Donnerstag, November 02, 2006

Emanzipation, die XXXXte ...

Geschlechterdebatten ermüden mich.
Spätestens nach Eva Hermans sensationell Geld bringenden PR-Aktion für ihr Buch ganz ernstgemeinten Infragestellung der Emanzipation hab ich mich wieder ausgeklinkt.
Ich muss nicht darüber reden, wie es ist, eine Frau zu sein. Ich bin eine, das kann mir niemand wegdiskutieren. Ich kann Apfelkuchen backen UND mir im Fußballstadion die Lunge aus dem Hals schreien. Um ein paar Klischees zu nennen, ohne die wir alle (mich eingeschlossen) so schlecht leben können.

Gerade erst durfte ich mir bei "Blond am Freitag" mal wieder anhören, dass Frau Merkel zu wenig Frau ist. *prust*

Dementsprechend war ich dem Artikel im Spiegel mit dem Titel "Emanzipationskampf" nicht sehr wohlgesonnen. Der Untertitel "Gnadenschuss für die Hü-Hott-Mähre" machte mich jedoch neugierig (ich möchte bemerken - der Autor des Artikels hat seinen Job schon mal gut gemacht, der Teaser hat mich "geteast") und nun möchte ich euch ebendiesen Text ans Herz legen.

Es geht ein wenig um die Emanzipationsbestrebungen und Ergebnisse in anderen Ländern, aber auch um Frauen und Männer und vor allem - um Individuen.

Ein paar Zitate?

Der F-Klassenfeind weltweit sind nicht die Männer. Es sind die dummen Männer, wie Marie von Ebner-Eschenbach bereits vor hundertfünfzig Jahren erkannte.
[...]
Von der Gleichberechtigung sind wir Jahrhunderte weit entfernt. Doch es wäre naiv zu glauben, dass daran nur die dummen Männer Schuld sind. Es gibt einen weiteren, sehr mächtigen Feind der Emanzipation: Die dumme Frau.
[...]
Unser Staat und unsere Gesellschaft müssen Immigranten klarmachen, was sie von ihnen verlangen - nicht dass sie Eisbein essen, Udo Jürgens hören und Lodenmäntel tragen, sondern dass sie unser Grundgesetz, und damit auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau, respektieren.
[...]
Auch Frauen sind nicht wirklich attraktiv, solange sie noch mit einem Arm am Baum hängen.
[...]
Was die Welt braucht und immer brauchen wird, sind starke Persönlichkeiten, Individuen, die einen unverwechselbaren eigenen Charakter ausgebildet haben. Und erst in zweiter Linie Männer oder Frauen sind. Hören wir endlich auf, historisch und kulturell gewachsene Geschlechterdummheiten für gott- oder naturgegeben zu halten. Dann hat auch dieses Land eine Chance, noch vor dem Jahr 2250 im 21. Jahrhundert anzukommen.


Ich glaube, es lohnt sich, das Buch dieser Frau zu kaufen.
"Die neue F-Klasse" von Thea Dorn (Piper Verlag)

Viel mehr, als das Apfelkuchenbüchlein von Frau H. aus H.

Quelle: Spiegel Online
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