Donnerstag, September 12, 2013

Unterwegs nach Prag: Übernachten im A&O Hostel in Dresden

Auf nach Prag - mit Zwischenstopp.
Es ist schon ein paar Tage länger her, dass ich einen Wochenendtrip nach Prag zu Weihnachten verschenkt habe - und damit ein selbstgemalter Gutschein nicht ewig in einer Kiste herumlungert und man sich im Rentenalter lachend darauf besinnt, habe ich wie immer Nägel mit Köpfen gemacht und gleich einen Gutschein über zwei Übernachtungen in der "goldenen Stadt" erworben. Ablaufdatum des Gutscheins wäre in drei Jahren ... bis dahin sollte man doch loooocker verreist sein?! Mitnichten. Und da ich diese Idee bereits im Hochsommer vor drei Jahren hatte, mussten wir also kurz vor Ablauf des Gutscheins im Hochsommer eine Städtereise antreten.

Prag ist ja nun nicht gerade um die Ecke und die Preise für einen spontanen Flug konnte man nur als "exorbitant" bezeichnen. Also wurde eine Autofahrt geplant, die auf jeden Fall unterwegs für eine Nacht unterbrochen werden sollte - ich wollte nicht komplett kaputt in Prag ankommen und ersteinmal einen Tag zur Erholung brauchen. Schnell war entschieden: Zwischenstopp in Dresden, wo mir bei unserem ersten Besuch 2007 zum ersten Mal bewußt geworden war, dass Prag von dort aus wirklich nur noch ein Katzensprung ist. Außerdem hatte ich Lust, Ayana zu besuchen, die sich in den letzten 12 Monaten verdächtig oft in Kiel herumgetrieben hatte.

Die Ansprüche an die Übernachtung waren gering: Ich wollte irgendwo unseren Kopf zum Schlafen ablegen, nicht ewig in die Innenstadt fahren müssen und wenig Geld dafür ausgeben. In Berlin habe ich oft Gruppen in den Hostels von "A&O" eingemietet und keine Klagen gehört. Also schaute ich auf der Website nach, ob ein Hostel in Dresden angeboten wird. Ja, es wird und das ganz in der Nähe des Bahnhofs, der sich seinerseits in der Nähe der Innenstadt befindet. Ein kurzer Internetcheck danach, ob ich bei dieser Buchung ggf. Gutscheine, Paybackpunkte o.ä. einlösen könnte, und siehe da - ich fand einen ADAC-Rabatt. 12% weniger auf den Buchungspreis, nur weil ich seit meiner Kindheit bei dem Verein Mitglied bin - das lohnt sich! Allerdings gibt es den Rabatt nur bei Vorausbuchung über den dazugehörigen Link (siehe oben).

Die Panoramafunktion des Mobiltelefons saugt kräftig am Akku.
Da ich eher nicht mehr dem jugendlichen Alter zugehörig sind, stand mir der Sinn nicht nach einem Mehrbettzimmer mit Gemeinschaftsdusche. Der Hotel-Teil des Hostels bot Zwei-Bett-Zimmer mit eigenem Bad für etwas über 35 Euro im Fix-Tarif (nicht umbuchbar, die Alternative wäre der Flex-Tarif, allerdings etwas teurer). Der Tarif ändert sich fast jeden Tag, deshalb lohnt es sich, bei der Buchung rechtzeitig dran zu sein oder bei eigener Reiseflexibilität einfach mal die Tarife im Kalender unten im Bestellformular zu checken. Das Frühstück schlug pro Person für 5,75 Euro pro Person zu Buche, aber da ich am nächsten Morgen direkt nach Prag weiter wollte, ohne in der Stadt groß ein Frühstückslokal zu suchen, habe ich dies genommen. Man hätte sich für 7 Euro einen Parkplatz online dazubuchen können, außerdem Lunchpakete, eine spätere Abreise und Platz für Haustiere. Inbegriffen war ein kostenfreies WLAN und für ADAC-Mitglieder ein Erfrischungsgetränk.

Immer in Richtung Bahnhof.
Bezahlt habe ich im voraus per Paypal, wofür man mir 2,45 Euro Gebühren zusätzlich abgenommen hat, aber ich hatte mich noch nie mit dieser "Sofort-Überweisung" auseinandergesetzt und wollte bei unserem Zeitdruck den einfachsten Weg nutzen. Inzwischen gibt es für Vorauszahler wohl noch einen zusätzlichen Rabatt (siehe Website).

Die Anreise war ganz problemlos - kurz gesagt immer in Richtung Hauptbahnhof und dann rechts eb. Das Hostel/Hotel versteckt sich in einem achtgeschossigen Plattenbau, liegt direkt an der Eisenbahnlinie und ist umgeben von einigen Wohnungen und vielen Bürogebäuden (Finanzamt, Universität). Außerdem ist eine Filiale von ALDI quasi nebenan und gegenüber finden sich einige Imbiss-Restaurants, die Döner, Pizza und Asia-Food, teilweise im Biergarten anbieten. Wir fanden einen Parkplatz in der Seitenstrasse und begaben uns zum Check-in.
New York - Rio - Tokio in der Lobby.
Es dauerte ein wenig, bis ich dran kam, da die bis dahin einzige Rezeptionsmitarbeiterin einem belgischen Paar langwierig erklärte, dass sie problemlos spontan entscheiden könnten, ob sie eine oder zwei Nächte bleiben, bis ein weiterer Mitarbeiter sich meiner erbarmte und mich fix eincheckte. Für das Zimmer gab es zwei Zimmerkarten, für das Frühstück zwei Plastikmarken (wie Einkaufswagen-Chips). Im Eingangsbereich finden sich diverse Informationsmaterialien zu Dresden und Deutschland in mehreren Sprachen, aber auch eine Eistruhe und Hinweise darauf, dass ähnlich wie im Kino rund um die Uhr diverse Getränke und Knabbersachen verkauft werden. In der Lobby hatte man Zugang zu einem freien WLAN, dass ansonsten schlecht zu erreichen war - dass ich laut Buchung Zugang zu "24h Highspeed-WLAN" hatten, hatte ich schlichtweg vergessen nachzufragen. Direkt neben dem Haus befindet sich auch ein Telekom HotSpot.

Zusammengestellte Einzelbetten.
Minimale Einrichtung.
Das Zimmer befand sich im siebten / zweitobersten Stockwerk, das bequem mit dem Fahrstuhl zu erreichbar war. Ich war positiv überrascht, denn es war hell und sauber, das Badezimmer ganz frisch renoviert oder gut gepflegt. Irritierend war die Tatsache, dass zwei Türen zu unserem Zimmer führten (717/718) und quasi auch zwei Badezimmer hatte - wahrscheinlich waren hier zwei winzige Einzelzimmer zu einem kleinen Doppelzimmer zusammengelegt worden. Das Bett bestand daher auch aus zwei Einzelbetten, dazu kam ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen, ein Fernseher in der Größe eines Computer-Monitors und statt eines Schrankes nur ein Holzregal mit Bügeln. Ist also nicht für längere Aufenthalte gedacht, sondern für jemanden, der aus dem Koffer lebt. Über dem Bett befand sich ein LAN-Anschluss, den ich allerdings nicht ausprobiert habe. Die Fenster sind mit Hinweisschildern beklebt, die besagen, dass es nicht erlaubt ist, sie komplett zu öffnen. Wer rauchen will, kann dies auf der Dachterasse tun.

Das Badezimmer hingegen war weit besser, als ich es in diversen 3-Sterne-Hotels gesehen habe. Der Blick auf Fliesen, Dichtungen und Ecken ließ keinen Schimmel / dunkle Stellen als Grund zur Beschwerde aufkommen, der Wasserdruck des heißen Wassers war gut und die Einrichtung war nicht nur auf das Minimalste ausgerichtet. Es gab je zwei Handtücher (nicht üblich in einem Hostel/Hotel), Fußmatte, Duschgel und Seife, einen Fön, einen Handtuch-Heizkörper, dazu einen chromglänzenden Spender für Kosmetiktücher und einen für niedliche kleine Plastikzahnputzbecher. Also alles, was man so braucht.

Nach kurzem Frischmachen verließ ich das Haus, um mich am Bahnhof mit Ayana zu treffen. Zu Fuß geht man einfach einige Minuten an der Bahnlinie entlag und erreicht dann den Bahnhof. Von dort folgt man der Einkaufsstrasse, um bei den bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu landen. Wie genossen das sonnige Wetter und die guten Lichtbedingungen, um endlich Fotos von den Orten zu machen, die wir beim letzten Besuch aufgrund des schlechten Wetters nur von innen besichtigt und fotografiert hatten. Wer ein Ticket für den Dresdner ÖPNV hat, kann mit dem Bus bis zur Haltestelle BHF/Strehlener Strasse oder mit der Strassenbahn bis "Gret-Palucca-Strasse" fahren, um zurück zum Hostel zu kommen.

Hinter der Ecke geht es noch weiter.
Gemütliche Bar.
Da ich ja eigentlich zum Ausruhen nach Dresden gekommen war, beschloss ich, am frühen Abend die Bar auf dem Dach zu besuchen - mit dem Fahrstuhl bis in den 7. Stock und dann noch eine Treppe hoch. Diese ist auch erst am frühen Abend geöffnet und machte den Eindruck einer american style Bar. Es gab einige Biere vom Fass, einiges aus der Flasche, dazu eine kleine Auswahl an warmen Speisen. Diese stehen tatsächlich 24 h zur Verfügung (sonst eben in der Lobby). Da es drin zu warm war, gingen wir auf einen schmalen Streifen "Dachterrasse" mit einigen Tischen und Stühlen, die gut besetzt waren. Wir genossen die Aussicht und die Pizza, die mit
Pizza bekommt man 24/7.
Sicherheit aus der TK kam, was uns in diesem Zusammenhang aber nicht wirklich störte. Von dort war der Bahnhof, ein Mehrfamilienhaus und ein wenig von der Dresdner Altstadt zu sehen. Irgendwann wurden wir gebeten, auf die andere Terrasse zu wechseln, da man die Anwohner nicht über Gebühr stören wolle.

Eine andere Terrasse? Siehe da - wenn man an der Bar vorbei durch einen Gemeinschaftsraum mit Tischtennisplatte und Spielekonsole ging, befand sich dort eine größere, mit Hols ausgelegte Terrasse. Hier fanden sich auch zahlreiche Schüler mit Lehrern und Einzelreisende, die alle in unterschiedlichen Dialekten sprachen und insgesamt gute Laune verbreiteten, ohne anstrengend zu sein. Mit Blick auf mehr Dresdner Altstadt ließen wir die Sonne untergehen und gingen dann die Treppe wieder in unser Stockwerk hinunter. Der Flur, der zu den Zimmern führt, ist mit einer schweren Eisentür von

Ausblick auf die Dresdner Altstadt.
Ausblick auf den Hauptbahnhof.
Treppenhaus und Fahrstühlen getrennt. Hier kommt auch mein einziger echter Kritikpunkt: Wenn in den Fahrstühlen schon so nett und zweisprachig darum gebeten wird, nicht so viel Lärm zu erzeugen und davor gewarnt wird, das Gepäck nicht unbeaufsichtigt gelassen werden soll - kann man dann auch irgendwo die Bitte unterbringen, die Eisentür abends/nachts nicht mit voller Wucht zuknallen zu lassen? Obwohl ich einige Zimmer von der Tür entfernt war, bin ich nachts mindestens zwei Mal ziemlich hochgeschreckt (und ich schlafe sonst wie ein Stein).


Das Frühstück befand sich im Kellerbereich und bot Frühstück auf Jugendherbergsniveau. Nicht schlecht, aber auch nichts, dass denkwürdig in Erinnerung bleiben könnte. Wir hatten schon gefrozzelt, dass wir mit den Marken wahrscheinlich durch ein Drehkreuz müssten, aber dem war glücklicherweise nicht so. Wir schnappten uns einen Platz an einem langen Tisch, besorgten uns Müsli, Frühstück, Tee und Saft vom Buffet und wurden dezent von einer Mitarbeiterin nach unseren Marken gefragt, die wir ihr aushändigten. Sehr stressarm.

Fazit

Für Nerds immer wichtig - eine Ladestation.
Das A&O Hostel/Hotel Dresden Hauptbahnhof ist nicht mehr und nicht weniger als das, was draufsteht - eine gute Gelegenheit, günstig zu übernachten. Das haben sie mit Preis & Leistung sehr gut erfüllt. Es sind schon ein paar Minuten vom Hauptbahnhof zu laufen, darauf sollten Anreisende mit Gepäck achten und bei schlechtem Wetter (oder großer Hitze) ggf. ein Taxi für die Strecke nehmen. Wir werden mit Sicherheit wieder dort buchen, wenn wir nur kurz bleiben, und beizeiten in anderen Orten die A&O-Filialen testen.

Disclaimer: Die Links dienen ausschließlich meinem Bedürfnis nach Informationsweitergabe - ich bin in keinem Affilateprogramm o.ä., um an euren Buchungen zu verdienen, und Geld habe ich für diesen Beitrag auch nicht erhalten ;)

Donnerstag, September 05, 2013

Küchenteufel bäckt: Schoko-Frischkäse-Muffins

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ein Redaktionsmitglied des Fördeflüsterer bei einer unserer schon fast "legendären" FöFlü-Akademien eine schokoladig-frische Leckerei mitbrachte, die auf den Namen "Schoko-Frischkäse-Muffins" hörten.

Seitdem habe ich immer mal wieder Rezepte ausprobiert, aber einfach nicht das Richtige gefunden. Nun habe ich mich mal wieder drangesetzt und selbst gemischt - das hier ist dabei herausgekommen.

Schoko-Frischkäse-Muffins

Zutaten

Teig
100 g Mehl
100 g Stärkemehl
1 P. Backpulver
1/2 TL Natron
5 EL Kakaopulver zum Backen, kein Kaba o.ä.
1 Ei
150 g Rohrzucker
100 ml Sonnenblumenöl
250 ml Buttermilch

Frischkäse-Füllung
200 g Frischkäse
2 EL Zucker
1 TL Vanillepuddingpulver

Zubereitung

Die ersten fünf Zutaten in einer Schüssel miteinander vermischen. Wer zu klumpigem Mehl neigt, siebt es einmal durch. Das Ei und den Rohrzucker (alternativ: brauner Zucker, dann aber weniger davon nehmen!) mit dem Handmixer schaumig schlagen, das dauert gern mal ein paar Minuten. Auf kleinster Mixerstufe das Öl und die Buttermilch einfließen lassen. Dann die trockenen Zutaten unterheben.

In einer weiteren Schüssel den Frischkäse mit dem Zucker und dem Puddingpulver cremig schlagen, bis der Zucker sich aufgelöst hat.

Ein 12-er Muffinblech mit Papiermanschetten oder Silikonförmchen auslegen und den Backofen auf ca. 180°C vorheizen. In jedes Förmchen ca. 2-3 EL Schoko-Teig einfüllen, dann einen großzügigen EL der Frischkäsemasse. Lieber etwas mehr Schokoteig drin haben, denn der Frischkäse ist schwerer und sinkt zu Boden. Die Muffinförmchen randvoll mit Schokoteig füllen. Bei mir bleibt immer etwas Teig übrig, den ich entweder in einer kleinen Extra-Form backe oder der (und das ist der Hauptgrund) direkt im Magen von A. landet :)

Das Backblech unfallfrei in den Backofen befördern und ca. 20 Minuten backen.

Als Deko eignet sich weiße Schokolade. Die gehackte Schokolade/Kuvertüre in einem Gefrierbeutel in heißes Wasser legen und schmelzen lassen. Dann eine kleine Ecke abschneiden und lustige Wellenmuster auf die Muffins spritzen.
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