Montag, Juli 03, 2006

Ein Spiel Sperre - fauler Kompromiss

Die Italiener sind schlechte Verlierer - und das schon vor dem Spiel morgen abend.

Dieses Herumgehacke auf Frings wäre ja unter "dumme Psychospielchen" abzuhaken gewesen, wenn die Fifa nicht ständig ihre Meinung ändern würde.
Zunächst hieß es noch "es wird gegen keinen deutschen Spieler ermittelt" (Spiegel.de berichtete), nun wurde Frings plötzlich doch für ein Spiel gesperrt.

Original Wortlaut der FIFA-Begründung:

"Der Spieler der deutschen Nationalmannschaft, Torsten Frings, ist heute von der Fifa-Disziplinarkommission für zwei Spiele gesperrt worden. Auf Grund einer zuvor erfolgten gegnerischen Provokation wurde die Sperre für das zweite Spiel auf sechs Monate zur Bewährung ausgesetzt. Frings kann deshalb, je nach Ausgang des Halbfinales vom 4. Juli zwischen Deutschland und Italien, im Endspiel oder in der Partie um den dritten Platz wieder eingesetzt werden. Zudem belegte die Disziplinarkommission Frings mit einer Geldstrafe von 5000 Schweizer Franken. Der Entscheid der Kommission ist endgültig.

Die Kommission sah es als erwiesen an, dass Frings dem Spieler der argentinischen Nationalmannschaft, Julio Cruz, im Anschluss an das WM-Viertelfinalspiel Deutschland - Argentinien am 30. Juni einen Faustschlag versetzt hatte. Diesen Vorgang qualifizierte die Kommission als Tätlichkeit.

Die Fifa-Disziplinarkommission hatte die Ermittlungen gegen Torsten Frings auf Grund von TV-Bildern am Sonntagnachmittag aufgenommen. Im Verlaufe des Verfahrens wurden dem Deutschen Fußball- Bund (DFB) sowie dem beschuldigten Spieler Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Nennung von entlastenden Beweismitteln gegeben. Für eine Verurteilung Frings sprachen die eindeutigen TV-Bilder, die seine Tätlichkeit gegenüber Cruz dokumentierten. Diese objektiven Beweismittel konnten vom DFB und vom Spieler nicht entkräftet werden."


Das sieht für mich nach einem extrem faulen Kompromiss aus, vor allem diese "Bewährungsstrafe". denn soweit ich mich erinnere, gab es bei solchen "grüner Tisch"-Entscheidungen nur ganz selten mal "nur" eine Ein-Spiel-Sperre, zumeist sind die Tätlichkeiten dann so gravierend gewesen, dass mind. 3-5 Spiele auf der Tribüne dabei herauskommen. Und wie soll denn das genau aussehen? Darf er sich jetzt nicht mal ne gelbe Karte zu Schulden kommen lassen, und das als Verteidiger? Denn wenn er sich bei einer anderen "größeren" Tätlichkeit erwischen lassen würde, dann würde die doch ebenfalls geahndet werden, mit nem Platzverweis oder evtl. mit einer Sperre.

Sehr merkwürdig ist auch, dass der angeblich geschlagene Argentinier Cruz auch abwiegelt. 'Ich bin nicht geschlagen worden oder habe es zumindest nicht gemerkt', sagte Cruz der italienischen 'La Gazzetta dello Sport'.
Und mal ganz ehrlich - welchen Grund hätten die Argentinier, uns irgendeinen Gefallen zu tun? Wir hatten sie gerade aus dem Turnier gekickt.

Auch dass die FIFA sich so von einer italienischen Zeitung unter Druck setzen lässt, die oft genug auf BILD- bzw. SUN-Niveau agiert, ärgert mich. Lassen wir uns einfach mal überraschen, was da noch so kommt und ich hoffe, "unsere" Jungs zeigen denen am Dienstag, dass solche Spielchen sich unter dem Strich einfach nicht lohnen ...
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