Mittwoch, Oktober 11, 2006

Abschied, Kalkutta-Einladung, Currywurstauswahl, Hubschrauber und Fußball .. wie das zusammengehört?

Morgen fliegen Mahasweta Devi und ihre Schwester ja wieder nach Hause, und da sie sich so gut mit Alex verstanden hatten, hatte ich vorgeschlagen, dass wir uns alle nochmal auf einen Drink in der Hotelbar im Steigenberger Airport Hotel treffen sollten.

Und wenn wir schon mal unterwegs seien ... da warten noch dutzende Möglichkeiten, das Gutscheinheft "Barometer", das ich Alex zum Einzug in FFM geschenkt hatte, für leckere vergünstigte Speisen zu nutzen. Und da sind wirklich noch sehr viele interessante Gutscheinschnipsel und nur noch so wenig Jahr 2006 übrig. Also den Kopf, den Magen und das Gutscheinheft befragt und für Currywurst (-"worscht") entschieden.
Was das jetzt noch mit Hubschraubern und Fussball zu tun hat? Gemach, Gemach.

Erstmal ein Loblied auf die Flexibilität, die einem des Deutschen liebstes Kind bietet:
Heute spätnachmittag habe ich etwas mehr als 1,5 h benötigt um mit dem Shuttle-Bus vom Hotel zum Flughafen, vom Flughafen-Bahnhof zum Hauptbahnhof, vom Hauptbahnhof mit der S-Bahn (an jeeeder Milchkanne vorbei) nach Neu-Isenburg und dann noch einmal quer durch die Stadt bis nach Hause zu laufen.
Und heute abend mit dem Auto? Keine 10 min. reine Fahrzeit. *schnief*

Da beide Damen aber ziemlich tot waren von unserer Landpartie nach Bingen (Bericht folgt wie unten versprochen später!) und dem Umzug von einem Hotel zum anderen, blieben wir nur gute 15 min., es gab eine sehr herzliche Verabschiedung mit dem dringend geäußerten Wunsch von M. Devi, Alex solle sie in Kalkutta besuchen. Als ich daraufhin witzelte, wenn er nach Kalkutta ginge, würde ich mir eben derweil in Goa die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, bekam ich einen großmütterlichen Schlag auf den Arm mit dem Hinweis, dass die Einladung selbstverständlich für uns beide galt. Aua ;-)

Also zurück zum Auto und ab in die Innenstadt und zu dem Currywurstladen, den ich anhand von Magen und Gutscheinheft ausgesucht hatte - das Culux im Oeder Weg. Tatsächlich fanden wir auch sofort einen Parkplatz (ein sehr gutes Zeichen!) und betraten einen in einem freundlichen dunkelrot gestrichenen Laden mit dunklen Holztischen und Barhockern. Als wir eintragen, schall uns gerade die Melodie der Tagesthemen entgegen, auf der rechten Seite befand sich der einladende Futtertresen.
Doch bevor ich endlich dieses große, leicht angesäuert knurrende Loch in meinem Magen besänftigen konnte, wurde unsere Aufmerksamkeit auf den großen Flachbildschirm an der Wand gezogen, wo die Nachrichten von einem Hubschrauber berichteten, der in New York in ein Hochhaus geflogen war. Terroristischer Hintergrund? Hab ich nicht vermutet, dafür war - ganz böse gesagt - der Schaden einfach zu gering. Wenn überhaupt, dann ein unorganisierter Einzeltäter.
Inzwischen wissen wir dank Spiegel: In Manhattan ist ein Klein-Flugzeug in ein Hochhaus geflogen. Vier Menschen kamen ums Leben. Einsatzkräfte haben das Feuer inzwischen gelöscht. Der Flieger soll Treibstoffprobleme gehabt haben und dem Baseballspieler Cory Lidle von den New York Yankees gehören.
Auch wenn ein solches Ereignis schon übel einzustufen ist, habe ich mich doch ein wenig gewundert, dass in einer Kneipe wie dieser deswegen der Fernseher eingeschaltet wurde. Und dann musste ich feststellen, dass ich wirklich jenseits von Gut und Böse bin zur Zeit: Nicht nur, dass ich seit ca. 10 Tagen ständig jemanden nach dem aktuellen Wochentag fragen muss, nein, ich habe das Länderspiel einfach VERGESSEN! Wer mich kennt, kann daran problemlos den Stresspegel bzw. den Grad meiner aktuellen Verwirrung erkennen .... :-/

Aber zurück zur Currywurst: Sehr empfehlenswert.
Welcher Koffeingenießer kennt das nicht - es gibt keine einfache Tasse Kaffee mehr. Sondern Latte oder Espresso oder Cappuccino, mit oder ohne Shot, mit oder ohne Koffein, tall oder grand(e) ... wie gut, dass ich eh keinen Kaffee trinke!
Aber die Situation war ähnlich: Es musste gewählt werden unter verschiedenen Sorten Wurst (inkl. Bio-, Geflügel- und Veggiewurst), dazu eine Auswahl aus neun Saucen, die Pommes waren gott sei Dank einfach nur Pommes, aber doch mit Zwiebeln?! Nein.
Nachdem all diese Entscheidungen getroffen wurden, bewunderten wir das Treiben der deutschen Nationalmannschaft in den schicken roten Trikots, Alex trank das von Kirsten damals in Hamburg hochgelobte Tannenzäpfle-Bier und nach einer gewissen Wartezeit, die gleichwohl in meinen Augen ein Zeichen für zu erwartende hohe Qualität und Fussballinteresse der Zubereiterin sprach, bekamen wir die beste Rinds-Currywurst, die ich jemals gegessen habe. Festes Fleisch, kaum Fett, geschmacklich nach handgemacht schmeckende Pommes. Bei der Saucenauswahl hatte ich mich für "Currysauce fruchtig" entschieden, während Alex seine Wurst von einer Sate-Erdnuß-Sauce übergossen wünschte. Nach probieren beim anderen kamen wir beide zu dem Schluß, selbst am besten gewählt zu haben.
Wobei selbstverständlich noch einige Genüsse (sprich: Saucenmöglichkeiten, denn die Wurstsorte werd ich jetzt nicht mehr wechseln!) in den kommenden Wochen auf uns warten werden *vorfreu*
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