Dienstag, Mai 13, 2008

Preetz und die Entente Florale

Mit "von oben" organisierter Stadtverschönerung ist das so eine Sache.
http://www.blogger.com/img/gl.link.gif
Vor 3 Jahren blühte Kiel plötzlich richtig auf. Alle größeren und kleineren Wiesen waren plötzlich schneller von Müll befreit, die breiten Strassen mit dem Grünstreifen dazwischen waren abwechselnd bepflanzt, und so lachten mich auf dem Weg zur Autobahn oder in die "sich am Rand befindlichen" Stadtteile große Heerscharen von Osterglocken oder Tulpen an, hier und da auch nett bepflanzte Blumenkübel.

Sehr schön, das ganze grün und rot und gelb, fiel richtig auf.
Erst später habe ich zufällig mitbekommen, dass Kiel an einem Wettbewerb teilnahm, der Entente Florale und sogar bundes- und europaweit gewann. Hat mich gefreut und bis heute geben sich die Kieler Stadtgärtner große Mühe, im letzten Jahr wurden sogar morgens Liegen im Stadtgarten aufgestellt ;-)

Ich hab schon den Eindruck, es ging neben dem Prestige irgendwie darum, den Bürgern, die sich an sowas erfreuen, etwas mehr Lebensqualität zu geben.

Aber seit einigen Wochen sehe ich das komplette Negativbeispiel: Mein kleines Preetz.
Das ist nämlich am Ortseingang vollgestellt mit zahlreichen ! blauen Papp- oder Holzaufstellern, die den Autofahrer darüber infomieren, dass Preetz sich ebenfalls dieses Jahr an ebendiesem Wettbewerb beteiligen würde. Man solle doch als Preetzer seinen Teil dazu beitragen.
Ein großes häßliches Kunststoffbanner neben dem Bahnhof rundet diese Werbekampagne ab.

Und ja, wenn man genau hinguckt, dann stehen da an der Ausfallstrasse zur B76 in Richtung Kiel ein paar unglaublich häßliche Holzaufbauten mit Blümchen drin. Ach ja, ein merkwürdiges Blumenarrangement steht an der Ecke in Richtung Mühlenstrasse, ein überdimensionaler umgekippter Blumentopf, aus dem Stiefmütterchen ?! rauswachsen, auf den ersten Blick denkt man, ein LKW habe die Kurve nicht bekommen, erst auf den zweiten Blick sieht man, dass es "arrangiert" ist.
Und dann noch hier und da ein paar Blümchen, aber in meinen Augen ist der Umfang nicht höher als bei einer "normalen" Stadtverschönerung bzw. der Begrünung einer normalen bundesdeutschen Kleinstadt, ich habe bei oberflächlichem Blick nichts gesehen, was eine Bewerbung für den o.g. Wettbewerb rechtfertigt.
Ach ja, ausser dieser agressiven blauen Tafeln am Ortseingang.

Meiner Meinung nach sollte man wie Kiel durch Blumen auffallen, und nicht durch Werbung. Aber vielleicht gabs diese Tafeln ja umsonst zu den Bewerbungsunterlagen dazu ...
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