Dienstag, September 19, 2006

Passivrauchen

Ja, ich weiß. Die Debatte ist so alt wie die Konsumgesellschaft selbst.
Auf der einen Seite die Raucher, gefangen in einer Sucht, die sie nicht als eine sehen, auf der anderen Seite die bösen Spaßbremsen, die Nichtraucher, die nicht einsehen wollen, dass sie da die persönliche Freiheit der Raucher massiv einschränken.
Und die Studien, die immer wieder auftauchen, wie hier im Spiegel, die sind eh alle nur von der bösen Gesundheits-Mafia.
"Rauchen ist Willenssache, und ich will rauchen!" hat mein Vater zu seinen schlimmsten Raucher-Zeiten immer wieder gesagt.
Aber ich will nicht.
Selber schuld, sagen die Raucher. Vermeide einfach die Orte, in denen geraucht wird.
Also Discos, Kneipen, Züge, die Uni .... ihr merkts selber, oder?

Raucher bezahlen mit ihren Steuern unser Gesundheitssystem und unsere Anti-Terror-Einheiten.

Alles schon mal gehört. Aber kosten Raucher nicht auch eine Menge Geld aus der Gesundheitskasse? Aber ich muss meine Kleidung sofort in einen Raum weit weg von meinem Schlafzimmer legen und schnellstmöglich waschen, auch wenn ich das Shirt nur für den Kneipenbesuch angezogen und auch am nächsten Tag noch mal hätte tragen können. Das selbe gilt auch für Haare und Haut, die Haare nehmen den Geruch unglaublich schnell an und ich rieche dann wie ein Aschenbecher *schauder*

Ach, nun komm Kind. So schlimm wirds ja nun auch nicht sein.
Immer diese Nichtraucher-Spießer. Ausserdem musst du da auch erstmal beweisen, dass Nicht-Rauchen was bringt. Denk doch nur an die ganzen Autoabgase. Das willst du doch auch nicht verbieten, hm?

In dem FitnessCenter, in dem ich schon sehr lange nebenbei arbeite, wurde in den späten Neunzigern entschieden, ein Rauchverbot zu installieren. Ich habe die Auswirkungen sofort gemerkt. Wenn ich früher drei Abende hintereinander dort den Tresendienst versehen habe, war meine Teenagerhaut grau und pickelig. Und ich hüstelte immer so komisch, dass es meine Mutter in den Wahnsinn getrieben hat. Das änderte sich schlagartig mit dem Rauchverbot. Das ich bis heute in allen Ehren halte, da ich die einzige (!) Mitarbeiterin war, die nicht rauchte, der Rest musste sich auf die Terrasse verziehen.
Heute, fast 10 Jahre später, käme niemand mehr auf die Idee, in den neuen Räumen des TSP in Preetz zu rauchen. Im Gegenteil - meine teilweise halb so alten Kolleginnen lauschen gespannt und leicht angewiedert, wenn ich von Dart-Liga-Spielen, Bierzapfanlage und Zigarettenqualm erzähle.
Am Freitag war ich nun mal wieder indoor aus. Und es geschah was kommen musste - meine Kleidung stank nach Qualm, ebenso die Haare (aber kann man nachts um vier duschen gehen? Ich habs getan, meine Nachbarn werden mich geliebt haben) und mein Hals war leicht belegt. Sehr ärgerlich.
Können wir uns nicht irgendwie einigen, Raucher und Nichtraucher?
Bessere Lüftungsanlagen in den Discotheken?
Nichtraucher-Abende?
Oder einfach mal nur nicht mit der Fluppe auf die Tanzfläche?
Brandblasen an nackten Armen oder Asche auf der Kleidung (bisher nie ein Loch, Glück gehabt!) sind an der Tagesordnung, und das sind Leute, für die ich ohne zu zögern den Pranger wieder einführen würde.

Ach ja, liebes MAX in Kiel. Schön, dass ihr eine Nebelanlage habt. Wir haben es zur Kenntnis genommen. Jetzt könnt ihr sie wieder auslassen. Oder euch einen besseren Rhythmus zulegen.
Denn 20 min. lang alle 3 min. massiv eingenebelt werden und dann 1-2 Stunde gar nicht, dass klingt nicht nach durchdachter Choreographie.
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