Montag, Juni 27, 2016

Küchenteufel probiert aus: Isländischen Skyr - selbstgemacht!

Vor einigen Monaten fiel mir ein neues Milchprodukt im Kühlregal auf: Skyr. Der Name allein reizte mich sehr, und auch wenn der Kühlschrank wirklich voll war, wanderte dieses Produkt der dänischen Marke Arla in den Einkaufswagen und von dort in den Kühlschrank. Ein Instagrambild mit dem geöffneten, joghurtähnlich festen Dessert im Hintergrund sorgte dann auch gleich für Entrüstung: "Dieses Zeugs hat mit isländischem Skyr genauso viel zu tun wie Chicken Chips mit Chicken Tandoori!", bekam ich aus dem fernen NRW zu hören. Autsch, das saß! Also machte ich mich auf die Suche nach einer Möglichkeit, an "echtes" Skyr zu kommen, und stieß auf dieses Skyr-Rezept bei Zauber des Nordens. Da ich mir für indisches Paneer und belgische Mattentaart (die Rezepte folgen auch noch in diesem Blog, versprochen!) bereits extra ein schönes Passiertuch gekauft hatte, guckte ich in der Apotheke vorbei, bestellte mir eine kleine Rolle Labtabletten, die am Nachmittag bereits abholbar waren, und kaufte die erforderlichen Milchprodukte ein. Glücklicherweise erhielt ich die eine 1l-Packung saure Sahne (hat 10% Fett) bei Citti, so musste ich nicht 5 kleine Töpfchen schleppen (die mir quasi - immer - herunterfallen).

Ähnlich wie bei Paneer (schnittfester Frischkäse) hat man bei der Herstellung einige Aha-Effekte (ich steh auf Chemie in der Küche!) und genauso wie bei der Mattentaart (flämische Kuchenleckerei) muss man für meinen Geschmack vieeeel zu lange warten, um das Ergebnis weiterverarbeiten zu können (24 Stunden! Wer hat denn so viel Zeit?!). Spaß beiseite, ich habe mich an die Arbeit gemacht und ein wirklich leckeres, stichfestes und trotzdem cremiges Produkt gewonnen, bei dem natürlich die Auswahl der Grundzutaten auch das Ergebnis bestimmt. Ich sag mal: Je fetter die Milch, desto leckererererer das Skyr. Ein Thermometer zu benutzen ist ebenfalls hilfreich und da ihr mit Milchkulturen arbeitet, sollten alle genutzten Gegenstände wirklich peinlich sauber sein.

Was macht man denn überhaupt mit Skyr? Eigentlich alles, was ihr mit anderen cremigen Milchprodukten auch machen würdet: Obst einrühren zum Frühstück, mit braunem Zucker überstreuen als Dessert oder mit Kräutern und Gemüse einen herzhaften Dip erstellen. Geschmacklich ist Skyr auf jeden Fall ganz weit vorn und wurde in dieser Küche sicherlich nicht zum letzten Mal hergestellt (wozu habe ich sonst soviele Labtabletten?).

Isländischer Skyr, selbstgemacht


Zutaten

4 Liter Vollmilch (je fetter, desto besser - ich habe 3,9%ige genommen)
1 Liter saure Sahne (10% Fett)
1 Labtablette

Zubereitung

Die Milch in einen großen Topf geben (Achtung: Überlaufgefahr!) und einmal aufkochen lassen. Dabei aufpassen, dass die Milch nicht anbrennt. Sobald es kräftig blubbert, den Herd ausschalten, den Topf von der Platte nehmen und ein Thermometer in den Topf hängen. Immer mal wieder umrühren, damit nicht doch etwas anbrennt.

Bis das Thermometer 40°C anzeigt, nehmt ihr euch eine zweite Schüssel, in der ihr die saure Sahne mit etwas Milch aus dem Topf glattrührt (1 Suppenkelle voll sollte reichen). In einem kleinen Glas die Labtablette in ca. 50 ml Wasser auflösen.

Wenn 40°C erreicht sind, die saure Sahne  und das Lab-Wasser-Gemisch unter die Milch rühren, den Deckel auflegen und für ca. 24 Stunden an einem zimmerwarmen Ort stehen lassen.

Am nächsten Tag ein Sieb mit Stoff auslegen (zum Beispiel ein Passiertuch, andere nehmen auch mal eine Babywindel) und die Milchmasse eingießen. Einige Stunden abtropfen lassen - bei mir waren es 3 Stunden, bis ich die Konsistenz des Skyrs für benutzbar erachtet habe.

Dann einfach ein paar Beeren unterrühren, vielleicht etwas Sirup, und fertig ist das selbstgemachte isländische Skyr!

Guten Appetit!

Montag, Juni 20, 2016

Küchenteufel saisonal: Erdbeerrollen mit Vanille-Frischkäseguß

Ich liebe Erdbeeren. Daher ist jetzt die Zeit im Jahr, in der ich mich quasi von ihnen ernähre. An jeder Ecke stehen große, stilisierte Erdbeerhütten, die mich schnell ans Ziel meiner Wünsche bringen. Meine Snapchat-Freunde sehen also nahezu täglich Snaps von einer 500g-Erdbeerschale auf meinem Beifahrersitz. Gibt es etwas besseres als in eine frische, saftige Erdbeere zu beißen? Nicht viel zumindest.

Neben der puren Frucht kann man auch so viele Dinge damit anstellen. Neben dem blitzschnellen Erdbeereis mit nur drei Zutaten habe ich die Erdbeeren nun endlich auch mal wieder verbacken. Bei Pinterest habe ich mir ein hübsches kleines "Strawberry Dreams"-Pinbrett zusammengestellt und siehe da: Beim amerikanischen Foodblog jocooks fand sich ein Rezept für hübsche fruchtig-süße Strawberry Rolls with Cream Cheese Icing, das mich sofort ansprach und nachgebacken werden wollte. Ich bin ehrlich: Ich vergesse immer wieder, wie süß der "süße Zahn" der Amerikaner wirklich ist :( Deshalb ist dieses Rezept hier eine Abwandlung von Jos Rezept, mit vor allem weniger vom Icing (also Guß). Wer das Original probieren will, findet den Link oben, aber hier ist meine Variante, die wohl eher auf den deutschen Geschmack zugeschnitten ist.

Ich wollte den Artikel gerade abschicken, da fiel mir das Blogevent von Ines von der Münchener Küche wieder ein - dort wird nämlich aktuell Geburtstag gefeiert! Ich gratuliere recht herzlich zum 2. Bloggeburtstag und schicke aus dem hohen Norden diese leckeren Erdbeerröllchen, denn wenn es etwas gibt, was auf einer sommerlichen (Geburtstags-)Tafel überhaupt nicht fehlen darf, dann sind es Erdbeeren! Und weil man beim Teigausrollen und mit Erdbeeren belegen (und die eine oder andere Erdbeere gleich mal in den Mund stecken) jede Menge Kinderhände beschäftigen kann, ist es auch ein prima Kindergeburtstagskuchen. Also Happy Birthday zum Bloggeburtstag und viel Spaß beim Nachbacken!

Erdbeerrollen mit Vanille-Frischkäseguß



Zutaten

für die Rollen

120 ml Milch
1 TL Trockenhefe
1 Ei
50 g Zucker
60 g Butter, weich
250 g Mehl Typ 405

für die Füllung

300 g Erdbeeren, geputzt und in Scheiben / Stücke geschnitten
ca. 200 g Erdbeermarmelade

für den Guß

100 g Frischkäse (Zimmertemperatur)
30 g Butter
1 TL Vanilleextrakt
120 g Puderzucker

Zubereitung

Die Milch in der Mikrowelle oder auf dem Herd handwarm erwärmen, die Hefe mit einem Schneebesen unterrühren.

Das Ei, Zucker, Butter, Mehl und Salz mit dem Rührpaddel der Küchenmaschine vermischen, bis alles grobflockig geworden ist (Handmixerfans benutzen die Schneebesen dazu). Es soll erbsenartig vermischt sein. Küchenmaschinen- und Handmixerbenutzer wechseln nun beide zu den Knethaken und lassen langsam die aufgelöste Hefemilch zum Teig fließen, während das Gerät knetet. Bis der Teig komplett geschmeidig ist, können einige Minuten vergehen. Mein Tipp: Lieber etwas länger kneten, als zu früh Milch oder Mehl dazuzugeben. Der Teig ist fertig, wenn er nicht mehr klebt, und sich "wie ein Ohrläppchen" anfühlt :)

Den Teig in eine eingeölte Schüssel geben und an einem warmen Platz kräftig aufgehen lassen. Ich stelle die Schüssel meist in warmes Wasser. Währenddessen die Erdbeeren putzen und in Stückchen oder Scheiben schneiden. Die Marmelade öffnen und mit einem Löffel weichrühren.

Den aufgegangenen Teig auf einer bemehlten Unterlage ca. 20x30 cm ausrollen. Mit der Marmelade bestreichen und den Erdbeeren belegen. Am Rand etwas Platz lassen, damit die Rolle sich später gut verschließen lässt. Den Teig von der langen Seite her aufrollen und in acht Stücke schneiden. Ich beginne immer in der Mitte und halbiere die verbliebenen Stücke dann bis zur gewünschten Anzahl.

Eine 25er Springform oder ein anderes passendes Behältnis (ich hatte eine mittelgroße Glasauflaufform) bereitstellen und den Backofen auf ca. 170°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Rollen senkrecht in die Form stellen, mit einer Folie abdecken und noch einmal ca. 10 - 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen (sie sollten sich in der Breite ca. verdoppelt haben). Dann im vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten backen lassen. Ab Minute 25 immer mal wieder nachschauen, denn jeder Backofen ist anders - wenn sie schön goldbraun geworden sind, sind sie fertig.


Während die Rollen abkühlen, die Zutaten für den Guß mit einem Schneebesen oder dem Handmixer zu einer glatten Masse verrühren. Die Amerikaner tränken die Rollen gern mit dem Guß (hab ich auch versucht, siehe Bild - ist mir zu süß), ich würde empfehlen, ihn mit einem großen Löffel großzügig in Streifen darüber zu geben. Komplett auskühlen lassen und rollenweise servieren. Wir haben zu dritt etwa 4 Tage gebraucht ... so lange kann man die Rollen also problemlos im Kühlschrank aufbewahren :)


Guten Appetit!

Freitag, Juni 03, 2016

Küchenteufels schnelles Sonntagsfrühstück: Schoko-Bananen-Toast

Es gibt so Tage, da muss es schnell gehen. Damit man im Anschluss um so länger auf dem Sofa herumlungern kann. Für solche Tage gibt es Helferlein wie den Sandwichtoaster. Zwar bin ich im Gegensatz zu vielen meiner Freunde nicht so sehr überzeugt von dem "ganz speziellen Geschmack", den Toast erhält, wenn es mit diesem Gerät bearbeitet wird. Aber den Reiz, der ausgeübt wird, wenn man vier Scheiben Brot mit leckerer Füllung in das Gerät legt, dem kann ich mich ebenfalls nicht entziehen.

Schoko-Bananen-Toast


Bisher habe ich in erster Linie Schinken, Salami, Käse ... also herzhafte Dinge zwischen die Toastscheiben geklemmt. Auch mit Vollkorntoast habe ich bereits experimentiert. Was mir bisher fehlte, war die süße Variante. Manchmal liegt es so nah, dass man es kaum "Rezept" nennen kann. Eher "Inspiration". Und deshalb habe ich euch mal wieder ein so kleines Ding mitgebracht, dass man es in wenige Zeilen bringen kann: Sandwiches mit Schokolade und Banane.

Man benötigt diese coolen Eszet-Schnitten, die es schon vor mehr als 30 Jahren auf dem Sonderschen Sonntagsfrühstückstisch gab, und die inzwischen auch in Zartbitter, Nuss und weißer Schokolade verfügbar sind, sowie eine Banane. Die Banane in Scheiben schneiden, die Weißbrotscheiben mit den Schokotäfelchen und den Bananenscheiben belegen und wie gewohnt toasten. Fertig!


Mittwoch, Juni 01, 2016

Küchenteufels Backstube: Apfelmus-Vanille-Gugelhupf (Küchenmumienchallenge)

Die Gugelhupfform kommt bei mir aktuell einfach nicht wieder in den Schrank zurück :D Erst gab es mehrere Ausgaben dieses Schoko-Mandel-Guglhupf, dann den Blaubeer-Joghurt-Kuchen als Gugelhupf. Bei Schokohimmel.de entdeckte ich einen Gugelhupf mit Apfelmus und Vanillejoghurt. Ein kurzer Check des Vorratsschranks sagte mir: Apfelmus (musste dringend weg! Küchenmumienchallenge!) und auch Vanillejoghurt vorhanden. Also Musik in den Player (heute bei mir Deutscher Rap von "damals", siehe unten), ab an die Rührschüssel und los!

Vanillejoghurt-Apfelmus-Gugelhupf




Zutaten

180 g Butter
180 g Demerarazucker
140 g weißer Zucker
2 TL Vanillezucker
3 Eier
340 g Apfelmus
190 g Vanillejoghurt

340 g Mehl Typ 405
50 g gemahlene Mandeln
1 Tüte Backpulver
1/2 TL Natron
1/2 TL Salz
1 TL Zimt

Zubereitung

Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Gugelhupfform einfetten, mit Semmelbröseln ausklopfen und bis zur Verwendung kühl stellen (wenn Platz ist, z.B. im Kühlschrank).

Butter, Zucker und Eier in eine Rührschüssel geben und weichrühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Die Eier nach und nach hinzugeben, löffelweise Apfelmus und Vanillejoghurt einrühren.

Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen und ebenfalls löffelweise unterrühren, bis alles gut vermischt ist.

Den Teig in die vorbereite Form gießen und im vorgeheizten Backofen ca. 60 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und in Ruhe auskühlen lassen, damit der Kuchen nicht in der Form kleben bleibt.



 

Guten Appetit!


Guten Morgen!


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