Samstag, September 30, 2006

Völlig fertig ...

Warum sind nur immer so viele (andere) Spinner auf der Autobahn?
Immer wieder schön, wenn man mit 220 km/h über die Autobahn rast und dann ein Polo ganz links auf die dritte Spur zieht - mit höchstens 120 km/h.
Wir hatten soviele Vollbremsungen gestern abend, dass mir davon Schulter, Nacken und Rücken weh tun.
Dann ein chaotisch-nettes hin-und-her bei der Autorin-Abholung. Meine eine Schutzbefohlene ist zu einem Dreiergrüppchen mutiert. Neben Frau Devi noch ihre Schwester, aber wer der Dritte ist, hab ich noch nicht rausbekommen. Aber das hält ihn nicht davon ab, mir Arbeitsanweisungen zu erteilen.
Der Tag wurde aber von Alex gerettet - erst bekam ich einen echt coolen Stoffeisbären von Nici geschenkt und dann noch eine Badewanne eingelassen.



Dann noch lecker Dr.Oetker-Pizza, Langnese-Eis, Duckstein-Weizen, Nackenmassage, Wetten dass und Live-Blogging bei McWinkel.
Erinnert ein wenig an das Live-Lästern über "Das perfekte Dinner" bei chefkoch.de.

Nachtrag:
Der neue Eisbär. Ich liiiiiiebe Bären!

Donnerstag, September 28, 2006

Samstag gehts los!

Ich hangele mich ja gern mit kleinen Jobs aller Art von Monat zu Monat.
Aber der kommende Job schlägt wirklich alles, was ich in den letzten zwei Jahren so gemacht habe (ausser dem Kieler Anker, selbstverständlich). Und ich freu mich ganz unglaublich darauf.

Um es in den richtigen Kontext zu setzen:
Indien ist dieses Jahr das Gastland der Frankfurter Buchmesse (4.-8.10.). Zum zweiten Mal übrigens schon, das war bisher noch niemand. Und deswegen schickt der National Book Trust knapp 40 indische Autoren und Autorinnen unterschiedlichen Alters, Schreibstils und Herkunft zu Lesungen nach Deutschland.
Diese müssen natürlich von personal assistants betreut werden - und eine davon bin ich!

Wie sich der geneigte Blogleser schon denken kann, handelt es sich bei "meiner" Autorin um Mahasweta Devi, über die ich hier auch schon berichtet habe.

Diese Dame hat auf den Photos, die ich ihrer Biographie entnommen habe, sehr starke Ähnlichkeit mit meiner leider viel zu früh verstorbenen indischen Oma, weswegen sie mir auch gleich sehr sympathisch war.
Am Samstag werde ich sie nun endlich kennenlernen, wir werden Termine zusammen besuchen, auch wenn sie eine weibliche Begleitung mit im Schlepptau hat, wenn sie aus Indien ankommt. Eines ihrer Bücher wurde auch gerade verfilmt, und eröffnet am 1.10. das indische Filmfest im Frankfurter Filmmuseum.

Wen es interessiert, wer ausser Mrs. Devi noch so nach Deutschland kommt, guckt hier.

HTML-Anfängerin

Kann mir mal jemand erklären, warum diese Seite im Firefox anders aussieht als in IE?
Übrigens: Was man im Internet Explorer sieht ist die aktuellere Ausgabe *schnief*
Bei meinem Blog ist es übrigens andersherum - während (zumindest in meinem) firefox alle Spalten da sind, wo sie hingehören, muss man meine Profil/Blogroll/Links-Seite ganz unten rechts neben dem letzten Text suchen. So was blödes.

Help urgently needed!

Wenn Sammelleidenschaft auf Behördenwahnsinn trifft ...

Ich sammle. Allen möglichen Quatsch. Habe ja bereits durch creezy inspiriert hier mal einen spontanten Abriss meiner Leidenschaften aufzulisten.
Aber was jetzt kommt, im Juni 2006 vom Bundestag beschlossen, dass sprengt sogar meine Vorstellungskraft. Darf ich vorstellen: Das Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek.

Wer (verständlicherweise) zu faul ist, sich da durchzuarbeiten, für den hat koehntopp eine Kurzzusammenfassung erstellt:

Schauen wir also mal:
In §14 definiert dieses Gesetz eines Ablieferungspflicht für Medienwerke, die nach §14 (3) auch Webseiten ("Medienwerke in unkörperlicher Form") erfaßt. §14 (4) legt fest, daß die Ablieferung binnen einer Woche zu erfolgen hat. §15 legt fest, daß der Ablieferungspflichtige derjenige ist, der berechtigt ist, das Medienwerk zu verbreiten oder öffentlich zugänglich zu machen, für dieses Blog also ich. §16 definiert, daß die Ablieferung unentgeltlich und auf eigene Kosten bei der Deutschen Nationalbibliothek zu erfolgen habe, wobei Medienwerke in unkörperlicher Form auch zur Abholung bereitgestellt werden können. Dann hat die Bereitstellung allerdings nach den Maßgaben der Bibliothek zu erfolgen.

§19 legt fest, daß es eine Ordnungswidrigkeit ist, das Medienwerk nicht, nicht rechtzeitig oder nicht in der vorgeschriebenen Weise abzuliefern - bewehrt mit einer Geldbuße von bis zu €10000.


Soso.
Auch bei heise hat man sich des Themas schon vor einiger Zeit angenommen, und hier sehr ausführlich berichtet.
Ein Klick dorthin lohnt sich, u.a. gibt es ein FAQ, wie wir denn am besten unseren Content abliefern sollen, sowie ein Interview mit Ute Schwens, Direktorin der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt.

Wer übrigens bis jetzt noch glaubt, dass sein kleines Blog da nicht betroffen wäre und ich mich mal wieder wichtiger machen würde, als ich (sowieso schon) bin ;-), dem sei folgendes Zitat aus o.g. Interview ans Herz gelegt:

c't: Wollen Sie tatsächlich alle kommerziellen und nichtkommerziellen Web-Veröffentlichungen erfassen?

Schwens: Derzeit beschränken wir uns auf Netzpublikationen, die eine Entsprechung im Printbereich haben, also beispielsweise Online-Ableger von kommerziellen und nichtkommerziellen Zeitungen und Zeitschriften. Auf jeden Fall werden wir die Archivierung auf Formen ausdehnen, die originär dem Web entsprungen sind, also etwa Blogs, Wikis und gegebenenfalls Foren.


Und was die Bußgeldandrohung angeht: Koehntopp hat den Stier bei den Hörnern gepackt und einfach mal angefragt.
Die Antwort, die er bekommen hat, findet man hier.

Mittwoch, September 27, 2006

Aufschiebeweltmeisterin

Laut Spiegel online bin ich nicht allein mit meiner Aufschieberitis. Leider wird in diesem Artikel zu wenig auf die psychologischen Probleme, die dabei auch entstehen, eingegangen. Ich z.B. hab mich tagelang einfach in der Wohnung eingesperrt und Telenovelas, Koch- und Gerichtssendungen im Hintergrund laufen gehabt, während ich müßig durchs Netz surfte. Das hier klingt da schon eher nach Hilfe.
Nun, wenigstens bin ich damit nicht allein, aber macht es das besser? Kann allerdings nicht verhehlen, dass mir der Artikel Mut macht. Bin also tief drin doch nicht nur ein ängstlicher Blende-Hase, sondern nur eine von vielen mit einem fast alltäglichen Problem. Danke Spiegel.
Bleibt zu hoffen, dass ich deren Ratschläge auch beherzige.

Dienstag, September 26, 2006

Elch ist Tier des Jahres 2007

Wie ich gerade bei Kirsten erfahren habe, ist der Elch das Tier des Jahres 2007.
Na, dann müssen wir ja noch fix los, um uns noch in diesem Jahr solch ein Tier für unsere Trophäenwand zu schießen.
Ab in den Wald und los!

Ergebnis:

IKEA-Einkauf entspannt

Man kann auch Samstags entspannt bei IKEA einkaufen. Man muss bloß wissen, wann.

Der (norddeutsche) Mensch ist nur sehr schwer an etwas Neues zu gewöhnen. Neue Ladenöffnungszeiten zum Beispiel.
Früher hatten die Läden wochentags bis um sechs auf, Samstags bis um zwölf (später zwei). Und viel länger will der Norddeutsche eigentlich auch nicht einkaufen.
Geht man wochentags um sieben in den Supermarkt, ist man nahezu allein in den Gängen unterwegs, das selbe gilt für samstags um fünf. Die zwanzig Minuten vor Ladenschluß, in denen manche Menschen plötzlich noch exakt 80gr Putensteak und 186gr Lachsschinken kaufen wollen und dann bis kurz nach acht die Kassen belagern, kann man getrost aussen vor lassen, denn das hätten die auch zu jeder anderen Schließungszeit getan.
Man könnte jetzt darüber nachdenken, was wohl mit diesen Kurz-vor-Schluß-Käufern passieren wird, wenn Supermärkte irgendwann rund um die Uhr aufhaben werden ...

Aber darum soll es ja hier eigentlich gar nicht gehen, sondern um den entspannten IKEA-Einkauf, den wir am Samstag erlebt haben, weil wir eben die norddeutsche Mentalität kennend erst gegen zwei Uhr am Nachmittag dort aufschlugen, ganz in Ruhe eine stressfreie IKEA-Mitarbeiterin darum baten, uns den Spiekzettel für den Badschrankkauf auszudrucken, in den Regalen nahezu alles auf Anhieb fanden (okay, es gab nur noch eine Glastür, aber sowas kann man ja nachkaufen) und nur eine Person vor uns an der Kasse seine Teelichte bezahlte.
Dann haben wir sogar noch nen legalen Parkplatz direkt vor der Wohnungstür bekommen und erledigten ohne Probleme den Möbelzusammenbau, bevor wir uns auf die Autobahn nach HH setzten, um Kirsten in der Tapas-Bar in Eimsbüttel zu treffen.
Ich hätte mißtrauisch werden sollen, dass alles so glatt lief.
Aber das später ...

Unterdessen amüsiere ich mich ein wenig über die Politiker, die mit dem Gebrüll um Regulierung der Ladenöffnungszeiten einfach nur blinden Aktionismus an den Tag legen und in meinen Augen über andere Probleme hinwegtäuschen wollen.
Wenn ich mich hier in Kiel umsehe, so haben die Läden in der Holtenauer Strasse als einer der Haupt-Einkaufsstrassen wochentags schon lange vor acht Uhr abends geschlossen (von Supermärkten und Sandwichläden mal abgesehen), und auch der Sophienhof als eines der bundesweit größten Einkaufszentren (neudeutsch: Shoppingmall) schließt am Samstag bereits um achtzehn Uhr seine Pforten.
Und wer wirklich am Sonntag noch Lebensmittel braucht, fährt entweder an eine gut ausgestattete Tankstelle oder ein Stückchen weiter an die Küste, wo Supermärkte aufgrund irgendeiner Sonderregelung eh auch Sonntags den ganzen Tag geöffnet haben (für alle Kieler: der Sky in Schilksee ist der nächste!).

Bloggertreffen

Es gibt Menschen, welche die Vermutung äußern, dass diejenigen, die ins Internet reinschreiben (neudeutsch: bloggen), sehr introvertierte Persönlichkeiten sein müssen und eher das Tageslicht scheuen.
Nun, das Gegenteil ist der Fall, der "Blogger" an sich muss schließlich sehr extrovertiert (ich bevorzuge dabei den Titel: Rampensau) sein, um sich und seine kleinen und großen "Nickeligkeiten" der großen Masse der www-Leser offenzulegen.
Und auch die zweite Aussage ist nun erfolgreich widerlegt: Alex und ich haben uns mit Kirsten getroffen und einen sehr schönen - wenngleich auch viel zu kurzen - Abend in Hamburg verlebt.

Was es gab? Tapas, Alltagskram, Bier, Europapolitik, Wein, Behördenwahnsinn, Tannzäpfle-Bier, Wolldecken (@Kirsten: Wir haben die Dinger am Montag bei IKEA gesehen, 2 Eur pro Stück - damit kann man günstig bei seinen Gästen punkten, sehr clever!) also Gespräche auf Bloggerniveau - im positiven Sinne.
Aber sehr praktisch, wenn man nicht darauf warten muss, bis der andere den hinterlassenen Kommentar gefunden und beantworten muss ;-)
Überhaupt wars klasse, dass wir uns gleich gut unterhalten haben, irgendwie "kennt" man den anderen ja doch, wenn man regelmäßig das Blog besucht ...

Und beim nächsten Mal ist sicherlich Ilona auch mit dabei, die arme Maus war so richtig richtig krank :-(
Aber dann wird getrunken, gesessen, gelacht und gegessen bis die Morgendämmerung eintritt, versprochen!

Samstag, September 23, 2006

Mimi muss ich widersprechen - nein, nicht DU bist das weiße Kaninchen, dem die Zeit davonläuft, ICH bin es.

Aber ich ziehe die Notbremse und verbringe ab jetzt endlich ein entspanntes Wochenende mit Alex und mit Shopping bei IKEA morgen (Schränke basteln ist irgendwie wie große Überraschungseier bauen!) und abends Kirsten und vielleicht auch Ilona treffen.
Sonntag dann Holstentherme zum entspannen mit netten Leuten.
I´m really looking forward to this.

Dienstag, September 19, 2006

Padma Vibhushan, hoher Orden Indiens, an Mahasweta Devi

Hier mal ein paar Infos, auch wenn der Orden schon im Januar vergeben wurde.

Mahasweta Devi, die große alte Dame der engagierten indischen Literatur (s. LiteraturNachrichten 77, April-Juni 2003), ist im Januar aus Anlass des indischen Nationalfeiertags Republic Day 2006 mit dem zweithöchsten zivilen Orden Indiens, dem Padma Vibhushan, ausgezeichnet worden. „Zwar reißt es mich nicht um, dass ich ausgewählt wurde, aber ich bin dennoch mächtig stolz auf die Ehrung“, sagte die Aktivistin in einem Interview mit The Hindu: „Ich widme den Preis den indigenen ethnischen Gruppen Indiens, für die ich nahezu mein Leben lang gekämpft habe“. Die Autorin, die im Januar 80 Jahre alt geworden war, hat einen Großteil ihres Lebens mit dem Einsatz für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Armen verbracht, zu der auch die Nachkommen der Urvölker gehören, über deren prekäre Situation sie viel schrieb. Sie gründete eine Bewegung gegen die „Kriminalisierung“ der so genannten nomadischen und nicht-nomadischen Volksgruppen, die mit einem schweren Stigma behaftet sind. So kursiere laut Devi gemeinhin die Überzeugung, sie würden bereits als Kriminelle geboren. Die „Adivasi“ stehen außerhalb des gesamten Kastensystems und werden seit Generationen marginalisiert. Erst kürzlich hatte Devis Bewegung den Premierminister aufgerufen, jenen Völkern gegenüber Gerechtigkeit walten zu lassen und sie zu „rehabilitieren“. Zu den am schlimmsten beeinträchtigten Gruppen gehören, so Devi, die Lodhas des Midpore-Distrikts in Südwestbengalen. „Indien ist noch immer nicht wirklich unabhängig. Erst, wenn die Armen Unterstützung erhalten und man ihnen ein Minimum an Menschenrechten gewährleistet, wird es so sein“, sagte die Laureatin.
1985 erschien ihr Roman Daulati (Daulati; Übers. Heidelberger Südasiengruppe, Bonner Sivas Series, Bonn 2002), der sich den Nâgesiyâ widmet, den Ärmsten der Armen im Bundesstaat Bihar. 1989 folgte dann der Roman Terodaktil, Pûransahây o Pirthâ (Pterodactylus; Übers. Heidelberger Südasiengruppe, Bonner Sivas Series, Bonn 2000). In deutscher Übersetzung ist außerdem erhältlich Die Mutter von Nummer 1084 (Übers. Heidelberger Südasiengruppe, Bonner Sivas Series, Bonn 2002), und zuletzt erschien 2005 im Horlemann Verlag Aufstand im Munda-Land (Übers. Barbara Dasgupta), ein Roman, der den historischen Aufstand der Mundas Ende des 19. Jahrhunderts in einer Region etwa 400 Kilometer westlich von Kalkutta beschreibt. Eindringlich stellt die Autorin die Lebensumstände und die immerwährende Ausbeutung der Mundas dar (Rezension LiteraturNachrichten 87, Winter 2005) Für dieses Werk erhielt Devi 1979 ihre erste große literarische Auszeichnung in Indien.
Mittlerweile sollen es etwa hundert Bücher sein, die von Mahasweta Devi erschienen sind, darunter auch Essaybände, Theaterstücke und Kinderbücher.

Passivrauchen

Ja, ich weiß. Die Debatte ist so alt wie die Konsumgesellschaft selbst.
Auf der einen Seite die Raucher, gefangen in einer Sucht, die sie nicht als eine sehen, auf der anderen Seite die bösen Spaßbremsen, die Nichtraucher, die nicht einsehen wollen, dass sie da die persönliche Freiheit der Raucher massiv einschränken.
Und die Studien, die immer wieder auftauchen, wie hier im Spiegel, die sind eh alle nur von der bösen Gesundheits-Mafia.
"Rauchen ist Willenssache, und ich will rauchen!" hat mein Vater zu seinen schlimmsten Raucher-Zeiten immer wieder gesagt.
Aber ich will nicht.
Selber schuld, sagen die Raucher. Vermeide einfach die Orte, in denen geraucht wird.
Also Discos, Kneipen, Züge, die Uni .... ihr merkts selber, oder?

Raucher bezahlen mit ihren Steuern unser Gesundheitssystem und unsere Anti-Terror-Einheiten.

Alles schon mal gehört. Aber kosten Raucher nicht auch eine Menge Geld aus der Gesundheitskasse? Aber ich muss meine Kleidung sofort in einen Raum weit weg von meinem Schlafzimmer legen und schnellstmöglich waschen, auch wenn ich das Shirt nur für den Kneipenbesuch angezogen und auch am nächsten Tag noch mal hätte tragen können. Das selbe gilt auch für Haare und Haut, die Haare nehmen den Geruch unglaublich schnell an und ich rieche dann wie ein Aschenbecher *schauder*

Ach, nun komm Kind. So schlimm wirds ja nun auch nicht sein.
Immer diese Nichtraucher-Spießer. Ausserdem musst du da auch erstmal beweisen, dass Nicht-Rauchen was bringt. Denk doch nur an die ganzen Autoabgase. Das willst du doch auch nicht verbieten, hm?

In dem FitnessCenter, in dem ich schon sehr lange nebenbei arbeite, wurde in den späten Neunzigern entschieden, ein Rauchverbot zu installieren. Ich habe die Auswirkungen sofort gemerkt. Wenn ich früher drei Abende hintereinander dort den Tresendienst versehen habe, war meine Teenagerhaut grau und pickelig. Und ich hüstelte immer so komisch, dass es meine Mutter in den Wahnsinn getrieben hat. Das änderte sich schlagartig mit dem Rauchverbot. Das ich bis heute in allen Ehren halte, da ich die einzige (!) Mitarbeiterin war, die nicht rauchte, der Rest musste sich auf die Terrasse verziehen.
Heute, fast 10 Jahre später, käme niemand mehr auf die Idee, in den neuen Räumen des TSP in Preetz zu rauchen. Im Gegenteil - meine teilweise halb so alten Kolleginnen lauschen gespannt und leicht angewiedert, wenn ich von Dart-Liga-Spielen, Bierzapfanlage und Zigarettenqualm erzähle.
Am Freitag war ich nun mal wieder indoor aus. Und es geschah was kommen musste - meine Kleidung stank nach Qualm, ebenso die Haare (aber kann man nachts um vier duschen gehen? Ich habs getan, meine Nachbarn werden mich geliebt haben) und mein Hals war leicht belegt. Sehr ärgerlich.
Können wir uns nicht irgendwie einigen, Raucher und Nichtraucher?
Bessere Lüftungsanlagen in den Discotheken?
Nichtraucher-Abende?
Oder einfach mal nur nicht mit der Fluppe auf die Tanzfläche?
Brandblasen an nackten Armen oder Asche auf der Kleidung (bisher nie ein Loch, Glück gehabt!) sind an der Tagesordnung, und das sind Leute, für die ich ohne zu zögern den Pranger wieder einführen würde.

Ach ja, liebes MAX in Kiel. Schön, dass ihr eine Nebelanlage habt. Wir haben es zur Kenntnis genommen. Jetzt könnt ihr sie wieder auslassen. Oder euch einen besseren Rhythmus zulegen.
Denn 20 min. lang alle 3 min. massiv eingenebelt werden und dann 1-2 Stunde gar nicht, dass klingt nicht nach durchdachter Choreographie.

Mein persönlicher Eierkocher im Rechner

Ich liiieebe unütze Gimmicks.
Deswegen kaufe ich ja bei DVDs auch so gern die Special Extended Edition mit all den Produktionsnotizen, deleted scenes, Audiokommentaren und und und *auf Sin City wart*
Auch wenn ich sie nur in den seltensten Fällen wirklich komplett begucke.
Mal Hand aufs Herz - welcher Besitzer der Indiana Jones - Box hier hat sich die vierte DVD, die mit dem ganzen Bonusmaterial, überhaupt mal in den Player gesteckt? Oder die von der schwarz-silbernen Star Wars - Box? Eben.
Nun berichtete der Spiegel vor einer Woche über mehr oder weniger nützliche Firefox Extensions.
Man kann Webseiten durcheinander würfeln, sich antrainieren, wie ein Küchenchef zu reden oder so schnel wie eine Kassiererin auf dem Nummernblock zu tippen (dabei haben ALDI und LIDL doch jetzt auch schon Strichcodes?!). Als völlig überflüssig wird aber u.a. der Eierkocher "Egg on" für den Firefox bezeichnet.
Und was sagt Daniela, als sie davon liest? "Coool."
Ich bin so ein Schlumpf, dass ich leider alles um mich herum vergesse, wenn meine Aufmerksamkeit abgelenkt wird. Da kann es schon mal sein, dass ich mich so lange mit dem Wohnzimmer-Lichtschalter herumärgere, dass ich danach vergessen habe, was ich da drin eigentlich wollte, ich hab dazwei Schalter mit so ner komischen "sich gegenseitig abschalt- und dem Besitzer das Leben schwer mach" Schaltung.
Oder aber ich koche ein paar Nudeln, wusele auch die ganze Zeit in der Küche herum, bis das Wasser kocht, Salz und Nudeln kommen rein und dann höre ich draussen das charakteristische Bremsen quietschen, lauere auf das gern mal hinterdrein folgende "Klirr", eile zum Fenster, mache dann irgendwas anderes und erinnere mich dann 20 min. später an die Nudeln.
Oder ich erinnere mich nicht mal, sondern wollte nur kurz was kaltes zu trinken aus dem Kühlschrank holen und sehe diese weiße eingedickte Masse im Kochtopf.
Aber Abhilfe schaffen könnte ja vielleicht dieses "Egg on"?
Also flugs heruntergeladen, installiert, Browser neu gestartet und - nix.
Rechner runtergefahren, alles neu gestartet - nix.
So ein Ärger.
Aber heute morgen kam mir die Idee - ich hatte nach der Totaloperation des Rechners (man erinnere sich an die neue Festplatte) vergessen, die Statusleiste unten wieder einzurichten. Und siehe da, rechts unten in der Ecke sieht man jetzt ein putziges kleines Ei, umringelt von einem Firefox. Süß.
Klickt man drauf, kann man wählen zwischen "Soft Egg", "Medium Egg" und "Hard Egg". Hm, so hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt, ich hatte auf eine Art Zeitschaltuhr gehofft.
Naja, dann werde ich mal die Zeit stoppen, die Firefox meint für ein hartes Ei zu benötigen, vielleicht kommt das ja mit meinem Nudelwasser hin.
Ansonsten habe ich auch immer noch den Kuh-Timer, den mir mein Bruder zum Einzug geschenkt hat. Wenn ich nur wüßte, wo ich den schon wieder hingemüllt habe ....

Keine kleinen Männchen auf meinem Rechner


Seit meiner letzten Amazon.de - Bestellung liegt hier eine putzige kleine Demo-CD herum. "Die Siedler 2 - Die nächste Generation". Da ich eh nicht so genau weiß, wo mir der Kopf steht, habe ich mir vorgenommen, mir nach dem ganzen Stress zur Belohnung 90 Min. Demo-Siedlern zu schenken.
Gestern abend, um halb elf zurück von der Arbeit dachte ich mir "hey, sch.. auf mein eigenes Timetable, ich werf das Ding jetzt ein".
Schließlich habe ich schon die alten Siedlerspiele, allen voran "Die Siedler 2" damals mit heller Begeisterung gespielt, auch wenn ich nie eins zu Ende gespielt habe. Wie war das mit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne? ;-) Auf jeden Fall warf ich die CD ein, begann die Installation, freute mich schon auf die in wenigen Augenblicken über meinen Bildschirm wuselnden Männchen, war beruhigt, dass die Demoversion nur "90 Minuten Spielspass" versprach, ich also nicht bis morgens um sechs hier sitzen würde - und dann reicht mein Arbeitsspeicher nicht!
Pah. Ich wollte das Spiel eh noch nicht spielen. Und wenn der Arbeitsstress ne Pause macht, hab ich Alex nagelneuen SpielePC vor der Nase. Da wollen wir doch noch mal sehen, wer hier wen kleinkriegt.

P.S. An alle, die sich in dieser schnelllebigen Bloggerzeit noch an die ominöse Mail erinnern, auf die ich seit Mittwoch warte - sie ist immer noch nicht da. Nur ein Anruf, dass sie kommen sollte. Letzten Sonntag :-(

Montag, September 18, 2006

Bloggen und andere Risiken

So ein Blog ist etwas wunderbares. Man kann mit wenigen Handgriffen seine eigene virtuelle Bühne im Netz aufstellen, die nicht umkippt, wo man sich wenig um die Technik und rein gar nicht um das Wetter sorgen muss.
Da keine Kosten auftauchen, benötigt man auch nicht zwingend Leser, wobei diese selbstverständlich gern gesehen sind, vor allem, wenn sie auch kommentieren.
Und so erzähle ich also wildfremden und auch ganz eng bekannten Menschen auf dieser Blog-Bühne, was mir gerade so durch den Kopf geht oder worüber ich mich so aufrege oder stelle Fragen in den Raum. Alltags-Bloggen eben.
Aber leider sind wir nicht im Zeitalter der freien Rede, sondern in der Phase der Massenabmahnung gelandet, und da kann sowas auch nach hinten losgehen.

Ich rate euch, guckt mal bei rainersacht.de vorbei. Unterstützt ihn. Auf das wir alle weiterhin frei sprechen dürfen. Treffen am 27.10. in Hamburg?

Sonntag, September 17, 2006

Ein schwarzes Fussball-(Tipp-)Wochenende

Wer mein Blog über einen längeren Zeitraum liest oder über Pleitegeiger, Kirsten oder die Fussballperle hierher gefunden hat, könnte annehmen, dass ich über ein klein wenig Fussballsachverstand verfüge. Auf jeden Fall über Fussballbegeisterung. Ein lebenslange Treue gegenüber den F95-Jungs und seit ca. nem 3/4 Jahr Begeisterung für die Frankfurter Eintracht, dazu Begeisterungsstürme, ausgelöst durch meinen privaten Fussballstar, meinen kleinen Bruder Michael "Mike" Sonders von Kilia Kiel in der Fussball Bezirksklasse ;-)

Und genau diese Begeisterung hat mich auch dazu verführt, mich bei der Kicktipprunde von Jens vom Pottblog anzumelden.
Soweit, sogut. Die ersten drei Spieltage ergaben immer knapp zweistellige Punktzahlen, das sah doch ganz ordentlich aus. Tagessieger wurde man bisher mit 15-19 Punkten, alles machbar, aber ein Platz unter den ersten 10, zwischenzeitlich unter den Top 5 ist ja auch nicht zu verachten.

Bis zum heutigen Spieltag. Welch eine Katastrophe!

Falls jemand es genau wissen will:

Heim - Gast - Ergebnis (Mein Tipp)
VfL Wolfsburg - Hannover 96 1 : 2 (1:1)
Werder Bremen - VfB Stuttgart 2 : 3 (2:0)
Borussia Dortmund - Hamburger SV 1:0 (1:2)
1. FC Nürnberg - VfL Bochum 1 : 1 (1:0)
Arminia Bielefeld - FC Bayern 2 : 1 (0:3)
Alemannia Aachen - Bor. M´gladbach 4 : 2 (1:2)
Energie Cottbus - FSV Mainz 05 2 : 0 (0:2)
Hertha BSC Berlin - FC Schalke 04 2 : 0 (1:1)
Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen 3 : 1 (2:1)


Seht ihr diese Katastrophe?
Da gabs ja noch nicht mal Punkte für die richtige Tendenz, alles komplett verrissen.
Aber meine Frankfurter, die haben mir zwei Ehrenpunkte besorgt, und ich bin sehr stolz auf sie.

Aber wer ahnt denn bitte, dass Cottbus Mainz schlägt, Stuttgart die Bremer und Bielefeld die Bayern? Das hat doch nichts mehr mit Fussballsachverstand zu tun, das waren Ermüdungserscheinungen nach der CL blablabla
Ich kling schon wie ein Trainer auf der Abschußliste, der sich um Kopf und Kragen redet ;-)
Aber nächste Woche wird es wieder besser, da wette ich drauf. Bzw. da tippe ich drauf.


Wenigstens haben die DEG und F95 ihre Spiele erfolgreich bestritten! Ich freu mich sehr!

Samstag, September 16, 2006

Themen-Film-Abend

Ich gucke gern Filme. Ich habe gern Besuch. Ich esse gern.

Wie verbindet man das alles am besten?
Genau, mit einem Videoabend.
Da können die Dinger noch so lange DVDs heißen, auch wenn mein Videorecorder nicht mal ans Stromnetz angeschlossen ist - und ich wohne hier seit Februar! - es ist und bleibt ein Videoabend.

Erinnere mich gern an den Amerikanischen Abend, mit dem ich meine neueste Hepburn-DVD gefeiert hab. Danach gab es noch den einen oder anderen netten Videoabend, aber nie mehr so richtig "thematisch".

Nun hat mich Jens vom Pottblog auf eine gute Idee gebracht - einen Ruhrpott-Abend!
Ich bin ja selbst Rheinländerin aus Düsseldorf, die schon lange an der Ostseeküste lebt, deswegen muss ich mich da ein wenig auf die Tipps anderer Leute verlassen.

Die Filmauswahl wird in den Kommentaren gut aufgelistet, z.B. "Was nicht passt, wird passend gemacht" oder "Bang Boom Bang". Evtl. auch ein Schimanski-Tatort.

Und was gibts zu trinken und zu essen?
DAB?
Currywurst?
Fritten/Pommes Schranke?

Bin für kulinarische und Filmvorschläge dankbar.

Kaufrausch im Supermarkt

Ja, es gibt zahlreiche "A-Blogger", die über uns "D-Blogger" (eigene Einschätzung) lästern, wir würden das Blog gerade mal als virtuellen Einkaufszettel benutzen.
Na, dann erfülle ich mal das Klischee, allerdings war ich schon einkaufen, und zwar im Studi-Sky (von Fronk in MC Winkels whudat-Kommentaren auch "Single-Sky" genannt).
Alex ist nicht da, ein großer Berg Arbeit liegt auf dem Schreibtisch und ich habe in den letzten 15 Min. der Stadtbücherei-Öffnungszeit noch schnell das Buch von Vikram Seth "Zwei Leben" mitgenommen.
Ein indischer Autor, klar. Warum klar? Das wird hoffentlich morgen endlich an dieser Stelle abgefeiert *immer noch auf etwas offizielles wart*

Und natürlich wird die Wartezeit gleich genutzt, um ein paar Produkttests auf das dazugehörige Warenwelt-Blog zu posten.

Aber keine Sorge, ich laufe jetzt nicht mit in 2h aufgehäuften 3 kg Übergewicht herum, einige der Produkte hatte ich schon mal gekauft und nur noch keine Zeit gehabt, sie zu bewerten.
Viel Spass beim lesen und lästern!

Versteckt im Kulturprogramm ..

Massive Eigenwerbung im Fernsehen geht mir normalerweise ebenso massiv auf den Keks.
Wenn man wie ich viel VOX guckt, ist man eigentlich immer froh, wenn es endlich Freitag ist, dann gibts neue Werbung für den "Donnerstag abend-Film", mit der man dann wieder eine Woche terrorisiert wird.

Aber warum muss ich denn Dinge wie das heutige 3sat-Nachmittagsprogramm nur zufällig beim Zappen entdecken?
Darf ich mal auflisten?

10.50 Jeanette: Break on through Tour
11.45 Christina Stürmer: Schwarz-Weiß
12.30 Tokio Hotel: Schrei - Live
13.30 Silbermond: Live in Kamenz
14.15 Die Toten Hosen: Heimspiel
15.15 Avril Lavigne: "Try to shut me up"-Tour
15.45 Green Day: Bullet in a Bible
16.30 Pink: Live in Europe

17.15 James Blunt: Live in Concert


Okay, für mich sind eh nur die fettgedruckten brauchbar, und A.L. war grottenschlecht (s.u.), aber ich warte jetzt auf Green Day und Pink und freu mich einfach, dass ich dieses Highlight entdeckt habe. Und das für meine Gebühren!

Live-Musik-Enttäuschung

An alle Möchtegern-Popstars/DSDSler etc.:
Ich empfehle, die Aufzeichnung eines Konzerts von Avril Lavigne zu besorgen, dass am Samstag nachmittag auf 3sat lief - die Frau kann ja GAR NICHT singen.
Also Kopf hoch, wenn ihrs erst ins Studio geschafft habt, machen die eure Stimme schon fit.

Memo an mich: Keine A.L.-Live-CD kaufen.

Ich meine, ab und zu einen Ton verreissen, okay, es ist live. Aber so grundsätzlich falsch zu singen, keine "Stimme" zu besitzen, das ist wirklich übel.
In den sehr rockigen Liedern mit viel Gitarrenunterstützung merkt mans nicht so schlimm, aber wer wie ich den Song "I´m with you" mag, sollte ihn niemals live anhören.
Malte, mit dem ich währenddessen auf ICQ sprach, kann ein Lied darüber singen (sic!) wie deutlich ich mein Entsetzen über diese unglaublich schiefen Töne ausgedrückt habe.
ich sprach glaub ich von der Verkrampfung meiner Ohren und darüber, dass sogar ein "laalaalaa" bei ihr grausam klingt.
Schade.

Fiepen im Ohr ...

Den Sommer über meide ich Clubs und Discotheken wie der Teufel das Weihwasser.
Warum sollte ich mich auch in einer stickigen, überhitzten, verräucherten Bude durch die Menschenmassen quälen, wenn es soviele Outdoor-Möglichkeiten gibt? Als da wären die Kieler Woche, Grillen im Schrevenpark, div. Volksfeste, WM - Public Viewing, Open Air Konzerte oder einfach bis spätabends auf der Terasse einer netten Kneipe sitzen.
Okay, ich war auch noch auf der einen oder anderen Studiparty, aber die sind ja zumeist in größeren Hallen mit besserer Luftzirkulation.
Gestern also haben wir den Herbst eingeläutet und sind endlich mal wieder indoor ausgegangen.
Ü30-Party im MAX, zumeist besucht von Menschen über 25, zum langsamen Wiedereinstieg, man kommt ja auch so langsam ins Alter und will nicht ständig von irgendwelchen15jährigen in der Schlange daran erinnert werden, dass man hier auch schon mit 15 stand und darauf hoffte, dass niemand den Ausweis kontrolliert. Wobei mir das heute noch passieren kann und ich dann für allgemeine Heiterkeit sorge, verbunden mit diesen blöden "Freu dich doch drüber!" -Sprüchen. Nun, da ich eh keinen aufreissen will, ist es auch egal, für wie alt die Allgemeinheit mich hält, aber ich habe für meine Begriffe oft genug mind. 5-7 Jahre jüngere Jungs am Hals gehabt. Bei einer Studi-Party habe ich tatsächlich mal gefragt: "Und? Was soll ich mit dir anfangen? Dich entjungfern?". Okay, war nicht nett, aber effektiv.
Aber wenn ich solche Geschichten erzähle, kommt garantiert auch wieder so ein "Freu dich doch drüber!". Worauf? Dass Erste-Hälfte-Twens auf mich stehen? Klar freut das mein Ego - ca. 5 min.

Aber eigentlich wollte ich ja vom gestrigen Abend erzählen. Meine Güte, war ich eingerostet. Okay, die 7 kg, die ich mir in den letzten 2 Jahren angefuttert habe, nerven schon ein wenig, aber ich konnte die Hüften schon mal geschmeidiger wiegen :-(
Naja, die Tanzfläche war eh brüllend voll, so dass wenig Entfaltungsmöglichkeiten blieben, ich freute mich über Klassiker aus den 80ern, die 90er wurden wohltätig ausgelassen und wir landeten immer mal wieder mit Schwung in der Jetzt-Zeit. Gute Mischung.
Aber es ist schon so, dass Klassiker eine magische Anziehungskraft haben. Eigentlich schmerzen schon die Füße, man muss längst sein Flüssigkeitsdefizit ausgleichen bzw. selbige an den dafür geeigneten Ort bringen, aber dann kommt Nena. Und dann ein altes Stück von Depeche Mode. Und dann auch noch ein Grease-Megamix. Und man lacht und tanzt und singt und tanzt und lacht. Welcher Kulturbanause verlässt denn bei Depeche Modes "Everything counts" die Tanzfläche? Diese Menschen haben doch kein Herz ....
Nachdem ich noch die umstehenden Menschen belustigt hatte, weil eine der mir bekannten Tresenkräfte versuchte mich zur Begrüßung bzw. zum Abschied über den Tresen hinweg zu umarmen, der Tresen leider vergleichsweise breit war und wir beiden Mädels eher um die 1,60m ... gings auch so schon langsam nach Hause. Und da war es dann, ein Nebeneffekt, den ich nicht vermisst und auch verdrängt hatte, bis es denn soweit war - das Fiepen im Ohr.
Klar war die Musik zu laut. Schließlich will ich auch nicht meine eigene Stimme hören, wenn ich aus vollem Hals die Musik zur RockyHorrorPictureShow mitgröhle, Gott bewahre.
Aber meine Ohren sehen das anscheinend anders, und während Bill Bryson mich in den Schlaf brachte (seine Amerika-Kolumnen besitze ich seit ca. 3 Jahren, aber ich kann mich jedes halbe Jahr wieder darüber amüsieren) hoffte ich, dass das Fiepen am nächsten Morgen weg sei. Denn ein immerwährender Tinnitus muss die Hölle sein.
Ich danke Gott, dass ich bisher davon verschont worden bin.
Und plane nebenbei schon, was ich heute abend unternehmen werde ;-)

Donnerstag, September 14, 2006

"Das Parfüm" mit großartiger Besetzung

Wenn man sich im Kino eine Buchverfilmung ansieht, dann hofft man insgeheim, dass die Bilder auf der Leinwand mit denen im "Kopfkino" übereinstimmen - wenn nicht sogar noch neues hinzufügen.

Ich kann sagen - Tom Tykwer hat mit "Das Parfüm" genau meine Bilder getroffen. Der Hauptdarsteller war überragend gut, ich denke mal, es war wirklich die Rolle seines Lebens. Jean-Baptiste Grenouille hat mich mitgenommen auf die Reise seines Lebens, man war stiller Beobachter, hat sich nicht mit der Hauptperson identifiziert, was bei dieser Geschichte meiner Meinung nach auch gar nicht möglich war, aber Mitleid empfunden, ist eine emotionale Bindung eingegangen.
Es gab ein paar Stellen, an denen ich mir gewünscht hätte, dass die Geschichte noch tiefer, noch intensiver wird - aber das ist wohl der Unterschied zwischen dem Lesen eines Buches und dem "Kopfkino", wo man alle Zeit der Welt hat, und einer Literaturverfilmung, die mit einem gewissen Zeitfenster auskommen muss.

Dustin Hoffmann als Parfümeur in gewohnt souveräner Art, genau wie Alan Rickmann, der doch immer wieder eine einzige Rolle spielt - die desjenigen, der auf die Menschenein wenig herabblickt, immer die leicht gehobene Augenbraue. So wie ich ihn sehen will ;-)

Was mich am meisten erstaunt ist die Tatsache, dass mir die Überlänge des Films gar nicht aufgefallen ist. Nachdem wir zwei ältere Damen von unseren Sitzen verscheucht hatten, kuschelte ich mich in den CinemaxX-Sessel, tauchte ein in die Geschichte und erwachte eigentlich erst wieder in der realen Welt, als der Film "schon" vorbei war.

Um danach wieder mit voller Wucht in diese reale Welt hinausgestossen zu werden, denn das Kieler CinemaxX hatte den Film in beiden großen Kinos nahezu zeitgleich gezeigt, und wenn man die Handvoll Männer, die hier und da mal auftauchten abzieht, waren trotzdem 1200 (!) Frauen plappernd und lachend alle gleichzeitig im Foyer unterwegs.
Ich hab auch prompt Kopfschmerzen bekommen *g*

Mittwoch, September 13, 2006

Aktualisieren, aktualisieren, aktualisieren ...

Heute erwarte ich eine wichtige Mail.
Eine Mail, die mir hoffentlich eine positive Nachricht bezüglich eines kleinen Jobs bringt, den ich so unheimlich gern machen würde.
Es geht nicht mal um das Geld, dass ich dabei verdienen würde (wer mich nicht kennt, wird lachen, aber wer mich kennt, einfach nur nicken) , sondern um den Job an sich.
Heute sollten wir Bescheid bekommen, und so klicke ich schon den halben Tag permanent den Aktualisierungsbutton meines Browsers.
*seufz*
Ich war natürlich schon aus dem Haus, im Büro z.B., und in der Bücherei. Wobei ich da beinahe versucht war, einen Euro dafür auszugeben, einen der öffentlichen Internetterminals zu nutzen. Gut, dass ich mich beherrschen konnte, denn die Mail ist immer noch nicht da.
*wart*

Geh ich jetzt einkaufen? Anette und ich gucken nachher in der Ladys Night "Das Parfüm" und da sie bei mir übernachten wird, muss ich ja ein paar Sachen im Kühlschrank haben. Und wenn die Mail dann kommt?

*wart*
*wart*

Und bevor jemand auf die dumme Idee kommt: Ja, ich habe den Spamfilter ebenfalls regelmäßig kontrolliert.

Wo wir gerade alle so in 9/11 schwelgen ...

... muss ich leider immer wieder auch an ein Gespräch denken, dass mir gezeigt hat, wie sehr die Welt sich seit dem verändert hat.

Folgt mir in dieses Szenario:

Party eines Freundes meines damaligen Freundes, alles Menschen zwischen 20 und 30, alle bereits berufstätig im mittleren Sektor (Bootsbauer, Mechatroniker, soz.päd. Assistentinnen, Friseurin etc.) Spott über mich als der einzigen "faulen Studentin" sind in dieser Runde eh an der Tagesordnung.

Ich werde von der Friseurin, deren blonde Locken und Pfannkuchengesicht mich immer an Miss Piggy erinnern, gefragt, warum ich denn nicht so fröhlich und lustig erzählen würde wie sonst immer. Weise darauf hin, dass ich auf der Fahrt zum Partyort eine schlimme Geschichte im Radio gehört hatte, und mich damit beschäftigen würde.

Neugierig geworden, piesakt sie mich so lange, bis ich ihr (und damit allen anderen am Tisch) erzähle, dass in Afghanistan ein amerikanischer Pilot mit nervösem Zeigefinger auf eine afghanische Hochzeit eine Bombe geworfen habe.
Ich schüttelte den Kopf ob dieses Wahnsinns, und dachte, alle anderen würden ebenso erschüttert sein. Mitnichten.

Stattdessen fragt mich "Miss Piggy", wieviele Menschen denn da umgekommen wären. Ich mutmaßte, dass es ca. 50 Tote und zahlreiche Verletzte gegeben hätte, irgendwie sowas hätte nrd2 mir in den Nachrichten erzählt.
Und was sagt die Schnepfe? "Na, das ist ja gar nichts gegen die vielen Leute, die im World Trade Center gestorben sind."
Ich war sprachlos ob dieses Vergleiches, stammelte etwas von dem eklatanten Unterschied zwischen den Sachverhalten, da das WTC von Terroristen angegriffen wurde, während die USA den Staat Afghanistan angegriffen hätte, und das ich (bis heute übrigens) keine Kriegserklärung der Afghanen mitbekommen hätte.
Stille am Tisch.
Und dann guckt mich Miss Piggy ganz merkwürdig an und sagt wie beiläufig: "Ach jaaaa .... du bist ja auch irgendwie sowas. Oder?"

???

Miss Piggy: "Na, Islamistin."
Einwurf ihres Freundes: "Die heißen Moslems."
Miss Piggy: "Naja, sowas radikales eben."

????

Der ganze Tisch wartet auf meine Reaktion, ich sammle mich ein wenig und sage: "Ja, stimmt. Ich bin Katholikin, und genau wie alle Christen ist das ne ganz schön radikale Gruppierung, man denke nur an die Kämpfe in Irland, oder die Kreuzzüge, das waren auch Christen.
Aber ja, ausserdem bin ich auch noch Halb-Inderin, stimmt."

Schweigen.

Und mit dieser stoischen Gelassenheit, Dinge, die man nicht verstanden hat, einfach zu ignorieren, grinst sie dümmlich-trimphal in die Runde und sagt tatsächlich: "Wusste ich´s doch!".

Es folgte Schweigen, Gott sei Dank unterbrochen dadurch, dass im Nebenraum ein Tumult ausbrach, weil eine der weniger intelligenten Partybesucherinnen den Nebenraum mit Musik der wiedererstarkten Modern Talking terrorisierte.

Ich verliess die muntere Runde, ging ins Bad und schrieb auf, was da eben passiert war. Alle Sätze, alle Gefühle, die ich mir gemerkt hatte, brachte ich zu Papier, und diesen Zettel habe ich eben gerade bei der Suche nach einem Radiergummi gefunden. Gelesen und ein wenig Wasser in den Augen gehabt. Getrauert.

Darüber, wie sich alles verändert hat, wie leicht man mit einer kritischen Haltung zur US-Politik zum radikalen Moslem mutieren kann. Bin ich froh, dass es bei uns keine Stasi gibt, die hätten wohl spätestens nach diesem Gespräch eine Akte über mich angelegt, Teile der Partygesellschaft hätten sich da bestimmt gern als IM angeboten.

Montag, September 11, 2006

Watchmen oder gute Beratung im Comicladen

Meine Comicsympathien sind ganz klar verteilt:
Habe ich Lust auf fröhliche, lustige Geschichten, greife ich zu Comics aus Entenhausen, Garfield, Bone, Nick Knatterton, Gary Larson oder den Simpsons.
Solls ein wenig dunkler sein, bin ich mit allem aus dem Batman-Universum (inkl. Batgirl, Nightwing, JLA etc.) auf der sicheren Seite.
Aber immer mal wieder will ich noch ein wenig tiefer graben, schnappe mir Transmetropolitan, Spawn, französische Comics wie Raubtiere (Rapaces) oder auch mal Sandmann oder SinCity, wenn ich sie in der Bücherei in die Finger bekomme.

Auf der Suche nach neuen Batman-Ausgaben tummle ich mich gern mal in Comicläden, aber dieses Mal legte mir der Comichändler meines Vertrauens etwas ganz anderes auf den Tresen: Watchmen.

Was wäre, wenn kostümierte Helden den Verlauf der Geschichte verändert hätten? Wenn sie verboten würden? Wenn die Welt aus den Fugen gerät?
All dies zeigt "Watchmen", aber auch noch viel mehr. Es liegt wohl an meiner eigenen Unzulänglichkeit, die Faszination, die dieser Comic auf mich ausübt, nicht richtig fassen und daher auch nicht richtig wiedergeben zu können.
Nachdem ich diesen Wälzer konsumiert hatte, habe ich mich ein wenig auf Recherchetour begeben, und einige interessante Links dazu gefunden, z.B. einige Rezensionen u.a. auch bei screwtapes, einen Wikieintrag (englischund deutsch) die Ankündigung in imdb, dass bereits ein Filmskript in Auftrag gegeben worden ist.
Lassen wir uns überraschen.
Das Buch kann auch gern von rücksichtsvollen Händen bei mir geliehen werden, mal eben so
bei amazon oder im Comichandel 49,95 eur ausgeben muss ja auch nicht sein.

Ungesundes Essen

Ich habe von je her einen Hang zu ungesundem Essen.
Wenn ich irgendwo eine Geschmacksprobe mache, dann suche ich unter Garantie immer das fettigste, zuckerhaltigste Produkt aus.
Chips schmecken besser als Blumenkohl, Mononatriumglutamat, Fett und Salz sei dank :-(

Und wieder hat es mich erwischt - ich esse gern Reis. Lecker. Hängt wohl damit zusammen, dass meine indische Mutter uns ständig mit guten deutschen Kartoffeln gequält hat ;-), und meinen Lieblingsreis hatte ich auch schon ausgemacht. Nachdem ich mich durch all die Reissorten aus dem Asialaden und den Feinkostabteilungen der Supermärkte getestet habe, fand ich meinen Lieblingsreis: Bon-Ri Parboilded Reis von Feinkost Albrecht aka ALDI Nord. (Bild: ddp)

Endlich mal was gesundes, Reis schwemmt Wasser aus dem Körper und ist einfach rundum gut. Sagt auch hr-online.
Und was erfahre ich nun? Die von mir favourisierte Reissorte ist laut Greenpeace genmanipuliert. War ja klar.

Radiator Springs ist auch nur Grady

Haben am Samstag den neuenPixar-Zeichentrickfilm "Cars" geguckt, und mich sehr gut amüsiert. Ein Kinderfilm mit diversen Wortwitzen, die auch für Erwachsene interessant sind. Ein paar Längen, klar, aber verkraftbar, vor allem, wenn man wie mein Schatz Alex Motorsportfan ist.

Eine weiterführende Filmkritik spare ich mir jetzt mal, die gibt es in der einschlägigen Fachpresse zuhauf, sondern möchte nur alle Fans unterhaltsamer Hollywood-Streifen an den sympathischen kleinen Film "Doc Hollywood" mit Michael J. Fox erinnern. Wenn man meint, dass Bollywood schamlos bei anderen Filmen klaut ("Dhoom" besteht aus "Fast & the furious", "Nur noch 60 Sekunden", "OceansEleven" und "Taxi" gepaart mit indischen Farben, Sing und Tanz-Einlagen), der sollte mal Cars und Doc Hollywood vergleichen.
Und dann herzhaft lachen.

P.S. Habe beim Popcorn-Kauf ein cooles kleines Gimmick geschenkt bekommen, ein Superman-Radio. Aber das wird in den nächsten Tagen seperat "abgefeiert", das habe ich Malte versprochen.

Mein 9/11

Heute erinnert sich die Welt an 9/11. Auch Jens und Jens.

An den Vormittag des 11.9. vor fünf Jahren erinnere ich mich noch sehr genau.
Ich war bei meinen Eltern, unterhielt mich mit meinem Vater über Reisepässe und Visa, kramte in Mamis "offizieller Schublade" herum (die mit den Pässen, Kontoauszügen etc.) - und fand eine Klarsichttüte mit Photos.
Photos von meiner im Frühjahr verstorbenen Oma, die - wie in Indien üblich - im offenen Sarg aufgebahrt wurde, damit alle, die es in 3 Tagen dorthin schaffen konnten, sich noch einmal von ihr verabschieden können.
Wir haben es nicht geschafft - 3 Tage sind sehr knapp, wenn man Ticket und Visum benötigt (meine Mutter ist ja längst deutsche Staatsbürgerin, hat also Visumpflicht), und in Indien ist es aufgrund von Seuchengefahr etc. Pflicht, die Toten als bald als möglich unter die Erde zu bringen.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nie richtig um sie getrauert. Erst im September zuvor hatte ich sie besucht, gemeinsam mit meinem damaligen Freund, der mich im Februar gegen ein anderes Mädchen ausgetauscht hatte. Ich war entsetzt, dachte, ich litte an Liebeskummer, wo eigentlich nur mein Ego getroffen war. Auf jeden Fall hatte ich keine Tränen mehr, war ein emotional ausgewrungener Waschlappen, als die Nachricht vom Tod meiner Oma kam.
Am 11.9. nun fand ich diese Bilder, die Klarsichttüte ließ mir keine Chance, dem Anblick zu entgehen.
Sehr friedlich lag sie da, mein geliebter alter Drachen. Und so zerbrechlich.
Meine Augen schwammen in Tränen (so wie jetzt gerade), als ich ins Wohnzimmer ging, versuchte, mich mit meinem Vater, um Normalität bemüht, über die aktuelle Situation unseres Heimatvereins Fortuna Düsseldorf zu unterhalten.
Wir stritten uns ein wenig um die Tabellenplatzierung, so dass ich, wider der Gewohnheiten im Elternhaus bereits tagsüber den Fernseher anstellte, um im Videotext des WDR die aktuellen Spielstände und Tabellen zu erfragen (es gibt dort kein Internet).
Die ARD sprang an, und Uli Wickert war auf dem Bildschirm zu sehen, er erzählte, dass ein Flugzeug in einen der beiden World Trade Center-Türme hineingestürzt wäre.
Links neben ihm sah man in einem Bildschirm einen brennenden Turm, aber während Wickert noch erzählte, dass es keine Aufnahme davon gab, sah man im Hintergrund mit Entsetzen, dass auch der zweite Turm angegriffen wurde.
Wobei, kann man "Angriff" dazu sagen?

Ich war sowieso noch emotional angeschlagen, und begann sofort zu weinen. Menschen sprangen aus den Fenstern, man sah kleine Figürchen, die an den großen Türmen entlang flogen. Seltsam - bei meinem Besuch dort hatte man mir erzählt, dass die Fenster gar nicht zu öffnen seien.

Der nächste Griff ging zum Telefon - Anruf in New York versucht, abchecken, ob die Verwandten irgendwo in der Nähe waren. Nunja, damit waren wir wohl nicht die einzigen, und so dauerte es zwei quälend lange Tage, bis wir endlich die Gewißheit hatten, dass Vatsala und Co. am Leben waren. Doch es hatte einige Freunde getroffen. So ist es wohl überall - man kennt immer jemanden, der jemanden verloren hat.

Was genau danach kam, bin ich überfragt. Meine Mutter kam nach Hause, entsetzt, aber wir gingen ins Schlafzimmer und besahen lieber nocheinmal gemeinsam die Photos ihrer Mutter/meiner Großmutter.
Vielleicht habe ich deswegen einen emotionalen Schleier über die kommenden 5-10 Tage gehängt. Habe ich um die unfassbar vielen Opfer von 9/11 getrauert? Oder um meine Oma? Oder war ich aufgrund der Erfahrung emotional so offen, dass ich das Leid der halben Welt mitgetragen habe?

Bis heute habe ich es nicht zum Ground Zero geschafft. Und eigentlich will ich abwarten, bis alles wieder aufgebaut ist, so oft ich schon eingeladen war. Aber als ich zwischen den Türmen stand, fühlte ich mich wie im Vorspann von Dallas, und als ich unten zwischen den einzelnen World Trade Centern unterwegs war, gab es ein angenehmes Prickeln zwischen den Schulterblättern. Unfassbar, dass all das weg sein soll.

Die Erinnerungen an die Gedanken damals werden überlagert von Überlegungen, die ich in den letzten Jahren angestellt habe. Z.B. ärgere ich mich darüber, dass mir die Toten in NY näher gingen als die im Pentagon.
Ich ärgere mich darüber, dass ich mich habe vom 9/11-Emotiocon-Werbefeldzug habe einspannen lassen, wo doch auch in anderen Teilen der Welt jeden Tag Menschen sterben, sei es durch Hunger oder Krieg.

Ich habe gelitten mit den Menschen, die starben, und mit denen, die überlebten.
Und ich habe mich gestritten, mit dummen dummen Menschen, die tatsächlich die Toten in Afghanistan und Irak gegen die Toten im WTC aufrechneten.
Als wenn eins dieser Länder aktiv die USA angegriffen hätte!
Und musste mich darüber ärgern, dass eben diese Menschen gern mal Aussagen in den Raum stellten wie "ach ja, du bist ja auch nicht ganz rein Deutsch, welche Religion nochmal?". Katholisch, danke der Nachfrage.

Und stellte zum ersten Mal so richtig aktiv am eigenen Leib fest, wie es war, eine gegenteilige Haltung zur aktuellen Medienmaschinerie-Meinung einzunehmen.
Wer den Krieg in Afghanistan - der später nahtlos in den Irak überging, wenn man schon mal dabei war - kritisch betrachtete, war kein Patriot, kein Amerikafreund, schlimmer noch, ein Sympathisant der Taliban-Unterdrücker. Dass die Rolle des zu bekämpfenden Oberbösewichts kurzzeitig von Osama zu Saddam wechselte, war für sehr viele Menschen im Freundeskreis meines damaligen Partners aber völig legitim.

Vielleicht sind größere Katastrophen für mein kleines Gehirn nicht fassbar. Der Tod meiner Oma, der Verlust, den meine Großcousine bei 9/11 erlitten hat, das waren fassbare Ereignisse. Auch wenn die US-Armee in Afghanistan eine Hochzeitsgesellschaft in Schutt und Asche legte, weil es dort Feuerwerk gab, das ist für mich fassbar. Aber die Hohe Anzahl Toter, die ist für mich nicht fassbar. Vielleicht, wenn ich überlege, dass die Einwohner einer kompletten Kleinstadt plötzlich nicht mehr da sind. Vielleicht dann.
Auf jeden Fall war danach nichts mehr so, wie es vorher war. Und es gefällt mir nicht.
Friede allen Menschen, die gewaltsam sterben mussten. Ob nun im WTC, im Pentagon, in Afghanistan, im Irak, in den Zügen in Madrid und London, und Friede der Seele meiner Oma, die ich sehr sehr vermisse.

Sonntag, September 10, 2006

Ich würde Menschen, die Worte wie "supie" oder "Athmo" benutzen am liebsten ne Kopfnuss verpassen. Aber wir sind ja alle tolerante, zivilisierte Menschen.

Mittwoch, September 06, 2006

War letzte Woche in einer Gruppe von Menschen unterwegs, die ich kaum kannte (uns einte der Job), als jemand Eva Hermann und ihre Thesen ansprach.
Habe nur kurz meine Meinung geäußert "ich halte davon nichts und sehe nicht, dass man stundenlang darüber debattieren muss" da bekomme ich von einem Mädel diesen Blick entgegengeschleudert, ihr wisst schon, diesen "ich weiß mehr als du" - Blick, gepaart mit der Aussage "weißt du überhaupt genau, worum es dabei geht?" im herablassenden Tonfall.
Obwohl ja der verliert, der sich rechtfertigt, habe ich doch ins Gespräch geworfen, dass ich eher zufällig ihr Interview in Cicero gelesen habe, und erst danach den Hype drumherum mitbekam, meine Meinung auch seit dem schon feststeht. Daraufhin veränderte sich der Blick, wechselte in "wir gebildeten unter uns" - Blick, den ich fast noch unausstehlicher finde.
Und ärgere mich darüber, dass ich Ms. Neunmalklug nicht einfach ein "Ja. Und du?" entgegengeschleudert habe, sondern stattdessen eben o.g. Rechtfertigung erbracht und mich dann aus den Gesprächen, die sich genauso entwickelten wie vorausgesehen (sie klugscheißt, die anderen schweigen irgendwann stumm ob ihrer verbalen Überlegenheit) herausgehalten und meine Arbeit erledigt habe.

Unterschiedliche Sonntags-Gestaltung

Also mein letzter Sonntag begann spät, wir waren frühstücken mit meinen Eltern, haben dann noch ein wenig zu Hause rumgehangen, für meinen Spontan-Besuch in FFM gepackt (d.h. für 5 Tage den halben Kleiderschrank mitgenommen) und dann gemeinsam den kleinen 1er BMW über die Autobahn geprügelt.

Andere Leute erledigen in der Zeit mal eben so einen Triathlon. Unbedingt mal lesen!

... und die PS3 kommt immer noch nicht

Wie haben mich die MediaMarkt-Kunden im letzten Jahr genervt: "Die PS3 kommt ja schon im Frühjahr, da kauf ich doch jetzt keine PS2/XBox360 etc.!!"

Da konnte ich gebetsmühlenartig wiederholen, dass es mir eigentlich egal sein könnte, da ich weder für Sony, noch für Microsoft, sondern für EA dort arbeitete, die von mir promoteten Spiele also eh auf allen vorhandenen Konsolen liefen. Aber dass ich dann doch sehr sichere Informationen von den EA-Entwicklern hätte, also den Leuten WELCHE DIE SPIELE FÜR DIE PS3 HERSTELLEN, und daher meinen Infos ganz sicher eher zu trauen sei als irgendwelchen Inet-Gerüchten, und dass unter Garantie die PS3 FRÜHESTENS im 3. Quartal 2006 kommen würde. Aber ich bin ja ein Mädchen, und habe daher aus Prinzip keine Ahnung.
Zwar hat mich EA für dieses Weihnachtsgeschäft noch nicht gebucht, aber da man als EA-Promoter nie nur die eigenen Spiele, sondern alle Artikel, die in der MultiMedia-Abteilung vorhanden sind, verkaufen muss, habe ich mich natürlich ein wenig über die PS3 auf dem laufenden gehalten. Es ist einfach die klassische Frage "Welche ist besser?", die mir hundertfach begegnen wird, und da muss ich kompetent drauf antworten können, sonst kann ich denen nicht auch noch ein EA-Spiel obendrauf legen. Also alle wichtigen Facts über XBox360, Wii und PS3 auswendig gelernt, zur Kenntnis genommen, dass es FIFA 07 nicht für die PS3 geben wird. Kein Problem. Die Wii wird eine Konsole sein, die ich den Kunden im Gegensatz zum vorherigen "Würfel" wirklich ans Herz legen kann.

Und nun kommt heise und informiert mich, dass ich mir gar nicht soviele Gedanken machen muss - die PS3 kommt nicht mehr rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft nach Europa!
Grund für die Verschiebung sei, dass man derzeit das Produktionsaufkommen der Laserdiode für das Blu Ray Laufwerk nicht erfüllen kann.

Und damit leite ich auch schon den Abgesang ein, der sich schon im letzten Jahr so langsam in meinen Kopf schlich - die Playstation ist tot.

Ich meine, ich bitte euch - wer gibt denn knapp 600 Eur für eine Spielekonsole aus?
Okay, ein paar Verrückte wirds immer geben, die unbedingt ein Blue-ray-Laufwerk haben wollen (auch wenn wir uns ja alle auf keinen Standard einigen wollen/können), aber im Vergleich zu den Eltern, die vor Weihnachten eine Spielekonsole für ihre Kinder haben wollen, und dann feststellen, dass sie keine Monatsmiete für eine Konsole ausgeben wollen, die sie nicht mal unter den Weihnachtsbaum legen können, ist das eher eine kleine Gruppe.
Und wenn ich doch ein Fan der PS2 bin, so denke ich wirklich, dass man den Technikfreaks die XBox360 verkaufen kann, den Spieleverrückten die Wii, auch wenn ich diesen Sensorstab merkwürdig finde, aber ich solls ja nicht benutzen, sondern nur verkaufen ;-) Ausserdem soll letztere gerüchteweise gerade mal um die 200 - 250 Eur (ohne Zubehör) kosten, dass nenn ich einen klaren Punktgewinn gegenüber der PS3, deren ständig verschobenes Veröffentlichungsdatum so langsam albern wirkt.

Montag, September 04, 2006

Steve Irwin ist tot

Steve Irwin? Wer ist Steve Irwin?
Die stets gutgelaunte Nervensäge von RTL2, der Typ mit den Krokodilen.

Ah, da fällt der Groschen, stimmts?

Ich habe seine Zukunft ja schon in irgendwelchen Trash-Hollywood-Produktionen gesehen, "der mit dem Kroko tanzt" eben. Evtl. wäre auch ein Gastauftritt in einem witzigen Miami Vice - Remake interessant gewesen - als Psychologe für Sonny Crocketts Schoßalligator "Elvis".

Es tut mir leid um jeden, der sein Leben zu früh aushaucht, ganz klar.
Aber wer sich in die Gefahr begibt, kommt darin um.
Und so ist es auch ihm passiert.
Mein Beileid an Frau und Kinder.

Erleichterung

Meine Semesterzahl steigt und steigt genauso wie mein Alter, und die Studiengebühren rücken immer näher. Woran liegt es?
Angst davor, die Uni zu verlassen, auch wenn ich seit Jahren eh nicht mehr richtig da bin, sondern eher Praktikums- und Berufserfahrung sammele.
Jedes Semester wieder schaffe ich es mit Ach und Krach, einen der heißbegehrten Seminarplätze zu ergattern (oder auch nicht), verschiebe alles, um regelmäßig und vergleichsweise pünktlich dort zu erscheinen, dann beginnen die Semesterferien inkl. Hausarbeit und Abgabetermin, ich verkrieche mich in der Wohnung, um ebendiese zu schreiben, dann flattern Jobangebote herein oder ich verpasse einfach das Leben draussen, weil ich mich auf meinem Blogroll herumtreibe, Tim Mälzer beim Kochen beobachte, die Nanny beim Kinderhüten oder im schlimmsten Fall sogar [hier jeden beliebigen TV-Richter einsetzen], während er/sie miese Laiendarsteller fertig macht.

Dabei schlafe ich dann zumeist schlecht, weil ich mich verrückt mache, dass die Hausarbeit noch geschrieben werden muss, und tagsüber bin ich dann kaputt und erschlagen. Küchentischpsychologen würden sagen, ich verlängere unterbewußt meinen Studentenstatus. Man könnte auch einfach sagen, ich habe Angst, vor dem, was vielleicht nicht kommt, wenn ich endlich mal meinen Abschluß habe. Es könnte auch Prüfungsangst sein.
Ich tippe allerdings auf eine Mischung aus Faulheit und Bequemlichkeit.
Und nehme mir immer wieder vor, daran etwas zu ändern. Das geht dann auch 1-2 Wochen gut, ich bin voll im Einsatz und trotz Stress gelingen mir unglaublich viele Sachen gleichzeitig. Um dann wieder mind. eine Woche abzutauchen.

Aber eigentlich sollte das kein Selbstbemitleidungsbeitrag werden. Im Gegenteil. Ich habe zu verkünden - ich habe endlich mal wieder eine Hausarbeit, für die ich gelitten habe, abgegeben. Und das trotz des Festplattenausfalls, der mich um Wochen zurückgeworfen hat.
Nun hoffe ich, dass die in größter Hektik hergestellten 15 Seiten plus Beiwerk meinem Dozenten für die Mindestpunktzahl ausreichen werden und ich tatsächlich den elterlichen Fragen nach dem angepeilten Studienende wahrheitsgemäß antworten kann ...
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