Mittwoch, August 23, 2006

Ja, bewache deinen Sitznachbarn!

Wie der Spiegel berichtet, will Innenminister Schäuble nun also das Internet stärker bewachen lassen, in allen Sprachen, um damit Seiten, in denen dasBomben bauen erklärt wird ... ähm .. zu finden? Und was soll denn genau damit werden?
Wenn die auf einem russischen Server liegen, nicht viel. Oder auf einem tunesischen. Oder irgendwo in China.
Aber Aktionismus hat er gezeigt. Muss ja auch mal sein. Schließlich hat er in Schily ein großes Vorbild, der einen noch größeren Schatten wirft. Den noch rechts überholen wird nur schwer möglich sein.

Aber es gibt welche, die sich dieser Aufgabe stellen: Bundesverkehrsminister Tiefensee von der SPD zum Beispiel. Der tarnt sich zunächst im Schafspelzchen, in dem er die sog. bewaffneten "Rail-Sheriffs" für keine gute Lösung hält. Soweit, sogut.
Sein alternativer Vorschlag zeigt aber den Wolf in ihm und bringt ihn aber auf meiner Schily-Skala ganz weit nach vorn:

Stattdessen plädierte der Minister dafür, aufmerksame Begleiter einzusetzen. Er appellierte in diesem Zusammenhang auch an die Bürger, ein Auge auf Mitreisende zu haben und verdächtige Vorgänge der Polizei zu melden.
Quelle: Spiegel.de

Dabei treiben übereifrige Mitreisende die Bahn eh schon an den Rande des Nervenzusammenbruchs.
Oder steht er mit dieser Forderung schon auf einem Platz auf der Mielke-Skala?!
Ich warte schon auf die Einführung von zahlreichen "IM Bahn + kreativer Name".
Ob die dann auch gleich noch mein Notebook nach illegalen Downloads durchsuchen dürfen? (die ich natürlich nicht habe, aber der Zeitaufwand wäre ärgerlich).
Schließlich benutze ich das Ding ja in der Bahn auf dem Weg von Kiel, wo man den Libanesen festgenommen hat, in das Moslem-Mekka und den größten Bahnhof Frankfurt und ausserdem seh ich "ausländisch aus". Das hat bei dem jungen Mann in Kiel angeblich auch zur finalen Erkennung geführt.
Vielleicht fahre ich in nächster Zeit einfach mal wieder mehr Auto ...
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