Samstag, Dezember 27, 2014

Küchenteufels Küchenmumien-Challenge: Teriyaki Meatballs auf Soba - Nudeln

Willkommen bei einer neuen Ausgabe meiner "Küchenmumien-Challenge"! Wie immer muss ich einer Zutat, die sich in den Tiefen des Vorratsschranks angefunden hat, eine neue Verwendung geben, bevor das Haltbarkeitsdatum abläuft. 

Heute geht es um eine Portion TK-Fleischbällchen von IKEA, die sich schon einige Wochen in meinem Gefrierfach breit gemacht hat. Immer wieder überfällt uns ein Jieper nach Spaghetti mit Fleischbällchen in Tomatensauce. Die Tomatensauce koche ich 2 bis 3 mal im Jahr auf Vorrat ein, aber Hackbällchen sind so gar nicht meins und die von IKEA gar nicht so schlecht. Aber natürlich habe ich im Anschluss auch noch ein japanisch angehauchtes Rezept für selbstgemachte Fleischbällchen für euch :)

Aber es ist nun mal die "Küchenmumien-Challenge": Was tun mit den übriggebliebenen Fleischbällchen in der TK, wenn einfach kein Appetit auf Tomatensauce vorhanden ist? Eine kurze Suche in meiner Nachkochliste förderte ein tolles Rezept zu Tage: Teriyaki-Fleischbällchen! Das Rezept stammt von einem englischsprachigen Foodblog namens Damndelicious, die sich die Inspiration von Budgetbytes geholt hat. Ich habe mir beide Rezepte angeschaut und quasi ein "bestes aus beiden Welten" gemacht. Nur beim "packed brown sugar" bin ich komplett eigene Wege gegangen und auf meinen geliebten Demerara-Zucker ausgewichen (Rohrohrzucker aus großen Kristallen, bekomme ich als Fairtradeprodukt bei CITTI), und die Menge des Stärkemehls habe ich ebenfalls verändert.

Natürlich kann man auch gekaufte Teriyaki-Sauce benutzen. Aber mal ehrlich: Wer gern Speisen aus dem asiatischen Raum isst, hat Sojasauce im Haus und der Rest findet sich meistens ebenfalls schnell an. Wenn die Fleischbällchen schon gekauft sind .. *hüstel* Da ich finde, dass die Sauce ganz großartig von Nudeln aufgesaugt werden, habe ich dazu die japanischen "Soba"-Buchweizennudeln gereicht. Diese Nudeln werden aus dem Mehl der Körner des Buchweizens hergestellt und bieten im Gegensatz zu simpeln Eiernudeln viele Proteine (Eiweiß) und Vitamin B. Geht aber sicher auch prima mit Reis oder einem frischen Salat.

Teriyaki Meatballs auf Soba-Nudeln




Zutaten

2 EL Speisestärke
100 ml Wasser
60 ml Sojasauce
55 g brauner Zucker (Demerara oder anderer Rohrzucker)
1 TL Reisweinessig
1 TL Ingwer-Knoblauchpaste 
(alternativ: 1/2 TL fein gehackten Ingwer und 1/2 fein gehackte Knoblauchzehe) 
250 ml Wasser
2 EL Honig
1 Frühlingszwiebel
1 EL Sesam
2 EL Sesamöl, dunkel
1 Packung Soba-Nudeln (japanische Buchweizennudeln)


Zubereitung

In einer kleinen Schüssel Speisestärke und Wasser vermengen und zur Seite stellen. In einem kleinen Topf die Sojasauce, Zucker, Ingwer, Reisweinessig, Knoblauch, Wasser und Honig verrühren und zum Kochen bringen. Dabei fleißig rühren, damit der Zucker sich auflöst.

Zeitgleich in einer weiten Pfanne ein wenig dunkeles Sesamöl erhitzen und die TK-Fleischbällchen (oder die selbstgemachten, Rezept kommt gleich!) rundherum anbraten. Die Hitze herunterdrehen und garen lassen. Herdplatte Nr. drei wird derweil für die Nudeln gebraucht: In einem weiteren Topf Wasser für die Soba-Nudeln aufsetzen und nach Packungsanleitung kochen, ca. 5 Minuten.

Wenn die Flüssigkeit im kleinen Topf blubbert, esslöffelweise das Stärke-Wasser-Gemisch unterrühren und aufkochen lassen. wenn die Sauce etwas zäher vom Löffel reißt, ist sie soweit. Dann die Sauce zu den Fleischbällchen in die Pfanne geben und ein wenig den Geschmack annehmen lassen. Die Nudeln abgießen und in tiefe Teller oder Schüsseln geben, mit den Teriyaki-Hackbällchen anrichten.

Die guten Teile der Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden und gemeinsam mit dem Sesam über die Hackbällchen streuen.



Japanische Fleischbällchen


Zutaten

500 g Gehacktes, Halb & Halb
30 g Pankomehl (alternativ: Paniermehl)
1 Eigelb
1 Frühlingszwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehen, am besten die konfierten
1/2 EL Ingwer, fein gehackt
(alternativ 1 EL Ingwer-Knoblauch-Paste)
1 TL Sojasauce
Pfeffer zum abschmecken (ca. 1/4 TL)

Zubereitung

Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Alle Zutaten in einer großen Schüssel vermengen, zum Beispiel mit einem Holzlöffel. Das Pankomehl gibt es zum Beispiel im Asia-Laden, es sogrt für einen schöneren Crunch, deshalb kann ich es wirklich sehr empfehlen. Paniermehl funktioniert für die Bindung aber genauso gut.

Ein Backblech mit Papier oder einer Backmatte auslegen und die Hackmasse zu ca. 20 kleinen Fleischbällchen formen. Die Bällchen auf dem Backblech für ca. 25 Minuten backen, bis sie komplett durchgegart sind. Diese Bällchen lassen sich nach dem Abkühlen prima einfrieren und stehen dann ebenfalls für spontane Hackbällchen-Gelage zur Verfügung.

Guten Appetit!


Donnerstag, Dezember 25, 2014

Küchenteufel mischt Schokolade & Alkohol: Cuarenta y Tres - Trüffel

Einige Leute werden sich jetzt verwundert die Augen reiben: "Sagt sie nicht immer, dass sie die Kombination von Schokolade & Alkohol ganz scheußlich findet?". Ja, das stimmt. Sagt sie. Und das ist auch so. Man macht mir keine Freude, wenn man mir Pralinen mit Kirschwasser oder Schokotafeln mit Williams Christ Birne schenkt. Überhaupt nicht. Allein der Gedanke, durch eine knackige Schokoschicht zu beißen und dann alkoholische Flüssigkeit in den Mund zu bekommen, verursacht bei mir ein innerliches Schaudern. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit haben sich gücklicherweise viele Freunde und Kunden daran gehalten und mir viele tolle kulinarische Geschenke bereitet, über die ich mich durch die Bank weg sehr gefreut habe.

Doch keine Regel ohne Ausnahme, und so habe ich bei Alice im kulinarischen Wunderland dieses Rezept für Schokotrüffel mit Likör 43 gefunden, die mich direkt angesprochen haben. Denn diesen Likör, am liebsten schlicht auf Eiswürfeln mit jeder Menge Milch finde ich wirklich sehr lecker und ich musste zumindest ausprobieren, ob die Kombi "Schokolade & Alkohol" ein generelles "no-go" für mich ist, oder es einfach von der Art und Weise des Angebots abhängt. Also habe ich mir Alices Rezept für meine Zwecke umgewandelt und ausprobiert. Ich will euch gar nicht lang auf die Folter spannen: Die Regel HAT eine Ausnahme gefunden und deshalb präsentiere ich euch heute eine tolle Möglichkeit, ein kleines, aber hochwertiges Geschenk aus der Küche als Mitbringsel - oder natürlich zum selbst genießen, gar keine Frage!

Die Gretchenfrage lautet eigentlich nur, was besser schmeckt: Kokosraspel oder Kakao? Ich sage ganz offen - ich nehm´ sie beide :) Deshalb habe ich auch beide Sorten im Rahmen der Aktion "Post aus meiner Küche" an mein Wichtelchen Nadine geschickt.

Cuarenta y Tres - Trüffel

 



Zutaten

100 ml Sahne
70 g Butter
100 g weiße Kuvertüre
200 g Vollmilchkuvertüre
3 EL Licor 43*(Cuarenta y Tres)
Kokosraspel / Kakaopulver

Zubereitung

Die Sahne in einem kleinen Topf auf den Herd stellen und zum kochen bringen. In der Zeit die Kuvertüre hacken - dafür kommt bei mir wieder einmal der Gemüseschneideraufsatz der Kitchen Aid zum Einsatz. Schokolade und Butter in die kochende Milch geben, schmelzen lassen. Die Hitze herunterdrehen und den Likör einrühren. Alles gut miteinander vermischen und die Masse 2 - 3 Stunden kalt stellen, bevor sie weiter verarbeitet wird. Da es sein kann, dass sich die Butter etwas absetzt, nach einer Stunde noch einmal kräftig umrühren.

Eine ausreichende Menge Kokosraspel in eine kleine Schüssel geben, Kakaopulver in die andere. Die Trüffelmasse sollte jetzt fester, aber noch formbar sein. Mit einem Teelöffel kleine haselnussgroße Mengen der Trüffelmasse abstechen und mit kalten Händen schnell zu kleinen Kugeln formen. Die Hälfte der Kugeln die Schüssel mit den Kokosraspeln geben und dort fröhlich ein wenig "tanzen" lassen, bis sie gut mit den Raspeln bedeckt sind. Die andere Hälfte in das Kakaopulver (Backkakao, kein Kaba o.ä.) geben und dort wälzen.

Ich empfehle, immer 4 - 5 Kugeln zu formen, in die Kokosraspel / Kakaopulver zu geben und danach die Hände kurz mit kaltem Wasser abzuwaschen. So schmilzt die Trüffelmasse nicht direkt in den Handflächen. Andere schwören auf Kühlpäckchen, die zwischendurch in die Hände genommen werden.

Die fertigen Pralinen in kleine Minimuffin- oder Pralinenmanschetten legen und dann gut verpacken. Bis zur Verwendung möglichst kühl aufbewahren. Über die Haltbarkeit bei frischen Lebensmitteln kann man nur schwer Aussagen treffen, aber je sauberer ihr arbeitet, desto länger habt ihr etwas davon. Innerhalb von 2 Wochen sollten die Trüffel allerdings schon aufgegessen werden - wenn sie denn überhaupt so lange halten :)

Guten Appetit!


Samstag, Dezember 20, 2014

Der 1000. Blogartikel - Gastbeitrag: "Alex´ Tom Kha Gai Suppe"

2005 ging mein erster Blogbeitrag online. Ihm folgten bis dato 998 weitere. Warum hatte ich überhaupt damit begonnen, Dinge ins Internet hineinzuschreiben? So ganz genau weiß ich es selbst nicht mehr. Bereits zehn Jahre lang war ich dank AOL 3.0 und eigenem Telefonanschluss in meinem Kinderzimmer in Preetz in Foren zu diversen Themen unterwegs, zoffte mich auf Politikplattformen wie dol2day und sammelte meine Erfahrungen mit Mailinglisten und Chats. Warum nun das Blog? Ich weiß genau, wie mir Jens vom Pottblog auf ICQ sagte: "Ich zitiere Dich gerade mal wieder. Ichwürde ja gern dazu schreiben, dass das von Dir kommt, aber man kann Dich ja gar nicht verlinken!" Okay, also ein eigenes Blog - mit ziemlich wechselhafter Geschichte. Da stehen fleißige Jahre mit 276 Beiträgen (2006) dem mit 30 Beiträgen ziemlich mageren Jahr 2012 gegenüber. Aber irgendwie war immer ein klein wenig was los aufm Blog, oder?

Nun also der 1000. Blogbeitrag. Das passiert ja nur einmal, und deshalb sollte etwas Besonderes her. Ein Gastbeitrag von jemandem, der mir viel bedeutet. Der genauso wie ich im Internet lebt, versteht, wie ich bin und wie mein Blog tickt, das ich nach vielen Richtungsänderungen in all den Jahren (Fußball, Politik, Katzen...) nun größtenteils als Foodblog betreibe. Der mich beim Kochen und Backen genauso unterstützt wie bei politischen Diskussionen oder wenn ich meine Fußballmannschaft zum Sieg schreie. Und da muss ich weder besonders lang, noch besonders weit suchen. Denn wer einfach immer präsent ist, sowohl virtuell, als auch im realen Leben, ist Alex. Die andere Hälfte des "geekigen Hipsterpärchens" (Zitat aus unserem Umfeld), der Katzenpapa von Maurice & Milton und schon länger an meiner Seite als dieses Blog. Der hat mir als Gastbeitrag zum 1000. Blogbeitrag passend zum aktuellen Thema "Kieler Küchenteufel" auch tatsächlich ein Rezept mitgebracht, dass ich euch nur wärmstens ans Herz legen kann ... und wer weiß? Vielleicht finden sich auf seinem Blog "Der Brüsseler" demnächst häufiger mal Rezepte :)

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Moin!


Im Winter sind Suppen etwas herrliches und wenn man etwas verschnupft ist, gilt die Hühnersuppe als ideales Hausmittel um dem drohenden Schnupfen ein Schnippchen zu schlagen. Statt der klassischen Hühnersuppe bevorzuge ich die thailändische Variante Tom Kha Gai. Die thailändische Hühnersuppe besteht üblicherweise aus Kokosmilch, Thai-Ingwer, Kaffir-Limette, Zitronengras, Thai Chili, Koriander, Austernpilze, Huhn, Fischsauce und Limettensaft. Während man selbst exotischere Zutaten wie Kokssmilch, Austernpilze und Fischsauce bei uns in Kiel inzwischen in jedem gut sortierten Supermarkt finden kann, muss man für Kaffir-Limettenblätter und Zitronengras meist einen Asialaden aufsuchen. Wir gut, dass wir einige davon haben. Hier mein Rezept mit der kompletten Zutatenliste:

Alex´ Tom Kha Gai Suppe




Zutaten

350 g Hühnerbrustfilet
1 EL Sesamöl (zum anbraten) 
1 Liter Gemüsebrühe

2 Thai Chilischoten 
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 cm Ingwer, fein gehackt (alternativ: 2 Esslöffel Ingwer-Knoblauchpaste)
5 Kaffir-Limettenblätter
2 Stängel Zitronengras (quer halbtief eingeschnitten)

½ Schnapsglas Limettensaft
1 Dose Bambussprossen (fein)
500 ml Kokosmilch
1 TL Korianderpulver
3 EL Sojasauce 
4 EL Fischsauce
200 g Austerpilze

Garnieren mit fein geschnittenen Frühlingszwiebeln und ggf. Korianderblättern

Zubereitung

Hat man die Herausforderung gemeistert, im Asia-Laden auch wirklich nur die benötigten Dinge einzukaufen (und nicht stundenlang durch die Regale stöbert und spannende Sachen kauft), kann man mit der Zubereitung der Tom Kha Gai Suppe beginnen. Als erstes kümmert man sich um das Huhn: Das Hühnerbrustfilet wird pariert, in feine Streifen geschnitten und in etwas Sesamöl scharf angebraten, dann beiseite gestellt.

Als nächstes setzt man einen Liter Gemüsebrühe auf, geeignet sind zuvor vorbereitete Fonds oder einfach die Bio-Variante aus dem Glas ohne Hefeextrakt und Co. In der Zwischenzeit Chilis, Ingwer und Knoblauch fein hacken und zusammen mit dem Zitronengras (am besten Stängel, leicht angeschnitten) und den Kaffir-Limettenblättern in die kochende Brühe geben. Das Ganze mit dem Zitronensaft, der Fischsauce, der Sojasauce und dem Korianderpulver würzen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Die Austernpilze putzen, zusammen mit Bambussprossen und Kokosmilch hinzugeben, die Flüssigkeit ein wenig reduzieren lassen und mit etwas Pfeffer, Salz und Zucker abschmecken. Das gebratene Hühnerfleisch hinzufügen und ca. fünf Minuten auf kleiner Flamme weiterköcheln lassen. Zitronengrasstängel und Kaffir-Limettenblätter herausfischen. Die Suppe wird am besten in einer Suppenschüssel angerichtet und mit frischem Koriander und fein geschnittenen Frühlingszwiebeln garniert. 

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Das war also Blogbeitrag Nr. 1000. Hat ein wenig gedauert, aber die Suppe lohnt sich wirklich - bei diesem nasskalten Wetter wärmt sie von innen richtig durch!

Guten Appetit!

Freitag, Dezember 12, 2014

Küchenteufels Keksstudio: Schoko-Kokos-Rauten

Eigentlich wollte ich Kekse backen. Gehört sich ja so, in der Adventszeit. Aber welche? Irgendwie ist jedes klassische Keksrezept bereits verbloggt worden (böse Zungen würden sagen: "aber noch nicht von jedem", deshalb sieht man auch immer wieder dieselben). Also habe ich mich auf die Suche nach neuen Inspirationen gemacht. Im Adventsheftchen der "Lecker" habe ich "Kokos-Schokoladen-Würfel" gesehen, die mich direkt angelacht haben. Sind zwar keine Plätzchen, aber hey! ich hab endlich mal wieder etwas gebacken :) Ich habe mir das Rezept als Inspiration geschnappt und hier und da bei den Zutaten etwas verändert, verringert, ergänzt, bis es so geschmeckt hat, wie ich es mir vorgestellt habe. Herausgekommen sind meine Schoko-Kokos-Rauten, die nicht wie Brownies schmecken, auch wenn sie so aussehen, sondern durch den Kokosanteil einen tollen Crunch bekommen haben. Ich wünsche euch viel Spaß beim nachbacken!

Schoko-Kokos-Würfel

 



Zutaten

120g Butter
175g Zucker
1 TL Vanilleextrakt
1 Ei

2 EL dunkler Kakao
100g Mehl (Typ 550)
0,5 TL Backpulver
40g Kokosraspel

2 EL dunkler Kakao
100g Puderzucker
3-4 EL Wasser
1 EL Butter
2 EL Kokosraspel

Zubereitung

Den Backofen auf 175°C vorheizen und eine quadratische Backform (20x20cm) mit Öl aussprühen oder mit Backpapier auslegen. Ich habe mir eine Mischung aus Sonnenblumen- und Rapsöl in eine Flasche mit einem Zerstäuber gefüllt, damit kann man auch super gering dosiert Öl in einer Pfanne verteilen. Sehr empfehlenswert!

Die Butter erhitzen, bis sie sich verflüssigt hat, und gemeinsam mit dem Zucker, Vanilleextrakt und einem Ei mit dem Schneebesen der Küchenmaschine (oder dem Handrührgerät) so lange verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Masse heller geworden ist.

In einer weiteren Schüssel 2 EL Backkakao (NICHT Kaba o.ä.), Mehl und das Backpulver kräftig vermischen. Am besten durch ein feines Sieb streichen oder in ein Mehlsieb geben. An der Küchenmaschine den Schneebesen gegen den Flachrührer austauschen und die gesiebte Mehl-Mischung löffelweise unterrühren. Die Kokosraspel dazugeben und nur kurz weiterrühren.

Der Teig ist relativ zäh, deshalb habe ich mir angewöhnt, ihn bällchenweise in der Form zu verteilen und dann glattzustreichen. Ca. 20-25 Minuten backen - jeder Backofen ist anders, deshalb nach 20 Minuten den Ofen beobachten.

Den restlichen Kakao mit dem Puderzucker vermischen und zwei Mal durch ein feines Sieb streichen. Einen Esslöffel weiche Butter dazugeben und nach und nach Wasser unterrühren, bis der Schoko-Zuckerguß (neudeutsch: "das Frosting") klumpenfrei, aber immer noch zäh ist. Auf dem noch warmen Kuchen verteilen und glattstreichen, mit den restlichen Kokosraspeln bestreuen. In Rauten oder Würfel schneiden und an einem möglichst kalten Ort abkühlen lassen.

Montag, Dezember 08, 2014

Küchenteufel gratuliert mit Sesamhackbällchen

Ich hatte ja schon mal erzählt, dass ich als "guten Vorsatz" vorgenommen habe, häufiger an Blogparaden und Blogevents teilzunehmen. Ein festes Datum sollte mich dazu bringen, punktgenauer zu bloggen - und euch nebenbei einige tolle Blogs nahezubringen. Diejenigen, die das Event organisieren und auch diejenigen, die daran teilnehmen. Leider habe ich ein sehr wichtiges Blogevent verpasst, und das ärgert mich deswegen so sehr, weil "Insane in the kitchen" auf vielen Ebenen etwas Besonderes für mich ist. Ersteinmal ist unglaublich, dass Sibel in gerade mal einem Jahr ein so hochprofessionelles, und gleichzeitig herzliches und persönliches Foodblog auf die Beine gestellt hat. Dann ist mir der Mensch hinter dem Blog in den letzten Monaten auch noch sehr ans Herz gewachsen uuuuund wir haben ein Date: 2087 werden wir auf eine Bloggerreise auf den Jupiter eingeladen, um die dortige Käseproduktion zu begutachten. Weil wir dann die großen Blogstars mit der Mega-Reichweite sind :)

Okay, weg von den Insiderwitzen, die wahrscheinlich nur wir selbst total komisch finden, zurück zum Blogevent: "Der Sultan lädt zum Festmahl" hieß es im November, und wir waren eingeladen, orientalische Speisen als eine Art "virtuelles Geburtstagsgeschenk" zu erdenken. Und auch wenn der November und die dazugehörige Verlosung (jaa, bei Sibel bekommen die anderen Geschenke!) längst vorbei sind, möchte ich noch nachträglich sehr herzlich zum ersten Bloggeburtstag gratulieren. Fühl´ Dich quer durch die Republik ganz herzlich gedrückt!

Und gekocht habe ich auch, und zwar mit reichlich Gewürzen und Sesam. Das sind für mich zwar in erster Linie indische Zutaten, aber so generös, wie ich heute so drauf bin, rechne ich das mal ebenfalls der orientalischen Küche zu. Das Lammhack habe ich auch passend zum Thema im Kieler "Sultan-Markt" gekauft. Und nun los: Möge der Sultan meinen bescheidenen Beitrag zum Festmahl ansprechend genug finden!

Sesam-Lammhackbällchen mit scharfer Sauce




Zutaten

für die Lammhackbällchen:

500 g Lammhack
1 rote Zwiebel, fein gehackt
1 Ei
3 EL PANKO Panade (alternativ: 4 EL Paniermehl)
Salz, Pfeffer, Paprika de la Vera
weißer und schwarzer Sesam (ca. 3/4 zu 1/4 gemischt)


für die scharfe Sauce:

5-6 große Tomaten (alternativ: eine Dose ganze Tomaten)
1 rote Zwiebel, gehackt
1 TL Ingermus (alternativ: 1 TL fein gehackten Ingwer)
Pul Biber , Sambal Oelek,  Ras el hanout


Zubereitung

Vorweg: Das Lammhackfleisch hole ich mir im türkischen Supermarkt. Nicht nur dafür, sondern auch für viele andere leckere Zutaten zu zivilen Preisen lohnt es sich, dort immer mal wieder vorbeizuschauen. Wer kein Lamm bekommt, kann natürlich auch Rinderhack benutzen. Das Pankomehl bekommt man zum Beispiel im Asia-Laden, es ist gröber und gibt einen tollen Crunch-Effekt. Wer keins bekommt oder auf den Effekt verzichten möchte, nimmt einfaches Paniermehl zur Bindung. Die konfierten Knoblauchzehen sind meiner Meinung nach ja ein must-have in der Küche ;), doch auch hier funktioniert es problemlos, die Knoblauchzehen ganz fein zu hacken bzw. zu pressen.

Jetzt geht es los mit den Hackbällchen - dafür alle oben gelisteten Zutaten außer dem Sesam in einer Schüssel miteinander vermengen. Bei der Würzung habe ich nur einen Vorschlag für euch - man kann natürlich viele andere tolle Gewürze in die Hackmasse einarbeiten. Die gewürzte Masse zu kleinen Bällchen formen. Die beiden Sesamsorten in einer kleinen Schüssel vermischen und die Bällchen darin wälzen. Mit den Händen die Sesamsaat noch etwas fester drücken. In einer weiten Pfanne genügend Öl erhitzen und die Bällchen bei mittlerer Hitze ca. 10 - 12 Minuten rundherum anbraten. Bis zur weiteren Verwendung am besten im Backofen warm halten.

Für die Sauce die Zwiebel kleinschneiden und in einem kleinen Topf mit etwas Öl anbraten. Knoblauch und Ingwer dazu geben. Tomaten putzen und kleinschneiden, mit einem TL Sambal Oelek in den Topf geben und bei kleiner Hitze köcheln lassen. Jetzt kommt der Clou: Mit tollen Gewürzmischungen wie Ras el hanout und Pul Biber kann man dem Dip eine schöne orientalische Note geben.

Die Sesamlammhackbällchen mit der Sauce servieren.

Guten Appetit!


Ich wünsche der Sultanine noch einmal nachträglich alles Liebe und Gute zum ersten Bloggeburtstag und ich hoffe, wir sehen uns recht bald wieder. Bis dahin sehen wir und weiterhin virtuell! <3 Und ihr Leser solltet dringend mal bei "Insane in the kitchen" vorbeischauen, da gibt es zahlreiche Leserbeiträge zum Thema zu bestaunen.


Freitag, Dezember 05, 2014

Küchenteufels Küchenmumien-Challenge: Bratapfelschnaps / Bratapfellikör

Vielen Dank für die Resonanz bei Facebook, Google+ und Twitter zur "Küchenmumien-Challenge"! Einige von euch kannten den Begriff tatsächlich noch nicht und den einen oder anderen habe ich dazu gebracht, meine Rezepte nachzumachen. Das freut mich am meisten! :)

Die "Challenge", in fünf Beiträgen fünf "Mumien" zu verarbeiten, ist erfolgreich beendet, aber ich fördere regelmäßig neue Produkte zutage, die ich vor Ewigkeiten mal für ein interessantes Rezept auf der Nachkochliste gekauft und dann vergessen habe. Deshalb möchte ich diese Reihe gern weiterführen - vielleicht schaffe ich es ja einmal in der Woche?! Auf jeden Fall ein guter Foodblog-Vorsatz für das neue Jahr. Und dann fangen wir doch auch gleich damit an: Es wird alkohollastig *hicks*

In der großen "Backzubehör-Dose" befand sich eine angebrochene Packung Sternanis. Da Anis so gar nicht mein Fall ist, musste ich wirklich grübeln, warum ich die einmal gekauft habe und was ich mit dem Rest anstellen sollte. Aber das ist ja der Spaß bei der "Küchenmumien-Challenge" :)

Derzeit werde ich von Freunden meiner Mutter mit vielen Äpfeln aus dem eigenen Garten versorgt. Neben Apfelkuchen und Apfelmus suchte ich nach einer weiteren Verwendung und erinnerte mich daran, vor Jahren mal einen Bratapfellikör angesetzt zu haben. Eine gute Gelegenheit, einen saisonalen Artikel zu konservieren und immer ein gutes Mitbringsel parat zu haben.

Bratapfellikör

 


Zutaten

7 - 8 "Herbstäpfel" aus dem Garten (z.B. Boskop)
250 g brauner Rohrzucker
2 Flaschen Korn (1,5l Alkohol, kann auch Wodka o.ä. sein)
1/2 Sternanis
1 Vanilleschote, einmal längs eingeschnitten
1 Zimtstange

Zubereitung

Die Äpfel waschen, mit einem Ausstecher entkernen und bei 180°C ca. 20 - 25 Minuten in den Backofen stellen. Auskühlen lassen und die Äpfel im Anschluss vierteln.

Den Korn und den Zucker in ein großes, gut verschließbares Glas geben (ich benutze die bauchigen Bügelgläser von IKEA) und kräftig umrühren, bis sich der Zucker zu einem großen Teil aufgelöst hat. Eine Sternanis teilen, eine Vanilleschote längs aufschlitzen und beides gemeinsam mit der Zimtstange in das Glas geben. Die Apfelviertel ebenfalls hinzugeben und das Glas schließen.

Mindestens vier, besser sechs Wochen stehen lassen. Wer neugierig ist, kann ab und zu mal "probieren", aber der richtig gute und "likörige" Geschmack tritt erst nach ausreichender Wartezeit auf. Am Ende der Zeit die Äpfel und Gewürze herausnehmen und den Likör durch ein feinmaschiges  Sieb abseihen.

In hübsche Flaschen abfüllen und verschenken oder selbst genießen. Sollte der Alkohol zu stark herausschmecken, kann man den Likör behutsam mit Apfelsaft "strecken". Das passierte vor allem denen, die schon nach vier Wochen zugriffen, kann aber je nach Apfel- und Alkoholsorte mal passieren.

Mittwoch, Dezember 03, 2014

Küchenteufels schnellstes Dessert: Weiße Schokoladencreme mit Himbeeren

Nicht erst, seitdem ich darüber blogge, bringe ich gern Essen mit zu Veranstaltungen. Folgender Dialog ist seit Jahren ein Klassiker auf meinem Mobiltelefon: "Bist Du am Samstag auf meiner Party dabei?" - "Ja, klar." - "Magst Du was zu essen mitbringen?"

Wenn es so richtig schnell gehen soll und ich nicht die obligatorische Mousse au Chocolat mitbringen will, gibt es eigentlich nichts besseres als diese Joghurtcreme mit weißer Schokolade und Obst. Sie besteht eigentlich nur aus drei Basiszutaten: Schokolade, Joghurt und Obst. Dazu hier und da kleine Abwandlungen beim "abschmecken". Fast zu simpel, um sie zu verbloggen, denke ich immer wieder, aber nun wurde ich schon so häufig danach gefragt, dass ich einfach nur noch auf mein Blog verweisen will. Wer also eine Alternative zum klassischen Schichtdessert aus Himbeeren, Mascarpone und Baiser sucht, sollte hier zugreifen!

Weiße Schokoladencrème mit Himbeeren




Zutaten

500 g weiße Schokolade
500 g Vollmilchjoghurt (3,5 % oder mehr)
ca. 700 g TK Himbeeren (oder Obst nach Wunsch)

zur Verfeinerung (optional):
1/4 Tonkabohne
etwas Zitronensaft oder Zitronenabrieb

Zubereitung

Die Schokolade in kleine Stücke brechen und im Wasserbad langsam schmelzen. Den Joghurt in eine Schüssel geben und wer es ein wenig feiner mag, sollte mit einer kleinen Reibe ca. 1/4 Tonkabohne hineinreiben. Die gibt es jetzt nicht mehr nur in der Apotheke oder im Versandhandel, sondern bei den Backzutaten z.B. bei Edeka. Einen Schuß Zitronensaft oder noch besser einige feine Zesten einer Biozitrone unterrühren. Die Himbeeren auslesen und einige schöne Exemplare als Deko zur Seite legen.

Nach und nach die Schokolade unter den Joghurt rühren. So passt sich die Temperatur der Schokolade dem Joghurt an. Alles gut miteinander verrühren und eine erste Schicht der Crème in eine Servierschüssel geben. Danach abwechselnd Himbeeren und Crème schichten, mit der Crème enden. Mit Himbeeren und ggf. einigen Schokoelementen wie weißen Schokosplittern o.ä. (ich bin kein Dekomensch) dekorieren.

Wenn man ein Essen zu Hause plant, sollten Crème und Früchte direkt in Dessertgläser geschichtet werden, das macht beim Servieren mehr her :) Mit Klarsichtfolie abdecken und bis zum Verzehr kühl stellen. 

Vorsicht: Wenn man zuviel von der Tonkabohne nimmt, schmeckt das Dessert nur noch danach. Wer sich unsicher ist, läßt sie lieber weg!

Guten Appetit!

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