Donnerstag, November 12, 2009

Argh! (= Ärger auf andere Autofahrer deluxe)

Ich fahre mehrmals die Woche über die Kieler Stadtautobahn und die B76 nach Preetz. Ich arbeite da, ich sportle da, ich besuche meine Eltern. Zwei von drei Gründen verlangen eine gewisse Pünktlichkeit, daher bin ich darauf angewiesen, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer genauso wie ich an die klassischen Verkehrsregeln halten.

Das ist jedoch eher eine Hoffnung denn eine Tatsache.
Beginnen wir doch direkt in Kiel. Um auf die Stadtautobahn zu kommen habe ich zwei Möglichkeiten: Entweder direkt in der Eckernförder Str. oder ich folge dem Westring und fahre im Kronshagener Weg ab.
Praktischerweise sind gerade an den neuralgischen Stellen BEIDER Strecken Baustellen. Weil die Kreuzung Westring/Eckernförder Str. seit Monaten geteert/gefedert/bepflanzt/massiert wird, habe ich da nur eine Fahrspur und damit einen Rückstau fast bis nach Hause. Lohnt also nicht.

Ich fahre daher lieber die Gutenbergstrasse entlang und biege zweispurig nach rechts ab. Dort bleiben zwei Fahrspuren bis direkt vor der Abfahrt, dann ist eine gesperrt.
Was macht man nach Strassenverkehrsordnung? Genau, man biegt zweispurig ab, fährt bis zum Hindernis vor und fädelt sich dann nach dem Reißverschlußverfahren ein. Locker, flockig, zügig. Haha.

Leider hat der durchschnittliche Nutzer dieser Strecke den Eindruck, wir würden uns an einer britischen Bushaltestelle befinden, und reiht sich seeeehr früh links ein. Auch wenn derjenige eigentlich auf der rechten Spur abgebogen ist, geht er/sie (z.B. ein silberner 5er BMW mit einem Aufkleber "Schwentinental") mitten auf der Strasse voll in die Eisen und setzt den Blinker. Mein freundliches Aufblinken kommentiert er mit erhobenen Händen, und erst meine Fingergeste für zwei Fahrspuren und das Hupen von Hinten bringen ihn dazu, auf der rechten Spur weiterzufahren. Anstatt jedoch entspannt bis vorn vor zu fahren und sich einufädeln wenn jemand eine Lücke lässt (in 80% der Fälle passiert das auch) drängelt er sich einige Autos vor dem Hindernis plötzlich brutal in die linke Spur hinein. WTF?
Ich fahre vor, an ihm vorbei und zwei Autos vor ihm werde ich ganz normal hineingelassen. Praktisch wie aus dem Lehrbuch.

Leider verstehen nicht alle Nutzer der Strasse dieses Prinzip (im vorherigen Absatz fehlen ja 20%), daher bin ich oft die erste, die an der Schlange vorbei bis zum Hindernis vorfährt, erst dann folgen mir andere Wagen. Wichtig ist also der "Leitwolf", und das gilt nicht nur für meine Spur, sondern auch für die andere - denn wenn einer sich dem Reißverschlußverfahren sperrt, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass mindestens die nächsten drei Wagen ebenfalls keine Lücke lassen.
Dass sie damit gegen geltendes Verkehrsrecht verstoßen ist eine Sache, aber wie stellen die sich dass denn praktisch vor? Sollen wir uns alle hinten anstellen und damit die Kreuzung Gutenbergstrasse/Eckerförde für den Verkehr verstopfen, die ganz friedlich 2x rechts abbiegen wollen um in Richtung Norden zu fahren? Oder uns mitten auf die Kreuzung stellen, damit auch die Menschen, die chillig in Richtung Eichhof wollen gefälligst unser Leid der weggefallenen Spur mit uns teilen?
Und das alles nur, damit es streng nach der Reihe geht?

Mann mann mann - wenn ich mich im Supermarkt an eine Kasse anstelle, weiß ich doch auch nicht, ob ich die erwischt habe, wo gerade der Azubi eingearbeitet wird oder Mutti sich sämtliches Kleingeld von der Kassierin aus der Geldbörse zählen lässt. Wenn ich die falsche Spur gewählt habe oder meinen Mit-Verkehrsteilnehmern nicht traue, dass sie mich vorn nicht hineinlassen dann hab ich einfach Pech gehabt.

Das ist allerdings nur der "alltägliche Spaß". Gestern abend kam ja noch ein klassischer Sonderfall hinzu. Aber das ist eine andere Geschichte und soll in einem anderen Blogpost erzählt werden.
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