe, aber auch diese 1,50 Euro waren genauso verschwendet wie die Zeit, die wir dort ausgeharrt haben.

Wars das schon? Nicht ganz. Es gibt einen Film, auf den ich noch besonders hinweisen muss:

Platz 1a: James Bond - Ein Quantum Trost

Meine Mama ist glühender James Bond-Fan und ich habe von klein auf mitgeguckt. Dementsprechend verzeihe ich diesen Filmen eine ganze Menge, sehe sie nicht als bierernste Actionmovies, sondern immer als leicht trashig mit einem Augenzwinkern bei sehr sehr unrealistischen Darstellungen. Über Tim Dalton müssen wir nicht reden, auch der letzte Pierce war ein wenig schmerbäuchig. Daniel Craigs "Casino Royale" dagegen hat mir großartig gefallen. Besser als Jason Bourne, Action gepaart mit Eleganz und Bond-Charme. Und dann kam "Ein Quantum Trost".
Die Story hätte auch mit jeder anderen Filmfigur stattfinden können, bis auf wenige Elemente komplett Bond-untypisch. Die Schnitte sogar mir, die ich aus der MTV- und Videospiel-Generation stamme, viel zu hektisch, teilweise habe ich auf der Leinwand die Handlung gesucht. Apropos Handlung: Mangelware. Die zweite Hälfte des Filmes hätte man getrost wegschneiden können, wäre nicht wirklich aufgefallen. Was für ein Schrott.

Okay, wieder zurück zu Gilly und der Blogparade. Denn auch wenn man sowas vor allem aus Spaß an der Freud und ein wenig Selbstdarstellungshang macht, belohnt Gilly die Teilnehmer mit einem Gewinnspiel und damit mit der Verlosung von Amazon-Gutscheinen.
Zusätzlich soll man sich überlegen, welcher Film bei dieser Blogparade wohl am häufigsten genannt wird, und auch dieser Film wird verlost. Auch wenn ich ihn sicherlich nicht haben will, lege ich mich hier mal auf "Brüno" fest.

Wer noch Lust hat teilzunehmen: Ende der Blogparade ist am 19.4. (btw: Mein Geburtstag) <- wenn das mal kein Glück bringt!
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