Donnerstag, Dezember 19, 2013

Küchenteufel renzensiert ein Comic-Koch-Buch: "In der Küche mit Alain Passard"

Ich liebe Comics.
Ich liebe Kochbücher.

Wenn man mir ein Comic-Koch-Buch unter die Nase hält, dann bin ich darüber sehr glücklich, aber auch skeptisch: Was, wenn dieses Buch meine hohen Erwartungen nicht erfüllt?
Da wir hier nicht mehr in der achten Klasse sind, baue ich gar keinen Spannungsbogen auf, sondern antworte direkt: Es hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen.

Vielleicht nicht bei der Nachkochbarkeit der Rezepte, nein. Aber wenn ich das Zubereiten von Speisen nicht schon lieben würde, dann wäre ich spätestens jetzt infiziert. Aber ich greife vor.
Eigentlich hätte dieses Buch in der tollen Bloggerreihe "Jeden Tag ein Buch" erscheinen sollen, doch nun kommt es halt als kurzfristiger Weihnachtstipp für jeden Gourmet ins Blog.

Bild: Reprodukt Verlag.
"In der Küche mit Alain Passard"

Der Gourmetkoch Alain Passard ist auf vielen Gebieten außergewöhnlich. Sein Restaurant "L´Arpège" in Paris trägt drei Michelinsterne und sein Schwerpunkt liegt auf Gerichten mit heimischem Gemüse. Seine Kompositionen stellt er in erster Linie mit Produkten aus seinen drei eigenen Gärten in unterschiedlichen Teilen des Landes zusammen.

So ein Mann schreibt auch kein normales Kochbuch, stattdessen hat er den Comiczeichner Christophe Blain damit beauftragt, ihn in einem graphic novel abzubilden. Zwei Jahre lang hat dieser den Sternekoch begleitet, im Tagesgeschäft genauso wie bei der Komposition neuer Gerichte und Besuchen in den eigenen Gemüsegärten. Diese Geschichten wechseln sich ab mit Rezepten und bebilderten Anleitungen.

Eine ausführliche Buchbesprechung habe ich im Fördeflüsterer "In der Küche mit Alain Passard" veröffentlicht.

Doch eins sei schon vorweg gesagt: Niemand kann den Genuss eines kulinarischen Meisterwerks besser in Bilder fassen als Christophe Blain!

Montag, Dezember 09, 2013

Abo abschließen und Urlaub & Geld gewinnen mit der 056196642140

Das war mal wieder ein Anruf der besonderen Sorte, deren Inhalt ich euch nicht vorenthalten möchte:

Unter der 0561/96642140 ruft mich ein Herr um die Dreißig auf dem Mobiltelefon an und beglückwünscht mich dazu, einer von 85 auserwählten Gewinnern zu sein. Der Gewinn seien jede Menge Urlaub und 800 Euro. Ich mache mir also den Spaß, mir das in Ruhe anzuhören und lasse den Herren von irgendeinem "Radiovermarktung Kassel?" (Name ist mir nicht mehr sicher) und lustigem südlicheren Dialekt also ersteinmal erzählen. Ob ich denn wüßte, wie ich dazu gekommen sei, so ein auserwählter Gewinner zu sein? Hier dachte ich kurz an die Scherzanrufe meines Kumpels L., wollte ihm aber den Spaß lassen und blieb dran. Doch statt dieser abgehakten Computersätze aus dem Spaßprogramm wird das Jüngelchen an meiner Leitung richtig aktiv. Er listet mir eine große Menge Firmennamen auf, von Payback über Karstadt, Ebay, Otto und den ADAC bis hin zu Amazon - alles Möglichkeiten, wie ich allein durch meine bloße Benutzung derer Services in diesen ominösen Lostopf gekommen wäre, aus dem ich nun als eine von 85 als Gewinnerin gezogen worden wäre. Ab hier habe ich begonnen, während des Gesprächs Stichworte wie "Gewinn Kassel 800 Euro" bei Google einzugeben, leider ohne Erfolg.

Was ich gewonnen hätte? Eine Busreise nach Graz könnte auch Prag gewesen sein, er sprach wirklich mit starkem Dialekt und obenauf auch noch eine Fährfahrt von Amsterdam nach London - ich könnte auch einen Partner mitnehmen und hätte vor Ort keine Übernachtungskosten o.ä. zu erwarten. Natürlich könne ich diese Reisen auch verschenken, das sei gar kein Problem. Er bittet mich nur darum, mit mir meine Daten abgleichen und liest mir meine Heimatadresse bei meinen Eltern vor. Dort bin ich sicherlich schon seit dem Jahrtausendwechsel nicht mehr gemeldet und so langsam beginnt das Gespräch mir Spaß zu machen. Nur mein Geburtsdatum müsse er noch wissen, und naja, warum nicht? Ich denke mir also etwas aus. Als das Jahr 1976 fällt, bekomme ich ein "oh, so eine junge Dame" zu hören. Womit klar ist, dass die Zielgruppe, die da sonst so angerufen und mit zuvielen Informationen überfrachtet wird, erheblich älter ist.

Der Knaller kommt aber erst noch: Nur 35 (32?) dieser Gewinner hätten zusätzlich auch noch einen Geldgewinn dazu bekommen - 800 Euro! Dies sei nunmal viel Geld und würden daher direkt auf das Konto überwiesen werden ... und dazu bräuchte man meine Bankdaten. Ich sage, dass ich zwar wüßte, dass ich ungerechtfertigte Lastschriften einfach zurückbuchen könne, doch nicht einsehe, diese Daten am Telefon zu übermitteln, wenn man mir doch auch einen Scheck schicken kann - da fängt der nette Herr ausführlich an, zu erklären. Wahrscheinlich ist er schon dankbar, dass ich überhaupt so lange drangeblieben bin. Da ich ja so pfiffig sei, schon zu wissen, dass er mit meinen Bankdaten gar kein Schindluder treiben könne ha! ich könnte das mit seinen mit Sicherheit! wolle er auch gleich mal ganz ehrlich zu mir sein: Es gäbe tatsächlich einen Haken an diesem Geldsegen! Na. Jetzt kommt der Fuchs aus dem Bau.

Und zwaaaar ... wäre dies eine Auslosung und kein Gewinnspiel gewesen, und daher sei das Geld nicht, wie sonst üblich, ein Jahr steuerfrei. Soso. Da die Summe über 500 Euro läge, sei das Geld beim Finanzamt anzuzeigen, wenn nicht wäre das "Steuerverschiebung" und würde ich die Summe ganz brav beim Finanzamt angeben, würden die dann eben genau 280 Euro von mir haben wollen. Stimmt übrigens nicht. Um dies zu umgehen, habe der Notar einen Verlag "dazwischengeschaltet". Ich müsse also nur günstig irgendein Abo bestellen, das müsse auch gar nicht monatlich bezahlt werden, sondern nur halbjährlich und "ich suche ihnen mal einen günstigen Titel, Moment, was wäre denn mit der Freundin?" .... Ich tippte "kassel steuerfrei abo reise 800 euro bargeld" bei Google ein, fand aber immer noch nix und entschied mich innerlich, mir so viel wie möglich aus diesem Gespräch zu merken. Allein die Idee, dass ein Geldgewinn durch den Abschluss eines Zeitschriftenabos steuerfrei wird, ist schon eine Bombengeschichte.

Selten habe ich so viel Aufwand für einen einzigen Abo-Verkauf gesehen.

Ich hielt den Moment der Abo-Abschluss-Bekanntgabe für einen guten Zeitpunkt, aus diesem Gespräch auszusteigen. Inzwischen waren knapp 24 Minuten vergangen. Ich täuschte vor, komplett überfordert zu sein und verabschiedete mich freundlich, um diesen Blogbeitrag zu schreiben. Mit dem Telefon neben mir konnte ich jetzt noch eine Rufnummernsuche der 056196642140 bzw. +49 561 96642140 betreiben und landete bei einer Seite von Tellows, die ähnliche Geschichten erzählen wie meine. Dort ist man der Meinung, dass die Gewinne niemals beim Gewinner eingehen, doch ob dies mehr als Allgemeinplätze sind? Der Mann war doch so nett? Der schickt mir doch wenigstens die Urlaubsgutscheine, damit ich sie für - sagen wir mal - 5-7 Euro bei Ebay weiterverkaufen kann? Oder etwa nicht? Oder?

Egal. Wenn dieser Text denjenigen, die während eines ähnlichen Gesprächs im Netz suchen, ebenso helfen kann, wie die Sache mit diesem "Gewinn" von EPEIT im Jahre 2010, der bis heute Suchende auf mein Blog führt, genauso diese Dialer-Geschichten 2006 oder das Gratis-Handy 2010.

Dienstag, Dezember 03, 2013

Küchenteufel kocht ohne Tüte: Rahm-Geschnetzeltes mit Champignons

Gerade im Supermarkt: Ein junges Pärchen steht vor dem Regal mit den Knaggi-Tüten und sie möchte gern Rahm-Champignons zur Hühnerbrust essen.

Er so: "Meine Mutter hat das früher ohne Tüte gemacht!"
Sie so: "Damals hat man auch noch nen ganzen Braten gemacht und dann die Sauce irgendwie benutzt - das geht ja gar nicht mehr!"
Er so: "Neee ...."
Sie so: "Tüte oder hier diese Döschen, wo alles drin ist und nur noch Wasser drauf muss?"
Er so: "Nimm mal lieber diese eckigen Päckchen da unten, die hat meine Mutter glaub ich auch."

Beide ab.

Deshalb hier nochmal ein Basic-Blogbeitrag: Ihr braucht keine Tüte! Und auch keinen kompletten Sonntagsbraten, um den Fond davon zu ziehen!

Rahm-Geschnetzeltes mit Champignons - ganz ohne Tüte


Zutaten

1 Hähnchenbrustfilet, in Streifen geschnitten
400 g Champignons, braun
1 Schalotte
2 EL Öl
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
2 EL Mehl
200 ml Sahne wer es kalorienärmer mag, ersetzt die Hälfte durch Milch ;)
300 ml Brühe - ich bin auf dieses selbstgemachte Brühpulver von "Stephs Kuriositätenladen" umgestiegen
100 ml Weißwein (optional)

Zubereitung


Das Hähnchenfleisch putzen und in Streifen schneiden, diese in einer Pfanne mit wenig Öl anbraten. Derweil die Schalotten fein würfeln und die Champignons putzen.
Das Fleisch aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Etwas mehr Öl in die Pfanne geben und die Schalottenwürfel sowie die Champignons anbraten. Währenddessen in einer kleinen Schüssel die Sahne (bzw. die Sahne/Milch-Mischung) verrühren und die Gemüsebrühe anmischen.

Wenn die Pilze Farbe bekommen haben, mit Salz, Pfeffer und ca. 1 TL Paprikapulver würzen. Die Sahne-Mehl-Mischung unter die Pilze rühren, dann die Brühe langsam angießen und verrühren. Auf kleiner Flamme unter Rühren erhitzen, bis die Sauce aufkocht. Hier jetzt den Weißwein hinzugeben, wenn ihr daraus ein "Züricher Geschnetzeltes" machen wollt. Das warmgehaltene Fleisch dazu geben und einige Minuten ziehen lassen.

Servieren mit selbstgemachten Spätzle (die kann man übrigens auch prima portionsweise einfrieren).
2 EsslöffelÖl2 TeelöffelMehl1 Teelöffel (gestrichen)Paprika edelsüß200 GrammChampignons Konserve300 mlGeflügelbrühe200 ml200 ml Sahne

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